Nahost-Konflikt: Iran will sich bis zum "finalen Sieg" verteidigen

Iran - Während US-Präsident Donald Trump (79) trotz gegenteiliger Signale aus dem Iran Hoffnung auf ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges verbreitet, gehen die Kämpfe vorerst weiter.

In Israel sind in der Nacht auf Dienstag erneut Raketen aus dem Iran eingeschlagen.
In Israel sind in der Nacht auf Dienstag erneut Raketen aus dem Iran eingeschlagen.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Israels Luftabwehr war in der Nacht erneut wegen gleich mehrerer Raketenangriffe des Erzfeindes im Einsatz. Auch Saudi-Arabien und Bahrain meldeten wieder Beschuss durch Drohnen und Raketen.

Israel setzt wiederum seine Attacken im Iran und im Libanon fort, wie Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) ankündigte.

Zuvor hatte Trump ultimativ angedrohte Angriffe auf iranische Kraftwerke verschoben und dies als Ergebnis "sehr guter und produktiver Gespräche über eine vollständige und endgültige Beilegung unserer Feindseligkeiten" in den vergangenen Tagen bezeichnet.

Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord
Israel Krieg Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord

Ursprünglich hatte er Teheran eine Frist bis zur heutigen Nacht gesetzt, die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

24. März, 13.55 Uhr: Zehntausende zivile Einrichtungen Irans im Krieg beschädigt

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen im Iran sind nach Angaben des Roten Halbmonds mehr als 82.000 zivile Einrichtungen beschädigt oder zerstört worden.

Darunter seien etwa 62.000 Wohnungen sowie 281 medizinische Zentren, Krankenhäuser und Apotheken, sagte der Leiter der iranischen Rothalbmond-Gesellschaft, Pirhussein Koliwand. Koliwand zufolge wurden insgesamt 498 Schulen beschädigt - bei direkten Angriffen oder bei Angriffen, die Zielen in der Nähe galten. Der Rote Halbmond ist nach seiner Darstellung auch Ziel von Angriffen geworden. Neben 17 Rettungswachen seien zwölf Rettungswagen direkt von Raketen getroffen worden.

24. März, 12.57 Uhr: Iran will sich bis zum "finalen Sieg" verteidigen

Irans Militärführung hat im Krieg gegen Israel und die USA Kompromisse und eine Kapitulation kategorisch ausgeschlossen.

"Die schlagkräftigen iranischen Streitkräfte werden die Souveränität des Landes standhaft verteidigen und diesen Weg bis zum finalen Sieg fortsetzen", sagte der Kommandeur der zentralen Militärführung, Ali Abdollahi Aliabadi, laut dem staatlichen Rundfunk. Aliabadi ist der faktische Generalstabschef. Er leitet das Hauptquartier Chatam al-Anbija, das im Kriegsfall die operative Führung der iranischen Streitkräfte bündelt.

Irans Militärführung hat eine Kapitulation ausgeschlossen. (Archivbild)
Irans Militärführung hat eine Kapitulation ausgeschlossen. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

24. März, 12.56 Uhr: Libanon weist iranischen Botschafter aus

Libanon hat den iranischen Botschafter im Land zur Persona non grata erklärt.

Mohammed Resa Scheibani sei aufgefordert worden, das Land bis kommenden Sonntag (29. März) zu verlassen, teilte das Außenministerium in Beirut mit. Gleichzeitig wurde der libanesische Botschafter im Iran, Ahmad Sweidan, für Beratungen in den Libanon berufen.

24. März, 11.52 Uhr: Israel will Gebiet bis Litani-Fluss im Libanon kontrollieren

Israel will nach Angaben des Verteidigungsministers bis auf weiteres das Gebiet bis zum Litani-Fluss im Südlibanon kontrollieren.

"Alle Brücken über den Litani, die von der Hisbollah für den Transport von Kämpfern und Waffen genutzt wurden, wurden gesprengt – und die israelische Armee wird die übrigen Brücken und das Sicherheitsgebiet bis zum Litani kontrollieren", sagte Israel Katz (70) nach Angaben seines Büro bei einer Beratung mit Militärs im Hauptquartier der Armee in Tel Aviv.

Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff in Litani auf. (Archivbild)
Rauch steigt nach einem israelischen Luftangriff in Litani auf. (Archivbild)  © Ali Hashisho/XinHua/dpa

24. März, 10.10 Uhr: Schiitische Milizen melden US-Angriffe auf eigene Stellungen im Irak

Mit dem Iran verbündete Milizen haben im Irak erneut einen US-Angriff auf eine ihrer Stellungen im Westen des Landes gemeldet.

