TikTok als Drogenplattform für Kinder und Jugendliche? 10-Jährige filmen sich im Rausch

Hamburg - Instagram war gestern, Facebook schon fast verstaubt. Jugendliche und Teenager tummeln sich vor allem auf der immer wieder scharf kritisierten Video-Plattform TikTok. Und da werden offenbar nicht nur witzige Clips geteilt, wie eine STRG_F-Recherche jetzt zeigt.

Konsumiert werde vor allem Ecstasy (wie hier zu sehen), aber auch Speed, Crystal Meth und Heroin.
Konsumiert werde vor allem Ecstasy (wie hier zu sehen), aber auch Speed, Crystal Meth und Heroin.  © Oliver Berg/dpa

Auf TikTok hat sich eine neuartige Drogenszene entwickelt, die bereits Kinder anspricht, heißt es dazu in einer Mitteilung des NDR. "Die Kinder und Jugendlichen tauschen dort nicht nur ihre Erfahrungen aus, sondern können auch an harte Drogen kommen."

Das sei das Ergebnis einer Recherche des "funk"-Formats STRG_F im Rahmen des Schwerpunkts "DarkTok".

Jugendliche, ja sogar Kinder sprechen auf TikTok über ihren Drogenkonsum. Eine Zehnjährige habe schon mit neun Jahren "drogenverherrlichende Videos" gesehen und es nun auch selbst ausprobiert. Ihre Dealer finde sie auf derselben Plattform.

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Um welche chemischen Substanzen es sich dabei genau handelte, wird nicht verraten. Die Tatsache selbst ist allerdings auch schon schockierend genug.

"Einige der Kinder und Jugendlichen filmen sich im Rausch, zeigen sich zu drogenverherrlichenden Rap-Sounds mit erweiterten Pupillen. Unter manchen Clips werden gefährliche Konsum-Tipps geteilt", heißt es weiter.

Konsumiert werde vor allem Ecstasy, aber auch Speed, Crystal Meth und Heroin.

TikTok reagiert (teilweise)

Kinder nutzen TikTok anders als von ihren Eltern vermutlich erwartet.
Kinder nutzen TikTok anders als von ihren Eltern vermutlich erwartet.  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Dass sich ein Teil der Drogenszene ins Internet verlagert habe, sei nicht neu.

Aber: "Auf TikTok findet die Drogenszene anders als auf anderen Plattformen nicht mehr in geschlossenen Gruppen, sondern öffentlich unter einschlägigen Hashtags statt. Videos über Drogentrips generieren zum Teil Tausende bis Zehntausende Likes." Von einem deutlich jüngeren Publikum als auf anderen Plattformen.

TikTok reagierte (teilweise) auf die Hinweise von STRG_F und habe einzelne problematische Videos gelöscht.

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"Die in der Drogenszene bedeutsamsten Hashtags waren hingegen bis Redaktionsschluss nach wie vor abrufbar."

Den ganzen Beitrag seht Ihr am heutigen Dienstag ab 17 Uhr auf YouTube.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa, Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

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