Nahost-Konflikt: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

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Israel/Iran - Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter große Differenzen.

Iran kontrolliert den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. (Archivbild)
Iran kontrolliert den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus. (Archivbild)  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim.

Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch "weit von einer endgültigen Einigung entfernt."

Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview.

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Kurz zuvor hatte sein Land die angekündigte Öffnung der für den globalen Ölmarkt wichtigen Meerenge wieder rückgängig gemacht. Seither geht der Iran in der Meerenge militärisch gegen Schiffe vor.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

19. April, 19.49 Uhr: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

Die iranische Führung lehnt laut einem Bericht der Staatsagentur Irna ein zweites Treffen mit US-Vertretern ab.

Zur Begründung hieß es am Abend, übertriebene Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten "keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen".

Außerdem seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor angekündigt, dass eine Delegation für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad reist.

Auch die US-Blockade iranischer Häfen wären für den Iran Grund genug, eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA abzulehnen.
Auch die US-Blockade iranischer Häfen wären für den Iran Grund genug, eine zweite Verhandlungsrunde mit den USA abzulehnen.  © Altaf Qadri/AP/dpa

19. April, 19.17 Uhr: Deutsche Marine bereitet Einsatz in Straße von Hormus vor

Die Deutsche Marine bereitet sich bereits konkret auf einen möglichen Einsatz in der Straße von Hormus vor.

"Wir planen das. Wir spielen das durch - auch mit Blick auf mögliche Partner und wie kann sich eine solche Operation zusammensetzen", sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Er würde seinen Job als Verteidigungsminister nicht richtig machen, wenn man nicht längst konkret in diese Planungen eingestiegen wäre.

Man befinde sich aber noch im Planungsstadium, betonte der SPD-Politiker. Voraussetzung für einen solchen Einsatz wäre auch zunächst ein anhaltender Waffenstillstand in der Region, ein völkerrechtliches Dach und ein Mandat des Deutschen Bundestags. "Da sind wir ja noch lange nicht."

Pistorius wies auf die Kompetenzen der Deutschen Marine beim Minenräumen hin. "Wir sind innerhalb der Nato mit unseren Minenräumfähigkeiten traditionell Führungs- und Anlehnungsnation für Andere und müssen und werden deshalb natürlich eine Rolle spielen, wenn die übrigen Bedingungen erfüllt sind."

Dabei gehe es nicht um Symbolik und ein Signal an US-Präsident Donald Trump. "Wir haben immer gesagt, das ist zwar nicht unser Krieg, aber die Folgen davon, die kriegen wir ja zu spüren. Und deswegen haben wir, wenn es um die Freiheit der Meere geht, eben auch einen Anteil an dieser Aufgabe zu erfüllen."

Die Deutsche Marine bereitet sich auf einen Einsatz in der Straße von Hormus vor.
Die Deutsche Marine bereitet sich auf einen Einsatz in der Straße von Hormus vor.  © Axel Heimken/dpa

19. April, 14.22 Uhr: US-Delegation Montag für Verhandlungen in Islamabad

Im Konflikt mit dem Iran reist nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad.

Seine Vertreter würden dort am Montagabend sein, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social ohne Angaben zur Zeitzone zu machen.

Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) reist wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. (Archivbild)
Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) reist wieder eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad. (Archivbild)  © Mehmet Eser/ZUMA Press Wire/dpa

19. April, 13.37 Uhr: Meldung Protest gegen Waffenruhe - Streik in nordisraelischer Stadt

Aus Protest gegen die Waffenruhe im Konflikt mit der libanesischen Hisbollah-Miliz sind Einwohner der größten israelischen Stadt an der Nordgrenze in den Streik getreten.

In Kiriat Schmona blieben die Stadtverwaltung und das Bildungssystem heute geschlossen, wie der israelische Kan-Sender berichtete. Auch in Jerusalem waren Proteste von Repräsentanten der Stadt geplant, die auch während des jüngsten Kriegs immer wieder von der Hisbollah beschossen worden war. Die israelische Arbeitswoche beginnt am Sonntag.

19. April, 13.33 Uhr: Huthi-Miliz im Jemen droht mit neuen Angriffen

Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat mit neuen Angriffen auf Handelsschiffe gedroht.

