Nahost-Konflikt: Israel droht mit Ausweitung der Angriffe im Iran

Iran - US-Präsident Donald Trump (79) hat sein Ultimatum zum Einlenken der iranischen Führung im Krieg noch einmal verschoben.

Donald Trump (79) hat dem Iran nochmals Aufschub gewährt.
Donald Trump (79) hat dem Iran nochmals Aufschub gewährt.  © Mary Altaffer/POOL AP/AP/dpa

Die Frist zur Freigabe der Straße von Hormus werde auf Bitte des Irans verlängert, bis zum 6. April (US-Ortszeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche an.

Allerdings hatte die Führung in Teheran zuvor schon erklärt, dass sie sich ohnehin keinem Ultimatum zu beugen gedenke. Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung nun die Verlegung 10.000 zusätzlicher Soldaten in die Konfliktregion.

Eigentlich wäre die von Trump gesetzte Frist bereits in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit und dann, nach einer ersten Verlängerung, am Samstag deutscher Zeit abgelaufen.

Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord
Israel Krieg Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord

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27. März, 13.22 Uhr: Israel droht mit Ausweitung der Angriffe im Iran

Während es aus den USA Signale für eine mögliche Verständigung mit dem Iran gibt, kündigt Israels Verteidigungsminister eine Ausweitung der israelischen Angriffe im Iran an.

Grund sei der andauernde Raketenbeschuss aus dem Land auf Israel, teilte Israel Katz nach Angaben seines Büros mit.

Israels Armee werde deshalb ihre Angriffe "eskalieren" und mehr Ziele und Gebiete im Iran ins Visier nehmen. Im Fokus sollen demnach Ziele in Verbindung mit iranischen Waffen stehen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten Teheran dazu aufgefordert, Raketenangriffe auf Israels Zivilbevölkerung einzustellen, sagte Katz. Aber trotz der Warnungen gehe der Beschuss weiter.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz (70).
Israels Verteidigungsminister Israel Katz (70).  © Hannes P Albert/dpa

27. März, 12.13 Uhr: 120 Museen und Kulturstätten laut Teheran durch Angriffe der USA und Israels beschädigt

Bei den Luftangriffen der USA und Israels auf den Iran sind nach Angaben Teherans zahlreiche Museen und andere Kulturstätten beschädigt worden.

"Mindestens 120 Museen, historische Gebäude und Kulturstätten in verschiedenen Provinzen wurden direkt angegriffen und erlitten schwere bauliche Schäden", sagte ein Vertreter des Ministeriums für Kulturerbe in Teheran am Freitag dem Staatsfernsehen.

Er nannte unter anderem den zum Unesco-Weltkulturerbe zählenden Golestan-Palast sowie den Saadabad-Palast, den Marmor-Palast und das sogenannte Kriegsmuseum in Teheran.

27. März, 12.12 Uhr: Iran will US-Soldaten in Hotels in Golfstaaten ins Visier nehmen

Der Iran hat mit Angriffen auf Hotels in der Golfregion gedroht, die US-Armeeangehörige beherbergen.

"Wenn US-Soldaten in einem Hotel untergebracht werden, dann wird dieses Hotel aus unserer Sicht amerikanisch", sagte der Sprecher der iranischen Armee, Abolfasl Schekartschi, am Donnerstagabend im iranischen Staatsfernsehen. "Wir müssen natürlich dort zuschlagen, wo sie sind", fügte er hinzu.

Ähnlich äußerte sich der iranische Außenminister Abbas Araghtschi. Er warf den Staaten des Golf-Kooperationsrats am Donnerstag vor, ihre Bürger als "menschliche Schutzschilde" zu nutzen. US-Soldaten würden sich "in Hotels und Büros verstecken", erklärte er im Onlinedienst X. Er forderte Hotels in der Region auf, ihnen Zimmer zu verweigern.

27. März, 9.27 Uhr: Israel greift Raketenproduktionsstätten im Iran an

Israels Armee hat eigenen Angaben zufolge in der Nacht erneut Ziele im Iran angegriffen. Ins Visier seien dabei unter anderem Produktionsstätten für ballistische Raketen, Raketenlager und Raketenabschussrampen genommen worden, teilte das israelische Militär am Morgen mit.

Angriffe habe es unter anderem in der iranischen Hauptstadt Teheran gegeben. Ziel sei es, den iranischen Beschuss auf Israel einzuschränken.

Dennoch heulten wegen Angriffen aus dem Iran in der Nacht erneut die Sirenen in Israel, darunter in der Küstenmetropole Tel Aviv. Berichte über Opfer gab es zunächst nicht. 

Israels Militär will den iranischen Raketenbeschuss auf Israel einschränken und nimmt deshalb entsprechende Ziele im Iran ins Visier.
Israels Militär will den iranischen Raketenbeschuss auf Israel einschränken und nimmt deshalb entsprechende Ziele im Iran ins Visier.  © JACK GUEZ / AFP

27. März, 7.53 Uhr: Moskau bestreitet Weitergabe von Aufklärungsdaten an Iran

Russlands Regierung hat den Vorwurf der Weitergabe von Geheimdienstinformationen an den Iran zur Bekämpfung von US-Militärobjekten im Nahen Osten zurückgewiesen.

"Wir haben dem Iran bestimmte Arten militärischer Güter geliefert, aber dem Vorwurf, dass wir dem Iran mit Aufklärungsdaten helfen, können wir nicht zustimmen", sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow (76) in einem Interview mit dem Sender France Television, das auf der Homepage des Ministeriums veröffentlicht wurde.

Die Koordinaten der US-Militärbasen in der Region seien bekannt und offen zugänglich. Sie müssten nicht vom Geheimdienst übermittelt werden. "Ich wundere mich nicht darüber, dass der Iran sie attackiert", sagte Russlands Chefdiplomat. Er bestätigte dabei, dass Moskau und Teheran weiterhin strategische Partner seien.

Laut Sergej Lawrow (76) gab es keine Weitergabe von Aufklärungsdaten durch Russland an den Iran.
Laut Sergej Lawrow (76) gab es keine Weitergabe von Aufklärungsdaten durch Russland an den Iran.  © Alexander Zemlianichenko/Pool AP/dpa

27. März, 7.36 Uhr: Pistorius bestätigt Umleitung von Waffen in Nahen Osten nicht

Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) hat sich vorsichtig zu Berichten über eine Umleitung von US-Waffen aus der geplanten Ukraine-Hilfe in den Nahen Osten geäußert.

Für die deutsche Beteiligung an dem sogenannten Purl-Programm könne er das nicht bestätigen, sagte der SPD-Politiker bei einem Besuch in einem australischen Werk des deutschen Rüstungskonzern Rheinmetall nahe Brisbane. Über Purl finanzieren europäische Nato-Staaten und Kanada US-Rüstungsgüter für die Ukraine, weil die USA ihre finanzielle Unterstützung drastisch heruntergefahren haben. 

Der Politiker trat zudem Befürchtungen wegen der Reichweite iranischer Raketen entgegen, die theoretisch auch Ziele in Europa erreichen könnten. Europa sei "sicher, zumal Deutschland sich ja nicht alleine verteidigt im Rahmen der Luftverteidigung, sondern es im Kontext passiert mit den Nato-Luftverteidigungskräften", so Pistorius.

Vonseiten des Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius (66, SPD) kommt keine Bestätigung zur Umleitung von Waffen in den Nahen Osten.
Vonseiten des Bundesverteidigungsministers Boris Pistorius (66, SPD) kommt keine Bestätigung zur Umleitung von Waffen in den Nahen Osten.  © Peter Kneffel/dpa

26. März, 22.10 Uhr: Israel droht mit Tötung weiterer Führungsfiguren im Iran

Israels Armee hat nach der Tötung des Marine-Kommandeurs der iranischen Revolutionsgarden, Admiral Aliresa Tangsiri, damit gedroht, weitere wichtige Führungsfiguren im Iran ins Visier zu nehmen.

Die Tötungen würden nicht aufhören, sagte Militärsprecher Effie Defrin am Abend. "Wir werden weiterhin jeden verfolgen, der Israel bedroht." Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung für den Tod des Marine-Kommandeurs.

Israels Armee teilte am Abend außerdem mit, die israelische Luftwaffe habe am Mittwoch in Kermanschah und Desful Waffenlager, Raketenabschussrampen sowie dort tätige Iraner ins Visier genommen. Zudem habe das israelische Militär am Mittwoch sowie in der Nacht zu Donnerstag in Teheran und im Zentrum des Irans Waffenproduktionsstätten angegriffen.

Israel hat bereits mehrere ranghohe Personen des iranischen Machtapparats gezielt getötet, zuletzt auch den Marine-Kommandeur der Revolutionsgarden.
Israel hat bereits mehrere ranghohe Personen des iranischen Machtapparats gezielt getötet, zuletzt auch den Marine-Kommandeur der Revolutionsgarden.  © Vahid Salemi/AP/dpa

26. März, 21.43 Uhr: Trump verlängert Iran-Ultimatum erneut

US-Präsident Donald Trump hat sein Ultimatum an den Iran zur Freigabe der Straße von Hormus erneut verlängert.

Bis zum Abend des 6. Aprils (US-Ostküstenzeit) werde es keine Angriffe auf iranische Kraftwerke geben, kündigte Trump unter Verweis auf "sehr gute" Gespräche auf der Plattform Truth Social an.

US-Präsident Donald Trump (79) verlängert das Iran-Ultimatum erneut.
US-Präsident Donald Trump (79) verlängert das Iran-Ultimatum erneut.  © Alex Brandon/AP

26. März, 21.10 Uhr: Zwei israelische Soldaten im Libanon getötet

Im Libanon sind im Laufe des Tages zwei israelische Soldaten getötet worden. Israels Armee meldete am Abend den Tod eines 21-Jährigen, am Morgen hatte sie bereits den Tod eines anderen, ebenfalls 21 Jahre alten Soldaten verkündet.

Damit kamen Militärangaben zufolge bei den kürzlich begonnenen israelischen Bodeneinsätzen im Süden des Nachbarlandes bislang vier Soldaten ums Leben.

Israelischen Medienberichten zufolge wurde einer der beiden Soldat bei einem Raketenangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz getötet. Laut Armee wurden bei dem Vorfall auch weitere Soldaten verletzt. Der andere Soldat sei bei einem Schusswechsel mit Mitgliedern der vom Iran unterstützten Schiitenorganisation getötet, berichteten lokale Medien weiter.

Seit Beginn des Iran-Kriegs feuert die Hisbollah wieder Raketen auf Israel, das Land reagiert mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon. Dabei sind nun erneut Soldaten ums Leben gekommen. (Archivbild)
Seit Beginn des Iran-Kriegs feuert die Hisbollah wieder Raketen auf Israel, das Land reagiert mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Libanon. Dabei sind nun erneut Soldaten ums Leben gekommen. (Archivbild)  © Ilia Yefimovich/dpa

26. März, 21.07 Uhr: Iran weist Trumps Ultimatum zurück

Der Iran wird sich laut Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf keinem Ultimatum von US-Präsident Donald Trump beugen.

"Niemand kann dem Iran und den Iranern ein Ultimatum stellen", erklärte er auf der Plattform X. Die Kinder des Irans würden den Kampf bis zum endgültigen Sieg fortsetzen und diesen Teufelskreis von Krieg, Waffenruhe und wieder Krieg durchbrechen.

Trump hatte dem Iran damit gedroht, Kraftwerke und Energieanlagen zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und "ohne Drohungen" für den Schiffsverkehr öffnen. Ursprünglich hatte er dafür ein Ultimatum gesetzt, das in der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit ausgelaufen wäre. Am Montag hatte er dann angekündigt, wegen "sehr guter und produktiver Gespräche" für weitere fünf Tage auf solche Angriffe zu verzichten.

Der Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf.
Der Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf.  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

26. März, 21.04 Uhr: Meldung Ultimatum an den Iran - Trump schließt Verschiebung nicht aus

US-Präsident Donald schließt bei seinem Ultimatum an den Iran eine weitere Verschiebung nicht aus.

"Ich weiß es noch nicht", sagte er in Washington auf die Frage, ob die Frist aufgeschoben sei. Trump sagte, der Sondergesandte Steve Witkoff, Vizepräsident JD Vance und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner würden ihn über den Fortgang der Verhandlungen unterrichten. Davon hänge ab, ob es bei dem Ultimatum bleibe. "Wir haben jede Menge Zeit", sagte Trump.

Trump hatte dem Iran damit gedroht, Kraftwerke zu zerstören, sollte Teheran die Straße von Hormus nicht vollständig und "ohne Drohungen" für den Schiffsverkehr öffnen.

US-Präsident Donald Trump (79).
US-Präsident Donald Trump (79).  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

26. März, 19.18 Uhr: Trump lüftet Geheimnis um "riesiges Geschenk" aus Teheran

Der Iran hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zehn Öltankern die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gewährt.

Die iranische Seite habe das angeboten, um in den Verhandlungen mit den USA ihre Zuverlässigkeit zu untermauern, sagte Trump bei einer Kabinettssitzung in Washington. "Wir haben es wohl mit den richtigen Leuten zu tun", sagte Trump.

Vor seinen Bemerkungen fragte Trump seinen Sondergesandten Steve Witkoff am Kabinettstisch, ob er die Informationen teilen dürfe - offenbar weil es sich um vertrauliche Angaben handelt. "Ich hoffe, ich habe deine Verhandlungen nicht vermasselt", sagte Trump in Richtung Witkoff.

Am Dienstag hatte Trump die Iraner in kryptischen Worten für ein Geschenk gelobt, das sie den USA gemacht hätten. "Es war ein riesiges Geschenk, das unglaublich viel Geld wert war", sagte er. Details wollte er zunächst nicht verraten.

Titelfoto: Hannes P Albert/dpa

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