Nahost-Konflikt: Golfstaaten verurteilen iranische Angriffe - Putin will vermitteln

Nahost - Der Konflikt im Nahen Osten hat inzwischen auch Europa erreicht. Mehrere Drohnen wurden über dem EU-Staat Zypern abgefangen.

In Teheran sind nach israelischen Angaben bereits über 600 Bomben eingeschlagen.  © Mohsen Ganji/AP/dpa

Während die israelische Armee ihre Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon ausgeweitet hat, ist inzwischen auch Europa zur Zielscheibe geworden.

Ein britischer Militärstützpunkt auf Zypern wurde am Montag von Drohnen ins Visier genommen. Diese konnten jedoch abgefangen werden.

Als Reaktion auf die Angriffe musste der Flughafen der Stadt Paphos evakuiert werden. Die griechische Marine entsendete zudem Kriegsschiffe nach Zypern.

Israel Krieg Ex-Tagesschau-Sprecher erlebt Nahost-Eskalation aus nächster Nähe

Auch im Iran schlagen weiterhin Raketen ein, ebenso in Israel. Zunehmend scheint die iranische Armee auch die Energieinfrastruktur im Nahen Osten unter Beschuss zu nehmen. In Katar wurde infolge iranischer Drohnenangriffe bereits die Produktion von Flüssigerdgas (LNG) gestoppt.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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2. März, 22.27 Uhr: Zwei weitere US-Einsatzkräfte im Krieg mit dem Iran getötet

Beim US-Militäreinsatz gegen den Iran ist die Zahl getöteter US-Einsatzkräfte von vier auf sechs gestiegen. Die Streitkräfte hätten die Überreste zwei vermisster Soldaten aus einer Einrichtung geborgen, die während der ersten Angriffe des Iran in der Region getroffen worden sei, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit.

Wie das US-Kommando weiter mitteilte, dauern die Kämpfe in der Region an. Die Identität der Gefallenen werde nach der Benachrichtigung der Angehörigen noch 24 Stunden lang zurückgehalten.

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2. März, 22.20 Uhr: EU sagt wegen Krieg weiteres Ministertreffen in Zypern ab

Die EU verschiebt wegen des Iran-Kriegs ein weiteres in Zypern geplantes Ministertreffen. Wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte, werden die Kulturminister nicht wie ursprünglich vorgesehen an diesem Donnerstag und Freitag in dem Inselstaat im östlichen Mittelmeer zusammenkommen. Zuvor war bereits ein für diesen Montag und Dienstag terminiertes Europaministertreffen abgesagt worden.

Hintergrund der Entscheidung sind die Sicherheitslage und mögliche Beeinträchtigungen des Luftverkehrs in der Region durch den Iran-Krieg.

Das Tor des britischen Luftwaffenstützpunkts RAF Akrotiri bei Sonnenuntergang, nachdem er am frühen Morgen von einer Drohne getroffen worden war.  © Petros Karadjias/AP/dpa

2. März, 22.17 Uhr: Golestan-Palast in Teheran offenbar durch US-israelische Angriffe teilweise beschädigt

Der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörende Golestan-Palast in Teheran ist iranischen Medienberichten zufolge bei US-israelischen Angriffen teilweise beschädigt worden. Fenster, Türen und Spiegel seien von den Druckwellen durch den Angriff am Sonntagabend getroffen worden, meldeten die Nachrichtenagenturen Isna und Mehr am Montag.

Der Palast sei "durch Trümmer und durch die Druckwelle eines Luftangriffs auf den Arag-Platz" in Teheran beschädigt worden, erklärte die Unesco mit Sitz in Paris. Sie äußerte ihre "Besorgnis über den Schutz der Kulturerbestätten angesichts der eskalierenden Gewalt im Nahen Osten". Weiter erklärte die Organisation, sie habe "allen betroffenen Parteien die geografischen Koordinaten der Stätten auf der Welterbeliste sowie der Stätten von nationaler Bedeutung mitgeteilt, um mögliche Schäden zu vermeiden".

2. März, 22.13 Uhr: Auf britischen Stützpunkt auf Zypern abgefeuerte Drohnen offenbar im Libanon gestartet

Die auf einen britischen Militärstützpunkt auf Zypern abgefeuerten iranischen Drohnen sind nach Angaben aus zyprischen Regierungskreisen im Libanon gestartet worden.

Es sei bestätigt, dass die Drohnen – von denen eine eine Landebahn getroffen hatte – vom Libanon aus gestartet seien, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Montag aus zyprischen Regierungskreisen. "Höchstwahrscheinlich" seien sie von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon gestartet worden.

2. März, 21.38 Uhr: Iran hat laut US-Militär keine Schiffe mehr im Golf von Oman

Die iranische Führung hat nach Angaben des US-Militärs keine Schiffe mehr im Golf von Oman.

Vor zwei Tagen seien es noch elf Schiffe gewesen, teilte das für die Region zuständige US-Kommando im Nahen Osten (Centcom) auf X mit. "Das iranische Regime hat jahrzehntelang die internationale Schifffahrt im Golf von Oman schikaniert und angegriffen. Diese Zeiten sind vorbei." US-Streitkräfte würden die Freiheit der Seeschifffahrt weiterhin verteidigen.

2. März, 21.17 Uhr: Golfstaaten verurteilen iranische Angriffe - Putin will vermitteln

Mehrere Golfstaaten haben die Welle von Vergeltungsangriffen des Iran im Nahen Osten als völkerrechtswidrig verurteilt. Die iranischen Angriffe seien eine "äußerst schwerwiegende" Verletzung des internationalen Rechts, erklärten die sechs Länder des Golf-Kooperationsrats Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate sowie Jordanien am Montag beim UN-Menschenrechtsrat in Genf. Die Angriffe Teherans bedrohten die regionale Stabilität.

Die Lage in der Region war nach russischen Angaben auch Thema mehrerer Telefonate des russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) mit mehreren Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten. Wie der Kreml mitteilte, sprach Putin am Montag mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman sowie mit den Staatenlenkern der Emirate, Katars und Bahrains.

Im Gespräch mit seinem emiratischen Kollegen Scheich Mohammed bin Sajed al-Nahjan bot Putin demnach unter anderem an, die Bedenken Abu Dhabis hinsichtlich iranischer Vergeltungsschläge an Teheran weiterzuleiten. Zudem wolle er zur Stabilisierung der Lage in der Region beitragen.

Der russische Präsident Wladimir Putin (73) bietet seine Hilfe an.  © Wjatscheslaw Prokofjew/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

2. März, 20.40 Uhr: Iranischer Militärsprecher: Hunderte Raketen und Drohnen abgefeuert

Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben seit Kriegsbeginn Hunderte ballistische Raketen und mehr als 700 Drohnen auf Ziele in Israel sowie auf US-Militärstützpunkte in der Golfregion abgefeuert.

Ein Militärsprecher sagte der staatlichen Rundfunkagentur Iribnews laut Übersetzung, es seien 500 militärische Ziele Israels sowie der USA angegriffen worden. Als Beispiele nannte er Geheimdienstzentren, Kommunikationszentralen und Waffendepots. Unabhängig überprüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht. Der Sprecher kündigte an, die Angriffe weiter auszuweiten.

Das israelische Luftabwehrsystem feuert, um vom Iran auf Israel gerichtete Raketen abzufangen.  © Mahmoud Illean/AP/dpa

2. März, 20.25 Uhr: Kuwaits Armee meldet erstes Todesopfer seit Irans Angriffen

Das Militär des Golfstaats Kuwait hat das erste Todesopfer in den eigenen Reihen seit Beginn der iranischen Gegenangriffe in der Region gemeldet.

Ein Marinesoldat sei heute im Dienst bei einem "Militäreinsatz" ums Leben gekommen, teilte der Generalstabschef der kuwaitischen Armee mit. Details dazu, wo und wie genau der Soldat ums Leben kam, wurden nicht genannt.

2. März, 20.16 Uhr: Iran beschuldigt Israel und die USA zweier Angriffe auf Atomanlage Natans

Der Iran hat Israel und die USA beschuldigt, seine Atomanlage in Natans angegriffen zu haben. Die "kriminellen Regime" der USA und Israel hätten "bei zwei brutalen Angriffen am Sonntagnachmittag" die Atomanlage Natans attackiert, erklärte der Leiter der iranischen Atomenergiebehörde, Mohammad Eslami, am Montag nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Irna in einem Brief an die Internationale Atomenergiebehörde IAEA.

Die IAEA hatte zuvor erklärt, dass es "keine Hinweise" darauf gebe, dass bei den am Samstag begonnenen Angriffen der USA und Israels auf den Iran dessen Nukleareinrichtungen getroffen oder beschädigt worden seien. IAEA-Chef Rafael Grossi (65) sagte am Montag bei der Eröffnung einer Sondersitzung des Gouverneursrats der UN-Organisation, die Bemühungen, die iranischen Atomaufsichtsbehörden zu kontaktieren, würden weitergehen - bisher ohne Erfolg.

IAEA-Chef Rafael Grossi (65) kann derzeit keine Entwarnung geben.  © Heinz-Peter Bader/AP/dpa

2. März, 19.54 Uhr: Iranische Angriffe in Golf-Region: Abu Dhabi meldet Drohnentreffer in Öllager

Am dritten Tag der iranischen Angriffe in der Golfregion ist in Abu Dhabi ein Kraftstofflager von einer Drohne getroffen worden.

In dem Lager mit Öltanks in Musaffah brach infolge des Drohnenangriffs ein Feuer aus, wie die Behörden in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate am Montag mitteilten. Die Situation sei unter Kontrolle, der Betrieb sei nicht beeinträchtigt worden. Auch Verletzte gab es demnach keine.

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