Israel-Krieg: Hamas will dauerhafte Waffenruhe, Israel setzt Angriffe fort

Israel - Die G7-Gruppe führender demokratischer Industrienationen hat sich beim Gipfeltreffen in Italien hinter den Nahost-Friedensplan von US-Präsident Joe Biden (81) gestellt.

Die Staatenlenker auf einem gemeinsamen Foto.
Die Staatenlenker auf einem gemeinsamen Foto.  © Michael Kappeler/dpa

"Wir haben gemeinsam diesen Plan des amerikanischen Präsidenten unterstützt und sind auch gemeinsam froh, dass der (UN-)Sicherheitsrat das auch getan hat", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (65, SPD) am Donnerstag am Rande des Gipfels.

Der von Biden Ende Mai vorgestellte Drei-Phasen-Plan sieht zunächst eine vollständige und uneingeschränkte Waffenruhe von sechs Wochen vor. In diesem Zeitraum würde eine bestimmte Gruppe von Geiseln freigelassen.

Im Gegenzug würden Palästinenser freikommen, die in Israel inhaftiert sind. In der nächsten Phase würden die Kämpfe dann dauerhaft eingestellt und die verbliebenen Geiseln freigelassen. In einer letzten Phase soll dem Entwurf zufolge der Wiederaufbau des Gazastreifens beginnen.

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Alle aktuellen Entwicklungen zum Krieg in Gaza und Israel findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

13. Juni, 21.37 Uhr: Minister will Mittel für Palästinenser israelischen Terroropfern geben

Israels rechtsextremer Finanzminister Bezalel Smotrich will der Palästinensischen Autonomiebehörde Mittel in Höhe von 32,5 Millionen Dollar (rund 30,3 Millionen Euro) vorenthalten und diese stattdessen an israelische Terroropfer auszahlen.

Er habe eine entsprechende Anordnung unterzeichnet, schrieb der Minister am Donnerstag auf der Plattform X. Er sprach von "historischer Gerechtigkeit".

13. Juni, 20.07 Uhr: Tote nach israelischem Militäreinsatz nahe Dschenin

Bei Zusammenstößen während eines israelischen Militäreinsatzes im Westjordanland sind israelischen und palästinensischen Angaben zufolge am Donnerstag mehrere Palästinenser getötet worden.

Israels Armee meldete zwei Tote bei einem Einsatz zur Terrorismusbekämpfung in einem Dorf in der Nähe der Stadt Dschenin. Das Gesundheitsministerium in Ramallah bestätigte einen Toten. Der 21-Jährige wurde demnach durch einen Schuss in den Kopf getötet. Palästinensischen Medien berichteten, insgesamt seien drei Personen bei der Razzia der Armee ums Leben gekommen.

13. Juni, 17.29 Uhr: Von der Leyen unterstützt Gaza-Friedensplan von Biden

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (65) hat US-Präsident Joe Biden (81) beim G7-Gipfel Unterstützung für dessen Plan für eine Gaza-Waffenruhe zugesichert.

"Wir sind bereit, unseren Teil dazu beizutragen, indem wir rasch und wirksam Maßnahmen zur Erholung und zum Wiederaufbau ergreifen, die zu einer Zweistaatenlösung führen", erklärte von der Leyen am Donnerstag bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden demokratischen Industrienationen in Italien. Man brauche einen sofortigen Waffenstillstand, die Freilassung der Geiseln und ein dauerhaftes Ende der Krise.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (65) ist auf dem G7-Gipfel von Giorgia Meloni (47) empfangen worden.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (65) ist auf dem G7-Gipfel von Giorgia Meloni (47) empfangen worden.  © Michael Kappeler/dpa

13. Juni, 16.11 Uhr: Kämpfe in Rafah dauern an

Israels Armee setzt eigenen Angaben zufolge ihre international viel kritisierten Einsätze in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens fort.

Am Mittwoch habe es dabei erneut Tote gegeben, teilte das Militär am Donnerstag mit. "Die Truppen führten gezielte Razzien in dem Gebiet durch, lokalisierten Waffen und eliminierten in Nahkämpfen mehrere Terroristen", hieß es in einer Mitteilung der Armee. Auch im Zentrum des Küstengebiets gingen die Kämpfe demnach weiter.

Dort kamen den Angaben zufolge ebenfalls Menschen ums Leben: "Am vergangenen Tag eliminierten die Truppen mehr als zehn Terroristen." Darunter sei auch ein Palästinenser gewesen, der laut Armee an dem Hamas-Massaker vom 7. Oktober beteiligt war.

Die viel kritisierten Einsätze in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens nehmen kein Ende. (Archivbild)
Die viel kritisierten Einsätze in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens nehmen kein Ende. (Archivbild)  © Abdel Kareem Hana/AP/dpa

13. Juni, 14.04 Uhr: Heftiger Raketenbeschuss aus dem Libanon geht weiter

"Die Sirenen heulen im Norden Israels, während die Hisbollah ohne Pause Geschosse vom Süden des Libanons aus abfeuert", schrieb Israels Armee am Donnerstag auf X.

Schon am Mittwoch hatte die Schiitenmiliz als Vergeltung für die gezielte Tötung eines ranghohen Kommandeurs durch Israel rund 200 Raketen auf Israel abgefeuert.

Israelische Medien berichteten, ein Haus sei direkt getroffen worden. In der Stadt Safed im Norden Israels und in Katzrin auf den besetzten Golanhöhen seien Raketenteile niedergegangen. Mehrere Brände seien ausgebrochen.

13. Juni, 13.20 Uhr: Waffe gegen Gestrüpp: Israels Armee feuert Brandgeschosse nach Libanon

Die israelische Armee hat einem Medienbericht zufolge mit einem Katapult Brandgeschosse über die Grenze auf libanesisches Gebiet gefeuert.

Ziel sei es offenbar, dichtes Gestrüpp im Grenzgebiet zu verbrennen, damit feindliche Kämpfer sich dort nicht verbergen können.

Ein Video, das in sozialen Medien kursierte, zeigte israelische Soldaten neben einem mittelalterlich anmutenden Katapult, das einen Feuerball über eine hohe Maueranlage schleuderte.

13. Juni, 9.39 Uhr: Hamas dringt auf dauerhafte Waffenruhe

Die radikalislamische Hamas dringt in den Verhandlungen über den Gaza-Krieg auf eine dauerhafte Waffenruhe.

Die Palästinenserorganisation forderte die USA am Donnerstag auf, "Druck" auf Israel auszuüben, um eine dauerhafte Waffenruhe im Gazastreifen zu erreichen.

US-Außenminister Antony Blinken spreche weiterhin davon, dass Israel dem jüngsten Vorschlag für eine Waffenruhe zustimmte, "aber wir haben keinen israelischen Beamten gehört, der sich dazu geäußert hat", erklärte Hamas.

Bis es vielleicht irgendwann zu einer Waffenruhe kommt, greift die israelische Armee weiter Ziele im Gazastreifen an.
Bis es vielleicht irgendwann zu einer Waffenruhe kommt, greift die israelische Armee weiter Ziele im Gazastreifen an.  © Zain JAAFAR / AFP

13. Juni, 6.44 Uhr: Aus Gaza gerettet! Details über Geiselhaft veröffentlicht

Nach seiner Befreiung aus dem Gazastreifen sind Details über Andrey Kozlovs Zeit dort bekanntgeworden.

Der 27-Jährige sei zwei Monate lang gefesselt gewesen, sagte seine Mutter in einem Interview. Kozlovs Eltern sprachen auch von Folter und Bestrafungen. Er sei etwa an sehr heißen Tagen mit vielen Decken zugedeckt worden. Einen Wächter habe er als besonders grausam beschrieben.

Kozlovs Freundin berichtete, dass er und zwei weitere Männer in vier verschiedenen Wohnungen gefangen gehalten worden seien. Im Oktober und November hätten sie kaum zu essen gehabt. Kozlov habe einmal in der Woche duschen dürfen und sei schweren psychischen Misshandlungen ausgesetzt gewesen.

Am Samstag waren Kozlov und drei weitere Geiseln in einem dramatischen Militäreinsatz befreit worden.

Andrey Kozlov (27, r.) wurde aus den Fängen der Hamas befreit. Alles, was er aus seiner Geiselhaft preisgibt, berichtet er aus Mitleid mit seinen Eltern mit Humor.
Andrey Kozlov (27, r.) wurde aus den Fängen der Hamas befreit. Alles, was er aus seiner Geiselhaft preisgibt, berichtet er aus Mitleid mit seinen Eltern mit Humor.  © -/IDF Spokesperson's unit via GPO/dpa

13. Juni, 6.24 Uhr: Kinder in Gaza verbringen teils Stunden mit Nahrungsbeschaffung

Als eine Folge der Kämpfe müssten Mädchen und Jungen viel Zeit damit verbringen, Wasser und Essen zu besorgen.

Dies könne laut Palästinenserhilfswerk UNRWA sechs bis acht Stunden pro Tag in Anspruch nehmen.

Die Betroffenen tragen oft schwere Lasten und laufen weite Strecken. "Kinder verlieren durch diesen Krieg ihre Kindheit", so das Hilfswerk.

12. Juni, 21.47 Uhr: Probleme bei Hilfsgüter Lieferung an temporären Pier

Die Hilfsgüter befänden sich zwar am Strand, würden aber derzeit nicht weiter verteilt, erklärte die Sprecherin des US-Verteidigungsministeriums, Sabrina Singh, am Mittwoch auf Nachfrage.

"Soweit ich weiß, wird die Hilfe, seit sie gestern und heute eingetroffen ist, gerade im Hafenbereich gesammelt und für die Verteilung durch das Welternährungsprogramm vorbereitet. Meines Wissens hat die Verteilung aber bislang nicht stattgefunden."

Das Welternährungsprogramm (WFP) hatte die Verteilung der über die Anlegestelle gelieferten Hilfsgüter aus Sorge um die Sicherheit ihrer Mitarbeiter am Wochenende gestoppt. Zuvor waren zwei Lagerhäuser der Organisation unter Raketenbeschuss gekommen und dabei ein Mitarbeiter verletzt worden.

Am temporären Pier vor der Küste des Gaza-Streifens stapeln sich die Hilfsgüter. Doch sie werden nicht verteilt.
Am temporären Pier vor der Küste des Gaza-Streifens stapeln sich die Hilfsgüter. Doch sie werden nicht verteilt.  © US Verteidigungsministerium/Army Staff Sgt. Malcolm Cohens-Ashley

12. Juni, 14 Uhr: Hisbollah-Miliz schwört verstärkte Angriffe nach Kommandeurstod

Ein hochrangiger Hisbollah-Vertreter schwor am Mittwoch, dass die militante Gruppe ihre Angriffe auf Israel verstärken werde, nachdem ihr Erzfeind am Vortag einen hochrangigen Kommandanten im Südlibanon getötet hatte.

"Wir werden die Intensität, Stärke, Quantität und Qualität unserer Angriffe erhöhen", sagte der Hisbollah-Funktionär Hashem Safieddine bei der Beerdigung des Kommandanten Taleb Sami Abdallah, der am Dienstag bei einem israelischen Angriff getötet wurde.

Als "Staat im Staat" kontrolliert die Hisbollah den Libanon über ihre Miliz nicht nur militärisch, sondern über ihre Partei auch politisch. Nun schworen die Mitglieder Rache.
Als "Staat im Staat" kontrolliert die Hisbollah den Libanon über ihre Miliz nicht nur militärisch, sondern über ihre Partei auch politisch. Nun schworen die Mitglieder Rache.  © Jaafar Ashityeh/AFP

12. Juni, 11.34 Uhr: Militär meldet 160 Raketen auf Israel

Nach dem mutmaßlich israelischen Luftangriff im Süden des Libanons folgten massive Angriffe aus dem Libanon auf den Norden Israels. Das Militär teilte mit, rund 160 Geschosse seien aus dem Nachbarland abgefeuert worden.

Einige davon habe die Raketenabwehr abgefangen, andere seien an mehreren Orten im Norden Israels eingeschlagen. Es seien mehrere Brände ausgebrochen. Die Polizei teilte mit, alle Geschosse seien in unbewohnten Gebieten niedergegangen.

Es gebe keine Berichte zu Verletzten. Nach Medienberichten reichten die Raketenangriffe bis Tiberias am See Genezareth.

Die Lage im Südlibanon gehe "in Richtung Eskalation", hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen.
Die Lage im Südlibanon gehe "in Richtung Eskalation", hieß es aus libanesischen Sicherheitskreisen.  © Kawnat Haju/AFP

12. Juni, 9.16 Uhr: UN-Untersuchung beschuldigt Israel der "Ausrottung" und anderer Verbrechen gegen die Menschlichkeit

Eine unabhängige Untersuchung der Vereinten Nationen kam am Mittwoch zu dem Schluss, dass Israel während des Krieges im Gazastreifen Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen hat.

"Die Verbrechen gegen die Menschlichkeit der Ausrottung; Mord; Geschlechterverfolgung gegen palästinensische Männer und Jungen; erzwungene Umsiedlung; sowie Folter und unmenschliche und grausame Behandlung wurden begangen", so die Untersuchungskommission in einem Bericht, der nächste Woche dem UN-Menschenrechtsrat vorgelegt werden soll.

Titelfoto: Zain JAAFAR / AFP

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