Nahost-Konflikt: Israel meldet mehr als 180 getötete Hisbollah-Kämpfer

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Israel/Iran - Kurz vor dem geplanten Beginn von Verhandlungen in Pakistan zu einer dauerhaften Beilegung des Konflikts wackelt die vom Iran und den USA vereinbarte befristete Waffenruhe bereits: Die Kriegsparteien streiten um die Öffnung der Straße von Hormus und die anhaltenden israelischen Angriffe im Libanon.

Der US-Präsident Donald Trump (79).
Der US-Präsident Donald Trump (79).  © Alex Brandon/AP/dpa

Nach Ansicht von US-Präsident Donald Trump (79) hält sich der Iran bei der Öffnung der für die globale Energieversorgung bedeutenden Meerenge nicht an das Abkommen über eine zweiwöchige Waffenruhe.

Der Iran leiste hier "sehr schlechte Arbeit", die man auch als "unredlich" bezeichnen könne, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social.

Er kritisierte weiter: "Das ist nicht die Vereinbarung, die wir getroffen haben!" Trump drohte dem Iran aber zunächst nicht unmittelbar mit Konsequenzen.

Nahost-Konflikt: US-Delegation will am Samstag mit Iran Gespräche führen - in Pakistan
Israel Krieg Nahost-Konflikt: US-Delegation will am Samstag mit Iran Gespräche führen - in Pakistan

Kurz zuvor hatte Trump bereits geschrieben, es gebe Berichte, wonach Teheran Gebühren von Tankern für die Durchfahrt verlange. Er warnte: Das sollten sie besser nicht tun und falls sie es tun, sollten sie besser "jetzt damit aufhören!".

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

10. April, 21.17 Uhr: Israel meldet mehr als 180 getötete Hisbollah-Kämpfer

Israels Militär hat nach eigenen Angaben bei einer koordinierten Angriffswelle auf Stellungen der Hisbollah im Libanon innerhalb einer Minute mehr als 180 Kämpfer getötet.

Laut Armee wurden am Mittwoch rund 100 Ziele in Beirut, im Bekaa-Tal und im Südlibanon getroffen, darunter Kommandozentren, militärische Infrastruktur und Waffenlager.

Das Militär erklärte weiter, von diesen Kommandozentren aus hätten Hisbollah-Kämpfer Angriffe gegen israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet und geplant. Die meisten der angegriffenen Einrichtungen hätten sich inmitten ziviler Wohngebiete befunden. 

Die Armee warf der Hisbollah vor, libanesische Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu nutzen. Dies ist gemäß dem humanitären Völkerrecht strikt verboten und stellt ein Kriegsverbrechen dar.

Israel meldete mehrere Tote im Libanon. (Archivfoto)
Israel meldete mehrere Tote im Libanon. (Archivfoto)  © Marwan Naamani/dpa

10. April, 19.26 Uhr: Iraner seien laut Trump nur noch am Leben, um zu verhandeln

Vor den geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan richtet US-Präsident Donald Trump (79) eine martialische Drohung an Teheran.

Die Iraner schienen nicht zu begreifen, dass sie "abgesehen von der kurzzeitigen Erpressung der Welt" mit der Straße von Hormus keinerlei Druckmittel hätten, schrieb er auf der Plattform Truth Social. "Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!"

Trump hatte während des Kriegs mit dem Iran immer wieder mit martialischer Sprache für Aufsehen gesorgt, die ihm international, aber auch im eigenen Land viel Kritik eingebracht hat.

Der US-Präsident Donald Trump (79) sprach erneut über den Iran.
Der US-Präsident Donald Trump (79) sprach erneut über den Iran.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

10. April, 19.13 Uhr: 13 Sicherheitskräfte bei israelischem Angriff getötet

Bei einem israelischen Angriff auf ein Regierungsgebäude in der südlibanesischen Stadt Nabatieh sind nach Angaben libanesischer Behörden 13 Sicherheitskräfte getötet worden.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass Nabatieh und umliegende Gebiete schwer von israelischen Luft- und Artillerieangriffen getroffen worden seien.

Bei den 13 Getöteten soll es sich um Mitarbeiter des Inlandsnachrichtendienstes handeln. Dieser ist im Libanon für den Kampf gegen Spionage und Terrorismus und die Sicherung von Regierungsgebäuden zuständig.

10. April, 17.36 Uhr: Streit um Straße von Hormus belastet Friedensgespräche

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sollen an diesem Samstag in Pakistan Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‑Konflikts beginnen.

Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance (41) angeführt. Der Iran knüpft seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon.

Als Vermittler fungiert unter anderem der pakistanische Premier Shehbaz Sharif. Bei Bedarf sollen die Gespräche in Islamabad bis Sonntag fortgesetzt werden.

10. April, 16.08 Uhr: Vance warnt Iran vor Gesprächen, die USA nicht zu täuschen

Vor seiner Abreise zu Verhandlungen zum Iran-Krieg in Pakistan hat US-Vizepräsident JD Vance (41) Teheran dazu ermahnt, die Gespräche mit den USA ernst zu nehmen.

