Nahost-Konflikt: Raketenangriff auf Türkei - Nato schaltet sich ein

Iran - In den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast 2000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen.

Ein Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe feuert Leuchtraketen ab.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.

Unter den angegriffenen Zielen sei auch das einsatzfähigste iranische U-Boot gewesen. Es gehe darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte er.

Seit Jahrzehnten schikaniere der Iran die internationale Schifffahrt, sagte Cooper. Nun gebe es im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches Schiff mehr.

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Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen, Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, 2 Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz, sagte Cooper.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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4. März, 15.07 Uhr: Israels Luftwaffe greift Flughafen in Teheran an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Flughafen Mehrabad in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen.

Es seien dort "Verteidigungs- und Aufklärungssysteme" der iranischen Führung außer Gefecht gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung. Diese hätten eine Bedrohung für Flugzeuge der israelischen Luftwaffe dargestellt. Israels Militär setze seine Bemühungen fort, die gesamte Infrastruktur des iranischen Machtapparats zu schwächen.

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Der Flughafen Mehrabad soll unter Beschuss gestanden haben. (Archivbild)  © Abedin Taherkenareh/EPA/dpa

4. März, 15.02 Uhr: Containerschiff in Straße von Hormus von Geschoss getroffen

In der Straße von Hormus ist ein Containerschiff von einem Geschoss getroffen worden. Das teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt mit.

Der Frachter sei Richtung Osten durch die Meeresenge gefahren, als ein unbekanntes Geschoss knapp über der Wasserlinie eingeschlagen sei, schrieb die Behörde unter Berufung auf den Sicherheitsbeauftragten des Betreibers. Der Treffer habe ein Feuer im Maschinenraum ausgelöst.

4. März, 14.55 Uhr: LNG-Lieferstopp: Katar erklärt "höhere Gewalt"

Das wichtige Förderland Katar zieht Konsequenzen aus dem Iran-Krieg - mit Folgen für die weltweiten Energiemärkte.

Das katarische Öl- und Gasunternehmen Qatar Energy rief für seine ausgesetzten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) und damit verbundenen Produkten den Zustand der "höheren Gewalt" (Force Majeure) aus. Die Erklärung entbindet einen Vertragspartner rechtlich von seinen Lieferpflichten.

4. März, 14.50 Uhr: Raketenangriff auf Türkei - Nato schaltet sich ein

Die Nato geht davon aus, dass der Iran absichtlich eine Rakete auf das Bündnismitglied Türkei abgefeuert hat. "Wir verurteilen, dass der Iran die Türkei ins Visier nimmt", teilte Nato-Sprecherin Allison Hart mit.

Sie betonte, die Nato stehe fest an der Seite aller Bündnispartner und verwies auf die Unterstützung im Bereich der Luftverteidigung und Raketenabwehr.

Ein Nato-Abwehrsystem hatte am Nachmittag eine aus dem Iran abgefeuerte Rakete in der türkischen Grenzregion abgefangen. Das ballistische Geschoss war nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara in Richtung des türkischen Luftraums unterwegs und durchquerte den Luftraum des Irak. Ein Teil der Abwehrrakete fiel demnach in der Grenzprovinz Hatay auf eine freie Fläche, es gab keine Verletzten.

Die Nato äußert ihren Verdacht.  © Anna Ross/dpa

4. März, 14.43 Uhr: US-Militär versenkt laut Hegseth iranisches Kriegsschiff

Das US-Militär hat nach Angaben von Verteidigungsminister Pete Hegseth (45) ein iranisches Kriegsschiff mit einem Torpedo versenkt.

Ein amerikanisches U-Boot habe in internationalen Gewässern auf das Schiff geschossen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Hegseth zufolge war es der erste Angriff dieser Art seit dem Zweiten Weltkrieg. Unklar war zunächst, um welches Schiff es sich genau handelte.

US-Kriegsminister Pete Hegseth (45) bei einer PK.  © Konstantin Toropin/AP/dpa

4. März, 14.05 Uhr: Paralleler Angriff auf Tel Aviv aus Iran und Libanon

Der Großraum Tel Aviv ist parallel mit Raketen aus dem Iran und aus dem Libanon angegriffen worden. Dies bestätigte ein israelischer Armeesprecher.

Es seien eine Rakete aus dem Iran und mehrere von der libanesischen Hisbollah-Miliz abgefeuert worden. Das Militär sei dabei, diese abzufangen. Ein Einwohner der Stadt Tel Aviv berichtete von massiven Explosionsgeräuschen. Die Polizei teilte mit, es seien in mehreren Gebieten in Tel Aviv Raketentrümmer niedergegangen.

Der staatliche iranische Rundfunk berichtete von einer neuen Welle von Raketen aus dem Iran in Richtung der "besetzten Gebiete" (Israel).

4. März, 13 Uhr: Laut Stiftung mehr als 1000 Todesopfer im Iran

Im Iran sind bei den israelisch-amerikanischen Angriffen mindestens 1045 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten seien sowohl Zivilisten als auch Militärangehörige, berichteten iranische Medien übereinstimmend unter Berufung auf die staatliche Stiftung für Märtyrer und Veteranen.

Bei der Organisation handelt es sich um eine staatlich finanzierte Stiftung, die seit ihrer Gründung Familien von im Krieg getöteten Menschen sowie Kriegsversehrten finanzielle und institutionelle Unterstützung gewährt. Sie veröffentlicht in Kriegszeiten auch Daten über Opfer.

Der Golestanpalast in Teheran, ein Unesco-Weltkulturerbe, wurde ebenfalls beschädigt.  © Tasnimnews/TASS via ZUMA Press/dpa

4. März, 12.47 Uhr: Iranisches Kriegsschiff - 101 Crewmitglieder vor Sri Lanka vermisst

Mindestens 101 Besatzungsmitglieder eines gesunkenen iranischen Kriegsschiffs werden nach Medienberichten im Indischen Ozean vor der Küste Sri Lankas vermisst.

Auf der Fregatte "IRIS Dena" seien zudem 78 Menschen verletzt worden, berichtete die sri-lankischen Zeitung "Daily Mirror" unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Verletzte Besatzungsmitglieder seien inzwischen von der sri-lankischen Marine und Luftwaffe gerettet worden. Auf dem Schiff habe sich eine Explosion ereignet, bevor es gesunken sei. Die sri-lankischen Behörden hätten jedoch zunächst nichts über die Ursache der Explosion gesagt.

4. März, 12.34 Uhr: Irak - Drohnenangriff auf US-Militärstützpunkt in Bagdad

Der Krieg mit dem Iran wirkt sich weiterhin auf den benachbarten Irak aus.

Am US-Militärstützpunkt in Nähe des Flughafens der Hauptstadt Bagdad schlug heute eine Drohne ein, wie örtliche Medien unter Berufung auf Sicherheitskreise berichteten. Schäden habe es nicht gegeben. Eine mit Teheran verbündete Miliz beanspruchte heute auch einen Drohnenangriff auf eine US-Basis in Erbil in der Kurdenregion für sich. Zudem habe sie in Erbil ein Hotel angegriffen, in dem US-Soldaten untergebracht seien.

Der Irak teilt sich eine 1500 Kilometer lange Grenze mit dem Iran. Teheran hat großen politischen, wirtschaftlichen und militärischen Einfluss auf das Nachbarland unter anderem durch die mächtigen, Iran-treuen Milizen dort. Teile der schiitischen Gemeinde im Irak fürchten, dass bei einer Schwächung des Irans auch ihr eigener politischen Einfluss im Irak schwinden könnte. Einige Beobachter fürchten neue Unruhen im Irak durch die Entwicklungen im Nachbarland.

4. März, 11.50 Uhr: Saudi-Arabien fängt Marschflugkörper ab

Der Iran hat seine Angriffe in den Golfstaaten am fünften Tag des Nahostkriegs fortgesetzt. Saudi-Arabien fing zwei mutmaßlich iranische Marschflugkörper sowie zehn Drohnen ab. Das teilte das saudische Verteidigungsministerium mit.

Die Marschflugkörper wurden in der Region al-Chardsch südöstlich der Hauptstadt Riad abgeschossen, wo sich ein wichtiger US-Luftwaffenstützpunkt befindet. Die Basis wurde in den vergangenen Tagen bereits mehrfach mit Drohnen angegriffen.

Zudem kam es erneut zu einem Angriff bei der Ölraffinerie Ras Tanura des staatlichen Ölkonzerns Aramco. Schäden habe es nicht gegeben, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Aramco-Anlagen sind sehr sensible Ziele. Angriffe hier können sich direkt auf Preise an den Energiemärkten auswirken.

Die Regierung des Nachbarlands Katar teilte mit, Iran habe den wichtigen US-Militärstützpunkt al-Udaid mit ballistischen Raketen angegriffen. Eine Rakete sei an der Basis eingeschlagen, es habe aber keine Opfer gegeben, hieß es aus dem katarischen Verteidigungsministerium. Eine zweite Rakete sei abgefangen worden.

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