Dabei seien 14 ihrer Mitglieder getötet worden, teilten die sogenannten Volksmobilisierungskräfte (PMF) mit. Unter den Opfern sei auch der Einsatzkommandeur der Provinz Anbar im Westen des Landes gewesen. Die PMF teilten mit, ihre Kämpfer seien "bei einem hinterhältigen US-Luftangriff" getötet worden, der ihr Hauptquartier getroffen habe, während sie "ihre nationale Pflicht" erfüllt hätten.

Die schiitischen Milizen pflegen enge Verbindungen zu Teheran.

24. März, 9.18 Uhr: Iran meldet Festnahme von 30 Verdächtigen im Krieg

Irans Sicherheitsdienste haben im Zusammenhang mit dem Krieg 30 Verdächtige festgenommen.

Die Festnahmen durch den Geheimdienst erfolgten in den Provinzen Lorestan, Hamedan und Kerman, wie der staatliche iranische Rundfunk berichtete. In einer Mitteilung war die Rede von "Söldnern" Israels und "Vaterlandsverrätern". Es seien elf Starlink-Geräte und Waffen beschlagnahmt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig verfizieren.

24. März, 7.30 Uhr: Iran startet neue Salve von Raketen auf Israel

Die iranischen Streitkräfte haben dem iranischen Staatsfernsehen zufolge eine neue Salve von Raketen auf Israel abgefeuert.

Die iranischen Raketen hätten "mehrere israelische Luftabwehrsysteme durchdrungen", erklärte der staatliche iranische Fernsehsender Irib am Dienstagmorgen. Die israelische Armee erklärte, sie habe anfliegende iranische Raketen geortet und arbeite daran, sie abzufangen.

Bei einem vorherigen iranischen Angriff war bereits ein Gebäude im Norden Israels getroffen worden. Der israelische Rettungsdienst Magen David Adom veröffentlichte ein Video eines beschädigten Gebäudes und teilte mit, dass es bei dem Vorfall keine Todesopfer gegeben habe.

Rauch steigt in Tel Aviv auf, nachdem eine iranische Raketen eingeschlagen ist.
Rauch steigt in Tel Aviv auf, nachdem eine iranische Raketen eingeschlagen ist.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

23. März, 20.51 Uhr: Trump sieht laut Netanjahu Chance für Abkommen mit Iran

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat sich erstmals zu von den USA verkündeten Gesprächen mit dem Iran über eine mögliche Vereinbarung im Iran-Krieg geäußert.

"Präsident (Donald) Trump ist überzeugt, dass es eine Chance gibt, die enormen Erfolge, die wir mit dem US-Militär erzielt haben, zu nutzen, um die Kriegsziele durch ein Abkommen zu verwirklichen – ein Abkommen, das unsere vitalen Interessen schützt", sagte er in einer Videobotschaft.

23. März, 20.27 Uhr: Netanjahu kündigt Fortsetzung der Angriffe im Iran an - nach Telefonat mit Trump

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) hat eine Fortsetzung der Angriffe auf Ziele im Iran und im Libanon angekündigt.

Er habe am Montag mit US-Präsident Donald Trump (79) telefoniert, sagte Netanjahu in einer Videobotschaft. Trump sei der Ansicht, dass es eine Chance gebe, die "enormen Erfolge" der israelischen und US-Armee zu nutzen, "um die Kriegsziele in einem Abkommen zu verwirklichen". Ein solches Abkommen werde "unsere vitalen Interessen sichern".

"Gleichzeitig setzen wir unsere Angriffe sowohl im Iran als auch im Libanon fort", betonte Netanjahu. Israel werde seine Interessen "unter allen Umständen" verteidigen.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) denkt nicht an ein Kriegsende.
Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) denkt nicht an ein Kriegsende.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

23. März, 20.01 Uhr: Israels Bodentruppen holen Hisbollah-Mitglieder nach Israel

Israels Armee setzt eigenen Angaben zufolge ihre "gezielten Bodeneinsätze im Südlibanon" fort.

Dabei hätten Soldaten am Sonntag auch mehrere bewaffnete Mitglieder der Hisbollah-Miliz gefangen genommen und "zur weiteren Befragung" nach Israel gebracht, teilte das israelische Militär am Abend mit. Die Hisbollah-Mitglieder wollten den Angaben zufolge eine Rakete auf israelische Soldaten feuern. Zudem hätten sie geplant, eine Stellung für Raketenangriffe auf Israel zu errichten.

Titelfoto: Vahid Salemi/AP/dpa

Mehr zum Thema Israel Krieg: