Nahost-Konflikt: Boote der Gaza-Hilfsflotte sammeln sich vor der Türkei

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Israel/Iran - Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird auf eine neue Probe gestellt: Nach iranischen Attacken auf drei US-Zerstörer in der Straße von Hormus hat das US-Militär als Vergeltung Ziele in der Islamischen Republik angegriffen.

Der Iran und die USA haben sich in der Straße von Hormus angegriffen. Doch die Waffenruhe bestehe laut Trump weiterhin.
Der Iran und die USA haben sich in der Straße von Hormus angegriffen. Doch die Waffenruhe bestehe laut Trump weiterhin.  © -/kyodo/dpa

Das teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) der US-Streitkräfte auf der Plattform X mit.

Das iranische Militär warf den USA vor, damit die ohnehin fragile Waffenruhe verletzt zu haben. Kurz darauf meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) die Abwehr neuer iranischer Angriffe.

US-Präsident Donald Trump (79) forderte den Iran nach den Schlägen auf iranische Ziele erneut unter Drohungen auf, "schnell" eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die seit rund einem Monat bestehende Waffenruhe gelte aber trotz der Angriffe weiter.

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"US-Streitkräfte wehrten unprovozierte iranische Angriffe ab und reagierten mit Schlägen zur Selbstverteidigung, als Lenkwaffenzerstörer der US-Marine am 7. Mai die Straße von Hormus in Richtung Golf von Oman durchquerten", erklärte Centcom.

Iranische Streitkräfte hätten mehrere Raketen abgefeuert und Drohnen sowie kleine Boote eingesetzt, als die drei US-Schiffe die Meerenge passiert hätten. Es seien keine US-Einheiten getroffen worden.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

8. Mai, 11.57 Uhr: Boote der Gaza-Hilfsflotte sammeln sich im türkischen Marmaris

Die sogenannte "Global Sumud Flotilla" will sich nach Angaben der Organisatoren in den kommenden Tagen im türkischen Hafen Marmaris neu formieren.

Mehrere Boote seien bereits in der Bucht der Hafenstadt eingetroffen, weitere Segelboote aus Griechenland und Italien seien auf dem Weg dorthin, teilten die Aktivisten mit. Daten eines Online-Trackers der Initiatoren zeigten zudem am Donnerstag Bewegungen der Boote in Richtung Marmaris.

Wann die Aktivisten erneut mit Hilfsgütern von Marmaris aus in Richtung Gazastreifen auslaufen wollen, blieb zunächst unklar. Am 12. Mai solle es weitere Informationen zur "nächsten Phase" der Aktion geben, hieß es von den Organisatoren.

Die israelische Marine hatte vergangene Woche mehr als 20 Schiffe der "Global Sumud Flotilla" in internationalen Gewässern westlich von Kreta abgefangen und nach eigenen Angaben 175 Menschen festgenommen. Griechenland nahm die meisten von ihnen auf und organisierte ihre Rückreise in die Herkunftsländer. Zwei Aktivisten wurden von der israelischen Marine nach Israel gebracht und dort inhaftiert.

Im Hafen von Marmaris versammeln sich Boote der "Global Sumud Flotilla". Wann die Aktivisten wieder mit Hilfsgütern Richtung Gazastreifen starten, ist noch offen. (Archivfoto)
Im Hafen von Marmaris versammeln sich Boote der "Global Sumud Flotilla". Wann die Aktivisten wieder mit Hilfsgütern Richtung Gazastreifen starten, ist noch offen. (Archivfoto)  © Joan Mateu Parra/AP/dpa

8. Mai, 6.16 Uhr: Emirate melden Abwehr neuer iranischer Luftangriffe

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind eigenen Angaben zufolge erneut vom Iran angegriffen worden.

Die Luftverteidigung wehre derzeit Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran ab, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bevölkerung auf der Plattform X dazu auf, an einem sicheren Ort zu bleiben und auf offiziellen Warnungen zu achten.

