Nahost-Konflikt: Lange Staus nach Waffenruhe - Vertriebene kehren in Libanon zurück

Israel/Iran - Während im Libanon seit Mitternacht eine Waffenruhe zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz gilt, zeigt sich US-Präsident Donald Trump zuversichtlich über eine Einigung auch im Krieg mit Teheran.

Während im Libanon derzeit eine Waffenruhe gilt, weckt US-Präsident Donald Trump (79) Hoffnungen auf Frieden mit dem Iran.  © Alex Brandon/AP/dpa

"Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen", sagte er Reportern vor dem Weißen Haus.

Doch kaum trat die Feuerpause im Libanon in Kraft, warf Libanons Armee Israel Verstöße dagegen vor. Mehrere Dörfer im Süden seien beschossen worden, hieß es.

Die zunächst für zehn Tage vereinbarte Waffenruhe verschafft den USA Luft, die Friedensgespräche mit dem Iran, dem wichtigsten Unterstützer der Hisbollah-Miliz, fortzusetzen.

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Trump sagte, dass es eine zweite Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran "vielleicht" an diesem Wochenende geben werde - eine Woche, nachdem eine erste Verhandlungsrunde in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad zu keiner Einigung über ein dauerhaftes Ende des Krieges geführt hatte.

Sollte es nötig sein, werde er die noch bis Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern, sagte Trump.

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17. April, 9.52 Uhr: Lange Staus nach Waffenruhe - Vertriebene im Libanon kehren zurück

Nach Inkrafttreten einer Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah haben sich seit den frühen Morgenstunden Tausende Menschen im Libanon auf den Weg zurück in ihre Heimatorte gemacht.

Auf den Straßen in Richtung Süden bildeten sich Augenzeugen zufolge lange Staus. Zahlreiche Fahrzeuge waren dicht bepackt und mit Matratzen und weiteren Habseligkeiten beladen. Einige schwenkten Hisbollah-Fahnen aus dem Fenster, anderen zeigten das Siegeszeichen mit den Händen.

"Ich bin so glücklich", sagte Mahmud, der sich auf den Weg in seine Heimatstadt Nabatija gemacht hat. "Ich werde mein Zelt auf meinem zerstörten Haus aufstellen und wieder zu Hause wohnen." Eine andere Rückkehrerin sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wissen, dass die Waffenruhe auf zehn Tage begrenzt ist, aber wir müssen zurückgehen und sehen, was von unseren Häusern übrig ist."

Im Südlibanon und in denen als Dahija bekannten südlichen Vororten Beiruts herrscht nach Wochen des Kriegs großflächige Zerstörung. Viele Verbindungswege in Richtung Süden wurden während des Kriegs vom israelischen Militär angegriffen und zerstört. Die libanesische Armee kündigte am Morgen an, an der Wiedereröffnung einer wichtigen Brücke in Richtung Süden zu arbeiten.

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Mit Beginn der Feuerpause wollen zahlreiche Vertriebene wieder zurück in den Libanon.  © Mohammed Zaatari/AP/dpa

17. April, 6.16 Uhr: Guterres ruft Israel und Hisbollah zur Einhaltung der Waffenruhe auf

UN-Generalsekretär António Guterres ruft Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf, die von US-Präsident Donald Trump verkündete Waffenruhe uneingeschränkt zu respektieren. Das teilte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York mit.

Guterres hoffe, dass diese Waffenruhe den Weg für Verhandlungen und die vollständige Umsetzung der Resolution 1701 des Sicherheitsrats ebnen werde, um eine langfristige Lösung des Konflikts zu erreichen.

Die UN-Resolution 1701 wurde vom Sicherheitsrat im August 2006 nach dem Libanonkrieg zwischen Israel und der Hisbollah verabschiedet. Sie fordert unter anderem die Entwaffnung aller bewaffneten Gruppen im Libanon und den Rückzug der Hisbollah nördlich des Litani-Flusses.

Guterres hoffe, dass die Waffenruhe-Vereinbarung zu den laufenden Bemühungen um einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region beitragen werde, teilte UN-Sprecher Dujarric weiter mit.

17. April, 6.12 Uhr: Libanesen feiern Start der Waffenruhe

Der Beginn der Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah hat im Libanon für Freudenbekundungen gesorgt.

In der Hauptstadt Beirut feuerten Menschen Schüsse in die Luft ab. Am Himmel zeichneten sich deren Spuren ab, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Über der gesamten Stadt waren immer wieder auch laute Knallgeräusche zu hören. Laut lokalen Medien handelte es sich dabei um Freudenschüsse, unter anderem mutmaßlich von Panzerabwehrraketen.

In den während des Kriegs schwer getroffenen südlichen Beiruter Vororten feierten Menschen auf den Straßen, wie Augenzeugen berichteten. Sie tanzten und jubelten zusammen.

Lokalen Medienberichten zufolge machten sich mit Beginn der Waffenruhe auch zahlreiche Menschen bereits auf in Richtung Süden des Landes. Mehr als eine Million Menschen waren durch den Krieg zwischen der Hisbollah und Israel vertrieben worden. In sozialen Medien wurden Videos von vollen Straßen in Richtung Süden geteilt, unter anderem aus der Küstenstadt Sidon. Auf den Straßen waren Autokorsos unterwegs, Insassen schwangen Fahnen.

Zur Freude über die Waffenruhe feuerten die Menschen im Libanon Schüsse ab.  © Hassan Ammar/AP/dpa

16. April, 22.10 Uhr: Trump stellt baldige Einigung mit Iran in Aussicht

Trotz der erfolglosen ersten Verhandlungsrunde zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts rechnet US-Präsident Donald Trump mit einer baldigen Einigung.

"Wir sind sehr nahe dran an einem Abkommen", sagte er vor seinem Abflug nach Las Vegas zu Reportern vor dem Weißen Haus. Sollte es nötig sein, werde er auch die noch bis kommenden Mittwoch dauernde Waffenruhe verlängern.

16. April, 19.32 Uhr: Israels Truppen bleiben während Waffenruhe im Südlibanon

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat die Armee laut Medienberichten angewiesen, die Bodentruppen während der zehntägigen Waffenruhe im Südlibanon zu belassen.

Netanjahu habe dies im Gespräch mit Ministern gesagt, berichtete der israelische TV-Sender N12. Auch das Portal "ynet" und die Zeitung "Haaretz" berichteten über entsprechende Pläne. Eine offizielle Bestätigung gab es zunächst nicht.

16. April, 17.56 Uhr: Trump verkündet Waffenruhe im Libanon

Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat US-Präsident Donald Trump eine Waffenruhe im Libanon verkündet.

Die zehntägige Feuerpause solle um Mitternacht beginnen, schrieb er nach Gesprächen mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun und mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu auf seiner Plattform Truth Social.

Mehr als sechs Wochen nach Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat US-Präsident Donald Trump (79) eine Waffenruhe im Libanon verkündet.  © Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

16. April, 16.36 Uhr: Deutschland will Minenjagdboote für Hormus-Mission anbieten

Bundeskanzler Friedrich Merz will bei den Beratungen über eine Militärmission zur Sicherung der Straße von Hormus nach einem Ende der Kampfhandlungen am Freitag in Paris ein konkretes Angebot für eine deutsche Beteiligung machen.

So soll die Bundeswehr Minenjagdboote, ein Begleitschiff und Aufklärungsflugzeuge bereitstellen, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr.

Das Minenjagdboot "Bad Bevensen" im Marinehafen Kiel.  © Axel Heimken/dpa

16. April, 11.03 Uhr: Netanjahu wird mit Libanons Präsidenten sprechen

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach Angaben einer Ministerin heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren.

Dies sagte Gila Gamliel, Israels Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Technologie, dem israelischen Armeesender. Für ein von US-Präsident Donald Trump angekündigtes hochrangiges Gespräch zwischen Israel und dem Libanon hatte es zunächst aus beiden Ländern keine offizielle Bestätigung gegeben. Es wäre das erste bekannte Telefonat zwischen Netanjahu und Aoun. Aus dem Büro des libanesischen Präsidenten hieß es, man habe keine Informationen zu einem solchen Gespräch.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wird nach Angaben einer Ministerin heute mit dem libanesischen Staatspräsidenten Joseph Aoun telefonieren.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

16. April, 11.03 Uhr: Mehr US-Demokraten stellen sich gegen Waffenverkäufe an Israel

In der Demokratischen Partei in den USA wächst der Widerstand gegen Waffenverkäufe an Israel.

Zwar scheiterte im US-Senat ein Vorstoß, die Lieferungen an den langjährigen Verbündeten zu stoppen. Bei einer Abstimmung am Mittwoch (Ortszeit) unterstützten jedoch deutlich mehr Demokraten als bislang entsprechende Initiativen – ein Zeichen wachsender Unzufriedenheit mit der Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, die Krieg an mehreren Fronten im Nahen Osten führt. Die Resolutionen scheiterten, weil die Republikaner sie geschlossen ablehnten.

16. April, 6.20 Uhr: Israel fordert Entwaffnung der Hisbollah

Man führe Verhandlungen mit dem Libanon, sagte Israels Regierungschef Netanjahu (76) laut Angaben seines Büros vom Mittwochabend.

Dabei gehe es um zwei zentrale Ziele, erklärte der Ministerpräsident: Die Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz "und zweitens einen dauerhaften Frieden. Frieden durch Stärke." Die libanesische Regierung, die keine Partei in dem andauernden Krieg zwischen Israelund der Hisbollah ist, will eine Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden Libanons erreichen.

Der Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauert an. Nach ersten Gesprächen zwischen Vertretern beider Nachbarländer kündigt US-Präsident Trump (79) jetzt ein Spitzentreffen an. (Archivbild)  © Kay Nietfeld/dpa

16. April, 6.19 Uhr: Trump kündigt Spitzentreffen zwischen Israel und Libanon an

Israel und der Libanon werden nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) heute zu Gesprächen auf höchster Ebene zusammenkommen.

Die "Anführer" beider Nachbarländer hätten seit langem nicht mehr miteinander gesprochen, bestimmt 34 Jahre, schrieb der Republikaner am Mittwochabend (Ortszeit) auf seiner Plattform Truth Social und fügte hinzu: "Morgen (Donnerstag) wird es passieren. Fein!" Hintergrund ist der andauernde Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz.

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