Nahost-Konflikt: Israel wird Angriffe im Libanon laut Trump zurückfahren

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Israel/Iran - Nach der Verkündung der Waffenruhe im Iran-Krieg richtet sich der Blick gespannt auf die anstehenden Friedensgespräche. Israel ging zunächst weiterhin militärisch gegen die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon vor, bevor es am Donnerstagabend überraschend die Aufnahme direkter Verhandlungen mit dem verfeindeten Nachbarland ankündigte.

Nach mehreren israelischen Luftangriffen steigt Rauch in Beirut auf.
Nach mehreren israelischen Luftangriffen steigt Rauch in Beirut auf.  © Hassan Ammar/AP/dpa

Der Iran will die Urananreicherung fortsetzen, was den Interessen Israels und der USA zuwiderläuft. Kontroversen gibt es nach wie vor auch um die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr.

Diese Konfliktpunkte legen einen Schatten über die Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran, die ab Freitag in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad geplant sind.

Zunächst seien Vorgespräche auf Expertenebene vorgesehen, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Am Samstagmorgen sei ein Treffen der Verhandlungsführer angedacht. Die Gespräche könnten bei Bedarf bis Sonntag andauern.

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Die Bundesregierung sucht jetzt nach langer Funkstille wieder das direkte Gespräch mit Teheran, wie Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) ankündigte. "Unser Ziel ist, auf diesem Weg auch einen eigenen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zu leisten", sagte er mit Blick auf die Friedensgespräche.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

9. April, 21.16 Uhr: Erster nicht-iranischer Tanker seit Waffenruhe passiert offenbar Straße von Hormus

Erstmals nach der Waffenruhe-Einigung im Iran-Krieg hat am Donnerstag offenbar ein nicht-iranischer Tanker die Straße von Hormus passiert.

Laut Daten der Plattform Marine Traffic handelte es sich um den unter gabunischer Flagge fahrenden Öltanker "MSG". Das Schiff war den Angaben zufolge mit rund 7000 Tonnen Heizöl aus den Vereinigten Arabischen Emiraten Richtung Indien unterwegs.

9. April, 20.47 Uhr: Pakistan lobt "Zurückhaltung" der Kriegsparteien

Vor den geplanten Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden im Iran hat sich der Vermittlerstaat Pakistan weitgehend zufrieden über die jüngste Entwicklung geäußert. Seit Inkrafttreten der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch hätten "alle Seiten Zurückhaltung" an den Tag gelegt, erklärten der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir am Donnerstag. Beide seien "zufrieden" mit der "bislang erreichten Deeskalation".

In einem Gespräch mit dem libanesischen Regierungschef Nawaf Salam verurteilte Sharif allerdings laut seinem Büro die "anhaltende Aggression" Israels gegen den Libanon. Pakistan hatte bei der Bekanntgabe der Feuerpause zwischen dem Iran und der USA erklärt, diese gelte auch für den Libanon.

9. April, 20.11 Uhr: Hisbollah feuert laut Armee rund 50 Raketen auf Nordisrael

Während Israel direkte Verhandlungen mit dem Libanon angekündigt hat, feuert die libanesische Hisbollah-Miliz am Abend erneut Raketen auf den Norden Israels. Israels Armee teilte auf Anfrage mit, seit dem Morgen habe die vom Iran unterstützte Miliz rund 50 Raketen aus dem Nachbarland auf Nordisrael gefeuert. In der Stadt Naharija heulten am Abend Berichten zufolge innerhalb von einer Stunde gleich viermal die Warnsirenen. Auch in anderen Orten in Nordisrael gab es Raketenalarm.

Die israelische Armee warnte am Abend vor Angriffen aus dem Libanon auf andere Gebiete in Israel in den kommenden Stunden. Sie rief die Bevölkerung des ganzen Landes zur Wachsamkeit auf.

