Nahost-Konflikt: Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission

Israel/Iran - Eine Einigung über ein Ende des Kriegs mit dem Iran ist nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump (79) in den kommenden Tagen möglich. Zugleich aber drohte Trump dem Iran in einem Interview des Senders PBS erneut.

US-Präsident Donald Trump (79) zeigt sich zuversichtlich, dass bald eine Einigung mit dem Iran erzielt werden kann.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

Falls es keinen Deal gebe, müsse man wieder damit anfangen, den Iran "in Grund und Boden zu bombardieren".

Der Iran wies Berichte über eine bevorstehende Einigung als überzogen zurück. Ein US-Verhandlungsvorschlag werde geprüft.

Der Sender CNN berichtete, der Iran werde den pakistanischen Vermittlern voraussichtlich heute seine Antwort dazu übergeben.

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Trump sagte dem US-Sender PBS laut Mitschrift eines Telefoninterviews, eine Einigung mit dem Iran könne möglicherweise noch vor seiner für kommende Woche geplanten China-Reise zustande kommen. Man sei "sehr nah dran".

Bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus bezeichnete er die jüngsten Gespräche mit dem Iran als "sehr gut". "Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden", sagte er.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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7. Mai, 6.54 Uhr: Macron drängt Iran auf Freigabe für Marine-Mission

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian aufgefordert, den Weg für eine neutrale Marine-Mission in der Straße von Hormus freizumachen.

In einem Telefonat mit Peseschkian habe er für die von Frankreich und Großbritannien geplante multinationale Mission geworben, die dazu beitragen könne, das Vertrauen der Reeder und Versicherer der Schiffe wiederherzustellen, schrieb Macron auf der Plattform X.

Die jüngsten Ereignisse hätten deutlich gezeigt, wie nützlich eine solche Mission sein könnte, sagte Macron. Er habe Peseschkian aufgefordert, diese Gelegenheit zu nutzen und wolle das Thema auch mit US-Präsident Donald Trump erörtern.

"Die Rückkehr zur Ruhe in der Meerenge wird dazu beitragen, die Verhandlungen über das Atomprogramm, die Raketenfrage und die regionale Lage voranzubringen", schrieb Macron. "Die Europäer, von denen die Aufhebung der Sanktionen abhängt, werden dabei ihren Platz einnehmen."

Die Mission werde sich naturgemäß von den Kriegsparteien abgrenzen. Die Verlegung des französischen Flugzeugträgers Charles de Gaulle in die Nähe der Meerenge sei im Zusammenhang mit der Mission zu sehen, sagte Macron.

"Alle Parteien müssen die Blockade der Meerenge unverzüglich und bedingungslos aufheben. Es muss eine dauerhafte Rückkehr zu der vor dem Konflikt herrschenden vollständigen Freiheit der Schifffahrt erfolgen."

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Frankreich verlegt in Vorbereitung einer neutralen Marine-Mission in der Straße von Hormus seinen Flugzeugträger näher an die Meerenge heran.  © Joeal Calupitan/AP/dpa

7. Mai, 6.52 Uhr: Iran hat Verzicht auf Atomwaffen laut Trump zugesagt

Bei der US-Forderung einer Einschränkung des iranischen Atomprogramms gibt es nach Trumps Angaben Bewegung.

Er sagte im Weißen Haus, der Iran habe zugesichert, keine Atomwaffen anzustreben. "Iran darf keine Atomwaffe haben (…) und sie haben dem zugestimmt", sagte er. Das wurde allerdings von iranischer Seite nicht aktuell bestätigt. Die Führung in Teheran beteuert allerdings seit vielen Jahren, dass Irans Atomprogramm rein ziviler Natur sei.

Trump sagte weiter, Teheran habe zudem auch bei anderen Punkten zugestimmt – welche das sein sollen, ließ der Republikaner offen. Auch Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte, oberstes Ziel bleibe die vollständige Entfernung des hoch angereicherten Urans aus dem Iran sowie der Abbau seiner Anreicherungskapazitäten.

Der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, schien sich über Trumps optimistische Prognosen zu einer Einigung lustig zu machen. Auf der Plattform X schrieb er mit Blick auf Trumps jüngste Äußerungen, die Operation Vertrauen sei gescheitert, nun gehe es wieder um den Modus der Täuschung.

6. Mai: 21.26 Uhr: USA nehmen iranischen Öltanker unter Beschuss

Die USA haben nach Militärangaben einen iranischen Öltanker unter Beschuss genommen, der die Blockade iranischer Häfen durchbrechen wollte.

Das für die Golfregion zuständige US-Zentralkommando (Centcom) erklärte am Mittwoch im Onlinedienst X, das unter iranischer Flagge fahrende Schiff "Hasna" habe im Golf von Oman Warnungen der Streitkräfte missachtet. Die US-Kräfte hätten daraufhin von einem Kampfjet aus das Ruder des Tankers zerstört und ihn damit manövrierunfähig gemacht.

"Die Hasna ist nicht länger auf dem Weg in den Iran", erklärte Centcom weiter. Die US-Blockade gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollten, bleibe "vollumfänglich in Kraft".

6. Mai: 19.45 Uhr: USA zielen laut Irans Parlamentspräsident auf "Kapitulation" Teherans

Die USA wollen den Iran nach den Worten des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf (64) durch verschiedene Methoden zum Aufgeben bewegen.

"Der Feind versucht in seiner neuen Strategie, durch eine Seeblockade, wirtschaftlichen Druck und Medienmanipulation den Zusammenhalt des Landes zu zerstören, um uns zur Kapitulation zu zwingen", sagte Ghalibaf in einer am Mittwoch auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Botschaft.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf (64) will sich nicht so leicht geschlagen geben.  © Hamed Malekpour/Khane Melat/dpa

6. Mai: 19.41 Uhr: Israel attackiert erstmals seit Waffenruhe Beiruter Vorort

Erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor drei Wochen hat die israelische Luftwaffe wieder in einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut angegriffen.

Ziel sei ein Kommandeur der Radwan-Einheit der libansischen Hisbollah-Miliz gewesen, hieß es in einer Mitteilung des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) und des Verteidigungsministers Israel Katz. Man habe ihn dabei "eliminieren" wollen.

Ein Porträt des getöteten iranischen Führers Ajatollah Chamenei ist auf einem Gebäude angebracht, das bei früheren israelischen Luftangriffen in einem südlichen Vorort von Beirut zerstört wurde.  © Bilal Hussein/AP/dpa

6. Mai: 18.02 Uhr: Libanons Premier sieht Treffen mit Netanjahu als verfrüht an

Libanons Regierung sieht aktuell ein Treffen mit Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu (76) als verfrüht an.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) sagte vor Reportern, Gespräche auf hoher Ebene mit Israel seien verfrüht und erforderten umfassende Vorbereitungen. Der Libanon strebe keine Normalisierung der Beziehungen zu Israel an, sondern Frieden.

Der libanesische Ministerpräsident Nawaf Salam (72) strebt Frieden an.  © Markus Lenhardt/dpa

6. Mai: 17.51 Uhr: Vier Tote bei israelischen Angriffen auf Hisbollah-Ziele im Libanon

Bei israelischen Angriffen auf Ziele der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon sind den Behörden zufolge in der östlichen Region Bekaa mindestens vier Menschen getötet worden. Eines der Ziele sei die dort gelegene Stadt Sellaja gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Die staatliche Nachrichtenagentur ANI berichtete, der Angriff habe das Haus des Bürgermeisters getroffen, der wie drei Mitglieder seiner Familie getötet worden sei.

Die israelische Armee hatte zuvor mitgeteilt, dass sie mit neuen Angriffen auf Hisbollah-Ziele in mehreren Regionen des Libanon begonnen habe. Dabei werde die "Terrorinfrastruktur der Hisbollah" attackiert, erklärte die Armee.

6. Mai: 17.48 Uhr: Französischer Flugzeugträger bringt sich für Hormus-Einsatz in Stellung

Der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle ist am Mittwoch durch den Suezkanal gefahren, um sich für einen möglichen Einsatz zur Absicherung der Straße von Hormus in Stellung zu bringen.

"Es soll zeigen, dass wir nicht nur bereit sind, die Straße von Hormus abzusichern, sondern auch fähig", erklärte das französische Präsidialamt. Der Flugzeugträger sei auf dem Weg ins südliche Rote Meer, um die Zeit für einen Einsatz zu verkürzen, "sobald die Umstände dies erlauben", fügte das französische Verteidigungsministerium hinzu.

6. Mai: 17.12 Uhr: US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" verlässt Mittelmeer in Richtung Heimathafen

Der aus dem Iran-Krieg abgezogene US-Flugzeugträger "USS Gerald R. Ford" hat das Mittelmeer nach Angaben der Website MarineTraffic und laut Augenzeugenberichten über die Straße von Gibraltar verlassen.

Bilder in Onlinenetzwerken vom Mittwoch zeigten, wie der weltweit größte Flugzeugträger mit Dutzenden Kampfjets an Bord die Meerenge in Richtung Westen durchquerte. Das Schiff hatte die Golfregion vergangene Woche verlassen, nachdem es zuvor an Militäreinsätzen gegen den Iran beteiligt war.

6. Mai: 17.09 Uhr: Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte vorerst weiter in Gewahrsam - UNO fordert Freilassung

Zwei Aktivisten der Gaza-Hilfsflotte sind vor einem israelischen Berufungsgericht damit gescheitert, ihre Freilassung aus dem verlängerten Gewahrsam zu erreichen.

Das Bezirksgericht in Beersheba habe die Entscheidung der unteren Instanz bestätigt, wonach der Spanier Saif Abu Keshek und der Brasilianer Thiago Ávila bis Sonntag festgehalten werden dürften, sagte ihr Anwalt am Mittwoch. Die UNO hatte Israel aufgefordert, die beiden Männer "unverzüglich und bedingungslos" freizulassen.

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