Anwohner sollten herabfallende Trümmer nicht anfassen oder fotografieren und sich ihnen auch nicht nähern. Zu den Zielen der iranischen Angriffe gab es zunächst keine Informationen.

Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden erstmals seit Beginn der Waffenruhe vor rund vier Wochen wieder Ziel iranischer Angriffe.
Die Vereinigten Arabischen Emirate wurden erstmals seit Beginn der Waffenruhe vor rund vier Wochen wieder Ziel iranischer Angriffe.  © Altaf Qadri/AP/dpa

8. Mai, 6.11 Uhr: Trump setzt Hormus-Einsatz nach Druck von Verbündeten aus

Präsident Donald Trump hat den US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus Medienberichten zufolge nach Druck von Verbündeten am Golf ausgesetzt.

Trumps überraschender Stopp von "Projekt Freiheit" erfolgte, nachdem Saudi-Arabien den USA die Nutzung eines Luftwaffenstützpunktes sowie des saudischen Luftraums zur Unterstützung der Initiative untersagt hatte, wie der Sender NBC News unter Berufung auf zwei US-Beamte berichtete.

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf saudische Beamte, dass neben Saudi-Arabien auch Kuwait dem US-Militär die Nutzung von Stützpunkten beziehungsweise seines Luftraums verwehrt hatte.

Dazu sei es gekommen, nachdem hochrangige US-Beamte iranische Angriffe in der Region als Reaktion auf "Projekt Freiheit" heruntergespielt hätten. Die US-Initiative habe den größten Streit in den militärischen Beziehungen der USA und Saudi-Arabiens seit Jahren ausgelöst, hieß es.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" haben Saudi-Arabien und Kuwait ihre Beschränkungen für das US-Militär inzwischen wieder aufgehoben. Im Fall Saudi-Arabiens sei dies das Ergebnis eines von mehreren Telefonaten zwischen Trump und dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gewesen.

Trumps Regierung erwäge nun, "Projekt Freiheit" wieder aufzunehmen. Laut Beamten aus dem Pentagon könnte das bereits diese Woche passieren, schrieb die Zeitung.

Nach Druck von Verbündeten am Golf legte US-Präsident Donald Trump das "Projekt Freiheit" in der Straße von Hormus zunächst auf Eis.
Nach Druck von Verbündeten am Golf legte US-Präsident Donald Trump das "Projekt Freiheit" in der Straße von Hormus zunächst auf Eis.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

7. Mai, 21.58 Uhr: Kein Genehmigungsverfahren, sondern freie Hormus-Schifffahrt

UN-Generalsekretär António Guterres (77) hat ein vom Iran angekündigtes neues Genehmigungsverfahren für die Straße von Hormus abgelehnt und sich erneut für freien Schiffsverkehr durch die Meerenge ausgesprochen.

"Was wir nicht wollen, sind zusätzliche Restriktionen oder Strukturen", sagte ein Sprecher von Guterres in New York. "Wir wollen wieder dahin zurück, wo wir waren, also zur Navigationsfreiheit in der Straße von Hormus, unter der zivile Schiffe kommen und gehen konnten, um zu exportieren und zu importieren, und wir wissen, von welcher Bedeutung die Meerenge für uns alle auf der Welt ist."

UN-Generalsekretär António Guterres (77). (Archivbild)
UN-Generalsekretär António Guterres (77). (Archivbild)  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

7. Mai, 21.35 Uhr: Iranische Medien melden Explosionen am Persischen Golf

Inmitten militärischer Spannungen mit den USA haben iranische Medien mehrere Explosionen am Persischen Golf gemeldet.