9. April, 20.06 Uhr: Israel wird Angriffe im Libanon laut Trump zurückfahren

Israel wird nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) die Angriffe im Libanon zurückfahren.

Er habe mit Premierminister Benjamin Netanjahu (76) gesprochen und dieser habe eine Reduzierung der Attacken zugesagt, sagte Trump dem US-Sender NBC in einem Telefoninterview.

US-Präsident Donald Trump (79) versucht momentan zu deeskalieren.
US-Präsident Donald Trump (79) versucht momentan zu deeskalieren.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

9. April, 19.57 Uhr: Angeblich neue Botschaft von Irans neuem Revolutionsführer

Irans neuer Revolutionsführer Modschtaba Chamenei (56) hat in einer ihm zugeschriebenen Erklärung sein Land als Sieger im Konflikt mit den USA und Israel dargestellt. Wie zuvor wurde die Botschaft im Staatsfernsehen nur verlesen, es gab weder ein Bewegtbild noch eine Audio- oder Videoaufnahme.

In der Modschtaba Chamenei zugeschriebenen Botschaft heißt es, der Iran sei der Sieger des Konflikts. "In den letzten 40 Tagen hat die große Nation Iran ein Epos geschaffen und die Welt verblüfft."

Der 56-Jährige ist seit seiner Ernennung zum neuen Religionsführer am 8. März nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Das nährt Spekulationen über seinen Gesundheitszustand, seinen Aufenthaltsort und seine tatsächliche Rolle.

Er existiert momentan nur auf Fotos und angeblichen Schriftstücken. Wo und was mit Irans neuem Revolutionsführer Modschtaba Chamenei (56) geschehen ist, bleibt unklar.
Er existiert momentan nur auf Fotos und angeblichen Schriftstücken. Wo und was mit Irans neuem Revolutionsführer Modschtaba Chamenei (56) geschehen ist, bleibt unklar.  © Francisco Seco/AP/dpa

9. April, 19.52 Uhr: Mehr als 300 Tote nach israelischer Angriffswelle im Libanon

Nach der heftigen Angriffswelle des israelischen Militärs auf die libanesische Hauptstadt Beirut und andere Teile des Landes steigt die Opferzahl weiter an. Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass die Zahl der Toten auf 303 angestiegen sei. Laut vorläufigen Zahlen wurden 1150 Menschen verletzt. Damit handelt es sich um den Tag mit der höchsten Opferzahl im Libanon seit Beginn der jüngsten Eskalation Anfang März.

Unter den Getöteten vom Mittwoch seien allein 110 Minderjährige, Frauen und Ältere. Insgesamt wurden dem Ministerium zufolge bisher 1888 Menschen durch israelische Angriffe seit Ausbruch der Kampfhandlungen am 2. März getötet worden. Mehr als 6000 Menschen seien verletzt worden.

Menschen begutachten die durch israelische Angriffe auf Beirut verursachten Schäden. Israel hat seine schwersten Angriffe auf den Libanon seit dem Ausbruch des Konflikts mit der pro-iranischen Hisbollah im vergangenen Monat durchgeführt.
Menschen begutachten die durch israelische Angriffe auf Beirut verursachten Schäden. Israel hat seine schwersten Angriffe auf den Libanon seit dem Ausbruch des Konflikts mit der pro-iranischen Hisbollah im vergangenen Monat durchgeführt.  © Marwan Naamani/dpa

9. April, 19.25 Uhr: Israel-Libanon-Gespräche ab nächster Woche

Die von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) angekündigten direkten Verhandlungen mit dem Libanon sollen israelischen Medien zufolge bereits nächste Woche beginnen.

Wie die israelische Nachrichtenseite "ynet" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtete, sollen die Gespräche dann in Washington stattfinden. Demnach sollen zunächst die US-Botschafter der beiden verfeindeten Länder daran teilnehmen.

9. April, 18.04 Uhr: Netanjahu kündigt direkte Verhandlungen mit dem Libanon an

Israel plant offiziellen Angaben zufolge, direkte Verhandlungen über friedliche Beziehungen mit dem verfeindeten Libanon aufzunehmen.

Nach den wiederholten Bitten des Nachbarlandes habe der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) am Mittwoch das Kabinett angewiesen, die Gespräche "so bald wie möglich" zu beginnen, hieß es in einer Mitteilung seines Büros am Donnerstagabend. Die Verhandlungen sollen sich demnach auf die Entwaffnung der Hisbollah und die Aufnahme friedlicher Beziehungen zwischen Israel und dem Libanon konzentrieren.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) zeigt sich endlich gesprächsbereit.
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) zeigt sich endlich gesprächsbereit.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/AP/dpa

9. April, 17.38 Uhr: Trump erwartet von Nato konkrete Zusagen bei Straße von Hormus

US-Präsident Donald Trump (79) erwartet nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte laut dessen Sprecherin konkrete Zusagen der Verbündeten für eine Unterstützung bei der Sicherung der Straße von Hormus.

Rutte tausche sich mit den Partnern über seine Gespräche in Washington aus, teilte Nato-Sprecherin Allison Hart der Deutschen Presse-Agentur mit. "Es ist klar, dass die Vereinigten Staaten konkrete Zusagen und Maßnahmen erwarten, um die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu gewährleisten."

Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete unter Berufung auf einen hochrangigen Nato-Beamten, dass die USA innerhalb von Tagen konkrete Pläne der europäischen Verbündeten dazu erwarteten.

US-Präsident Donald Trump (79) stellt Forderungen an die Nato, die dafür nie gedacht war.
US-Präsident Donald Trump (79) stellt Forderungen an die Nato, die dafür nie gedacht war.  © Alex Brandon/AP/dpa

9. April, 16.22 Uhr: IWF-Chefin erwartet Ernährungskrise und bis zu 50 Milliarden Dollar Hilfsbedarf

Infolge des Iran-Kriegs rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Ernährungskrise und nötigen Finanzhilfen von bis zu 50 Milliarden Dollar (rund 43 Milliarden Euro) für besonders bedürftige Länder. IWF-Chefin Kristalina Georgieva (72) sagte am Donnerstag in Washington laut vorab verbreitetem Redetext, mindestens 45 Millionen Menschen seien dann voraussichtlich von Hunger betroffen. Die Nachfrage nach kurzfristigen IWF-Hilfen werde auf "zwischen 20 und 50 Milliarden US-Dollar steigen".

Die Untergrenze von 20 Milliarden Dollar gelte, falls die Waffenruhe halte, welche die USA und der Iran am Mittwoch (MESZ) verkündet hatten, sagte Georgieva in ihrer Ansprache vor dem Frühjahrstreffen von IWF und Weltbank kommende Woche. "Selbst im besten Fall wird es keine saubere und geordnete Rückkehr zum vorherigen Zustand geben", sagte sie über die erwartete Ernährungskrise unter anderem im Nahen Osten und Teilen Afrikas, die Experten vor allem auf den Energiepreis- und Düngemittelschock zurückführen.

IWF-Chefin Kristalina Georgieva (72) sieht schwere Zeiten aufziehen.
IWF-Chefin Kristalina Georgieva (72) sieht schwere Zeiten aufziehen.  © Ciaran McCrickard/World Ecomonic Forum/dpa

9. April, 16 Uhr: Bundesregierung nimmt Gespräche mit Iran wieder auf

Nach der vereinbarten Waffenruhe in Nahost nimmt die Bundesregierung ihre Gespräche mit der Regierung im Iran wieder auf.

Ziel sei es, damit einen Beitrag zum Erfolg der anstehenden Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Krieges in der Region zu leisten, sagte Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) am Donnerstag in Berlin. Er betonte, es öffne sich jetzt "ein Zeitfenster für eine Verhandlungslösung", die Lage sei aber noch "fragil".

Titelfoto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

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