Nahost-Konflikt: Iran-Präsident spricht nach Raketenabwehr mit Erdogan

Iran - Gut eine Woche nach dem Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran wachsen in dem Land teils Verunsicherung und Frust.

Die Angriffe im Iran lassen Verunsicherung und Frust in der Bevölkerung des Landes größer werden.
Die Angriffe im Iran lassen Verunsicherung und Frust in der Bevölkerung des Landes größer werden.  © Vahid Salemi/AP/dpa

Die jüngsten Luftschläge auf Öldepots sowie Einschläge in Wohngebieten, historischen Stätten und einer Mädchenschule in Minab im Südiran hätten die Menschen spürbar verunsichert und vielerorts Unbehagen ausgelöst, schilderten Beobachter die Stimmung im Land.

Ihren Angaben zufolge beunruhigt auch viele Personen, dass in dem Krieg zunehmend die Nachbarstaaten aus dem Iran beschossen werden.

Die Rechtfertigung der iranischen Regierung, dass die Attacken ausschließlich auf US‑Militärbasen zielten, verfängt auch im Iran längst nicht bei allen. "Wenn auch die uns noch angreifen, dann wandere ich aus", so Taxifahrer Behsad.

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Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

9. März, 22.26 Uhr: Iran spricht nach Raketenabwehr mit Erdogan

Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian (71) telefonierte am Montag mit seinem türkischen Amtskollegen Recep Tayyip Erdogan (71), nachdem eine iranische Rakete im türkischen Luftraum abgefangen worden war.

"Die Islamische Republik Iran hat stets ihre Bereitschaft erklärt, die Spannungen in der Region abzubauen, vorausgesetzt, dass der Luftraum, das Land und die Gewässer unserer Nachbarn nicht für Angriffe auf das iranische Volk genutzt werden", erklärte Pezeshkian in einer Stellungnahme zu dem Telefonat.

Es war die zweite Rakete, die innerhalb von fünf Tagen aus dem Iran abgefeuert und im türkischen Luftraum abgeschossen wurde.

Am Montag wurde Recep Tayyip Erdogan (71) von dem iranischen Präsident Masoud Pezeshkian (71) kontaktiert.
Am Montag wurde Recep Tayyip Erdogan (71) von dem iranischen Präsident Masoud Pezeshkian (71) kontaktiert.  © MARCO SIMONCELLI / AFP

9. März, 22.17 Uhr: Trump sagt, Iran-Krieg sei bloß "kurzfristiger Ausflug"

US-Präsident Donald Trump (79) sagte, dass der Krieg gegen den Iran eine "kurzfristige Angelegenheit" sei, betonte jedoch gleichzeitig, dass die Offensive so lange fortgesetzt werde, "bis der Feind vollständig und endgültig besiegt ist".

"Wir haben einen kleinen Ausflug unternommen, weil wir das Gefühl hatten, dass wir das tun mussten, um einige Leute loszuwerden. Und ich denke, Sie werden sehen, dass es ein kurzfristiger Ausflug sein wird", sagte Trump vor einer Versammlung.

9. März, 22.04 Uhr: Iran-Äußerung Trumps lässt Ölpreis abrutschen

Die Ölpreise sind nach ihrem rasanten Anstieg am Montagabend deutlich gesunken.

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump (79) mit Interview-Äußerungen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs mit dem Iran geweckt.

Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel daraufhin auf 89,20 US-Dollar. Zum Vergleich: In der Nacht zu Montag hatte die Furcht vor Ölknappheit den Preis noch bis auf mehr als 120 Dollar nach oben getrieben.

9. März, 21.55 Uhr: Deutschland zieht Personal der Botschaft im Irak ab

Die Bundesregierung hat wegen des Iran-Kriegs auch das Personal der deutschen Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad abgezogen und vorübergehend außer Landes gebracht.

Außenminister Johann Wadephul (CDU, 63) sagte in der zyprischen Hauptstadt Nikosia nach einem Telefonat mit seinem US-Kollegen Marco Rubio (54), er habe diesem auch für die US-Unterstützung bei der Ausreise des deutschen Botschaftspersonals aus Bagdad gedankt. 

