Viele durchgefallen! Schülerin rechnet in Abi-Rede mit Lehrern ab: "F***t euch"
Hagenow - Abrechnung statt Lobeshymne: Bei einer Abschlussfeier am Robert-Stock-Gymnasium in Hagenow (Mecklenburg-Vorpommern) teilte eine Abi-Rednerin ordentlich gegen ihre Lehrer und die Schule aus.
Die diesjährigen Abiturprüfungen fielen laut der Rednerin deutlich schlechter aus als erwartet: 17 Personen haben ihr Abitur nicht bestanden. Insgesamt seien 52 Schüler und Schülerinnen im Abschluss-Jahrgang 2026 gewesen - das mache eine Durchfallquote von 34 Prozent.
Bei dem Ergebnis kämen natürlich ein paar Fragen auf: "Sind wir wirklich alle zu blöd gewesen? Haben wir nicht gelernt?", fragte die Schülerin, die selbst durchgefallen ist.
Was darauf folgte, war eine Abrechnung mit der Schule, ihren Lehrern und den Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen. "Vielleicht sollte die Schule mal reflektieren, was hier schiefgelaufen sein könnte", erklärte die Schülerin.
Ihrer Meinung nach würden einige Lehrer ihre Traumata aus der Schulzeit an den Schülern auslassen, anstatt zur Therapie zu gehen.
Während der Rede: Publikum klatscht und johlt
Außerdem prangerte die Abi-Rednerin mehrfach die Inkompetenz mancher Lehrer an. "Wie kann es sein, dass so viele Lehrer seit 20 Jahren die gleichen Arbeitsblätter austeilen und die gleichen Lerninhalte vermitteln, wenn Prüfungen und Erwartungshorizonte sich jährlich ändern?", fragte sie.
Ständiger Lehrerwechsel, zwei Jahre lang kein richtiger Matheunterricht und die verkürzte Vorbereitungszeit auf die Prüfungen würden ihr Übriges für das Abi-Ergebnis tun.
Im Publikum wurde während der fast fünfminütigen Rede immer wieder geklatscht und gejohlt - ganz besonders als die Schülerin gegen Ende rief: "An die, die unseren Jahrgang die Durchfallquote gönnen, ganz ehrlich: Fickt euch einfach nur alle!"
Auf das Robert-Stock-Gymnasium gehen rund 400 Schüler, heißt es laut eigenen Angaben. "Bei uns wird Digitalisierung großgeschrieben", lautet es auf der Website.
In Mecklenburg-Vorpommern haben in diesem Jahr 4.700 Schüler ihr Abitur bestanden, wie das Bildungsministerium mitteilte. Dabei liege die Durchschnittsnote nach einer ersten Schnellauswertung wie schon in den letzten beiden Jahren bei 2,3.
Titelfoto: Sina Schuldt/dpa

