Nahost-Konflikt: Israel beschleunigt Produktion von Abfangraketen

Iran - Fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter.

Die Angriffe in der Golfregion halten auch nach fünf Wochen Krieg unvermindert an.
Die Angriffe in der Golfregion halten auch nach fünf Wochen Krieg unvermindert an.  © Sepahnews/ZUMA Press Wire/dpa

In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt. auch in der Küstenstadt Fudschairah wurde das Gebäude eines Telekommunikationsunternehmens angegriffen.

Das emiratische Verteidigungsministerium teilte am Montag mit, an diesem Tag bislang zwölf ballistische Raketen, zwei Marschflugkörper und 19 Drohnen abgefangen zu haben. Dabei seien insgesamt vier Personen verletzt worden.

In Kuwait wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Norden des Landes Geschosse aus dem Iran abgefangen und sechs Menschen durch herabfallende Trümmerteile verletzt. Auch Saudi-Arabien meldete Angriffe.

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Jordanien meldete darüber hinaus, neun Vorfälle, die in Verbindung mit Angriffen standen. Das Militär habe mindestens zwei Drohnen abgefangen, eine dritte sei auf jordanischem Boden gelandet.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

6. April, 16.57 Uhr: Israel beschleunigt Produktion von Abfangraketen

Angesichts fortwährender Raketenangriffe des Irans und seiner Verbündeten will Israel die Produktion von Abwehrraketen des Typs Arrow deutlich beschleunigen.

Ein entsprechender Plan sei gebilligt worden, teilte das israelische Verteidigungsministerium mit. Ziel sei "eine deutliche Erhöhung sowohl der Produktionsrate als auch des Vorrats an Arrow-Abfangraketen". 

Arrow 3 wurde gemeinsam von Israel und den USA entwickelt. Der "Pfeil" kann feindliche Flugkörper außerhalb der Atmosphäre im beginnenden Weltraum durch einen direkten Treffer zerstören. Das System bildet damit die oberste Schicht eines Verteidigungssystems.

Das System habe "seine Leistungsfähigkeit während des aktuellen Krieges unter Beweis gestellt, indem es erfolgreich zahlreiche ballistische Raketen abgefangen hat, die aus dem Iran und dem Jemen abgefeuert wurden", hieß es in der Mitteilung. Nach Militärangaben liegt die Abfangrate bei mehr als 90 Prozent.

Ein Modell einer Rakete des Arrow-3-Luftverteidigungssystems.
Ein Modell einer Rakete des Arrow-3-Luftverteidigungssystems.  © Sebastian Gollnow/dpa

6. April, 16.13 Uhr: Todeszahl im Libanon steigt auf fast 1500

Im Libanon sind durch israelische Angriffe seit Ausbruch der jüngsten Eskalation vor fünf Wochen fast 1500 Menschen getötet worden.

Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass seit dem 2. März 1497 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden seien. 4639 Personen seien verletzt worden. 

6. April, 16.10 Uhr: Angriffe von drei Seiten auf Israel

Israel ist gleichzeitig aus dem Iran, dem Libanon und dem Jemen angegriffen worden.

Im Großraum Tel Aviv heulten bei Raketenangriffen aus dem Iran erneut die Warnsirenen, Menschen hielten sich in Schutzräumen auf.

Die Küstenstadt Eilat im Süden des Landes wurde derweil nach Medienberichten von Drohnen angegriffen, die aus dem Jemen geschickt worden waren.

Dabei sei niemand verletzt worden. Zudem habe es auch im Norden des Landes Angriffe durch die libanesische Hisbollah-Miliz gegeben. 

6. April, 15.58 Uhr: Iran meldet Angriffe auf Industrie im Landeszentrum

Der Iran hat nach israelischen Luftangriffen auf die Gasindustrie am Persischen Golf weitere Bombardierungen im Landeszentrum gemeldet.

Ziel sei ein petrochemischer Komplex in der Stadt Marwdascht rund 45 Kilometer nordöstlich der Metropole Schiras gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Ein Feuer sei ausgebrochen, aber bereits unter Kontrolle, hieß es.

Zuvor hatte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70) Angriffe auf Anlagen in der Küstenstadt Asalujeh bestätigt. Ein Iran-Experte schrieb auf X, die Angriffe der USA und Israels auf iranische Infrastruktur zielten auf eine "Deindustrialisierung" des Landes.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70) bestätigte Angriffe auf Asalujeh.
Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70) bestätigte Angriffe auf Asalujeh.  © AGGELOS NAKKAS / AFP

6. April, 15.43 Uhr: Iran verkündet Tod von ranghohem General

Der Iran hat im Krieg gegen Israel und die USA den Tod eines ranghohen Generals verkündet.

In einer Mitteilung erklärten die mächtigen Revolutionsgarden, dass der Leiter ihrer Geheimdienstabteilung, Generalmajor Madschid Chademi, in den früheren Morgenstunden getötet worden sei. Weitere Details nannten die Revolutionsgarden nicht. 

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz (70) teilte mit, er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee Chademi "ausgeschaltet" habe.

Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten.

6. April, 15.41 Uhr: Weiterer Raketenangriff auf Großraum Tel Aviv

Bei einem weiteren Raketenangriff des Irans auf den Großraum Tel Aviv ist es nach Angaben von Sanitätern zu mehreren Einschlägen gekommen.

Der israelische TV-Sender N12 berichtete von insgesamt 30 Einschlagsorten. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden. Der Sender zeigte Bilder von zerstörten Hausfassaden. 

Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, in der Stadt Ramat Gan habe es in einem zweistöckigen Gebäude erhebliche Zerstörungen gegeben. Bei einem Unfall sei eine etwa 50 Jahre alte Frau mittelschwer verletzt worden.

Sie wurde auf einer zentralen Schnellstraße vom Raketenalarm überrascht. Auf der Suche nach einem Schutzraum sei sie in einen etwa vier Meter tiefen Graben gefallen.

6. April, 13.47 Uhr: Iran meldet Angriffe auf Gasindustrie am Persischen Golf

Der Iran hat einen neuen Angriff auf die Gasindustrie am Persischen Golf gemeldet. Die Nachrichtenagentur Fars berichtete von mehreren Explosionen nahe einer Raffinerie in der Küstenstadt Asalujeh.

Die Provinz gilt als Herz der iranischen Gasindustrie. Bereits Mitte März war sie Ziel israelisch-amerikanischer Luftangriffe.

Das Gasfeld "South Pars", das der Iran und Katar ausbeuten, ist die weltweit größte bekannte Gasreserve und liefert rund 70 Prozent der iranischen Gasversorgung. Israel hatte bereits während des Zwölftageskrieges im Juni 2025 Anlagen auf dem Gasfeld angriffen.

Blick auf petrochemische Anlagen in der iranischen Industriestadt Asalujeh. (Archivbild)
Blick auf petrochemische Anlagen in der iranischen Industriestadt Asalujeh. (Archivbild)  © Abedin Taherkenareh/EPA/dpa

6. April, 13.44 Uhr: Israel und Hisbollah beschießen sich weiter gegenseitig

Der gegenseitige Beschuss zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon geht weiter. Das israelische Militär teilte mit, derzeit Ziele der Schiitenmiliz in Libanons Hauptstadt Beirut zu attackieren.

Anwohner berichteten von mindestens drei lauten Explosionen. Über denen als Dahija bekannten Vororten Beiruts sei schwarzer Rauch aufgestiegen. Augenzeugen berichteten, dass mindestens zwei Gebäude zerstört wurden. Zunächst gab es keine Angaben zu möglichen Opfern. Das israelische Militär hatte zuvor die Bewohner der Gegend erneut zur Flucht aufgerufen.

Bei Angriffen am Morgen in der Gegend um Nabatija im Süden des Landes wurden nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA mindestens fünf Menschen getötet. Bei einem anderen Angriff in der Bekaa-Ebene im Osten des Landes wurden den Angaben zufolge zwei Menschen getötet. Im Süden und im Osten des Landes wurden zahlreiche weitere Angriffe gemeldet.

6. April, 13.40 Uhr: Zwei weitere Tote nach Raketenangriff in Haifa geborgen

Israelische Rettungskräfte haben nach Militärangaben zwei weitere Leichen aus einem Haus in der Hafenstadt Haifa geborgen, das bei einem iranischen Raketenangriff am Sonntag weitgehend zerstört worden war.

Insgesamt wurden damit vier Personen, die unter den Trümmern verschüttet waren, tot aufgefunden.

Dutzende Reservisten seien die ganze Nacht lang vor Ort im Einsatz gewesen, teilte die israelische Armee mit. Sie hätten verschiedene technologische Hilfsmittel eingesetzt, um die Eingeschlossenen so schnell wie möglich zu finden.

6. April, 13.38 Uhr: Weiteres Schiff passiert laut Türkei Straße von Hormus

Ein weiteres türkisches Frachtschiff hat die faktisch durch den Iran blockierte Straße von Hormus passieren dürfen.

Damit konnten seit Beginn des Krieges insgesamt drei Schiffe mit türkischem Besitzer die wichtige Meerenge durchfahren, wie der türkische Verkehrsminister Abdülkadir Uraloglu auf X schrieb. Das sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen.

Das Schiff habe die Meerenge in der Nacht passiert. Er habe Rohöl geladen und sei vom Irak aus unterwegs nach Malaysia. Acht weitere Schiffe mit türkischem Besitzer warteten noch auf die Durchfahrt.

Die Straße von Hormus ist für den globalen Gas- und Öltransport sehr wichtig. Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran am 28. Februar kam die Schifffahrt durch die Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Energiepreise sind in der Folge weltweit stark gestiegen.

Titelfoto: Fotomontage/Sebastian Gollnow/dpa

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