9. März, 21.50 Uhr: Wieder Ziele der iranischen Regierung angegriffen

Israels Luftwaffe hat Armeeangaben zufolge erneut militärische Ziele der iranischen Regierung angegriffen.

In der Hauptstadt Teheran sei eine Kommandozentrale der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden und in Isfahan eine Stätte zur Herstellung und Lagerung von Waffen getroffen worden, hieß es in einer Armeemitteilung.

Zudem hätten israelische Kampfjets in der Gegend der Stadt Schiras weitere Stellungen ins Visier genommen. Die Angriffe seien inzwischen abgeschlossen.

9. März, 21.46 Uhr: Fünf iranische Fußballerinnen erhalten in Australien Asyl

Fünf Mitglieder der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft haben in Australien Asyl erhalten.

Wie der australische Innenminister Tony Burke mitteilte, sei die Bearbeitung ihrer humanitären Visa abgeschlossen worden. 

Zuvor hatte sich bereits US-Präsident Donald Trump für die fünf Spielerinnen, die mit dem iranischen Team beim Asien Cup in Australien im Einsatz waren, eingesetzt und eine bevorstehende Lösung angekündigt.

"Ich habe gerade mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese (63) über die iranische Frauenfußballnationalmannschaft gesprochen. Er kümmert sich darum!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

9. März, 21.25 Uhr: Massenkundgebungen für neuen Führer Chamenei

Im Iran haben laut staatlichen Medienberichten Hunderttausende Menschen an organisierten Solidaritätskundgebungen für den neuen Revolutionsführer Modschtaba Chamenei (56) teilgenommen.

In Teheran bekundeten Menschen demnach trotz der Gefahr von Raketenangriffe der USA und Israels dem obersten Führer ihre Treue.

Der 56 Jahre alte Modschtaba Chamenei war in der Nacht zum Montag – neun Tage nach dem Tod seines Vaters bei einem israelischen Luftangriff – zum neuen Religionsführer und Staatsoberhaupt ernannt worden.

9. März, 21.05 Uhr: Trump sagt, Iran-Krieg sei "so gut wie" beendet

Der US-Präsident Donald Trump (79) sagte in einem Interview mit CBS, der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran sei "so gut wie" beendet, ohne jedoch Einzelheiten zu einer möglichen Lösung nennen.

"Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationssysteme, keine Luftwaffe", erklärte Trump telefonisch gegenüber CBS News.

Trump sagte dem US-Fernsehsender, die Vereinigten Staaten seien seinem ursprünglich genannten Kriegszeitraum von vier oder fünf Wochen "sehr weit" voraus.

Der US-Präsident Donald Trump (79) sieht den Iran-Krieg "so gut wie" beendet.
Der US-Präsident Donald Trump (79) sieht den Iran-Krieg "so gut wie" beendet.  © Alex Brandon/AP/dpa

9. März, 20.13 Uhr: Schifffahrtsriese MSC stoppt Exporte in den Golfraum

Die globale Reederei MSC gab am Montag bekannt, dass sie aufgrund des Krieges im Nahen Osten bestimmte Exportlieferungen aus dem Golfraum einstellt.

"Angesichts der anhaltenden und außergewöhnlichen Sicherheitslage im Nahen Osten ist es notwendig, für bestimmte Exportlieferungen aus den Golfhäfen, unabhängig davon, ob sie sich an Land befinden oder bereits an Bord sind, ein Ende der Reise zu erklären", teilte der Schifffahrtsriese mit.

9. März, 19.25 Uhr: Niederlande schicken Fregatte zum Schutz gegen Angriffe des Irans

Die Niederlande beteiligen sich mit einer Luftverteidigungsfregatte im östlichen Mittelmeer am Schutz der Region vor iranischen Angriffen.

Das teilte das Verteidigungs- und das Außenministerium dem Parlament in Den Haag mit. Die "Zr. Ms. Evertsen" werde zum Schutz von EU-Land Zypern und dem Nato-Partner Türkei eingesetzt. 

Frankreich hatte die Niederlande um Unterstützung gebeten, auch um die Sicherheit französischer Marineschiffe in der Region zu gewährleisten.

Titelfoto: MARCO SIMONCELLI / AFP

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