Wie US-Präsident Donald Trump (79) verdeutlicht habe, sei man bereit, den Iranern die Hand zu reichen, wenn diese bereit seien, in gutem Glauben zu verhandeln, sagte Vance vor Journalisten.

"Wenn sie versuchen werden, uns zu täuschen, werden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam nicht besonders aufgeschlossen ist."

10. April, 15.28 Uhr: Hisbollah-Chef will "bis zum letzten Atemzug" weitermachen

Hisbollah-Chef Naim Kassim (73) hat erneut die Kampfbereitschaft der Organisation betont. "Der Widerstand wird bis zum letzten Atemzug weitermachen", hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Rede Kassims.

Israel sei es in 40 Jahren nicht gelungen, die Hisbollah davon abzuhalten, Raketen, Drohnen und andere Geschosse auf sein Gebiet abzufeuern.

Die israelischen Waffen und Bedrohungen schüchterten die Hisbollah nicht ein. "Wir sind die rechtmäßigen Besitzer dieses Landes", sagte er mit Blick auf das Vorrücken der israelischen Truppen im Südlibanon.

10. April, 15.15 Uhr: EU-Kommission begrüßt Gespräche von Israel und Libanon

Die Europäische Kommission begrüßt die geplanten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon.

"Wir blicken dem konkreten Beginn der Gespräche und deren Ergebnissen erwartungsvoll entgegen", sagte ein Sprecher in Brüssel. Diplomatie sei der einzige Weg und alle Parteien müssten das humanitäre Völkerrecht ohne Einschränkungen einhalten. Zugleich forderte der Sprecher die sofortige Einstellung der Angriffe im Libanon. 

Das US-Außenministerium richtet in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aus. Dabei soll es um die Verhandlungen über eine Waffenruhe gehen, wie ein Beamter des Ministeriums am Donnerstag bestätigte.

Die Europäische Kommission blickt erwartungsvoll auf die Gespräche.
Die Europäische Kommission blickt erwartungsvoll auf die Gespräche.  © Michael Kappeler/dpa

10. April, 15.09 Uhr: Wieder gegenseitige Angriffe zwischen Hisbollah und Israel

Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an.

Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.

Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt.

10. April, 13.36 Uhr: Iran will Libanon zum Thema bei Friedensgesprächen machen

Kurz vor Friedensgesprächen zum Iran-Krieg macht Teheran hinter den Kulissen Druck für eine Einbeziehung des Libanon in die aktuelle Waffenruhe.

Die iranische Führung fordere Garantien, dass der Libanon Thema der Verhandlungen wird, hieß es aus gut informierten Kreisen in Teheran. Israel greift bislang weiterhin Stellungen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon an. Diese feuerte ihrerseits am Morgen Geschosse auf Nordisrael ab.

Auch deswegen blieb zunächst unklar, ob Teheran überhaupt die Verhandlungsführer zu den Gesprächen über eine dauerhafte Friedenslösung in die pakistanische Hauptstadt Islamabad schicken würde. Der iranischen Nachrichtenagentur Mehr zufolge finden keine Verhandlungen statt, solange Israel seine Angriffe auf den Libanon fortsetzt.

10. April, 9.46 Uhr: Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte in Islamabad

Pakistan hat vor dem Beginn von Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran die Sicherheit in der Hauptstadt erhöht.

Mehr als 10.000 Sicherheitskräfte, darunter Soldaten, Polizisten und paramilitärische Einheiten wurden Behördenvertretern zufolge in Islamabad stationiert. Das Regierungsviertel und die diplomatische Zone wurden abgeriegelt.

In Islamabad wollen Vertreter aus Washington und Teheran nach mehr als fünf Wochen Krieg über ein dauerhaftes Ende des Konflikts sprechen. Aus Sicherheitskreisen in Pakistan hieß es, zunächst seien heute Vorgespräche auf Expertenebene vorgesehen. Am Samstag sei dann ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf demnach auch bis Sonntag andauern.

Polizeibeamte nehmen an einem Briefing vor ihrem Einsatz in Islamabad, Pakistan, teil, wo sie die Sicherheit vor möglichen Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gewährleisten sollen.
Polizeibeamte nehmen an einem Briefing vor ihrem Einsatz in Islamabad, Pakistan, teil, wo sie die Sicherheit vor möglichen Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten gewährleisten sollen.  © Anjum Naveed/AP/dpa

10. April, 6.18 Uhr: Irans früherer Außenminister Charrasi bei Luftangriff getötet

Der frühere iranische Außenminister Kamal Charrasi ist Behördenangaben zufolge nach einem Luftangriff seinen Verletzungen erlegen.

Der Leiter des Strategischen Rats für Auswärtige Beziehungen sei vor einigen Tagen bei einem israelisch-amerikanischen Luftangriff verwundet worden und sei nun ein Märtyrer, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.

Charrasi war von 1997 bis 2005 Außenminister der Islamischen Republik. Zuletzt beriet er Medienberichten zufolge den obersten Führer Ajatollah Ali Chamenei, der zu Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran getötet worden war.

Titelfoto: Marwan Naamani/dpa

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