Berlin/München - Wie glaubwürdig sind Medizin-Influencer? Dieser Frage wollte YouTuber Marvin Wildhage (30) mit seinem neuesten Experiment auf den Grund gehen. Die approbierte Ärztin Alina Walbrun ging ihm auf den Leim - jetzt hat sie Fehler eingeräumt.
"Postvirale nasale Hypersensibilität" lautete die fiktive Krankheit, die sich der Berliner für seinen Social-Media-Prank ausgedacht hatte.
Wildhage wollte mit seinem Experiment herausfinden, ob Ärzte auf Instagram, TikTok und Co. tatsächlich für seine frei erfundene Krankheit inklusive Fake-Pharmaunternehmen werben, um sich damit die Taschen vollzumachen.
Und tatsächlich: Content-Creatorin Alina Walbrun, die im Netz auch als "Doc Alina" bekannt wurde und ihre knapp 300.000 Follower unter anderem über Gesundheitsthemen aufklärt, tappte in die Falle.
Bei Instagram erzählte die Influencerin, dass sie die Diagnose bereits aus ihrem Medizinstudium kenne, und berichtete von frei erfundenen Symptomen, die im Briefing für die Kampagne gar nicht enthalten waren.
Als der Schwindel wenig später aufflog, meldete sich Walbrun in ihrer Story erneut zu Wort: Sie gab zu, auf den Streich hereingefallen zu sein, und bat ihre Community um Verzeihung.
Medfluencerin Alina Walbrun räumt Fehler ein
Die Medfluencerin gestand, den Namen der Krankheit ungeprüft übernommen zu haben, erklärte jedoch, dass sie die beschriebenen Symptome als "hyperreaktive Rhinopathie" und "postvirale Hyperreaktivität" tatsächlich aus ihrem Studium kenne.
Ähnlich äußerte sich die approbierte Ärztin nun auch gegenüber "Bild": "Den konkreten Krankheitsbegriff habe ich nicht ausreichend überprüft und später so darüber gesprochen, als sei er mir aus dem Studium bekannt gewesen. Das war falsch und irreführend. Gerade aufgrund meiner medizinischen Ausbildung hätte mir das nicht passieren dürfen", räumte sie ein.
Ihre Einnahmen aus der Aktion will Walbrun nun an die Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" spenden.
Von Social Media hat sie sich vorerst zurückgezogen. Um ihre mentale Gesundheit mit Blick auf die vielen negativen Kommentare zu schützen, legte die Medizinerin eine Netzpause ein.