Nahost-Konflikt: Proteste in Pakistan - Mehrere Tote bei Sturm auf US-Konsulat

Nahost - Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen haben die Revolutionsgarden des Landes Rache geschworen.

Nach dem Tod Chameneis kündigen Irans Revolutionsgarden Vergeltung an.  © Vahid Salemi/AP/dpa

"In Kürze werden die größten militärischen Einsätze in der Geschichte der iranischen Streitkräfte gegen Israel und US-Stützpunkte in der Region beginnen", heißt es in einer Presseerklärung der Elitestreitmacht der Islamischen Republik.

Die Regierung kündigte 40 Tage öffentliche Trauer und 7 Feiertage an. Die gegenseitigen Angriffe gingen derweil in der Nacht weiter.

Der Iran feuerte Raketen Richtung Israel ab und griff US-Verbündete sowie amerikanische Stellungen in Nahost an. In der israelischen Küstenmetropole Tel Aviv starb laut Medien eine Frau beim Einschlag einer Rakete in einem Wohnblock. Dutzende Menschen seien verletzt worden.

Israel Krieg Nahost-Konflikt: Trumps Schwiegersohn stellt Plan für Wiederaufbau Gazas vor

Bei einem Drohnenangriff auf den internationalen Flughafen in Bahrain entstand Sachschaden, wie das dortige Innenministerium auf X mitteilte.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

1. März, 10.40 Uhr: Mehrere Tote nach Protesten am US-Konsulat in Pakistan

Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei sind bei Protesten am US-Konsulat in der pakistanischen Millionenstadt Karachi mehrere Demonstranten ums Leben gekommen.

"Wir haben mindestens neun Leichen erhalten", sagte Jasso Ram, Sprecher des Zivilkrankenhauses von Karatschi, der Deutschen Presse-Agentur. Demnach könne die Zahl der Opfer noch steigen. Mehr als 25 Menschen, die bei den Zusammenstößen verletzt worden waren, würden behandelt.

Der Leiter einer der größten Rettungsdienste der Stadt, Faisal Edhi, bestätigte, dass seine Organisation mindestens sieben Leichen ins Krankenhaus gebracht habe.

Aufnahmen in Netz sollen zeigen, wie Demonstranten mit Stöcken und Steinen Fenster einschlugen. Die Polizei setzte nach Behördenangaben Tränengas und Schlagstöcke ein. Demonstranten skandierten Parolen gegen die USA und marschierten in Richtung des Konsulatsviertels, wo sie versuchten, in das Gelände einzudringen, wie es hieß.

Unterdessen verschärften die Behörden die Sicherheitsvorkehrungen in Pakistans Hauptstadt Islamabad. Straßen zur sogenannten Roten Zone mit Botschaften und wichtigen Regierungsgebäuden wurden gesperrt.

Anzeige
Demonstranten versuchen, das US-Konsulat in Karachi zu stürmen. Die Polizei setzt Tränengas ein.  © Muhammad Farooq/AP/dpa

1. März, 10.37 Uhr: Öltanker vor Küste Omans angegriffen

Vor der Küste des Golfstaats Oman ist nach staatlichen Angaben ein Öltanker angegriffen worden.

Der Tanker "Skylight" sei etwa neun Kilometer vor der omanischen Küste bei Musandam attackiert worden, meldete die Nachrichtenagentur Oman News Agency unter Berufung auf das omanische Zentrum für maritime Sicherheit.

Dabei seien vier Personen verletzt worden. Die 20-köpfige Besatzung des Schiffs unter der Flagge des pazifischen Inselstaats Palau sei evakuiert worden. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.

Der Vorfall ereignete sich nahe der Straße von Hormus. Die iranische Nachrichtenagentur hatte gestern gemeldet, dass die iranischen Revolutionsgarden den Schiffsverkehr der strategisch wichtigen Meerenge eingeschränkt haben.

Demnach erhielten Schiffe wiederholt Funkmeldungen, in denen ihnen die Durchfahrt untersagt wurde. Die Besatzungen würden aufgefordert, die Maschinen zu stoppen und sich auf ein mögliches Entern vorzubereiten, hieß es.

1. März, 10.33 Uhr: Israel greift Ziele im Herzen von Teheran an

Erneut hat es in der iranischen Hauptstadt Teheran laute Explosionen gegeben.

Die israelische Armee teilte mit, man greife "Ziele des iranischen Terrorregimes im Herzen von Teheran an". Einwohner berichteten, es handele sich offenbar um Angriffe im Stadtzentrum.

Die israelische Armee gab an, sie habe im Verlauf des vergangenen Tages großangelegte Angriffe im Iran ausgeführt, "um die Lufthoheit herzustellen und den Weg nach Teheran zu ebnen".

Nach lauten Explosionen in Teheran bestätigt Israels Militär Angriffe auf Ziele im Stadtzentrum.  © Vahid Salemi/AP/dpa

1. März, 10.31 Uhr: Dubai meldet Schäden und Verletzte bei Drohnenabwehr

In Dubai in den Vereinigten Arabischen Emirate sind bei der Abwehr von Drohnenangriffen zwei Menschen verletzt worden.

Trümmerteile seien in die Höfe von zwei Wohnhäusern gefallen, teilte das Medienbüro von Dubai mit. Explosionsgeräusche in der Stadt seien auf Abfangraketen zurückzuführen, hieß es weiter.

1. März, 9.43 Uhr: CIA spürte Aufenthaltsort von Chamenei auf

Der US-Auslandsgeheimdienst CIA hat laut einem Bericht der "New York Times" eine wichtige Rolle vor dem Angriff auf Irans obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei gespielt.

Die US-Zeitung berichtete unter Berufung auf mehrere nicht genannte Personen, die mit dem Einsatz vertraut sein sollen, der Auslandsgeheimdienst habe Chamenei über Monate verfolgt und dabei Kenntnisse über seine Aufenthaltsorte und Gewohnheiten erlangt.

Die CIA soll erfahren haben, dass am Samstagmorgen in einem Gebäudekomplex im Herzen Teherans ein Treffen hochrangiger iranischer Offizieller stattfinden sollte und sich Chamenei dort aufhalten würde. Daraufhin sollen die USA und Israel den Zeitpunkt ihrer Angriffe auf den Iran angepasst haben. Ursprünglich sei laut dem Zeitungsbericht geplant gewesen, nachts anzugreifen.

1. März, 9.11 Uhr: Auch Irans Generalstabschef bei US-israelischen Angriffen getötet

Bei den Luftangriffen Israels und der USA auf den Iran ist örtlichen Medien zufolge auch der Generalstabschef der iranischen Streitkräfte, Abdolrahim Mussawi, getötet worden.

Im iranischen Staatsfernsehen wurde am Sonntag der Name Mussawis gemeinsam mit den Namen anderer getöteter hochrangiger Vertreter genannt. Zuvor war bereits der Tod des Anführers der iranischen Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, und des Vorsitzenden des nationalen Verteidigungsrats, Ali Schamchani, bekannt gegeben worden.

Wie das Staatsfernsehen weiter berichtete, wurden die Verantwortlichen "während einer Sitzung des Verteidigungsrates" getötet. Weitere Namen würden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben, hieß es.

Auch Irans Generalstabschef Abdolrahim Mussawi (l.) wurde bei den amerikanisch-israelischen Angriffen getötet.  © Uncredited/Iranian Defense Ministry/dpa

1. März, 8.28 Uhr: Iran bezeichnet Pläne der USA und Israel als "vereitelt"

Nach den schweren Angriffen im Iran und der Tötung des Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei hat der Generalsekretär des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, das Vorhaben der USA und Israels als "vereitelt" bezeichnet.

"Die USA und Israel haben sich verkalkuliert und wollten mit gezielten Angriffen auf militärische Einrichtungen und der Tötung hochrangiger Funktionäre Unruhe und einen Machtwechsel im Iran auslösen", sagte Laridschani laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Die Bevölkerung habe jedoch geschlossen reagiert und diese Pläne vereitelt, behauptete er.

Zugleich kündigte Laridschani an, die iranischen Streitkräfte würden die Angriffe auf US‑Stützpunkte in der Region fortsetzen.

1. März, 8.25 Uhr: Auseinandersetzungen nahe US-Botschaft in Bagdad

Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei haben Demonstranten in der irakischen Hauptstadt Bagdad versucht, in das streng gesicherte Regierungsviertel mit der US-Botschaft vorzudringen.

Nach Angaben von Augenzeugen hatten sich am Eingang zur sogenannten Grünen Zone Hunderte Menschen zum Protest versammelt. Sicherheitskräfte lösten die Menge gewaltsam auf.

Die Demonstranten versuchten demnach, die Sicherheitsbarrieren zu überwinden, um zur US-Botschaft innerhalb der Grünen Zone zu gelangen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben.

Im Irak hat die Tötung von Irans Staatsoberhaupt und Religionsführer Chamenei für Empörung gesorgt. In Bagdad nahe der US-Botschaft kommt es zu gewalttätigen Protesten.  © Ameer Al-Mohammedawi/dpa

1. März, 8.23 Uhr: Iran greift Israel erneut mit Raketen an

Der Iran hat nach Angaben des israelischen Militärs am Morgen erneut Raketen auf den jüdischen Staat abgefeuert.

Die Abwehrsysteme seien aktiviert, um sie abzuwehren, teilte die Armee mit. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in die Schutzräume zurückzukehren. In mehreren Gebieten des Landes heulten erneut die Sirenen.

In den vergangenen 24 Stunden mussten Millionen Menschen nach Armeeangaben bereits rund 20 Mal wegen Raketenangriffen des Erzfeindes Iran in die Schutzräume eilen.

1. März, 7.34 Uhr: Erneute Explosionen in Golfstaaten

Nach der Tötung von Irans oberstem Führer Ajatollah Ali Chamenei durch amerikanisch-israelische Angriffe sind in den arabischen Golfstaaten erneut Explosionen zu hören.

Augenzeugen in der katarischen Hauptstadt Doha zufolge waren am Morgen mehrere Knallgeräusche zu hören. Der katarische Nachrichtensender Al-Jazeera meldete mindestens elf Explosionen in Doha.

Auch in Bahrains Hauptstadt Manama wurden Explosionen gemeldet. Augenzeugen berichteten von mindestens vier lauten Knallgeräuschen. Auf Social Media wurden in dem Zuge Bilder eines getroffenen und beschädigten Hotels in Manama verbreitet.

Währenddessen stecken die Kreuzfahrtschiffe "Mein Schiff 4" und "Mein Schiff 5" mittendrin. Landausflüge wurden abgebrochen, Passagiere sollen sich nur noch im Schiffsinneren aufhalten. Laut TUI Cruises würden die Entwicklungen im Nahen Osten Einfluss auf die Reisen der beiden Kreuzfahrtschiffe nehmen.

Mehr zum Thema Israel Krieg: