Nahost-Konflikt: Merz offen für Engagement in Straße von Hormus - unter dieser Bedingung

Iran - Bei einem heftigen iranischen Raketenangriff aus Rache für den Tod eines Spitzenfunktionärs der Islamischen Republik sind zwei Menschen in Israel getötet worden.

Beim Einschlag einer iranischen Rakete nahe Tel Aviv sind zwei Menschen getötet worden.
Beim Einschlag einer iranischen Rakete nahe Tel Aviv sind zwei Menschen getötet worden.  © Ohad Zwigenberg/AP/dpa

Bei dem Angriff setzten die iranischen Streitkräfte Medienberichten zufolge mit Streumunition versehene Gefechtsköpfe ein.

Am Einschlagsort in der Stadt Ramat Gan nahe Tel Aviv seien ein Mann und eine Frau im Alter zwischen 70 und 80 Jahren getötet worden, teilte der Rettungsdienst Magen David Adom mit.

Mit der Attacke sei die Tötung des Generalsekretärs des Nationalem Sicherheitsrats im Iran, Ali Laridschani, vergolten worden, berichtete die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim.

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Am Ort des tödlichen Einschlags in Ramat Gan bot sich den Rettungskräften ein Bild der Zerstörung. "Als wir eintrafen, sahen wir dichten Rauch und Zerstörungen in einem Wohnhaus. Überall lagen Glasscherben und verstreute Gegenstände. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden zwei Verletzte gefunden, die bewusstlos waren, keinen Puls hatten und nicht mehr atmeten", zitierte der Rettungsdienst einen Sanitäter. Angesichts ihrer schweren Verletzungen seien sie nicht mehr zu retten gewesen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

18. März, 16.15 Uhr: Irans Präsident bestätigt Tötung von Geheimdienstminister

Der Iran hat die Tötung von Geheimdienstminister Esmail Chatib bestätigt.

Präsident Massud Peseschkian erklärte am Mittwoch im Onlinedienst X, der Tod des Ministers erfülle die Führung in Teheran mit Trauer, er machte jedoch keine Angaben dazu, wer den "feigen Mord" ausgeführt habe.

18. März, 15.25 Uhr: Trump: Könnte Verbündete bei Sicherung der Straße von Hormus alleine lassen

US-Präsident Donald Trump (79) hat den Verbündeten gedroht, sie mit der Absicherung der Straße von Hormus alleine zu lassen.

Er schrieb am Mittwoch in seinem Onlinedienst Truth Social, er könne die Länder, welche die Meerenge für den Schiffsverkehr nutzten, selbst eine Lösung finden lassen. Er reagierte damit auf die Weigerung Deutschlands und zahlreicher anderer Länder, die USA militärisch in dem Seegebiet zu unterstützen.

"Ich frage mich, was passieren würde, wenn wir den Rest des iranischen Terrorstaates 'fertigmachen' und die Länder, die (die Straße von Hormus) nutzen - wir tun es nicht - für die sogenannte 'Straße' verantwortlich sein lassen würden?", schrieb Trump. "Das würde einige unserer reaktionsschwachen 'Verbündeten' auf Trab bringen, und zwar schnell!!!"

US-Präsident Donald Trump (79) ist sauer, weil ihm niemand bei der Straße von Hormus helfen will.
US-Präsident Donald Trump (79) ist sauer, weil ihm niemand bei der Straße von Hormus helfen will.  © Niall Carson/PA Wire/dpa

18. März, 15.06 Uhr: Merz offen für Engagement in Straße von Hormus - unter dieser Bedingung

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat sich offen für eine deutsche Beteiligung an der Sicherung der Straße von Hormus nach dem Ende der aktuellen Kriegshandlungen gezeigt.

"Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, dann werden wir uns einer Debatte über freie Schifffahrt etwa in der Straße von Hormus nach Kriegsende nicht verschließen", sagte Merz am Mittwoch in einer Regierungserklärung im Bundestag. Abermals distanzierte sich der Kanzler aber von der Entscheidung der USA und Israels zu einem Angriff auf den Iran.

"Wir hätten abgeraten, diesen Weg so zu gehen, wie er gegenwärtig gegangen ist", sagte Merz. Allerdings habe Washington "uns nicht zu Rate gezogen und die europäische Hilfe nicht für notwendig erklärt"

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei seiner Regierungserklärung.
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) bei seiner Regierungserklärung.  © Christoph Soeder/dpa

18. März, 14.53 Uhr: Schwedischer Staatsbürger im Iran wegen Spionage für Israel hingerichtet

Im Iran ist am Mittwoch ein wegen Spionage für Israel zum Tode verurteilter schwedischer Staatsbürger hingerichtet worden.

Die iranischen Justizbehörden teilten auf ihrer Website Misan Online mit, das Todesurteil sei am Morgen vollstreckt worden. Der "Spion" habe "Bilder und Informationen über wichtige Orte des Landes" an Mitarbeiter des israelischen Geheimdienstes Mossad weitergegeben. Er sei in "sechs europäischen Ländern und in Tel Aviv" ausgebildet worden.

18. März, 14.02 Uhr: Iranische Öl- und Gasindustrie wieder Ziel von Angriffen

Der Iran hat im Krieg mit den USA und Israel neue Angriffe auf Teile seiner Öl- und Gasindustrie gemeldet.

Betroffen seien petrochemische Anlagen bei der Industriestadt Asalujeh, berichteten die Nachrichtenagenturen Tasnim und Mehr. Nähere Details gab es zunächst nicht. Ob Israel für die Luftangriffe verantwortlich war oder die USA, blieb zunächst unklar.

18. März, 13.59 Uhr: Türkei verstärkt nach Abschuss von Raketen aus dem Iran erneut Abwehr

Nach dem Abschuss von drei Raketen aus dem Iran verstärkt die Türkei erneut ihre Flugabwehr.

In der südtürkischen Provinz Adana werde zusätzlich ein Patriot-Raketenabwehrsystem stationiert, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums auf dem Nato-Stützpunkt Incirlik in Adana mit.

Es soll demnach vom US-Stützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz dorthin verlegt werden. Es war zunächst unklar, welches Land das System zur Verfügung stellt.

Die Türkei verstärkt nach drei Raketenabschüssen aus dem Iran ihre Flugabwehr.
Die Türkei verstärkt nach drei Raketenabschüssen aus dem Iran ihre Flugabwehr.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

18. März, 11.54 Uhr: Tötung jedes ranghohen Vertreters des Iran von Israels Führung genehmigt

Israels Führung hat nach Angaben des Verteidigungsministers die Tötung jedes ranghohen iranischen Vertreter genehmigt, der von der Armee ins Visier genommen wurde.

Dafür sei keine weitere Genehmigung erforderlich, sagte Verteidigungsminister Israel Katz nach Angaben seines Büros. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und er hätten das Militär entsprechend autorisiert.

Bei einer Beratung habe Katz zudem angekündigt, im Laufe des Tages seien "bedeutende Überraschungen in allen Einsatzgebieten zu erwarten". Diese würden den Krieg gegen den Iran und die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz "auf eine neue Stufe heben". Die Intensität der Angriffe im Iran nehme noch zu, sagte er demnach.

Der israelische Verteidigungsminister Katz kündigte "bedeutende Überraschungen" im Krieg gegen den Iran an.
Der israelische Verteidigungsminister Katz kündigte "bedeutende Überraschungen" im Krieg gegen den Iran an.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

18. März, 11.35 Uhr: Irans Geheimdienstminister laut Israel getötet

Der iranische Geheimdienstminister ist nach israelischen Angaben bei einem Luftangriff getötet worden.

Ismail Chatib sei in der Nacht bei einem gezielten Angriff ums Leben gekommen, teilte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz mit. Aus dem Iran gab es dazu zunächst keine Bestätigung.

Katz sagte nach Angaben seines Büros, Chatib sei für Unterdrückung im eigenen Land sowie "Bedrohungen nach außen" verantwortlich gewesen.

Der iranische Geheimdienstminister Ismail Chatib wurde laut Israel bei einem gezielten Angriff getötet.
Der iranische Geheimdienstminister Ismail Chatib wurde laut Israel bei einem gezielten Angriff getötet.  © Vahid Salemi/AP/dpa

18. März, 11.34 Uhr: Rettungswagen im Iran angegriffen

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen ist im Iran nach Angaben der Rothalbmond-Gesellschaft ein Rettungswagen gezielt angegriffen worden.

Der Vorfall ereignete sich in der südlichen Stadt Lar in der Provinz Fars, wie die humanitäre Organisation auf Telegram mitteilte. Ein Bild zeigte ein fast vollständig zerstörtes Fahrzeug.

Der Leiter des iranischen Roten Halbmonds, Pirhussein Koliwand, verurteilte den Luftangriff scharf. Er sprach von einem Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht. Die Einsatzkräfte seien ausschließlich mit der Hilfe für Verletzte beschäftigt gewesen.

18. März, 9.50 Uhr: Mehrere Tote und Dutzende Verletzte bei Angriff im Iran

Bei einem israelisch-amerikanischen Angriff sind nach Angaben aus dem Iran mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen.

56 weitere Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Der Luftangriff traf ein Wohngebiet der westlichen Stadt Dorud, wie es in dem Bericht unter Berufung auf den Vizegouverneur der Provinz Lorestan hieß.

Bei einem Angriff in der iranischen Provinz Lorestan gab es mehrere Tote und Dutzende Verletzte.
Bei einem Angriff in der iranischen Provinz Lorestan gab es mehrere Tote und Dutzende Verletzte.  © Arne Immanuel Bänsch/dpa

18. März, 9.47 Uhr: Laut iranischem Außenminister besteht System trotz gezielter Tötungen weiter

Irans Außenminister Abbas Araghtschi hält das politische System seines Landes im Krieg weiterhin für überlebensfähig.

Dabei spiele auch die gezielte Tötung von Führungspersonen keine Rolle, sagte Araghtschi dem Nachrichtensender Al Jazeera in einem heute veröffentlichten Interview. "Die An- oder Abwesenheit einer einzelnen Person hat keinen Einfluss auf die Struktur. (...) Entscheidend ist, dass das politische System im Iran eine sehr solide Struktur ist."

Das sei auch der Fall gewesen nach der Tötung des obersten Führers Ajatollah Ali Chamenei durch einen israelischen Luftangriff in Teheran, sagte Araghtschi. "Sogar der Anführer wurde getötet. Aber das System arbeitete weiter und sorgte sofort für Ersatz. So wird es auch sein, wenn jemand anders getötet wird." Auch im Fall, dass der Außenminister getötet würde - also er selbst -, stünde jemand anderes bereit, um den Posten einzunehmen, sagte Araghtschi.

Titelfoto: Christoph Soeder/dpa

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