Nahost-Konflikt: US-Kampfjets wegen "Friendly Fire" abgestürzt

Nahost - Der Konflikt im Nahen Osten weitet sich nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei weiter aus!

Ein Mann begutachtet die Schäden in einem Wohnhaus nach einem israelischen Luftangriff in Dahieh.
Ein Mann begutachtet die Schäden in einem Wohnhaus nach einem israelischen Luftangriff in Dahieh.  © Hussein Malla/AP/dpa

Die libanesische Hisbollah-Miliz feuerte in der Nacht auf Montag mehrere Raketen auf Israel ab und greift damit an der Seite Teherans in den Kampf gegen den Erzfeind ein. Israel reagierte mit Bombardements in südlichen Vororten der Hauptstadt Beirut und anderen Teilen des nördlichen Nachbarlandes.

Zugleich startete Israels Luftwaffe nach Armeeangaben eine neue Angriffswelle im Herzen Teherans. Auch das US-Militär greift laut Präsident Donald Trump (79) weiter im Iran an.

Es ist das erste Mal seit Beginn einer Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel im November 2024, dass die vom Iran unterstützte Schiiten-Miliz Israel mit Raketen angreift. Sie begründete dies mit der Tötung Chameneis bei einem israelischen Luftangriff am Samstag in Teheran. Israels Armee fing nach eigenen Angaben ein Geschoss ab, andere seien in offenem Gelände niedergegangen.

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Die Hisbollah trage "die volle Verantwortung für jede Eskalation", erklärte der israelische Generalstabschef Ejal Zamir in der Nacht.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

2. März, 12.13 Uhr: US-Kampfjets wegen "Friendly Fire" abgestürzt

Wie das US-Zentralkommando (CENTCOM) mitteilte, sind die drei über Kuwait abgestürzten US-Kampfjets von der Luftverteidigung Kuwaits versehentlich abgeschossen worden.

"Während aktiver Kämpfe - zu denen Angriffe von iranischen Flugzeugen, ballistischen Raketen und Drohnen gehörten - haben die USA Kampfjets der Luftwaffe wurden fälschlicherweise von der kuwaitischen Luftverteidigung abgeschossen", heiß es dazu in einer Mitteilung. Alle sechs Insassen der Kampfjets seien in stabilem Zustand.

Drei US-Kampfjets sind über Kuwait abgestürzt. (Symbolbild)
Drei US-Kampfjets sind über Kuwait abgestürzt. (Symbolbild)  © Georg Wendt/dpa

2. März, 12.05 Uhr: Israel startet sechste Angriffswelle

Die israelischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit ihrer sechsten Angriffswelle auf den Iran begonnen.

"Die Luftwaffe hat unter Leitung des Geheimdienstdirektorats eine groß angelegte Angriffswelle gegen Ziele des iranischen Terrorrregimes im Herzen Teherans gestartet", teilten die israelischen Streitkräfte (IDF) mi.

Die israelische Luftwaffe fliegt weitere Angriffe auf die Hauptstadt Irans.
Die israelische Luftwaffe fliegt weitere Angriffe auf die Hauptstadt Irans.  © Vahid Salemi/AP/dpa

2. März, 11.52 Uhr: Iranische Geheimdienst-Beamte ausgeschaltet

Nach Angaben der israelischen Streitkräfte (IDF) wurden mehrere "hochrangige Beamte des iranischen Geheimdienstministerium" eliminiert.

Der Militärschlag sei dabei mit "präziser intelligenter Steuerung" durchgeführt worden.

Das iranische Geheimdienstministerium wurde offenbar schwer getroffen.
Das iranische Geheimdienstministerium wurde offenbar schwer getroffen.  © X/@idfonline

2. März, 11.47 Uhr: Iran feuert weitere Raketen auf Israel

Der Iran hat offenbar weitere Raketen auf Israel abgefeuert.

"Die Verteidigungssysteme arbeiten daran, die Bedrohung abzuwehren", teilten die israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) vor wenige Minuten mit. Die Bevölkerung wurde bereits gewarnt.

2. März, 11.45 Uhr: Israel auf "Szenario mit mehreren Kriegsschauplätzen" vorbereitet

Im Libanon hat die israelische Armee nach eigenen Angaben mehrere Stellungen der Hisbollah-Miliz sowie hochrangige Milizführer attackiert.

Während derzeit gleichzeitig Angriffe auf den Iran und den Libanon stattfinden würden, seien bereits in der Nacht auf Montag Hauptquartiere in Beirut sowie ein Waffenlager in der Region Tyros attackiert worden, wie die israelische Luftwaffe mitteilte.

"Die Terrororganisation Hisbollah hat sich entschieden, dem iranischen Terrorregime beizutreten und wird fortan die Folgen des Angriffs auf den Staat Israel tragen", schrieb die israelische Luftwaffe auf X. Gleichermaßen betonte man, dass Israel auf "ein Szenario mit mehreren Kriegsschauplätzen" vorbereitet sei.

Seit der Nacht auf Montag beschießt Israel auch Hisbollah-Stellungen im Libanon.
Seit der Nacht auf Montag beschießt Israel auch Hisbollah-Stellungen im Libanon.  © Hassan Ammar/AP/dpa

2. März, 11.32 Uhr: Frankreich sagt von Iran angegriffenen Golfstaaten Hilfe zu

Frankreich hat den vom Iran angegriffenen Golfstaaten und Jordanien Hilfe bei ihrer Verteidigung zugesichert.

"Den befreundeten Ländern, die gezielt mit Raketen und Drohnen der Revolutionsgarden angegriffen und in einen Krieg verwickelt wurden, den sie nicht gewählt haben – Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate, Katar, Irak, Bahrain, Kuwait, Oman und Jordanien – bekundet Frankreich seine uneingeschränkte Unterstützung und Solidarität", sagte Außenminister Jean-Noël Barrot in Paris. "Es ist bereit (...), sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen."

"Es geht darum, die Sicherheit unserer Einrichtungen, unserer Stützpunkte und unseres Militärpersonals in der Region zu gewährleisten und, wie ich bereits sagte, bereit zu sein, unter den genannten Bedingungen zur Verteidigung unserer Partner beizutragen, wenn diese uns darum in angemessener Weise und im Einklang mit dem Völkerrecht ersuchen", erklärte der Minister. Am Sonntagabend hatte Präsident Emmanuel Macron zu diesem Zweck bereits eine Verstärkung seiner Verteidigungspräsenz im Nahen Osten angekündigt.

Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot (42).
Der französische Außenminister Jean-Noel Barrot (42).  © Julien de Rosa/POOL AFP/dpa

2. März, 11.16 Uhr: Israels Botschafter sagt, Iran will Europa in den Krieg ziehen

Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, wirft dem Iran vor, Europa in den Krieg im Nahen Osten hineinziehen zu wollen.

Der mutmaßliche Drohneneinschlag auf einem britischen Luftwaffenstützpunkt im EU-Staat Zypern sei für ihn ein Anzeichen dafür, dass der Iran versuche, die Europäer in Kampfhandlungen zu verwickeln, sagte Prosor der Deutschen Presse-Agentur. "Hoffentlich wird Europa das mal sehen und darauf auch reagieren - in welcher Art und Weise, das ist eine Entscheidung, die in Europa getroffen wird."

Der Botschafter verwies in diesem Zusammenhang auf die in Artikel 42 des EU-Vertrags festgeschriebene Beistandsklausel, die die Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, angegriffene EU-Partnerstaaten zu unterstützen. "Es gibt eine Beistandsklausel, die eigentlich sagt, weil Zypern Teil von Europa ist, ist es die Verantwortung, Zypern zu verteidigen."

Ron Prosor (67), der Botschafter von Israel.
Ron Prosor (67), der Botschafter von Israel.  © Michael Kappeler/dpa

2. März, 11 Uhr: Irans Schulen bis Ende März geschlossen - Unterricht online

Angesichts des Krieges bleiben die Schulen im Iran bis Ende März geschlossen. Der Unterricht erfolge stattdessen nun online, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. Die Regelung gilt demnach bis zum Ende des persischen Kalenderjahrs, das am 21. März endet.

Infolge der "militärischen Aggression des zionistischen Regimes mit Unterstützung der USA" seien Schulen aller Bildungsstufen bis zum Jahresende geschlossen, und der Unterricht werde virtuell erteilt, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

Angesichts des Krieges bleiben die Schulen im Iran geschlossen. Auf dem Bild ist ein beschädigtes Krankenhaus zu sehen, das durch Angriffe zerstört wurde.
Angesichts des Krieges bleiben die Schulen im Iran geschlossen. Auf dem Bild ist ein beschädigtes Krankenhaus zu sehen, das durch Angriffe zerstört wurde.  © Vahid Salemi/AP/dpa

2. März, 10.56 Uhr: Experte hält noch härtere Gegenschläge Irans für möglich

Der Iran ist nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Nico Lange auch weiterhin zu heftigen Angriffe in der Lage. "Man muss davon ausgehen, dass noch erhebliche Kapazitäten für Raketenabschüsse im Iran vorhanden sind, die zum Beispiel unterirdisch versteckt worden sind", sagte der Militärexperte. Zudem verwies er auf die libanesische Hisbollah-Miliz, die den Iran militärisch unterstützt.

"Iran hat Proxys in der Region, die aus unterschiedlichen Richtungen Israel und die Amerikaner angreifen können, das war so erwartbar und das wird sicherlich jetzt auch kommen", sagte Lange. Mit Proxys sind hier bewaffnete Unterstützergruppen des Irans gemeint. "Möglicherweise stehen die härtesten Gegenschläge noch bevor", so Lange.

Europa hat aus Sicht des Experten keinerlei Einfluss auf den Konflikt. "Die Europäer sind kein Faktor und verlegen sich bisher aufs Warnen und Mahnen, weil sie die Situation überhaupt nicht beeinflussen können", sagte er. "Ich glaube nicht, dass die Europäer militärische Möglichkeiten haben, wirklich gegen den Iran was zu tun."

Der Iran wiederum werde versuchen, "möglichst viele anzugreifen, möglichst viele hineinzuziehen, in der Hoffnung, dass die im Zeitverlauf Druck machen auf die Amerikaner, damit die Amerikaner aus diesem Krieg wieder aussteigen", erklärte Lange. "Die Zeit läuft aus Sicht der Revolutionsgarden eher für sie."

2. März, 10.44 Uhr: EU sagt nach mutmaßlichem Drohnenangriff Ministertreffen ab

Nach einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf einen Militärstützpunkt in Zypern ist ein dort geplantes EU-Ministertreffen kurzfristig abgesagt worden.

Die unvorhergesehene Entwicklung beeinträchtige leider die Flüge nach Zypern, teilte die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft mit. Deswegen sei beschlossen worden, das informelle Europaministertreffen auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Es hätte eigentlich an diesem Montagnachmittag beginnen und bis Dienstagabend dauern sollen.

Zuvor war der britische Luftwaffenstützpunkt Akrotiri im EU-Land Zypern in der Nacht zum Montag mutmaßlich von einer Drohne getroffen worden. Es handelte sich um ein unbemanntes Fluggerät vom Typ "Shahed", teilte der zyprische Präsident Nikos Christodoulidis mit. Das britische Verteidigungsministerium in London bestätigte den Vorfall. Verletzt wurde nach Angaben des Präsidenten niemand. Unklar war zunächst, wer die Drohne abgefeuert hat.

Titelfoto: Georg Wendt/dpa

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