Nahe der Hafenstadt Bandar Abbas an der Südküste seien Explosionsgeräusche zu hören gewesen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars. Die genaue Ursache dafür sei jedoch unklar. Fars schrieb in einem weiteren Bericht von Schusswechsel zwischen iranischen Streitkräften und dem "Feind". Dabei sei unter anderem ein Hafenbereich auf der Insel Gheschm getroffen worden. Nähere Details lagen zunächst nicht vor.

Auch in den sozialen Medien meldeten Bewohner aus den Küstengebieten Explosionen. Auf der Insel Gheschm etwa seien Explosionsgeräusche und Lichter über dem Meer beobachtet worden, berichtete der bekannte Netzaktivist Vahid unter Berufung auf lokale Einwohner.

7. Mai, 18.50 Uhr: Nächste Woche neue Gespräche Israels mit Libanon

Ende kommender Woche soll in Washington nach US-Angaben eine weitere Gesprächsrunde zwischen Vertretern der verfeindeten Länder Israel und Libanon stattfinden.

Diese sei für kommenden Donnerstag und Freitag angesetzt, teilte ein Beamter des US-Außenministeriums der Deutschen Presse-Agentur mit. Konkretere Angaben zu den Teilnehmern machte er nicht. Eine Quelle aus der libanesischen Regierung teilte der dpa mit, dass die USA auf eine Deeskalation im Libanon drängen.

Dort gilt seit drei Wochen eine Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel, die jedoch brüchig ist. Immer wieder greifen sich die Hisbollah und Israels Armee weiter gegenseitig an.

7. Mai, 18.48 Uhr: US-Verhandlungsvorschlag wird weiter geprüft

Irans Regierung prüft nach eigenen Angaben weiter einen US-Verhandlungsvorschlag aus den USA.

Teheran habe Washington noch nicht geantwortet, sagte Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai der staatlichen Nachrichtenagentur Irna. Sobald die Beratungen abgeschlossen seien, werde das Ergebnis über Pakistan als Vermittler an die USA kommuniziert.

Derzeit wartet das Weiße Haus auf eine Reaktion Irans auf eine einseitige Absichtserklärung mit 14 Punkten. Ziel ist es dabei unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden demnach auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Straße von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Atomverhandlungen geschaffen werden.

Die Zukunft der Straße von Hormus ist ebenfalls Teil der Verhandlungen.
Die Zukunft der Straße von Hormus ist ebenfalls Teil der Verhandlungen.  © -/kyodo/dpa

7. Mai, 14.46 Uhr: Über 200 Hisbollah-Kämpfer seit Waffenruhe getötet

Seit Beginn der Waffenruhe im Libanon vor drei Wochen sind nach israelischer Darstellung mehr als 200 Kämpfer der proiranischen Hisbollah-Miliz getötet worden.

"In den vergangenen Wochen wurden mehr als 220 Terroristen und Kommandeure der Terrororganisation Hisbollah eliminiert, die eine Bedrohung für israelische Soldaten und israelische Zivilisten darstellten", hieß es in einer Mitteilung der Armee. Auf Anfrage wurde klargestellt, dass es sich auf den Zeitraum seit Verkündung einer Waffenruhe vor drei Wochen bezieht. Allein in der vergangenen Woche seien 85 Hisbollah-Kämpfer getötet worden.

Die schiitische Miliz selbst äußert sich nicht zu eigenen Verlusten.

Die Hisbollah-Miliz hat trotz Waffenruhe offenbar hohe Verluste zu beklagen. (Symbolbild)
Die Hisbollah-Miliz hat trotz Waffenruhe offenbar hohe Verluste zu beklagen. (Symbolbild)  © Hassan Ammar/AP/dpa

7. Mai, 11.46 Uhr: Sohn von Hamas-Anführer bei Angriff im Gazastreifen getötet

Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach Krankenhausangaben der Sohn des Hamas-Anführers Chalil al-Haja getötet worden.

Asam Chalil al-Haja sei in der Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte das Al-Ahli-Krankenhaus mit. Nach Berichten in Gaza war er bei einem israelischen Drohnenangriff am Mittwoch im Flüchtlingsviertel Dschabalija getroffen worden.

Dabei wurde Krankenhausangaben zufolge ein weiteres Hamas-Mitglied getötet. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte.

Chalil al-Haja ist höchstrangiger Hamas-Funktionär im Ausland und Unterhändler bei Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung für den Gazastreifen.

Trotz Waffenruhe im Gazastreifen kommt es immer wieder zu Angriffen. Nun starb nach Krankenhausangaben der Sohn eines Hamas-Unterhändlers nach einem israelischen Drohnenangriff.
Trotz Waffenruhe im Gazastreifen kommt es immer wieder zu Angriffen. Nun starb nach Krankenhausangaben der Sohn eines Hamas-Unterhändlers nach einem israelischen Drohnenangriff.  © Abdel Kareem Hana/AP/dpa

7. Mai, 6.54 Uhr: Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian aufgefordert, den Weg für eine neutrale Marine-Mission in der Straße von Hormus freizumachen.

In einem Telefonat mit Peseschkian habe er für die von Frankreich und Großbritannien geplante multinationale Mission geworben, die dazu beitragen könne, das Vertrauen der Reeder und Versicherer der Schiffe wiederherzustellen, schrieb Macron auf der Plattform X.

Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gezeigt, wie nützlich eine solche Mission sein könnte, sagte Macron. Er habe Peseschkian aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen und wolle das Thema auch mit US-Präsident Donald Trump erörtern.

"Die Rückkehr zur Ruhe in der Meerenge wird dazu beitragen, die Verhandlungen über das Atomprogramm, die Raketenfrage und die regionale Lage voranzubringen", schrieb Macron. "Die Europäer, von denen die Aufhebung der Sanktionen abhängt, werden dabei ihren Platz einnehmen."

Die Mission werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen. Die Verlegung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in die Nähe der Meerenge sei im Zusammenhang mit der Mission zu sehen, sagte Macron.

"Alle Parteien müssen die Blockade der Meerenge unverzüglich und bedingungslos aufheben. Es muss eine dauerhafte Rückkehr zu der vor dem Konflikt herrschenden vollständigen Freiheit der Schifffahrt erfolgen."

Frankreich verlegt in Vorbereitung einer neutralen Marine-Mission in der Straße von Hormus seinen Flugzeugträger näher an die Meerenge heran.
Frankreich verlegt in Vorbereitung einer neutralen Marine-Mission in der Straße von Hormus seinen Flugzeugträger näher an die Meerenge heran.  © Joeal Calupitan/AP/dpa

7. Mai, 6.52 Uhr: Iran hat Verzicht auf Atomwaffen laut Trump zugesagt

Bei der US-Forderung einer Einschränkung des iranischen Atomprogramms gibt es nach Trumps Angaben Bewegung.

Er sagte im Weißen Haus, der Iran habe zugesichert, keine Atomwaffen anzustreben. "Iran darf keine Atomwaffe haben (…) und sie haben dem zugestimmt", sagte er. Das wurde allerdings von iranischer Seite nicht aktuell bestätigt. Die Führung in Teheran beteuert allerdings seit vielen Jahren, dass Irans Atomprogramm rein ziviler Natur sei.

Trump sagte weiter, Teheran habe zudem auch bei anderen Punkten zugestimmt – welche das sein sollen, ließ der Republikaner offen. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, oberstes Ziel bleibe die vollständige Entfernung des hoch angereicherten Urans aus dem Iran sowie der Abbau seiner Anreicherungskapazitäten.

Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, schien sich über Trumps optimistische Prognosen zu einer Einigung lustig zu machen. Auf der Plattform X schrieb er mit Blick auf Trumps jüngste Äußerungen, die Operation Vertrauen sei gescheitert, nun gehe es wieder um den Modus der Täuschung.

Titelfoto: Joan Mateu Parra/AP/dpa

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