Corona-Stress! Immer mehr Leute knirschen mit den Zähnen

Tel Aviv - Mehr Stress sorgt in der Corona-Pandemie bei vielen Menschen für ein neues Phänomen: Sie knirschen mit den Zähnen und haben häufiger Gesichtsschmerzen.

Zähneknirschen deutet auf Sorgen und Ängste hin, während der Corona-Pandemie Auswirkungen der Pandemie auf ihre Beziehungen zu Familie und Freunden waren.
Zähneknirschen deutet auf Sorgen und Ängste hin, während der Corona-Pandemie Auswirkungen der Pandemie auf ihre Beziehungen zu Familie und Freunden waren.  © 123rf.com/Andriy Popov

Forscher der Dentalschule der Universität Tel Aviv und der der polnischen Universität Wroclaw befragten in einer Stichprobe insgesamt 1800 Israelis und Polen zu stressbedingten Symptomen und ihrer möglichen Schwere während des ersten Corona-Lockdowns im Frühjahr.

Konkret wollten die Wissenschaftler wissen, ob die Leute mehr mit den Zähnen und dem Kiefer knirschen und ob sie Gesichtsschmerzen haben.

Und tatsächlich: Die Probanden knirschten tagsüber deutlich öfter mit dem Kiefer und hatten auch mehr Schmerzen im Gesicht, während sie nachts häufiger mit den Zähnen knirschten.

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Demnach stieg die Häufigkeit dieser Beschwerden von 35 Prozent vor der Corona-Pandemie bis zu 47 Prozent während der Pandemie.

Alleine das Kieferknirschen während des Tages stieg von 17 Prozent in normalen Zeiten auf 32 Prozent während des Lockdowns, das nächtliche Zähneknirschen von zehn auf 36 Prozent, berichtet die "Times of Israel".

Eindeutig Faktoren von Stress- und Angstzuständen! Beide Gewohnheiten werden bekanntermaßen stark von emotionalen Faktoren wie Stress und Angst beeinflusst und können die Zähne und Kiefergelenke schwer schädigen.

Das Gefühl, unter Druck zu stehen oder sich bedrängt zu fühlen - dazu gehört etwa auch, die Kinder zu Hause zu unterrichten und nebenbei den Haushalt schmeißen zu müssen - führe zu diesem enormen Anstieg der Beschwerden.

Wer besonders häufig betroffen ist

Gegen das Zähneknirschen hilft beispielsweise ein Beiß-Schutz.
Gegen das Zähneknirschen hilft beispielsweise ein Beiß-Schutz.  © 123rf.com/Andriy Popov

Am stärksten in Mitleidenschaft gezogen waren Teilnehmer im Alter von 35 bis 55 Jahren - und Frauen. Außerdem Menschen, die diese Symptome früher schon zeigten, bei ihnen nahm die Intensität durchschnittlich um 15 Prozent an. Die Symptome zeigten sich sowohl bei den Teilnehmern in Israel als auch in Polen.

"Wir glauben, dass unsere Ergebnisse den Stress widerspiegeln, den Menschen mittleren Alters erleben, die kleine Kinder haben, aber nicht die typische Hilfe der Großeltern, die sich auch um ihre ältere Eltern sorgen, finanzielle Probleme haben und oft unter schwierigeren Bedingungen von zu Hause aus arbeiten müssen", erklären die Autoren der Studie, die im "Journal of Clinical Medicine" veröffentlicht wurde.

Weiter heißt es: "Wir haben viel über den Preis gesprochen, den die Pandemie von den Menschen fordert. Unsere Forschung liefert einige Hinweise darauf, dass körperliche Reaktionen Anzeichen dafür sind, dass die Bevölkerung depressiver und ängstlicher ist", sagte die Zahnärztin Prof. Ilana Eli, die an der Studie beteiligt war, gegenüber "The Times of Israel".

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Das Wissenschaftsteam habe zwar mit einem Anstieg der Symptome gerechnet, jedoch nicht in diesem Umfang. Auch wenn sich die Ergebnisse auf den ersten Lockdown beziehen, so glaubt Eli, dass sich die Zunahme der Angstgewohnheiten noch fortgesetzt hat. Sie empfiehlt das Einsetzen eines Bissschutzes und Entspannungstechniken.

Titelfoto: 123rf.com/Andriy Popov

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