Nahost-Konflikt: Irans neuer oberster Führer will Rache für Kriegsopfer

Iran - Während US-Präsident Donald Trump (79) erneut ein baldiges Ende des Iran-Krieges in Aussicht stellt, nehmen die iranischen Streitkräfte immer stärker die Energiewirtschaft in der Golfregion ins Visier.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.
Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.  © Altaf Qadri/AP/dpa

Mit den Attacken will die Regierung in Teheran die Kosten für eine Fortsetzung des Krieges in die Höhe treiben.

Wegen der Blockade der für die Schifffahrt äußerst wichtigen Straße von Hormus war der Ölpreis zuletzt auf den höchsten Stand seit Sommer 2022 gestiegen.

Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-Präsident Trump schon "bald" enden.

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Israel Krieg Ex-"Tagesschau"-Sprecher flüchtet aus Israel - aus Liebe zu seinen Kindern

Es gebe "praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte", zitierte ihn das US-Nachrichtenportal "Axios" nach einem Telefoninterview. Das israelische Militär hingegen erklärte, es habe noch eine umfangreiche Liste an Zielen im Iran.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

12. März, 15.34 Uhr: Gas- und Ölversorgung in EU weiter stabil

Auch gut anderthalb Wochen nach Beginn des Iran-Krieges ist die Versorgung der Europäischen Union mit Öl und Gas nach Angaben aus der EU sichergestellt.

Aus den Treffen der jeweiligen EU-Expertengruppen zu beiden Rohstoffen ging einer Sprecherin der EU-Kommission zufolge hervor, dass derzeit keine Sorge um einen Engpass bestehe. Die Situation müsse aber im Blick behalten werden. Beim Gas gehe es vor allem um Preisfragen.

Wer noch genug Benzin im Tank hat, wird um Tankstellen derzeit einen großen Bogen machen.
Wer noch genug Benzin im Tank hat, wird um Tankstellen derzeit einen großen Bogen machen.  © Peter Kneffel/dpa

12. März, 15.26 Uhr: Israel fordert weitere Bewohner im Südlibanon zur Flucht auf

Israels Armee hat die Bewohner eines großen Gebiets im Süden des Libanons zur Flucht aufgerufen.

Das Militär richtete auf seinem arabischsprachigen Kanal auf der Plattform X eine dringende Warnung an die Menschen, den Bereich südlich des Sahrani-Flusses – etwa 40 Kilometer von der israelisch-libanesischen Grenze – zu verlassen.

Libanon, Shaath: Menschen begutachten die Zerstörung nach israelischen Luftangriffen.
Libanon, Shaath: Menschen begutachten die Zerstörung nach israelischen Luftangriffen.  © Stringer/dpa

12. März, 15.23 Uhr: Hoher Ölpreis ist laut Trump gut für die USA

Die deutlich gestiegenen Ölpreise sind nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump (79) gut für die USA.

"Die Vereinigten Staaten sind mit Abstand der größte Ölproduzent der Welt. Wenn also die Ölpreise steigen, verdienen wir viel Geld", teilte er auf seiner Plattform Truth Social mit. Trump hatte im Wahlkampf damit geworben, die Energiepreise im Land deutlich zu senken. Infolge des Kriegs im Iran sind die Benzinpreise in den USA allerdings auf das höchste Niveau seit Sommer 2024 gestiegen.

Trump (79) rechnet die gestiegenen Benzinpreise in seinem Land auf ganz eigene Weise schön.
Trump (79) rechnet die gestiegenen Benzinpreise in seinem Land auf ganz eigene Weise schön.  © Jon Cherry/AP/dpa

12. März, 15.15 Uhr: Chamenei ruft zu fortgesetzter Blockade der Straße von Hormus auf

In seiner ersten Botschaft seit seiner Ernennung hat der neue oberste Führer des Iran, Modschtaba Chamenei (56) , zu einer fortgesetzten Blockade der vor allem für den Ölhandel wichtigen Straße von Hormus aufgerufen.

"Der Hebel der Blockade der Straße von Hormus muss auf jeden Fall genutzt werden", hob Chamenei in seiner am Donnerstag von einer Journalistin des iranischen Staatsfernsehens verlesenen Ansprache hervor.

12. März, 15 Uhr: Noch keine Schiffs-Eskorte durch Straße von Hormus möglich

Die USA sind nach Angaben von Energieminister Chris Wright (61) aktuell noch nicht in der Lage, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren.

Die Marine werde das relativ bald tun können, gerade sei das aber noch nicht möglich, sagte Wright dem Sender CNBC. "Wir sind einfach noch nicht bereit." Alle militärischen Ressourcen der USA seien aktuell darauf ausgerichtet, die offensiven Fähigkeiten des Irans zu zerstören. Er halte es für wahrscheinlich, dass die US-Marine bis Ende des Monats einige Schiffe durch die Meerenge eskortieren könne, sagte Wright.

US-Energieminister Chris Wright (61) will nichts von langfristigen Problemen wissen.
US-Energieminister Chris Wright (61) will nichts von langfristigen Problemen wissen.  © Alex Brandon/AP/dpa

12. März, 14.34 Uhr: Irans neuer oberster Führer will Rache für Kriegsopfer

Irans neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei hat in einer ersten Stellungnahme Rache für die Kriegsopfer gefordert.

Der 56-jährige Kleriker betonte die Notwendigkeit von Vergeltung, insbesondere für die bei einem Luftangriff getöteten Schülerinnen, wie es in einer Erklärung des Geistlichen hieß, die im Staatsfernsehen verlesen wurde.

Irans Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei (56) fordert Rache!
Irans Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei (56) fordert Rache!  © Vahid Salemi/AP/dpa

12. März, 14.13 Uhr: Israel droht Libanon mit Gebietseinnahme

Israels Verteidigungsminister Israel Katz hat dem Nachbarland Libanon mit der Ausweitung des israelischen Armeeeinsatzes dort sowie mit der Einnahme von Gebieten gedroht.

Sollte die libanesische Regierung nicht in der Lage sein, die Hisbollah davon abzuhalten, auf israelische Ortschaften zu feuern, werde Israels Armee "das Gebiet einnehmen und die Sache selbst in die Hand nehmen", sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit hochrangigen Armee- und Geheimdienstvertretern. Er habe den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun diese Warnung überbracht.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Katz haben die Armee den Angaben zufolge bereits angewiesen, sich auf "eine Ausweitung ihrer Aktivitäten im Libanon vorzubereiten".

12. März, 8.51 Uhr: Schiitische Milizen im Irak melden Tote

Im Irak haben mit dem Iran verbündete Milizen einen amerikanisch-israelischen Luftangriff im Westen des Landes gemeldet. Dabei habe es Opfer unter den Mitgliedern der Milizen gegeben.

Örtlichen Medienberichten zufolge wurden 27 Kämpfer der sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) in der irakischen Provinz Anbar getötet und mehr als 60 weitere verletzt. Das Hauptquartier der Miliz in der Gegend nahe der Grenze zu Syrien sowie mehrere Fahrzeuge seien zerstört worden, hieß es.

Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Die irakische Regierung in Bagdad sowie die USA und Israel äußerten sich nicht dazu.

12. März, 8.12 Uhr: Israels Luftangriffe in Teheran schüren Angst vor Chaos

Neue Bombardierungen der israelischen Luftwaffe in Irans Hauptstadt Teheran haben Sorgen vor Chaos ausgelöst.

Am späten Mittwochabend kam es zu einer der heftigsten Angriffswellen des Krieges, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten. Dabei wurden den Angaben nach erstmals auch Ziele auf offener Straße in der dicht besiedelten Großstadt bombardiert. Mehrere Kontrollposten der iranischen Sicherheitskräfte sollen angegriffen worden sein.

Rund zehn Sicherheitskräfte seien am Mittwochabend ums Leben gekommen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars. Es handele sich um eine vorläufige Zahl. Laut der Nachrichtenagentur, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, kam es in Teheran zu mehreren Explosionen sowie zu nicht näher beschriebenen "Zusammenstößen". Die Agentur warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, Kräfte in das Land eingeschleust zu haben.

Flammen steigen aus einem Öllager südlich der Hauptstadt auf, als die Stadt während der amerikanisch-israelischen Militärkampagne getroffen wird.
Flammen steigen aus einem Öllager südlich der Hauptstadt auf, als die Stadt während der amerikanisch-israelischen Militärkampagne getroffen wird.  © Vahid Salemi/AP/dpa

12. März, 6.16 Uhr: Israel greift Kommandozentralen der Hisbollah im Libanon an

Derweil zerstörten die israelischen Streitkräfte bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hisbollah.

Innerhalb von 30 Minuten habe die Luftwaffe in den als Dahija bekannten Vororten der Hauptstadt Beirut zehn Ziele angegriffen, darunter ein Hauptquartier des Hisbollah-Geheimdienstes, die Zentrale der Eliteeinheit Radwan und weitere Kommandozentralen, teilte das israelische Militär mit.

Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Nach Hinweisen von israelischen Bodentruppen nahm die Luftwaffe darüber hinaus über 20 Ziele in verschiedenen Teilen des Libanons unter Beschuss, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Zuvor hatte die Hisbollah den Norden von Israel mit Raketen angegriffen.

Rauch und Flammen steigen nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, aus Gebäuden auf.
Rauch und Flammen steigen nach einem israelischen Luftangriff in Dahija, einem südlichen Vorort von Beirut, aus Gebäuden auf.  © Bilal Hussein/AP/dpa

12. März, 6.14 Uhr: Schweiz schließt Botschaft im Iran, die auch US-Interessen vertritt

Die Schweiz schließt ihre Botschaft in Teheran nach eigenen Angaben wegen eines "steigenden Sicherheitsrisikos" vorübergehend.

Die Schweiz vertritt im Iran seit Jahrzehnten auch die Interessen Washingtons. Die US-Regierung respektiere die Entscheidung und sei der Botschaft und den Mitarbeitern zu tiefem Dank verpflichtet, erklärte die US-Vertretung in Bern.

Die Schweiz agiert als sogenannte Schutzmacht der USA im Iran. Sie vertritt dort seit dem Abbruch der amerikanisch-iranischen Beziehungen die Interessen der USA. Sie übermittelt Botschaften zwischen beiden Ländern und betreut bei Bedarf amerikanische Staatsbürger.

Titelfoto: Vahid Salemi/AP/dpa

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