Nahost-Konflikt: Laut Trump "praktisch nichts mehr" zum Angreifen da

Iran - Eine Serie nächtlicher Raketenangriffe aus dem Iran hat Millionen Menschen in Israel den Schlaf geraubt.

Menschen halten sich in einem unterirdischen Bunker auf, während Sirenen vor ankommenden Raketen warnen.
Menschen halten sich in einem unterirdischen Bunker auf, während Sirenen vor ankommenden Raketen warnen.  © Gil Cohen Magen/XinHua/dpa

Immer wieder kam es zwischen Mitternacht und den frühen Morgenstunden auch im Großraum Tel Aviv zu Raketenalarm.

"Ich habe fast kein Auge zugemacht", berichtete ein Einwohner der Küstenmetropole. Die Raketenabwehr war im Einsatz, um die Geschosse abzufangen. Der Rettungsdienst Magen David Adom teilte mit, es gebe keine Berichte über Verletzte. 

Die israelische Armee teilte derweil mit, am Montag sei ein Drohnenteam im Westen des Irans von der israelischen Luftwaffe "ausgeschaltet" worden, kurz bevor es unbemannte Flugkörper in Richtung Israel abfeuern konnte.

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Israel Krieg Bald wieder Nahost-Flüge ab und nach Hamburg Airport?

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11. März, 19.01 Uhr: Trump über Iran: Gibt "praktisch nichts mehr" zum Angreifen

Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-Präsident Donald Trump schon "bald" enden. Es gebe "praktisch nichts mehr, was man angreifen könnte", zitierte ihn das US-Nachrichtenportal "Axios" nach einem Telefoninterview. Wann immer er wolle, dass der Krieg ende, werde er enden, behauptete Trump demnach.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz erteilte Hoffnungen auf ein schnelles Ende des Krieges dagegen eine Absage: "Diese Operation wird ohne jegliche zeitliche Begrenzung fortgesetzt, solange es nötig ist, bis wir alle Ziele erreicht haben und der Kampf entschieden ist", sagte er nach Angaben seines Büros bei einer Besprechung mit der Armeeführung im Militärhauptquartier in Tel Aviv.

Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-Präsident Donald Trump (79) schon "bald" enden.
Der Krieg mit dem Iran könnte nach den Worten von US-Präsident Donald Trump (79) schon "bald" enden.  © Evan Vucci/AP/dpa

11. März, 18.37 Uhr: Erneut Dutzende Tote im Libanon

Im Libanon sind nach Behördenangaben im Laufe des Tages erneut Dutzende Menschen durch israelische Angriffe getötet worden.

64 Menschen seien getötet und 142 verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Seit Ausbruch der jüngsten Eskalation wurden demnach im Libanon bisher 634 Menschen getötet und 1586 weitere verletzt.

Das israelische Militär griff nach libanesischen Angaben erneut im Süden des Landes an. Allein bei einem Angriff auf Tebnine unweit der israelischen Grenze seien acht Menschen getötet worden. Am frühen Morgen hatte die israelische Armee bereits im Zentrum der Hauptstadt Beirut angegriffen.

11. März, 16 Uhr: UN-Hilfskoordinator prangert Milliardenkosten des Iran-Kriegs an

Die Milliarden-Kosten des Kriegs im Nahen und Mittleren Osten sind aus Sicht des UN-Nothilfekoordinators Tom Fletcher beschämend hoch im Vergleich zu den globalen humanitären Spenden.

Der Krieg koste eine Milliarde US-Dollar (864 Millionen Euro) pro Tag, sagte der Chef der humanitären UN-Helfer in Genf. 

Er empfinde Scham angesichts dieser Geldmenge, mit der man auch Millionen Leben retten könnte. "Die Entwicklungen der letzten zwei Wochen sind ein weiterer Beweis, dass wir in einer Zeit der Brutalität, Straflosigkeit und Gleichgültigkeit leben", sagte er.

11. März, 9.59 Uhr: Israel greift im Stadtzentrum von Beirut an

Im Libanon sind bei israelischen Luftangriffen im Stadtzentrum von Beirut nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden.

Das sagte der zuständige Behördenvertreter Journalisten. Libanesische Medien zeigten mehrere zerstörte Stockwerke des Wohngebäudes nach dem Angriff am frühen Morgen. Das libanesische Gesundheitsministerium berichtete zunächst von vier Verletzten.

Israels Armee teilte mit, sie habe erneut Ziele im Süden von Beirut beschossen. Ziel seien Kommandozentren der mit dem Iran verbündeten Hisbollah-Miliz sowie Einrichtungen in dem Vorort Dahije in denen die Hisbollah Waffen lagerte, hieß es in einer Mitteilung. 

Mindestens vier Menschen kamen nach offiziellen Angaben im Libanon ums Leben, als israelische Luftangriffe das Stadtzentrum von Beirut trafen.
Mindestens vier Menschen kamen nach offiziellen Angaben im Libanon ums Leben, als israelische Luftangriffe das Stadtzentrum von Beirut trafen.  © Hussein Malla/AP/dpa

11. März, 9.52 Uhr: Irans Militärführung erklärt Banken zu legitimen Zielen

Nach einem Luftangriff auf eine iranische Bank hat Irans Militärführung Vergeltung angedroht.

Mit dieser "illegitimen und unüblichen Handlung im Krieg" habe der Feind wirtschaftliche Zentren und Banken der USA und Israels selbst zum Ziel erklärt, berichtete der staatliche iranische Rundfunk unter Berufung auf die Militärführung.

"Die Amerikaner sollen auf unsere Gegenmaßnahme und unsere schmerzhafte Antwort warten", hieß es in der Erklärung des zentralen Hauptquartiers "Chatam Al-Anbija", das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. "Die Menschen in der Region sollen sich nicht im Umkreis von einem Kilometer um Banken aufhalten", hieß es weiter.

11. März, 9.25 Uhr: Rätseln um Irans obersten Führer - wo ist Chamenei junior?

Drei Tage nach der Ernennung eines neuen iranischen Staatsoberhauptes gibt es noch immer keine Wortmeldung des obersten Führers der Islamischen Republik.

Regierungsanhänger und Beobachter warten mitten im Krieg gespannt auf die erste Rede von Modschtaba Chamenei und darauf, welchen politischen Kurs er einschlagen wird, nachdem sein Vater am 28. Februar bei einem israelischen Luftangriff in Teheran getötet worden war.

In den verschiedenen Machtzentren in Teheran herrscht angespanntes Warten. Es seien keine Pläne bekannt, wann und ob sich der 56 Jahre alte Modschtaba Chamenei äußern werde, hieß es aus Parlamentskreisen. Mehrere Abgeordnete tappen demnach selbst im Dunkeln. 

Ayatollah Mojtaba Khamenei (r) wird als Nachfolger seines getöteten Vaters, Ayatollah Ali Khamenei (l), als neuer oberster Führer des Iran eingesetzt. (Archvibild)
Ayatollah Mojtaba Khamenei (r) wird als Nachfolger seines getöteten Vaters, Ayatollah Ali Khamenei (l), als neuer oberster Führer des Iran eingesetzt. (Archvibild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

11. März, 9.23 Uhr: "Geschosse" treffen Schiffe in und nahe Straße von Hormus

Im Persischen Golf und in der Straße von Hormus hat es nach mutmaßlichen Angriffen des Irans weitere Zwischenfälle gegeben.

Ein "unbekanntes Geschoss" habe ein Frachtschiff in der Meerenge getroffen und einen Brand ausgelöst, meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) heute. Die Besatzung habe um Unterstützung gebeten und das Schiff werde evakuiert.

Im Persischen Golf vor der Küste Dubais sei zudem ein Massengutfrachter von einem ebenfalls "unbekannten Geschoss" getroffen worden, meldete die UKMTO. Die Crew sei aber in Sicherheit. Die britische Behörde hatte Stunden zuvor auch mitgeteilt, dass ein Containerschiff weiter östlich von einem "unbekannten Geschoss" an der Einfahrt zur Straße von Hormus getroffen worden sei. 

Noch fahren einige Schiffe durch die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und den iranischen Küsten. Aber die Passage wird langsam unberechenbar. (Archivbild)
Noch fahren einige Schiffe durch die Meerenge zwischen der Arabischen Halbinsel und den iranischen Küsten. Aber die Passage wird langsam unberechenbar. (Archivbild)  © Kamran Jebreili/AP/dpa

11. März, 9.22 Uhr: Fluchtwege aus dem Iran nach Europa versperrt

Trotz der anhaltenden Angriffe auf den Iran erwartet der Migrationsforscher Gerald Knaus keine große Fluchtbewegung nach Europa.

Da Staaten wie die Türkei ihre Grenzbefestigung stark ausgebaut hätten, gebe es derzeit keine Fluchtwege, sagte der österreichische Vorsitzende der Denkfabrik Europäische Stabilitätsinitiative (ESI) im Deutschlandfunk. "Wenn wir Grenzen haben, an denen Soldaten stehen, die einen Schießbefehl haben, dann können auch die am meisten verzweifelten Menschen der Welt ihr Land nicht verlassen."

11. März, 8.24 Uhr: Containerschiff in Straße von Hormus von "Geschoss" getroffen

Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ist ein Handelsschiff von einem mutmaßlichen Angriff des Irans getroffen worden.

Ein "unbekanntes Geschoss" habe an der Einfahrt zur Straße von Hormus ein Containerschiff getroffen, meldete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) heute. Dabei seien auch Schäden entstanden. Die Besatzungsmitglieder seien aber in Sicherheit. Schiffe in der Nähe wurden aufgerufen, die Gegend mit Vorsicht zu befahren.

11. März, 8.21 Uhr: Deutschland zieht Botschaftspersonal auch aus Erbil ab

Deutschland zieht wegen des Iran-Kriegs nach dem Personal der deutschen Botschaft in der irakischen Hauptstadt Bagdad auch die Mitarbeiter des Generalkonsulats in Erbil ab.

Das Personal sei aus der Stadt im Nordosten des Landes temporär aus dem Irak verlegt worden, hieß es am Rande des Besuchs von Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) in der saudischen Hauptstadt Riad aus dem Auswärtigen Amt. 

Das Personal sei aus der Stadt im Nordosten des Landes temporär aus dem Irak verlegt worden, hieß es am Rande des Besuchs von Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) in der saudischen Hauptstadt Riad aus dem Auswärtigen Amt.
Das Personal sei aus der Stadt im Nordosten des Landes temporär aus dem Irak verlegt worden, hieß es am Rande des Besuchs von Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) in der saudischen Hauptstadt Riad aus dem Auswärtigen Amt.  © Sebastian Christoph Gollnow/dpa

11. März, 7.32 Uhr: FIFA-Chef Infantino - Trump sichert Iran WM-Teilnahme zu

US-Präsident Donald Trump (79) hat FIFA-Präsident Gianni Infantino zugesichert, dass die iranische Nationalmannschaft trotz des Krieges im Nahen Osten bei der Fußball-WM im Sommer in seinem Land antreten darf.

"Während der Gespräche bekräftigte Präsident Trump, dass die iranische Mannschaft natürlich herzlich eingeladen sei, an dem Turnier in den Vereinigten Staaten teilzunehmen", sagte Infantino nach einem Treffen mit Trump.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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