Nahost-Konflikt: Offenbar Angehörige von Ober-Mullah Ali Chamenei getötet

Nahost - Gemeinsam mit den USA hat Israel einen "Präventivschlag" gegen den Iran durchgeführt. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und umliegende Staaten.

Nach einem Angriff steigt Rauch über der iranischen Hauptstadt Teheran auf.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Bereits über den ganzen Samstag hinweg fliegen über dem Nahen Osten die Raketen. Die israelische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben mit 200 Kampfjets bereits über 500 Ziele im Iran angegriffen - es ist der größte Einsatz der israelischen Luftwaffe aller Zeiten.

Aus dem Iran werden unterdessen Raketensalven abgefeuert, die teilweise auf israelischem Boden einschlagen. Außerdem wurden Ziele in umliegenden Staaten, etwa in Saudi-Arabien oder Bahrain, angegriffen.

Dabei wurden nicht nur Militärstützpunkte der USA ins Visier genommen, sondern auch zivile Ziele. Infolge der iranischen Attacken wurden bereits Tote und Verletzte gemeldet.

Israel Krieg Ex-Tagesschau-Sprecher erlebt Nahost-Eskalation aus nächster Nähe

Unklar ist derweil der Verbleib des Oberstes Anführer des Iran, Ali Chamenei (86). Seit Beginn der Angriffe gab es bisher kein Lebenszeichen des Ober-Mullahs.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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28. Februar, 19.30 Uhr: Offenbar Angehörige von Ober-Mullah Ali Chamenei getötet

Wie die israelische Nachrichtenagentur "Walla" berichtete, wurden im Zuge des US-israelischen Angriffs auf den Iran zwei Familienangehörige des Ober-Mullahs Ali Chamenei (86) getötet.

Laut einem Mitglied des Stadtrats von Teheran handle es sich bei den Opfern um einen Schwiegersohn und eine Schwiegertochter des Regime-Anführers.

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28. Februar, 19.27 Uhr: US-Streitkräfte setzten erstmals "Einweg-Drohnen" im Kampf ein

Auf Seiten der USA gebe es nach Angaben der Zentralkommandos (CENTCOM) im Zuge der Angriffe nur minimalen Sachschaden zu bedauern: "Es gab keine Berichte über US-amerikanische Verluste oder kampfbedingte Verletzungen. Die Schäden an US-Einrichtungen waren minimal und hatten keine Auswirkungen auf den Operationsbetrieb."

In einer Erklärung teilte CENTCOM mit, dass die Angriffe das Ziel gehabt hätten, den iranischen Sicherheitsapparat zu "zerschlagen." Zuerst seien iranische Ziele attackiert worden, von denen eine "unmittelbare Bedrohung" ausgegangen sei, darunter Kommando- und Kontrollzentren der Islamischen Revolutionsgarde, iranische Luftverteidigungsanlagen, Raketen- und Drohnenstartplätze sowie Militärflugplätze. Neben Kampfjets und Präzisionsgeschossen seien dabei erstmals auch "kostengünstige Einweg-Kampfdrohnen" eingesetzt worden.

Nach dem durchgeführten "Präventivschlag" seien die US-Streitkräfte damit beschäftigt, iranische Raketen- und Drohnenangriffe abzuwehren. Der laufende Einsatz sei die "größte regionale Konzentration amerikanischer Militärstreitkräfte seit einer Generation."

Die US-Streitkräfte waren am Präventivschlag beteiligt und helfen seither bei der Verteidigung gegen iranische Raketen.  © Bildmontage: X/@CENTCOM

28. Februar, 19.08 Uhr: IDF ruft Bevölkerung zum Verlassen von Industriegebiet in Isfahan auf

Die israelischen Streitkräfte (IDF) haben die Bevölkerung eines Industriegebiets in der Region Isfahan dazu aufgerufen, das Gebiet umgehend zu verlassen.

"In wenigen Minuten wird die israelische Armee die militärische Infrastruktur in diesem Gebiet angreifen", teilten die IDF mit.

28. Februar, 19.05 Uhr: Iran spricht von "grundloser Aggression"

Ein Sprecher des iranischen Außenministeriums erklärte gegenüber dem US-Sender "CNN", dass man den gemeinsamen Angriff von Israel und den USA als "ungeheuerlichen Akt der Aggression ohne Grund" ansehe.

Laut dem iranischen Sprecher sei die US-Regierung in einen Konflikt gezerrt worden, von dem nur Israel profitiere. Gleichermaßen verteidigte er die iranischen Raketenangriffe auf die umliegenden Regionen: "Dies steht im Einklang mit unserem inhärenten, legitimen Recht auf Selbstverteidigung. Dies ist unsere Verantwortung, unsere Pflicht als Staat, unser Territorium und unsere Souveränität gegen diese rechtswidrige Handlung zu verteidigen."

28. Februar, 18.48 Uhr: Schon über 200 Tote im Iran

Wie die Nachrichtenagentur "Reuters" unter Berufung auf iranische Medien berichtete, starben infolge der Angriffe bereits 201 Menschen im Iran.

Zudem seien 747 Menschen verletzt worden. Der gemeinsame Angriff von Israel und den USA habe dabei insgesamt 24 iranische Provinzen getroffen.

Trümmer in Teheran.  © Amir Kholousi/Iranian Students' News Agency, ISNA/AP/dpa

28. Februar, 18.33 Uhr: Inzwischen 85 Tote nach Angriff auf Mädchenschule gemeldet

Bei einem Raketenangriff im Süden Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 85 Schülerinnen ums Leben gekommen.

Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Mehr als weitere 90 Schülerinnen seien verletzt worden.

28. Februar, 18.30 Uhr: Merz verurteilt Verhalten der iranischen Führung

Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat nach der Eskalation im Nahen Osten das Verhalten der iranischen Führung in der Region und im eigenen Land verurteilt.

"Die Bundesregierung ruft Iran nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen", erklärte Merz. "Iran muss auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen." Die Führung in Teheran müsse außerdem die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU). (Archivbild)  © Michael Kappeler/dpa

28. Februar, 18.10 Uhr: Bisher größter Einsatz der israelischen Luftwaffe

Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und dem Iran sind nach israelischen Angaben auch am Abend fortgesetzt worden.

"In diesem Moment greifen israelische Luftwaffenpiloten unter erheblichem persönlichen Risiko und in Abstimmung mit US-amerikanischen Angriffen Hunderte Ziele im Iran an", sagte Israels Generalstabschef Ejal Zamir einer Mitteilung zufolge. In einer weiteren Mitteilung des Militärs hieß es, rund 200 Kampfjets seien eingesetzt worden. Es handele sich um den größten Einsatz dieser Art in der Geschichte der israelischen Luftwaffe, hieß es weiter.

Luftverteidigungssysteme und die Marine seien im Einsatz, um Israels Luftraum und Küsten vor Raketenangriffen und Bedrohungen aus der Luft und vom Meer zu schützen, hieß es von Zamir weiter. "Unsere Bodentruppen sind entlang der Grenzen positioniert, um jeden Versuch, in israelisches Gebiet einzudringen, zu vereiteln und abzuwehren."

Gleichzeitig warnte er die Bürger vor Leichtsinn und einem vorzeitigen Verlassen der Schutzräume bei Raketenalarm. "Wir dürfen die Fähigkeit des Feindes, uns Schaden zuzufügen, nicht unterschätzen", betonte er. Das Verteidigungssystem sei nicht undurchlässig.

Die gegenseitigen Attacken gehen auch am Abend weiter.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

28. Februar, 18.08 Uhr: Muslimische Gemeinde verurteilt Irans Attacken

Die iranischen Raketenangriffe auf eine Reihe von arabischen Staaten im Nahen Osten sorgt für Unmut.

Die "Muslim World League", eine unabhängige Organisation mit Vertretern mehrerer islamischer Länder, verurteilte die Handlungen des Irans als "Aggressionen gegen eine Reihe von arabischen Staaten". Der Iran würde damit sowohl gegen religiöse Werte als auch gegen Menschenrechte verstoßen, hieß es in einer Stellungnahme.

28. Februar, 18 Uhr: Mehrere Wohngebäude in Bahrain beschossen

Im Golf-Staat Bahrain sind mehrere iranische Raketen eingeschlagen.

In der Hauptstadt Manamah seien "mehrere Wohngebäude" beschossen worden, wie das Innenministerium mitteilte. Derzeit würden die Lösch- und Rettungsarbeiten andauern. Informationen zu möglichen Verletzten und Toten liegen derweil nicht vor.

28. Februar, 17.52 Uhr: Iran erklärt alle "feindlichen Einrichtungen" zu Zielen

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) betont in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat das nach Artikel 51 der UN‑Charta verankerte Recht seines Landes auf Selbstverteidigung.

Die Streitkräfte der Islamischen Republik würden alle notwendigen Verteidigungsfähigkeiten und Mittel einsetzen, um dieser "kriminellen Aggression" zu begegnen und feindliche Handlungen abzuschrecken. Der Iran betrachte alle Stützpunkte, Einrichtungen und Vermögenswerte der feindlichen Kräfte als legitime militärische Ziele.

Die UN-Mitgliedsstaaten forderte er dazu auf, die Angriffe auf den Iran zu verurteilen. Der UN-Sicherheitsrat will angesichts der Angriffe Israels und der USA auf den Iran noch an diesem Samstag zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen. Das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen soll sich um 16 Uhr Ortszeit (22 Uhr MEZ) treffen.

Iranische Raketen werden über Tel Aviv abgefangen.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

28. Februar, 17.42 Uhr: Donald Trump verfolgt Angriffe auf Iran von Mar-a-Lago aus

US-Präsident Donald Trump (79) hat die Militäroperation über Nacht von seinem Anwesen in Florida aus verfolgt, wie seine Pressesprecherin Karoline Leavitt (28) mitteilte.

Im Zuge dessen habe Trump mit Israels Premierminister Benjamin Netanjahu (76) telefoniert. Zuvor sei zudem der Kongress - beziehungsweise ausgewählte Mitglieder (die sogenannte "Gang of Eight") - in Kenntnis über die Angriffe in der Nacht gesetzt worden.

"Der Präsident und sein nationales Sicherheitsteam werden die Lage den ganzen Tag über weiterhin genau beobachten", schrieb Leavitt abschließend.

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