Israel/Iran - Nach den verheerenden israelischen Luftangriffen im Libanon schwört die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz eine Fortsetzung ihrer Angriffe gegen Israel.
In Reaktion auf Israels "Verstoß gegen die Waffenruhe" sei in der Nacht der Kibbuz Manara im Norden Israels beschossen worden, hieß es in einer Erklärung der Schiiten-Miliz. Die Gegenangriffe auf Israel würden so lange fortgesetzt, bis die israelisch-amerikanische Aggression aufhöre.
Bei den israelischen Luftangriffen im Libanon wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet.
Trotz der im Iran-Krieg zwischen den USA und dem Iran vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe will Israel seine Angriffe auf die Hisbollah-Miliz fortsetzen. Anders als der Iran sehen die USA den Libanon nicht in der vereinbarten zweiwöchigen Waffenruhe inbegriffen.
Der Iran erwägt nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars nun wegen Israels andauernder Angriffe auf die Hisbollah aus der Feuerpause auszusteigen.
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9. April, 17.38 Uhr: Trump erwartet von Nato konkrete Zusagen bei Straße von Hormus
US-Präsident Donald Trump (79) erwartet nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte laut dessen Sprecherin konkrete Zusagen der Verbündeten für eine Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus.
Rutte tausche sich mit den Partnern über seine Gespräche in Washington aus, teilte Nato-Sprecherin Allison Hart der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es ist klar, dass die Vereinigten Staaten konkrete Zusagen und Maßnahmen erwarten, um die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten."
Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Beamten, dass die USA innerhalb von Tagen konkrete Pläne der europäischen Verbündeten dazu erwarteten.
9. April, 16.22 Uhr: IWF-Chefin erwartet Ernährungskrise und bis zu 50 Milliarden Dollar Hilfsbedarf
Infolge des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Ernährungskrise und nötigen Finanzhilfen von bis zu 50 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) für besonders bedürftige Länder. IWF-Chefin Kristalina Georgieva (72) sagte am Donnerstag in Washington laut vorab verbreitetem Redetext, mindestens 45 Millionen Menschen seien dann voraussichtlich von Hunger betroffen. Die Nachfrage nach kurzfristigen IWF-Hilfen werde auf "zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar steigen".
Die Untergrenze von 20 Milliarden Dollar gelte, falls die Waffenruhe halte, welche die USA und der Iran am Mittwoch (MESZ) verkündet hatten, sagte Georgieva in ihrer Ansprache vor dem Frühjahrstreffen von IWF und Weltbank kommende Woche. "Selbst im besten Fall wird es keine saubere und geordnete Rückkehr zum vorherigen Zustand geben", sagte sie über die erwartete Ernährungskrise unter anderem im Nahen Osten und Teilen Afrikas, die Experten vor allem auf den Energiepreis- und Düngemittelschock zurückführen.
9. April, 16 Uhr: Bundesregierung nimmt Gespräche mit Iran wieder auf
Nach der vereinbarten Waffenruhe in Nahost nimmt die Bundesregierung ihre Gespräche mit der Regierung im Iran wieder auf.
Ziel sei es, damit einen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges in der Region zu leisten, sagte Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) am Donnerstag in Berlin. Er betonte, es öffne sich jetzt "ein Zeitfenster für eine Verhandlungslösung", die Lage sei aber noch "fragil".
9. April, 15.58 Uhr: Merz kritisiert Israels Militärschläge im Libanon
Kanzler Friedrich Merz kritisiert (70, CDU) die israelische Kriegsführung im Libanon. Man sehe die Lage in der gesamten Region mit großer Besorgnis, sagte der CDU-Politiker - aber mit besonderer Besorgnis die Lage im Süden des Libanon.
"Die Härte, mit der Israel dort Krieg führt, könnte den Friedensprozess als Ganzes zum Scheitern bringen. Und das darf nicht geschehen", betonte Merz. "Deswegen habe ich gestern auch mit weiteren Staats- und Regierungschefs die israelische Regierung gebeten, ihre nochmals verschärften Angriffe zu beenden."
9. April, 15.33 Uhr: Straße von Hormus noch immer nicht geöffnet
Trotz der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg ist die für den Welthandel wichtige Straße von Hormus am Donnerstag vorerst weiterhin blockiert gewesen.