Der ranghohe Huthi-Vertreter Hussein al-Essi sprach dabei heute auch von einer möglichen Schließung der Meerenge Bab al-Mandab, die den Suezkanal und Europa vom Indischen Ozean und Asien trennt. US-Präsident Donald Trump rief er auf, den "Frieden" in der Region nicht weiter zu behindern.

Der Iran und die USA sind von einer Beilegung ihres Konflikts weit entfernt. Teheran kontrolliert nach eigenen Angaben den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, zudem gilt weiterhin eine Blockade iranischer Häfen durch die USA. Die Huthi-Miliz zählt wie die Hisbollah im Libanon zur sogenannten iranischen "Achse des Widerstands" gegen die USA und Israel.

Seit der Schließung der Straße von Hormus ist die Bedeutung des Roten Meeres als Handelsroute noch gestiegen. Die Huthi-Miliz im Jemen weiß das - und schickt neue Warnungen in Richtung USA. (Archivbild)
Seit der Schließung der Straße von Hormus ist die Bedeutung des Roten Meeres als Handelsroute noch gestiegen. Die Huthi-Miliz im Jemen weiß das - und schickt neue Warnungen in Richtung USA. (Archivbild)  © ---/AP/dpa

19. April, 13.32 Uhr: Israel teilt Südlibanon in drei Zonen auf

Die israelische Armee hat den weiter von ihr kontrollierten Südlibanon laut einem Medienbericht nach der Waffenruhe in drei Abschnitte unterteilt, in denen sie aktiv ist.

Die sogenannte rote Linie bezeichne die erste Reihe von Dörfern direkt an der israelisch-libanesischen Grenze, berichtete die israelische Zeitung "Jediot Achronot". Dort seien die meisten Gebäude bereits zerstört, in dem Gebiet hielten sich keine Kämpfer der libanesischen Hisbollah-Miliz mehr auf, in einigen Orten hätten israelische Bodentruppen fest Stellungen bezogen. Die Armee äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Bericht.

19. April, 7.08 Uhr: Hisbollah-Chef - bleiben trotz Waffenruhe einsatzbereit

Der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz sieht die zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe als Erfolg seiner Schiiten-Organisation.

Die Feuerpause wäre nicht ohne den Kampf seiner Miliz im Südlibanon erreicht worden, sagte Naim Kassim laut einer am Abend veröffentlichten Mitteilung. Kurz nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatten sich auch die vom Iran unterstützte Hisbollah und Israels Militär erneut Kämpfe geliefert. In der Nacht zum Freitag trat die Waffenruhe in Kraft. Die libanesische Regierung und ihre Armee sind dabei selbst nicht Konfliktpartei.

19. April, 7.06 Uhr: Iran fordert Aufhebung der US-Seeblockade

Das US-Militär hatte mitgeteilt, weiter gegen Schiffe vorzugehen, die Irans Häfen anlaufen oder von dort ablegen wollen. Ghalibaf nannte die US-Blockade töricht und ignorant.

"Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird, wird der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus zweifellos eingeschränkt sein", sagte der Parlamentspräsident in dem Interview. Daran bestehe kein Zweifel.

US-Präsident Donald Trump (79) hatte sich öffentlich von Irans Kehrtwende unbeeindruckt gezeigt. Teheran gehe seit Jahren so vor – "damit können sie uns nicht erpressen", hatte er am Samstag Journalisten im Weißen Haus gesagt. Beide Seiten würden weiter verhandeln. "Wir führen derzeit sehr gute Gespräche. Es läuft wirklich sehr gut", sagte der Republikaner. Anfang April hatten sich die USA und der Iran auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt.

19. April, 7.05 Uhr: Iran - Weit von endgültiger Einigung mit USA entfernt

Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter große Differenzen.

Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim. Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch "weit von einer endgültigen Einigung entfernt."

Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview.

Irans Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf (64). (Archivbild)
Irans Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf (64). (Archivbild)  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

18. April, 20.14 Uhr: Schüsse auf Schiffe - Indien bestellt iranischen Botschafter ein

Nach dem mutmaßlichen Beschuss zweier indisch beflaggter Handelsschiffe in der Straße von Hormus hat das Außenministerium in Neu-Delhi den iranischen Botschafter einbestellt.

Bei dem Treffen am Abend (Ortszeit) sei dem Diplomaten die "tiefe Besorgnis Indiens über den Schießvorfall" übermittelt worden, hieß es in einer Mitteilung des Ministeriums. Die Behörde sprach konkret von Schüssen auf die Handelsschiffe. Weitere Details wurden nicht genannt.

Indien habe betont, wie wichtig ihm die Sicherheit der Handelsschifffahrt und der Seefahrer sei, hieß es. Iran habe früher die sichere Durchfahrt mehrerer Schiffe mit Ziel Indien gewährt. Neu-Delhi rufe den iranischen Botschafter auf, Teheran die Position Indiens zu übermitteln und Schiffen die Fahrt nach Indien durch die Straße von Hormus wieder zu erleichtern.

Zuvor hatte der Verfolgungsdienst TankerTrackers.com unter Berufung auf den maritimen Notrufkanal berichtet, iranische Revolutionsgarden hätten in der Meerenge zwei Schiffe gewaltsam zurückgedrängt. Betroffen sei unter anderem ein VLCC-Supertanker gewesen, der zwei Millionen Barrel (rund 272.000 Tonnen) irakisches Rohöl transportiere.

Wie der indische Sender NDTV unter Berufung auf Informationsquellen berichtete, wurden die Schiffe "Jag Arnav" und "Sanmar Herald" von Kanonenbooten attackiert. Niemand sei verletzt worden, auch sei kein Sachschaden entstanden. Die Schiffe hätten jedoch umkehren müssen.

Indien fordert vom Iran sichere Durchfahrt für Handelsschiffe, nachdem laut Berichten zwei Frachter von Kanonenbooten attackiert wurden.
Indien fordert vom Iran sichere Durchfahrt für Handelsschiffe, nachdem laut Berichten zwei Frachter von Kanonenbooten attackiert wurden.  © Asghar Besharati/AP/dpa

18. April, 17.48 Uhr: Kreuzfahrtschiff durchfährt Straße von Hormus

Wie Daten von Tracking-Webseiten zeigen, hat das Kreuzfahrtschiff "Mein Schiff 4" des Anbieters "TUI" die Straße von Hormus durchfahren.

Vier weitere Kreuzfahrtschiffe haben zudem ihre Durchfahrt begonnen. Zudem haben Schifffahrtsdaten zufolge während der vorübergehenden Öffnung der Straße von Hormus mehrere Tanker die Meerenge passiert.

Der Iran hatte die Durchfahrt für eine begrenzte Anzahl von Öltankern und Handelsschiffen auf Basis vorheriger Vereinbarungen erlaubt, teilten die iranischen Revolutionsgarden mit.

Ein Kreuzfahrtschiff des Anbieters "TUI" hat die Straße von Hormus durchquert. (Symbolfoto)
Ein Kreuzfahrtschiff des Anbieters "TUI" hat die Straße von Hormus durchquert. (Symbolfoto)  © Lana Dörrer/privat/dpa

18. April, 17.46 Uhr: Vertriebene im Libanon kehren weiter in Häuser zurück

Im Libanon kehren durch Kämpfe vertriebene Anwohner im Zuge der aktuell geltenden Waffenruhe weiter in ihre Häuser zurück.

Unter anderem im besonders stark zerstörten Süden würden Familien zurückkehren, berichtete der Fernsehsender LBC. Armee und Rettungskräfte versuchten dort, Straßen von Trümmern zu befreien.

Eine schnelle Entspannung deutet sich aber nicht an. Im Süden gibt es weiter Gefahren wegen Landminen und nicht explodierten Sprengsätzen. In einem Ort im Süden wurde nach offiziellen Angaben eine zuvor vertriebene Frau samt ihrem Kind getötet, als sie die Schäden an ihrem Haus prüfen wollte.

Auch in Beirut können viele Menschen trotz der Waffenruhe nicht zurück, weil ihre Häuser stark beschädigt sind oder weil es keinen Strom gibt.

Titelfoto: Altaf Qadri/AP/dpa

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