Nahost-Konflikt: Iran bestätigt Tod von Sicherheitschef Ali Laridschani

Iran - Die israelische Luftwaffe fliegt nach eigenen Angaben große Angriffswellen auf Ziele im Iran und im Libanon. In der Hauptstadt Teheran werde Infrastruktur des iranischen "Terrorregimes" attackiert.

Trümmer von Gebäuden, die bei einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, beschädigt wurden, liegen auf einer Straße.
Trümmer von Gebäuden, die bei einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, beschädigt wurden, liegen auf einer Straße.  © Bilal Hussein/AP/dpa

Gleichzeitig gebe es Angriffe auf Einrichtungen der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah in der libanesischen Hauptstadt Beirut, erklärte das Militär auf X. Weitere Einzelheiten nannte die israelische Armee zunächst noch nicht.

In Israel wiederum ertönten wegen iranischer Angriffe am frühen Dienstag mindestens zweimal Sirenen. Nach kurzer Zeit wurde der Raketenalarm wieder aufgehoben und Entwarnung gegeben.

Die USA und Israel führen seit mehr als zwei Wochen Krieg gegen den Iran und haben in dem Land Tausende Ziele aus der Luft angegriffen.

Nahost-Konflikt: Minen in der Straße von Hormus? Trump droht dem Iran
Israel Krieg Nahost-Konflikt: Minen in der Straße von Hormus? Trump droht dem Iran

Der Iran greift im Gegenzug sowohl Israel als auch mit den USA verbündete Golfstaaten mit Raketen und Drohnen an.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

17. März, 22.29 Uhr: Iran bestätigt Tod von Sicherheitschef Ali Laridschani

Der Iran hat den Tod des Spitzenfunktionärs, Ali Laridschani, bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherhetsrates zum "Märyrer" geworden sei.

Auf dem ehemaligen Twitteraccount des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, "ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt."

Erst der Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz und dann der ranghöchste Sicherheitsbeamte des Landes - der Iran bestätigt den Tod von zwei Spitzenfunktionären.
Erst der Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz und dann der ranghöchste Sicherheitsbeamte des Landes - der Iran bestätigt den Tod von zwei Spitzenfunktionären.  © Bilal Hussein/AP/dpa

17. März, 21.54 Uhr: Iran bestätigt Tod von Basidsch-Kommandeur Soleimani

Die iranischen Revolutionsgarden haben den Tod des Kommandeurs der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani (†62), bestätigt.

Die den Garden nahestehende Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte einen Nachruf, in dem die Revolutionsgarden Soleimani würdigten und "zum ehrenvollen Märtyrer-Tod" gratulierten. Zugleich erklärten sie, die "Basidsch-Kämpfer" würden niemals die Blutrache für ihren getöteten Führer aufgeben.

Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, Soleimani am Montag getötet zu haben. Unter dessen Führung seien die Basidsch-Milizen für die blutige Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar verantwortlich. Soleimanis Tötung sowie die jüngsten Angriffe fügten den Fähigkeiten der Miliz "erheblichen und anhaltenden Schaden" zu, hieß es weiter.

Gholamresa Soleimani (†62), Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz. (Archivbild)
Gholamresa Soleimani (†62), Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz. (Archivbild)  © Ebrahim Noroozi/AP/dpa

17. März, 21.50 Uhr: Israel meldet neue Angriffe aus dem Libanon

Die proiranische Hisbollah im Libanon hat israelischen Armeeangaben zufolge erneut Israel beschossen.

Israelischen Medien zufolge feuerte die Miliz am Abend Dutzende Raketen und Drohnen aus dem benachbarten Libanon. Demnach gab es Schäden durch Einschläge von Raketenteilen. Unter anderem sei ein Wohnhaus getroffen worden. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. In mehreren Gegenden im Norden Israels sowie in israelischen Siedlungen im Westjordanland heulten Warnsirenen.

17. März, 21.49 Uhr: Flammen an US-Botschaft im Irak nach Angriff

In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist die US-Botschaft erneut unter Beschuss geraten.

Von dem Gebäude im hoch gesicherten Regierungsviertel stieg Rauch auf, wie irakische Medien berichteten. Zunächst bekannte sich niemand zu der Attacke. Erst vor zwei Tagen war bei einem Angriff offenbar ein Abwehrsystem an der Botschaft getroffen worden.

Flammen schlagen aus einem Gebäude auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad.
Flammen schlagen aus einem Gebäude auf dem Gelände der US-Botschaft in Bagdad.  © Ali Jabar/AP/dpa

17. März, 21.48 Uhr: Berlin und Paris - Plan für Golf-Region nach Iran-Krieg

Deutschland und Frankreich bieten den USA und Israel Unterstützung für eine politische Lösung in der Region nach Ende der Kämpfe im Iran-Krieg an.

Es müssten Gespräche vorbereitet werden, in denen zusammen mit den Golf-Staaten Wege für eine neue Sicherheitsarchitektur gefunden werden könnten, forderte Außenminister Johann Wadephul (CDU) bei einer Podiumsdiskussion mit seinem französischen Kollegen Jean-Noël Barrot in Berlin. Die Konferenz "Europe 2026" wurde von "Zeit", "Handelsblatt", "Tagesspiegel" und "Wirtschaftswoche" organisiert.

17. März, 21.47 Uhr: Netanjahu spottet über Spekulationen über sein Ableben

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) spottet über Spekulationen über seinen Tod, die in sozialen Netzwerken kursieren.

In einem Video ist er zusammen mit dem US-Botschafter in Israel, Mike Huckabee, zu sehen. Dieser sagt herzhaft lachend, US-Präsident Donald Trump habe ihn gebeten, sich zu versichern, dass es Netanjahu gut gehe. "Ja, Mike, ja, ich lebe", antwortet der israelische Regierungschef lächelnd.

17. März, 21.46 Uhr: Israels Präsident sieht Tötung Laridschanis als Chance für Proteste

Israels Staatspräsident Izchak Herzog hat die von Israel verkündete Tötung des einflussreichen iranischen Generalsekretärs des Sicherheitsrats, Ali Laridschani, als "sehr wichtigen Schritt" gelobt.

Dies eröffne den Menschen im Iran den Freiraum für Proteste, sagte Herzog laut Angaben seines Büros.

Israel hat bereits mehrfach das Ziel eines Machtwechsels in Teheran genannt und die Bevölkerung zum Sturz der politischen Führung aufgerufen. Experten sehen diese Aufforderung unter den derzeitigen Bedingungen kritisch.

17. März, 18.01 Uhr: Israels Luftwaffe greift iranische Elite-Milizen in Teheran an

Israels Armee bombardiert nach der von ihr verkündeten Tötung des Kommandeurs der iranischen Basidsch-Einheiten weiter Ziele dieser Miliz in Teheran.

"In den vergangenen Stunden hat die israelische Luftwaffe Angriffe auf Mitglieder und Stellungen der Basisch-Einheit ausgeführt", teilte das israelische Militär mit. Weitere Einzelheiten nannte die Armee zunächst nicht.

Die israelischen Streitkräfte setzen ihre Angriffe auf Ziele der iranischen Basidsch-Miliz in Teheran fort. (Archivbild)
Die israelischen Streitkräfte setzen ihre Angriffe auf Ziele der iranischen Basidsch-Miliz in Teheran fort. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

17. März, 18 Uhr: Israels Armeesprecher - Greifen Hisbollah mit Entschlossenheit an

Der israelische Militärsprecher Effie Defrin hat angesichts erwarteter Raketenangriffe durch die proiranische Hisbollah-Miliz die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen.

"Der Feind versucht, Angst und Panik zu verbreiten. Es ist wichtig, dass Sie Ruhe bewahren", sagte er in einer Videobotschaft. Das israelische Militär beobachte die Hisbollah und alle ihre Kommandeure "von Beirut bis zum Südlibanon", betonte Defrin. "Wir greifen die Hisbollah in diesem Moment mit voller Entschlossenheit an."

17. März, 16.19 Uhr: Hisbollah und Israel greifen weiter gegenseitig an

Im Libanon und in Israel sind erneut Angriffe gemeldet worden.

Bei einem israelischen Angriff auf die Flughafenstraße in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums ein Mensch getötet und neun weitere verletzt worden. Auch im Süden des Landes wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA erneut mehrere Angriffe gemeldet.

Aus dem Libanon wurden ebenfalls erneut Raketen auf den Norden Israels abgefeuert. In mehreren Orten, darunter Kiriat Schmona und Naharija, heulten erneut die Warnsirenen. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom gab es zunächst keine Berichte über Verletzte.

In Israel heulen die Warnsirenen. Es gibt neue Angriffe aus dem Libanon. Auch im Libanon werden erneut Angriffe gemeldet. (Archivbild)
In Israel heulen die Warnsirenen. Es gibt neue Angriffe aus dem Libanon. Auch im Libanon werden erneut Angriffe gemeldet. (Archivbild)  © Ariel Schalit/AP/dpa

17. März, 15 Uhr: Anzeichen für ethnische Säuberung im Westjordanland

Die israelischen Siedleraktivitäten im besetzten Westjordanland sind nach einem Bericht des UN-Menschenrechtsbüros deutlich ausgeweitet worden.

Die Aktivitäten deuteten auf koordinierte Aktionen und eine israelische Politik mit Massenvertreibungen hin, "was Befürchtungen einer ethnischen Säuberung aufkommen lässt", heißt es in dem Bericht. Die unrechtmäßige Umsiedlung geschützter Personen stelle ein Kriegsverbrechen dar.

Im Westjordanland häufen sich Übergriffe: Siedler zerstören Felder, Palästinenser werden vertrieben. Ein UN-Bericht warnt vor Kriegsverbrechen – und gibt drastische Zahlen preis. (Archivbild)
Im Westjordanland häufen sich Übergriffe: Siedler zerstören Felder, Palästinenser werden vertrieben. Ein UN-Bericht warnt vor Kriegsverbrechen – und gibt drastische Zahlen preis. (Archivbild)  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

17. März, 13.38 Uhr: Polen will keine Soldaten in den Iran schicken

Polens Regierung will keine Truppen in den Iran entsenden. "Das gilt sowohl für unsere Land-, Luft- als auch für unsere Seestreitkräfte, die sich noch im Aufbau befinden", sagte Ministerpräsident Donald Tusk.

Sein Land habe im Rahmen der Nato andere Aufgaben, und der Konflikt im Nahen Osten betreffe nicht unmittelbar Polens Sicherheit. "Und unsere Verbündeten, auch die Amerikaner, verstehen das."

Das EU- und Nato-Mitglied Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Verbündeten der von Russland angegriffenen Ukraine. Es fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf.

Titelfoto: Bilal Hussein/AP/dpa

Mehr zum Thema Israel Krieg: