Nahost-Konflikt: Israels Armee umstellt Hisbollah-Hochburg im Südlibanon

Israel/Iran - Die USA wollen nach den vorerst gescheiterten Friedensverhandlungen mit dem Iran am Montag mit einer von US-Präsident Donald Trump angekündigten Blockade der Straße von Hormus beginnen.

Die USA wollen am Montagnachmittag mit der Blockade der Straße von Hormus beginnen.  © Altaf Qadri/AP/dpa

Ab 16 Uhr MESZ werde die Passage für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen, kündigte das US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X an.

Nach Informationen des "Wall Street Journal" erwägen Trump und seine Berater daneben, auch begrenzte Militärschläge im Iran wieder aufzunehmen, um die festgefahrenen Gespräche wieder in Gang zu bringen.

Trump will mit der Hormus-Blockade verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden.

Israel Krieg Nahost-Konflikt: Rubio warnt vor iranischen Mautplänen für Straße von Hormus

Der Iran gab sich jedoch unbeeindruckt. Trumps Ankündigung der Seeblockade sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, in der Nacht auf X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren."

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

13. April, 12.06 Uhr: Israels Armee umstellt Hisbollah-Hochburg im Südlibanon

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge eine Hochburg der vom Iran unterstützten Hisbollah im Südlibanon eingekreist und dort etliche Mitglieder der Miliz getötet.

Die Umstellung des Orts Bint Dschubail sei bereits in der vergangenen Woche abgeschlossen worden, teilte das israelische Militär am Vormittag (Ortszeit) mit. Bei Luftangriffen und Nahkämpfen in dem Ort seien mehr als 100 Mitglieder der libanesischen Miliz getötet worden.

Auch aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, Israel habe den Ort, der nur wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, vollständig umstellt. Es gebe dort heftige Kämpfe und viele Opfer in den Reihen der Hisbollah.

In Bint Dschubail sind den Angaben sowie Berichten zufolge seit Tagen auch Dutzende Hisbollah-Kämpfer eingeschlossen. Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es am Morgen, dies betreffe rund 40 Mitglieder der Miliz. Israels Armee hatte die Zivilbevölkerung vor einer Weile aufgerufen, den Ort zu verlassen.

Anzeige
Im Südlibanon wurden bei israelischen Luftangriffen mehr als 100 Mitglieder der Hisbollah getötet.  © Bassam Hatoum/AP/dpa

13. April, 12.04 Uhr: Macron plant Konferenz für Hormus-Mission mit Verbündeten

Frankreich und Großbritannien wollen in den kommenden Tagen eine Konferenz für eine mögliche Mission in der Straße von Hormus abhalten.

Gemeinsam mit anderen Ländern, die an einem solchen friedlichen Einsatz mitwirken wollen, um die freie Schifffahrt in der Meeresenge wiederherzustellen, wolle man sich zusammensetzen, schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf X.

"Diese strikt defensive Mission, die von den Kriegsparteien getrennt ist, soll durchgeführt werden, sobald die Situation es ermöglicht." Macron hatte zuletzt von einem guten Dutzend Länder gesprochen, die sich an einer solchen Initiative beteiligen wollten. Wer genau bei der Konferenz dabei ist und wann sie stattfindet, teilte Frankreich zunächst nicht mit.

13. April, 9.24 Uhr: Irans Militär bezeichnet Seeblockade als "Akt der Piraterie"

Irans Streitkräfte haben die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Seeblockade in der Straße von Hormus als "Akt der Piraterie" bezeichnet.

Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim.

"Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden", sagte der Sprecher weiter.

13. April, 6.14 Uhr: Trump attackiert Papst Leo

US-Präsident Donald Trump hat das Oberhaupt der Katholischen Kirche, Papst Leo XIV., in einem außergewöhnlichen Akt attackiert. Der Papst sei "schrecklich" in Bezug auf Außenpolitik, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Der Papst ist ebenfalls US-Amerikaner.

Trump schrieb, der Papst sollte "dankbar" sein, da er nur Papst geworden sei, weil er US-Amerikaner sei - damit man besser mit Trump umgehen könne. "Wenn ich nicht im Weißen Haus wäre, wäre Leo nicht im Vatikan", behauptete Trump, der sich häufig bei seiner Politik auf den christlichen Glauben bezieht.

Der US-Präsident schrieb weiter, er wolle keinen Papst, der es in Ordnung finde, dass der Iran eine Atomwaffe besitze. Er wolle keinen Papst, der denke, dass es schrecklich sei, dass die USA Venezuela angegriffen hätten.

Trumps heftige Kritik folgt auf eine Predigt des Papstes am Samstag, in der dieser ein Ende von Kriegen gefordert hatte. "Schluss mit dem Krieg!", hatte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken bei einem großen Friedensgebet im Petersdom in Rom gesagt.

US-Präsident Donald Trump griff das Oberhaupt der Kirche verbal scharf an.  © Alex Brandon/AP/dpa

12. April, 22.46 Uhr: Iran-Statement zu US-Drohungen

Die Drohungen der USA haben nach Angaben des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf (64) ihren Einfluss verloren.

"Der Iran hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass er sich Drohungen nicht beugen wird und dass sie keinerlei Wirkung mehr haben", sagte Ghalibaf, wie die Nachrichtenagentur Tasnim am Abend (Ortszeit) berichtete.

Ohne US-Präsident Donald Trump (79) namentlich zu nennen, deutete er die amerikanischen Drohungen als Ausdruck von Ratlosigkeit, in die Washington seit dem Ausbruch des Krieges geraten sei.

12. April, 22.19 Uhr: Revolutionsgarden sprechen Warnung aus

Die iranischen Revolutionsgarden haben erneut davor gewarnt, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern.

Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es in einer Mitteilung am Abend (Ortszeit). Die Meeresenge sei ausschließlich für die friedliche Durchfahrt ziviler Schiffe geöffnet, nicht jedoch für Militärschiffe.

Jegliche Annäherung, "unter welchem Vorwand auch immer", werde von den Garden als Bruch der Waffenruhe gewertet und daher auch entschlossen und konsequent beantwortet.

Sollten sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern, droht der Iran mit einer konsequenten Reaktion.  © Altaf Qadri/AP/dpa

12. April, 22.10 Uhr: Netanjahu besucht Südlibanon und kündigt weitere Kämpfe an

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat den Südlibanon besucht und eine Fortsetzung der Kämpfe mit der libanesischen Hisbollah-Miliz angekündigt.

"Der Krieg dauert an, auch innerhalb der Sicherheitszone im Libanon", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Er sei gemeinsam mit dem Verteidigungsminister Israel Katz (70) und Generalstabschef Ejal Zamir (60) im südlichen Abschnitt des Nachbarlands gewesen. Der genaue Ort wurde dabei nicht angegeben.

Israels Armee habe "dank dieser Sicherheitszone die Invasionsbedrohung aus dem Libanon vereitelt", sagte der Regierungschef. Er sprach von "großen Erfolgen" auch im Kampf gegen den Raketenbeschuss aus dem Libanon auf Israels Norden, sagte aber, es gebe "noch Arbeit zu tun".

Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) werden die Kämpfe seiner Armee mit der libanesischen Hisbollah-Miliz weitergehen.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

12. April, 19.54 Uhr: US-"Doppelstandards" laut Iran größtes Hindernis für Einigung

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) bezeichnete die angeblichen Doppelstandards der USA als das größte Hindernis für eine Einigung im derzeitigen Konflikt.

"Bei den Verhandlungen in Islamabad waren das anhaltende Festhalten der USA an Doppelstandards sowie ihr machtpolitischer Anspruch das größte Hindernis", sagte Peseschkian in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie das iranische Präsidialamt mitteilte. Nähere Erläuterungen machte er dazu demnach nicht.

Der Iran ist laut Peseschkian grundsätzlich zu einem fairen Abkommen bereit, um so einen dauerhaften Frieden in der Region zu ermöglichen. "Eine Einigung ist auch durchaus machbar, nur müssen sich die USA an die international anerkannten Vorschriften und das Völkerrecht halten", so der Präsident laut der Mitteilung.

Irans Präsident Massud Peseschkian (71) hat sich zu den Verhandlungen in Islamabad geäußert.  © Shadati/XinHua/dpa

12. April, 19.46 Uhr: US-Präsident Trump verteidigt drastische Drohung gegen Iran - "Ich will alles"

US-Präsident Donald Trump (79) hat seine drastische Drohung gegen den Iran, "eine ganze Zivilisation" auszulöschen, verteidigt.

In einem Interview des US-Senders Fox News sagte Trump: "Ich bin einverstanden mit dieser Aussage." Sie habe die Führung in Teheran schließlich an den Verhandlungstisch gebracht.

Iran habe "keine Karten mehr", behauptete der US-Präsident weiter, Marine und Luftwaffe des Landes seien "komplett zerstört". Teheran werde auch nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen letztlich zurückkommen und "alles geben müssen, was wir wollen". Und das sei, so Trump, nicht 90 oder 95 Prozent – "Ich habe ihnen gesagt, ich will alles."

US-Präsident Donald Trump (79) sieht seine Aussage, "eine ganze Zivilisation" auslöschen zu wollen, als gerechtfertigt an.  © Matt Rourke/AP/dpa

12. April, 17.36 Uhr: "Schmerzhafte Zugeständnisse" im Iran-Krieg nötig

Für einen Frieden im Iran-Krieg müssen sich die Konfliktparteien nach Ansicht von Omans Außenminister Badr al-Busaidi (65) womöglich zu großen Zusagen durchringen.

"Der Erfolg erfordert möglicherweise, dass alle schmerzhafte Zugeständnisse machen, aber das ist gar nichts im Vergleich zum Schmerz und Versagen des Krieges", teilte al-Busaidi bei X mit. Er drängte darauf, dass die zuvor geltende Waffenruhe verlängert und die Gespräche fortgesetzt werden.

Al-Busaidi äußerte sich bei X nach den direkten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans, die zunächst ohne greifbares Ergebnis endeten. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ist unklar.

Omans Außenminister Badr al-Busaidi (65) rechnet mit "schmerzhaften Zugeständnissen" der Konfliktparteien im Iran-Krieg.  © Hannes P Albert/dpa

12. April, 17.30 Uhr: Heftige Gefechte in Hisbollah-Hochburg in Südlibanon

In einer Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons kommt es nach israelischen und libanesischen Berichten weiter zu heftigen Kämpfen.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, israelische Truppen seien noch weiter nach Bint Dschubail vorgedrungen. In dem Ort, der wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, sind den Berichten zufolge seit Tagen Dutzende von Hisbollah-Kämpfern eingeschlossen.

Die Hisbollah teilte mit, sie habe in dem Gebiet mehrere israelische Soldaten mit Raketen angegriffen. Der Hisbollah-Sender Al-Manar berichtete, israelische Truppen würden versuchen, Bint Dschubail komplett einzukreisen und Straßen in die Umgebung abzuschneiden.

Mehr zum Thema Israel Krieg: