Nahost-Konflikt: Iran prüft neuen US-Verhandlungsvorschlag

Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump (79) dringt im Konflikt mit dem Iran auf einen diplomatischen Durchbruch – und fährt dabei einen Schlingerkurs.

US-Präsident Trump setzt den Einsatz in der Straße von Hormus überraschend nach nur einem Tag wieder aus.  © Matt Rourke/AP/dpa

Erst kündigte er am Dienstagabend (Ortszeit Washington) in einem Schritt zur Deeskalation überraschend an, den am Montag begonnenen US-Einsatz für eine sichere Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus "für kurze Zeit" auszusetzen.

Während des Stopps von "Projekt Freiheit" solle geprüft werden, ob ein Abkommen mit dem Iran abgeschlossen und unterzeichnet werden könne. Es habe "große Fortschritte" für ein "umfassendes und abschließendes" Abkommen gegeben.

Wenig später, in einem weiteren Post vom Mittwochmorgen (Ortszeit US-Ostküste) drohte Trump dem Iran aber erneut mit Militärschlägen, falls dieser US-Vorschlägen nicht zustimme.

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Nach gegenseitigen Angriffen in der Straße von Hormus seit Montag waren Befürchtungen gewachsen, die seit rund einem Monat geltende und von Trump zuletzt einseitig auf unbestimmte Zeit verlängerte Waffenruhe könnte scheitern.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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6. Mai: 18.02 Uhr: Libanons Premier sieht Treffen mit Netanjahu als verfrüht an

Libanons Regierung sieht aktuell ein Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) als verfrüht an.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) sagte vor Reportern, Gespräche auf hoher Ebene mit Israel seien verfrüht und erforderten umfassende Vorbereitungen. Der Libanon strebe keine Normalisierung der Beziehungen zu Israel an, sondern Frieden.

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Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) strebt Frieden an.  © Markus Lenhardt/dpa

6. Mai: 17.51 Uhr: Vier Tote bei israelischen Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon

Bei israelischen Angriffen auf Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind den Behörden zufolge in der östlichen Region Bekaa mindestens vier Menschen getötet worden. Eines der Ziele sei die dort gelegene Stadt Sellaja gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die staatliche Nachrichtenagentur ANI berichtete, der Angriff habe das Haus des Bürgermeisters getroffen, der wie drei Mitglieder seiner Familie getötet worden sei.

Die israelische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit neuen Angriffen auf Hisbollah-Ziele in mehreren Regionen des Libanon begonnen habe. Dabei werde die "Terrorinfrastruktur der Hisbollah" attackiert, erklärte die Armee.

Ein Porträt des getöteten iranischen Führers Ajatollah Chamenei ist auf einem Gebäude angebracht, das bei früheren israelischen Luftangriffen in einem südlichen Vorort von Beirut zerstört wurde.  © Bilal Hussein/AP/dpa

6. Mai: 17.48 Uhr: Französischer Flugzeugträger bringt sich für Hormus-Einsatz in Stellung

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle ist am Mittwoch durch den Suezkanal gefahren, um sich für einen möglichen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus in Stellung zu bringen.

"Es soll zeigen, dass wir nicht nur bereit sind, die Straße von Hormus abzusichern, sondern auch fähig", erklärte das französische Präsidialamt. Der Flugzeugträger sei auf dem Weg ins südliche Rote Meer, um die Zeit für einen Einsatz zu verkürzen, "sobald die Umstände dies erlauben", fügte das französische Verteidigungsministerium hinzu.

6. Mai: 17.12 Uhr: US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" verlässt Mittelmeer in Richtung Heimathafen

Der aus dem Iran-Krieg abgezogene US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" hat das Mittelmeer nach Angaben der Website MarineTraffic und laut Augenzeugenberichten über die Straße von Gibraltar verlassen.

Bilder in Onlinenetzwerken vom Mittwoch zeigten, wie der weltweit größte Flugzeugträger mit Dutzenden Kampfjets an Bord die Meerenge in Richtung Westen durchquerte. Das Schiff hatte die Golfregion vergangene Woche verlassen, nachdem es zuvor an Militäreinsätzen gegen den Iran beteiligt war.

6. Mai: 17.09 Uhr: Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte vorerst weiter in Gewahrsam - UNO fordert Freilassung

Zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte sind vor einem israelischen Berufungsgericht damit gescheitert, ihre Freilassung aus dem verlängerten Gewahrsam zu erreichen.

Das Bezirksgericht in Beersheba habe die Entscheidung der unteren Instanz bestätigt, wonach der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Ávila bis Sonntag festgehalten werden dürften, sagte ihr Anwalt am Mittwoch. Die UNO hatte Israel aufgefordert, die beiden Männer "unverzüglich und bedingungslos" freizulassen.

6. Mai: 15.56 Uhr: Iran prüft neuen US-Verhandlungsvorschlag

Inmitten neuer Drohungen von US-Präsident Donald Trump (79) prüft der Iran einen neuen US-Verhandlungsvorschlag. Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte der iranischen Nachrichtenagentur Isna, nach Prüfung des Vorschlages werde der Iran seine Position dazu an den Vermittlerstaat Pakistan übermitteln. Über Inhalte des Vorschlages machte Baghai demnach keine Angaben.

Indes wies Baghai einen US-Medienbericht der Nachrichtenwebseite "Axios" über einen möglicherweise bevorstehendes Abkommen zwischen den Kriegsparteien als überzogen zurück.

Irans Außenamtssprecher Ismail Baghai dämpft die Erwartungen.  © Shadati/XinHua/dpa

6. Mai: 10.50 Uhr: Schiff französischer Reederei in Hormus-Meerenge angegriffen

Ein Schiff der französischen Reederei CMA CGM ist in der Straße von Hormus angegriffen worden.

Mitglieder der Crew wurden verletzt und evakuiert, teilte das Unternehmen mit Sitz in Marseille mit. Der unter maltesischer Flagge fahrende Frachter "San Antonio" wurde bei dem Angriff am Dienstag demnach beschädigt.

Nähere Details zu dem Angriff während der Durchfahrt der Meeresenge nannte die Reederei nicht - auch nicht zur Frage, wer dafür verantwortlich war. Auch zum Zustand der Verletzten gab das Unternehmen keine Auskunft.

Ein europäischer Frachter ist in der Straße von Hormus angegriffen worden.  © Boris Horvat/AFP/dpa

6. Mai, 10.48 Uhr: Weitere Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

Trotz einer geltenden Waffenruhe greifen Israel und die Hisbollah-Miliz im Libanon sich weiterhin gegenseitig an.

Israel griff mit Kampfflugzeugen und Drohnen im südlichen Libanon an, wie NNA berichtete. Der Ort Maifadun sei dabei auch mit Artillerie beschossen worden. Dabei habe es zwei Tote gegeben. Auch in der Bekaa-Ebene im Osten meldete die NNA zwei Tote nach einem israelischen Luftangriff.

Israel müsse wegen Verstößen der Hisbollah gegen die Waffenruhe "energisch" gegen die Miliz vorgehen, erklärte ein israelischer Armeesprecher. In den vergangenen 24 Stunden seien rund 25 Ziele der vom Iran unterstützten Hisbollah ins Visier genommen worden, darunter Waffenlager.

Die Hisbollah teilte in der Nacht mit, sie habe im Süden des Landes israelische Soldaten mit einer Drohne und eine neue Stellung der Bodentruppen mit Raketen angegriffen.

6. Mai, 10.46 Uhr: Papst bekräftigt nach Trump-Kritik Ablehnung von Atomwaffen

Nach der jüngsten Kritik von US-Präsident Donald Trump an Papst Leo XIV. wegen des Iran-Kriegs hat das Oberhaupt der katholischen Kirche seine Ablehnung von Atomwaffen bekräftigt.

Es sei die Mission der Kirche, das Evangelium und den Frieden zu predigen, sagte er vor seiner Residenz in Castel Gandolfo bei Rom zu Journalisten.

Wenn ihn jemand dafür kritisieren wollen, dass er das Evangelium verkünde, dann sei das die Wahrheit, sagte Leo. "Die Kirche spricht sich seit Jahren gegen alle Atomwaffen aus, da gibt es also keinen Zweifel. Und ich hoffe einfach, dass man mir Gehör schenkt um des Wortes Gottes willen."

Trump hatte in einem Interview mit dem konservativen Radiomoderator Hugh Hewitt gesagt, der Pontifex gefährde "viele Katholiken und viele Menschen". Er warf ihm vor, dieser halte es für in Ordnung, wenn der Iran eine Atomwaffe besitze. Leo hat sich wiederholt gegen den von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieg ausgesprochen und zu einer Waffenruhe und Dialog aufgerufen.

Die jüngste verbale Attacke von US-Präsident Donald Trump gegen Papst Leo fiel scharf aus. Nun reagiert der Pontifex selbst.  © Gregorio Borgia/AP/dpa

6. Mai, 6.17 Uhr: Iran kündigt Mechanismus für Transit durch Straße von Hormus an

Der Iran will sich mit Hilfe eines neuen Genehmigungsverfahrens die Kontrolle über die von ihm blockierte Straße von Hormus sichern.

Laut iranischen Staatsmedien sollen Betreiber von Schiffen, die durch die Meerenge fahren sollen, eine E-Mail mit Regeln und Vorschriften für die Durchfahrt erhalten. Für den Transit benötigten die Schiffe dann die Erlaubnis einer iranischen Behörde.

Unklar blieb zunächst, wie die Regeln aussehen und wie der Iran auf Verstöße reagieren könnte. Laut Press TV ist der Mechanismus in der Straße von Hormus bereits in Betrieb.

Die iranischen Revolutionsgarden hatten am Dienstag Schiffe davor gewarnt, die Meerenge über nicht genehmigte Routen zu passieren, sonst werde eine "entschlossene Reaktion" darauf folgen.

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