Nahost-Konflikt: Trump kündigt Seeblockade der Straße von Hormus an

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Israel/Iran - Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans sind am frühen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

Vizepräsident JD Vance (2.v.l) reiste nach den Verhandlungen wieder in die USA.
Vizepräsident JD Vance (2.v.l) reiste nach den Verhandlungen wieder in die USA.  © Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa

Nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance wurde bei den Gesprächen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad keine Einigung erzielt.

Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommen wird, war zunächst nicht bekannt.

Man verlasse nun den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, führte Vance aus.

Nahost-Konflikt: US-Delegation will am Samstag mit Iran Gespräche führen - in Pakistan
Israel Krieg Nahost-Konflikt: US-Delegation will am Samstag mit Iran Gespräche führen - in Pakistan

Teheran plane keine weitere Verhandlungsrunde, berichtete die iranischen Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Nach 21 Stunden Verhandlungen hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen nicht zu akzeptieren, sagte Vance.

Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, dem Iran entgegenzukommen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

12. April, 15.16 Uhr: Trump kündigt Seeblockade der Straße von Hormus an

Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump (79) eine Seeblockade angekündigt.

Die US-Marine werde allen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus oder das Verlassen der Meerenge versperren, teile Trump auf der Plattform Truth Social mit. "Die Blockade wird in Kürze beginnen."

Die Streitkräfte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der Meerenge zerstören zu lassen.

Trump begründete den Schritt mit Drohungen aus Teheran und sprach von "Welterpressung". Iran habe erklärt, es könnten Minen in der Meerenge liegen. Zugleich stellte der Präsident in Aussicht, dass die Blockade wieder gelockert werden könne, sollte die Durchfahrt für alle Schiffe uneingeschränkt möglich sein.

Donald Trump (79) hat seine US-Marine angewiesen, sämtlichen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus zu verweigern.
Donald Trump (79) hat seine US-Marine angewiesen, sämtlichen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus zu verweigern.  © Jose Luis Magana/AP/dpa

12. April, 14.44 Uhr: Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, Generalstabschef Ejal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen. 

Das Militär solle sich "auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten", hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht. 

Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen den Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend gesagt, die Kampagne im Iran sei weiterhin nicht beendet.

Generalstabschef Ejal Zamir. (Archivbild)
Generalstabschef Ejal Zamir. (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa

12. April, 12.20 Uhr: Iran gibt USA Schuld für Ende der Gespräche

Der Verhandlungsleiter der iranischen Delegation hat den USA die Schuld dafür gegeben, dass die Friedensverhandlungen in Islamabad keine Einigung brachten.

"Meine Kollegen in der iranischen Delegation brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztendlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen", schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.

Er habe bereits vor den Gesprächen betont, dass der Iran über den nötigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, aber aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Kriegen kein Vertrauen in die Gegenseite habe. Ghalibaf dankte Pakistan zudem für die Vermittlungsbemühungen. 

12. April, 10.43 Uhr: Iran mit USA uneinig in zwei zentralen Punkten

Bei den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA unter Vermittlung Pakistans waren sich die Kriegsparteien nach iranischen Angaben in zwei zentralen Punkten uneinig.

"Wir haben in einer Reihe von Fragen eine Einigung erzielt. Die Realität sieht jedoch so aus, dass bei zwei zentralen Themen die Positionen zu weit auseinander lagen und letztendlich keine Einigung erzielt werden konnte", sagte der Sprecher von Irans Außenministerium, Ismail Baghai, dem Staatssender Irib. Um welche Themen es sich handelte, sagte er nicht.

Zuvor hatte Baghai auf der Plattform X geschrieben, es sei bei den Gesprächen um die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparationen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges gegangen. Zu verhindern, dass der Iran jemals eine Atombombe entwickeln kann, sowie die Öffnung der für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus sind zentrale Anliegen der USA. 

Ismail Baghai, Sprecher des iranischen Außenministeriums, erklärte, woran die Verhandlungen vorerst scheiterten. (Archivbild)
Ismail Baghai, Sprecher des iranischen Außenministeriums, erklärte, woran die Verhandlungen vorerst scheiterten. (Archivbild)  © Shadati/XinHua/dpa

12. April, 7.08 Uhr: Pakistan ruft USA und Iran zu Festhalten an Waffenruhe auf

Nach den direkten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans hat der pakistanische Außenminister Ishaq Dar die beiden Parteien aufgerufen, an ihrer Verpflichtung zu einer Waffenruhe festzuhalten.

Man hoffe, dass beide Seiten "dauerhaften Frieden und Wohlstand für die gesamte Region und darüber hinaus" erreichen würden, teilte Dar mit.

12. April, 4.10 Uhr: US-Vizepräsident Vance - Keine Einigung mit Iran erzielt

Bei den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans ist nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance keine Einigung erzielt worden.

Man kehre nun in die USA zurück, sagte Vance nach stundenlangen direkten Gesprächen mit dem Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad.

Nach 21 Stunden hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, dem Iran entgegenzukommen.

Vance sagte nicht im Detail, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich der Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln.

US-Vizepräsident JD Vance traf nach einem Treffen mit Vertretern aus Pakistan und Iran zu einer Pressekonferenz ein.
US-Vizepräsident JD Vance traf nach einem Treffen mit Vertretern aus Pakistan und Iran zu einer Pressekonferenz ein.  © Jacquelyn Martin/Pool AP/AP/dpa

12. April, 2 Uhr: Gespräche mit USA gehen am Sonntag weiter

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung von Pakistan sollen am heutigen Sonntag fortgesetzt werden. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim, Fars und Irna übereinstimmend in der Nacht.

Rund 14 Stunden nach Beginn des Treffens in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad war demnach eine direkte Verhandlungsrunde in den frühen Morgenstunden zu Ende gegangen. Expertenteams sollten den Angaben zufolge nun zunächst weitere Verhandlungstexte austauschen. Aus den USA hieß es von einem hochrangigen Beamten im Weißen Haus, auch nach 15 Stunden gingen die Gespräche weiter.

Iranische Medien hatten zuvor über große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von "überzogenen Forderungen" der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden.

11. April, 23.30 Uhr: USA-Iran-Gespräche dauern an - Ringen bis in die Nacht

Die Gespräche zwischen dem Iran und den USA dauern in Pakistan auch nach Mitternacht (Ortszeit) an.

Mehr als acht Stunden nach Auftakt der Gespräche kamen die Verhandlungsführer am Austragungsort in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu einem weiteren direkten Treffen zusammen, wie die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna berichtete. Es sei die "letzte Gelegenheit", einen gemeinsamen Rahmen mit den Amerikanern zu finden, hieß es.

Iran-Experte Ali Vaez von der Denkfabrik Crisis Group mahnte vor dem Hintergrund möglicher Differenzen auf X, Pattsituationen in den Gesprächen seien nicht unauflösbar. "Jede Seite hält ihre Position für vernünftig und die der anderen für unvernünftig. Nichts ist vereinbart, bis alles vereinbart ist – und selbst dann muss das Ganze noch umgesetzt werden", schrieb er.

11. April, 19.04 Uhr: Macron zu Iran - Verhandlungen für Deeskalation nutzen

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron (48) ruft den Iran dazu auf, die laufenden Friedensverhandlungen mit den USA für eine langfristige Beruhigung der Lage zu nutzen.

In einem Telefonat mit dem iranischen Präsidenten Massud Peseschkian nannte er die Gespräche eine Chance, um einen solchen Weg zu ebnen. Auch für eine Einigung, die solide Garantien für die Sicherheit der Region liefere, seien die Verhandlungen eine Gelegenheit.

11. April, 18.55 Uhr: Unruhe im Libanon - Protest gegen Gespräche mit Israel

Hunderte Anhänger der proiranischen Hisbollah haben in Beirut gegen die Entscheidung der Regierung protestiert, Verhandlungen mit Israel aufzunehmen.

Ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete von starken Sicherheitsvorkehrungen. Protestierende riefen "Nieder mit Nawaf" mit Bezug auf den aktuellen Ministerpräsidenten Nawaf Salam. Andere riefen "Gott segne Nasrallah" und meinten damit den von Israel getöteten Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah. Viele schwenkten die iranische Fahne oder Hisbollah-Flaggen. Ein Mann rief: "Sie werden uns nicht dazu bringen, uns zu ergeben."

Demonstranten schwenken libanesische und Hisbollah-Flaggen während einer Protestkundgebung gegen den libanesischen Ministerpräsidenten Nawaf Salam vor dem Regierungsgebäude.
Demonstranten schwenken libanesische und Hisbollah-Flaggen während einer Protestkundgebung gegen den libanesischen Ministerpräsidenten Nawaf Salam vor dem Regierungsgebäude.  © Hassan Ammar/AP/dpa

11. April, 18.54 Uhr: Israel hat 18.000 Bomben über dem Iran abgeworfen

Die israelische Luftwaffe hat nach Militärangaben binnen gut fünf Wochen des Kriegs rund 18.000 Bomben über dem Iran abgeworfen.

Ein israelischer Armeesprecher bestätigte Zahlen der "Times of Israel" zum Kriegsverlauf. Genauere Informationen zu Art und Größe der Bomben gab es zunächst nicht. Demnach gab es mehr als 1000 Angriffswellen Israels. 

Der Iran feuerte den Angaben zufolge rund 650 ballistische Raketen auf Israel ab. Nach Angaben des Militärs trug mehr als die Hälfte dieser Raketen Streubomben-Sprengköpfe, die zahlreiche kleinere Sprengkörper ungezielt über große Gebiete verteilen.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

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