Nahost-Konflikt: Mehrere Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff im Iran

Iran - Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik sind zwei Menschen in Israel getötet worden.

Beim Einschlag einer iranischen Rakete nahe Tel Aviv sind zwei Menschen getötet worden.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein.

Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Mit der Attacke sei die Tötung des Generalsekretärs des Nationalem Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, vergolten worden, berichtete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim.

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Am Ort des tödlichen Einschlags in Ramat Gan bot sich den Rettungskräften ein Bild der Zerstörung. "Als wir eintrafen, sahen wir dichten Rauch und Zerstörungen in einem Wohnhaus. Überall lagen Glasscherben und verstreute Gegenstände. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden zwei Verletzte gefunden, die bewusstlos waren, keinen Puls hatten und nicht mehr atmeten", zitierte der Rettungsdienst einen Sanitäter. Angesichts ihrer schweren Verletzungen seien sie nicht mehr zu retten gewesen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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17. März, 9.50 Uhr: Mehrere Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff im Iran

Bei einem israelisch-amerikanischen Angriff sind nach Angaben aus dem Iran mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

56 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Luftangriff traf ein Wohngebiet der westlichen Stadt Dorud, wie es in dem Bericht unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Lorestan hieß.

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Bei einem Angriff in der iranischen Provinz Lorestan gab es mehrere Tote und Dutzende Verletzte.  © Arne Immanuel Bänsch/dpa

17. März, 9.47 Uhr: Laut iranischem Außenminister besteht System trotz gezielter Tötungen weiter

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig.

Dabei spiele auch die gezielte Tötung von Führungspersonen keine Rolle, sagte Araghtschi dem Nachrichtensender Al Jazeera in einem heute veröffentlichten Interview. "Die An- oder Abwesenheit einer einzelnen Person hat keinen Einfluss auf die Struktur. (...) Entscheidend ist, dass das politische System im Iran eine sehr solide Struktur ist."

Das sei auch der Fall gewesen nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei durch einen israelischen Luftangriff in Teheran, sagte Araghtschi. "Sogar der Anführer wurde getötet. Aber das System arbeitete weiter und sorgte sofort für Ersatz. So wird es auch sein, wenn jemand anders getötet wird." Auch im Fall, dass der Außenminister getötet würde - also er selbst -, stünde jemand anderes bereit, um den Posten einzunehmen, sagte Araghtschi.

17. März, 9.44 Uhr: Iran richtet mutmaßlichen Mossad-Spion hin

Irans Justiz hat einen mutmaßlichen Spion für den israelischen Geheimdienst Mossad hinrichten lassen. Das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim.

Der Mann sei im vergangenen Jahr während des Zwölftagekriegs in einer ländlichen Region westlich der Hauptstadt Teheran festgenommen worden.

Bei der Festnahme seien eine große Menge Bargeld sowie Spionage- und Satellitentelefone gefunden worden, hieß es bei Tasnim weiter. Dem Mann wurde vorgeworfen, Bilder und Informationen über sensible Anlagen an den Mossad übermittelt zu haben.

Angeworben sei er ursprünglich durch einen Führungsoffizier in Schweden. Es habe auch ein Treffen in Berlin stattgefunden.

17. März, 7.11 Uhr: Israelische Rakete bringt Hochhaus in Beirut zum Einsturz

Bei israelischen Luftangriffen in der Hauptstadt Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens 6 Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden.

Am frühen Mittwochmorgen erschütterte eine Explosion das Stadtviertel Baschura: Laut einem Fotografen der Deutschen Presse-Agentur wurde ein Hochhaus getroffen und komplett in Trümmer gelegt. Zuvor hatte Israels Militär vor Angriffen gewarnt. Das Viertel war bereits in der vergangenen Woche Ziel von Luftangriffen gewesen.

Staatlichen Medien zufolge traf ein Angriff eine Wohnung im Stadtzentrum, unweit der kürzlich vom israelischen Militär attackierten Filiale eines Finanzinstituts der Hisbollah-Miliz.

Weitere Geschosse schlugen Medienberichten zufolge im ebenfalls zentral gelegenen Viertel Basta ein. Anwohner berichteten von mehreren deutlich vernehmbaren Explosionen.

Nach Vorwarnungen des israelischen Militärs schlagen Raketen im Zentrum und Süden von Beirut ein. Anwohner berichten von Detonationen nahe Regierungsgebäuden in der libanesischen Hauptstadt.  © Hussein Malla/AP/dpa

17. März, 6.19 Uhr: Saudi-Arabien lädt Außenminister zu Beratungen ein

Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs hat Saudi-Arabien Außenminister arabischer und islamischer Staaten zu neuen Beratungen eingeladen.

Bei dem Treffen heute Abend in der Hauptstadt Riad gehe es darum, sich gemeinsam um die Förderung von Sicherheit und Stabilität in der Region zu bemühen, teilte das Außenministerium mit. Einzelheiten zu den eingeladenen Staaten oder eine Gesamtzahl erwarteter Minister wurden nicht genannt.

17. März, 6.17 Uhr: Israel fliegt neue Angriffe auf Ziele im Südlibanon

Die israelische Luftwaffe greift nach eigenen Angaben erneut Ziele im Süden des Libanons an.

Die Angriffe gelten der Infrastruktur der vom Iran unterstützten Terrororganisation Hisbollah, wie das Militär mitteilte. Zuvor hatten die israelischen Streitkräfte Bürger in der südlibanesischen Stadt Tyros zur Flucht aufgefordert, nachdem laut Armeeangaben Raketen aus der Region auf Israel abgefeuert worden waren.

Israels Militär geht im benachbarten Libanon weiter mit massiver Gewalt vor.  © Stringer/dpa

17. März, 6.15 Uhr: Iranische Rakete nahe Militärflugplatz in den Emiraten eingeschlagen

Eine iranische Rakete ist in den Vereinigten Arabischen Emiraten in der Nähe eines Luftwaffenstützpunktes eingeschlagen.

Der Flugplatz Minhad südöstlich von Dubai wird unter anderem von der australischen Luftwaffe genutzt. Bei dem Angriff seien keine australischen Soldaten verletzt worden, sagte Premierminister Anthony Albanese vor Journalisten. Die Rakete habe eine Zufahrtsstraße getroffen, zitierten ihn australische Medien weiter.

Durch einen von der Rakete verursachten Brand habe es auf dem Stützpunkt lediglich geringfügigem Schaden an Unterkünften und einer medizinischen Einrichtung gegeben, sagte Albanese demnach weiter.

17. März, 6.13 Uhr: Geschoss auf Gelände von iranischem Atomkraftwerk eingeschlagen

Im Zuge der Angriffe Israels und der USA auf den Iran ist auf dem Gelände des Atomkraftwerks Buschehr nach Angaben aus Teheran ein Geschoss eingeschlagen.

Bei dem Vorfall sei das Kraftwerk nicht beschädigt worden, teilten die iranischen Behörden der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Es habe auch keine Verletzten gegeben.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief zu höchster Zurückhaltung in dem Konflikt auf, um einen nuklearen Unfall zu vermeiden.

Bei dem Vorfall wurde das Kernkraftwerk Buschehr nicht beschädigt. Die Internationale Atomenergiebehörde ruft dennoch zur Zurückhaltung auf.  © Abedin Taherkenareh/EPA/dpa

17. März, 6.11 Uhr: USA setzen Bunkerbrecher gegen Stellungen an Straße von Hormus ein

Die US-Streitkräfte haben nach eigenen Angaben bunkerbrechende Bomben eingesetzt, um besonders geschützte iranische Raketenstellungen an der Straße von Hormus anzugreifen.

"Mehrere" der Bomben mit einem Gewicht von jeweils knapp 2,3 Tonnen seien "erfolgreich eingesetzt" worden, teilte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) mit.

Die Spezialmunition mit besonderer Durchdringungskraft kommt etwa bei Angriffen auf besonders verstärkte Einrichtungen oder unterirdische Bunkeranlagen zum Einsatz. Nach Angaben des US-Militärs zielte der Angriff auf Stellungen mit Marschflugkörpern ab, die gegen Schiffe eingesetzt werden sollten. Sie hätten "eine Bedrohung für den Schiffsverkehr in der Meerenge" dargestellt.

17. März, 22.29 Uhr: Iran bestätigt Tod von Sicherheitschef Ali Laridschani

Der Iran hat den Tod des Spitzenfunktionärs, Ali Laridschani, bestätigt. Die den Revolutionsgarden nahe stehende Nachrichtenagentur Fars teilte mit, dass der Generalsekretär des Nationalen Sicherhetsrates zum "Märyrer" geworden sei.

Auf dem ehemaligen Twitteraccount des ranghöchsten Sicherheitsbeamten hieß es, "ein Diener Gottes ist als Märtyrer zu seinem Herrn gelangt."

Erst der Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz und dann der ranghöchste Sicherheitsbeamte des Landes - der Iran bestätigt den Tod von zwei Spitzenfunktionären.  © Bilal Hussein/AP/dpa

17. März, 21.54 Uhr: Iran bestätigt Tod von Basidsch-Kommandeur Soleimani

Die iranischen Revolutionsgarden haben den Tod des Kommandeurs der paramilitärischen Basidsch-Miliz, Gholamresa Soleimani (†62), bestätigt.

Die den Garden nahestehende Nachrichtenagentur Fars veröffentlichte einen Nachruf, in dem die Revolutionsgarden Soleimani würdigten und "zum ehrenvollen Märtyrer-Tod" gratulierten. Zugleich erklärten sie, die "Basidsch-Kämpfer" würden niemals die Blutrache für ihren getöteten Führer aufgeben.

Die israelische Armee hatte zuvor erklärt, Soleimani am Montag getötet zu haben. Unter dessen Führung seien die Basidsch-Milizen für die blutige Niederschlagung der Proteste im Iran im Januar verantwortlich. Soleimanis Tötung sowie die jüngsten Angriffe fügten den Fähigkeiten der Miliz "erheblichen und anhaltenden Schaden" zu, hieß es weiter.

Gholamresa Soleimani (†62), Kommandeur der paramilitärischen Basidsch-Miliz. (Archivbild)  © Ebrahim Noroozi/AP/dpa

17. März, 21.50 Uhr: Israel meldet neue Angriffe aus dem Libanon

Die proiranische Hisbollah im Libanon hat israelischen Armeeangaben zufolge erneut Israel beschossen.

Israelischen Medien zufolge feuerte die Miliz am Abend Dutzende Raketen und Drohnen aus dem benachbarten Libanon. Demnach gab es Schäden durch Einschläge von Raketenteilen. Unter anderem sei ein Wohnhaus getroffen worden. Berichte über Verletzte gab es zunächst nicht. In mehreren Gegenden im Norden Israels sowie in israelischen Siedlungen im Westjordanland heulten Warnsirenen.

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