Die iranischen Revolutionsgarden empfahlen angesichts von Seeminen alternative Routen durch die Meerenge. Aus Teheran hieß es, der Iran werde die Kontrolle dort behalten und möglicherweise eine Maut kassieren. US-Präsident Donald Trump (79) forderte indes, so wie in der Vereinbarung zur Waffenruhe zugesagt, müsse der Iran die Straße von Hormus "unverzüglich" wieder öffnen.
9. April, 15.08 Uhr: EU-Chefdiplomatin Kallas wehrt sich im Nahen Osten gegen Kritik
EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas (48) hat Kritik an einem angeblich mangelnden Einsatz Europas im Krieg im Nahen Osten als "unfair" zurückgewiesen.
"Natürlich können wir alle mehr tun", sagte sie dem Sender CNN bei einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Aber auch in Europa gebe es Sicherheitsprobleme. "Seit vier Jahren tobt der Krieg Russlands gegen die Ukraine. Wir haben nicht wirklich gesehen, dass die Golfstaaten uns dort helfen." Es könne "keine Einbahnstraße sein", "dass es nur in diese Richtung geht und es dann keine Reaktion gibt".
Europa habe die Situation nicht verursacht, aber tue gleichzeitig viel für die Region. Kallas erinnerte an den Marineeinsatz in der Region, um das Rote Meer offenzuhalten, die Unterstützung der libanesischen Streitkräfte im Kampf gegen Hisbollah und Hamas, die Unterstützung für die Zwei-Staaten-Lösung oder für die Palästinensische Autonomiebehörde und die Luftabwehr.
9. April, 14.17 Uhr: Irans Parlamentspräsident droht Israel mit harter Reaktion
Irans Parlamentspräsident hat nach den verheerenden israelischen Angriffen im Libanon mit einer entschiedenen Reaktion gedroht.
"Verstöße gegen die Waffenruhe haben konkrete Konsequenzen und ziehen STARKE Reaktionen nach sich. Löschen Sie das Feuer sofort", schrieb Mohammed-Bagher Ghalibaf auf X.
Ghalibaf verwies dabei auch auf Worte von Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif, der die Waffenruhe zwischen den USA, Israel und dem Iran in der Nacht zu Mittwoch verkündet hatte. In seiner Mitteilung war auch explizit die Rede vom Libanon. Pakistan hatte zwischen den Kriegsparteien vermittelt. Am Freitag oder Samstag sollen in Islamabad Friedensverhandlungen beginnen.
9. April, 12.25 Uhr: Straße von Hormus - Meloni fordert Ende von Einschränkungen
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hat die uneingeschränkte Wiederherstellung der freien Schifffahrt in der Straße von Hormus gefordert.
Einschränkungen dürften nicht akzeptiert werden, sagte Meloni im italienischen Parlament. "Denn sollte der Iran die Möglichkeit erhalten, zusätzliche Zölle auf den Transit durch die Meerenge zu erheben, könnte dies weiterhin zu unabsehbaren wirtschaftlichen Folgen führen."
Meloni bezeichnete es als ein vorrangiges Interesse Italiens sowie seiner europäischen Partner, dass die Freiheit der Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel vollständig zu den Bedingungen vor dem Iran-Krieg wiederhergestellt wird. Meloni kündigte an, mit internationalen Partnern auf dieses Ziel gemeinsam hinzuarbeiten.
9. April, 11 Uhr: Israels Armee meldet Tötung von Neffen des Hisbollah-Chefs
Bei einem israelischen Luftangriff in der libanesischen Hauptstadt Beirut ist auch der Neffe des Hisbollah-Chefs Naim Kassim getötet worden.
Dies teilte die israelische Armee mit, nachdem auch libanesische Sicherheitskreise am Mittwochabend einen Angriff auf eine Wohnung in einem zehnstöckigen Gebäude bestätigt hatten, in der sich der Verwandte offenbar aufgehalten hatte.
Die israelische Armee benannte den Neffen als Ali Jussuf Harschi und erklärte, dieser habe auch als persönlicher Sekretär Kassims gedient. Dafür gab es von libanesischer Seite aber keine Bestätigung. Als Sekretär habe er "eine zentrale Rolle bei der Verwaltung und Sicherung seines Büros" gespielt, hieß es in der Mitteilung der Armee.
Bei einem anderen israelischen Luftangriff im Süden des Libanons war nach Hisbollah-Angaben auch ein Leibwächter Kassims getötet worden.
9. April, 8.46 Uhr: Iran warnt vor Minen in Straße von Hormus
Die Marine der iranischen Revolutionsgarden hat vor Seeminen in der Straße von Hormus gewarnt.
Die Streitkräfte publizierten am späten Mittwochabend eine Karte, auf der eine Gefahrenzone in den gewöhnlichen Schifffahrtswegen der Meerenge verzeichnet ist. In Anbetracht der Kriegssituation im Persischen Golf werde allen Schiffen dazu geraten, eine Alternativroute weiter nördlich zu nutzen. Damit soll der "mögliche Zusammenstoß mit Seeminen" vermieden werden.
Die neue, von den Revolutionsgarden empfohlene Route verläuft entlang der Insel Larak unweit der Südküste des Irans. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Routen der Seefahrt weltweit, vor allem für den Transport von Öl und Gas aus den Golfstaaten.
9. April, 7.39 Uhr: Donald Trump poltert weiter gegen NATO-Bündnis
Mit seinen jüngsten Äußerungen hat US-Präsident Donald Trump die Sorgen vor einem NATO-Austritt der USA befeuert.
Mehr dazu hier: Droht der Austritt? Donald Trump poltert weiter gegen NATO-Bündnis: "War nicht da, als wir sie gebraucht haben"
9. April, 6.42 Uhr: Trump droht mit neuer Eskalation, US-Militär bleibt schussbereit
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran mit einer neuen militärischen Eskalation gedroht, falls Teheran sich nicht komplett an das Waffenruheabkommen halten sollte.
Die Schiffe, Flugzeuge und Soldaten des US-Militärs würden, gegebenenfalls auch mit zusätzlicher Ausrüstung, rund um den Iran stationiert bleiben, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Dies gelte, bis das "erzielte WIRKLICHE ABKOMMEN vollständig eingehalten wird". Es werde alles bereitgehalten, was für die "Vernichtung" eines bereits geschwächten Gegners notwendig sei, schrieb er weiter.
Sollte dies nicht geschehen, werde es zu deutlich stärkeren militärischen Maßnahmen kommen. Dann beginne das "Schießen" - "größer, besser und stärker" als je zuvor, warnte Trump. Er bezeichnete dieses Szenario gleichzeitig als "höchst unwahrscheinlich".
9. April, 1 Uhr: Hisbollah meldet Raketenangriffe auf Israel
Die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon hat nach eigenen Angaben Raketen auf Israel abgefeuert.
"Als Reaktion auf die Verletzung des Waffenruhe-Abkommens durch den Feind" sei am frühen Donnerstagmorgen der israelische Kibbuz Manara nahe der Grenze zum Libanon "mit einem Raketenhagel" ins Visier genommen worden, teilte die Miliz mit. Zuvor hatte die Hisbollah erklärt, sie habe das "Recht", auf israelische Angriffe zu reagieren.
Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt. Bei den massiven Angriffen wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 182 Menschen getötet und 890 weitere verletzt.
9. April, 0.30 Uhr: Trump ermahnt Nato-Verbündete: "Erinnert euch an Grönland"
US-Präsident Donald Trump hat den Nato-Partnern erneut mangelnde Unterstützung für den Krieg gegen den Iran vorgeworfen und dabei auch wieder den Streit um Grönland thematisiert.
"Die Nato war nicht da, als wir sie brauchten, und sie wird auch nicht da sein, wenn wir sie wieder brauchen", schrieb er in Großbuchstaben auf seiner Plattform Truth Social nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die Verbündeten sollten sich an Grönland erinnern, das er als "großes, schlecht verwaltetes Stück Eis" bezeichnete. Die Arktisinsel, die sich Trump noch Anfang des Jahres für die USA einverleiben wollte, gehört zum Gebiet des Nato-Partners Dänemark.
8. April, 23 Uhr: UN-Hochkommissar verurteilt Israels Angriffe im Libanon
Der UN-Hochkommissar für Menschenrechte, Volker Türk, hat die heftigen israelischen Luftangriffe im Libanon scharf verurteilt.
"Das Ausmaß der Tötungen und Zerstörungen im Libanon heute ist schlichtweg entsetzlich", sagte der österreichische UN-Diplomat laut einer Mitteilung.
"Ein solches Blutbad, nur wenige Stunden nach der Vereinbarung eines Waffenstillstands mit dem Iran, ist kaum zu fassen. Es setzt den fragilen Frieden, den die Zivilbevölkerung so dringend braucht, enorm unter Druck", warnte Türk.