Nahost-Konflikt: Nach Warnung - Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an

Iran - Die USA erwägen laut Präsident Donald Trump ein Zurückfahren ihrer Angriffe im Iran, senden aber zugleich US-Medienberichten zufolge Tausende weitere Soldaten in die Region.

US-Präsident Donald Trump hat für seine NATO-Verbündeten derzeit nur verächtliche Worte übrig.
US-Präsident Donald Trump hat für seine NATO-Verbündeten derzeit nur verächtliche Worte übrig.  © Alex Brandon/AP/dpa

Die USA stünden kurz davor, die eigenen Ziele im Krieg zu erreichen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Die Nato-Verbündeten bezeichnete er als "Feiglinge", weil sie den USA nicht bei der Sicherung der Straße von Hormus geholfen hätten.

Ohne die USA sei das Verteidigungsbündnis ein zahnloser Tiger, schrieb der Republikaner.

Jetzt, da der Kampf militärisch "GEWONNEN" sei, beschwerten sie sich über die hohen Ölpreise, würden aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen.

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"Das wäre für sie so einfach und mit nur geringem Risiko verbunden. FEIGLINGE, das werden wir uns MERKEN!", schrieb Trump weiter.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

21. März, 7.14 Uhr: Nach eindringlicher Warnung - Iran greift US-britischen Militärstützpunkt an

Der Iran hat US-Medienberichten zufolge einen von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt auf den Chagos-Inseln im Indischen Ozean angegriffen.

Die Islamische Republik attackierte den Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia am Freitagmorgen (Ortszeit) mit ballistischen Raketen, wie unter anderem das "Wall Street Journal" und der Sender CNN unter Berufung auf ranghohe US-Beamte berichteten.

Demnach feuerte der Iran zwei Geschosse mit mittlerer Reichweite auf die Basis ab, doch keines der beiden habe die Anlage getroffen. Eine offizielle Bestätigung seitens der britischen oder der US-Regierung gab es zunächst nicht.

Zuvor hatte die iranische Führung den britischen Premierminister Keir Starmer gewarnt, dass sein jüngster Kurswechsel bei der Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA nicht ohne Folgen bleiben werde.

Die große Mehrheit der Briten wolle mit dem israelisch-amerikanischen Krieg nichts zu tun haben, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf der Plattform X. Starmer bringe seine eigenen Landsleute in Gefahr, indem er zulasse, "dass britische Stützpunkte für Angriffe gegen den Iran genutzt werden". Der Iran werde "sein Recht auf Selbstverteidigung wahrnehmen".

Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte Großbritannien, dass die Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA nicht ohne Folgen bleiben werde - dann folgte ein Angriff.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi warnte Großbritannien, dass die Nutzung britischer Militärstützpunkte durch die USA nicht ohne Folgen bleiben werde - dann folgte ein Angriff.  © Khalil Hamra/AP/dpa

21. März, 7.12 Uhr: USA lockern Sanktionen auf iranisches Öl auf Schiffen

Die USA haben im Iran-Krieg vorübergehend Sanktionen auf iranisches Öl gelockert, das sich derzeit auf Schiffen befindet.

Das US-Finanzministerium teilte mit, Verkauf und Lieferung seien bis zum 19. April erlaubt. Mit der Aufhebung von Sanktionen auf Erdöl versuchen die USA, die steigenden Preise für den Rohstoff unter Kontrolle zu bekommen.

20. März, 18.04 Uhr: Nato zieht wegen Iran-Krieg Soldaten aus dem Irak ab

Die Nato hat wegen der angespannten Sicherheitslage im Nahen Osten das Personal ihrer Irak-Mission nach Europa verlegt.

"Ich möchte dem Irak und allen Alliierten danken, die die sichere Verlegung unterstützt haben", teilte Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich (54) mit. Die Mission werde nun vorerst vom operativen Führungskommando des Bündnisses in Neapel aus fortgesetzt. Zur Zahl der in Sicherheit gebrachten Personen gab es zunächst keine offiziellen Angaben. Aus Bündniskreisen hieß es, es seien einige Hundert betroffen gewesen.

Polen evakuiert angesichts des Iran-Kriegs alle Soldaten aus dem Irak. Ein Teil wird nach Jordanien verlegt. Das polnische Kontingent zählte zuletzt 350 Kräfte in der Region.

Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich (54) hat den erfolgten Abzug von Soldaten aus dem Irak verkündet.
Nato-Oberbefehlshaber Alexus Grynkewich (54) hat den erfolgten Abzug von Soldaten aus dem Irak verkündet.  © Virginia Mayo/AP/dpa

20. März, 17.11 Uhr: Israelische Bodeneinsätze im Libanon dauern an

Bei ihren Bodeneinsätzen im Südlibanon hat die israelische Armee nach eigenen Angaben mit Unterstützung aus der Luft mehrere Mitglieder der Hisbollah getötet.

Wie Israels Militär weiter mitteilte, wurden seit dem Beginn "gezielter Bodeneinsätze" vor rund einer Woche auch Stellungen der Miliz zerstört und Waffen sichergestellt.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, es gebe derzeit heftige Kämpfe zwischen der Hisbollah und israelischen Soldaten in der Stadt Chiam. Diese hätten sich inzwischen in den Norden der Stadt verlagert, da Israels Armee immer weiter vordringe. Insgesamt sei das Militär aus dem südlichen Nachbarland bereits sieben Kilometer tief im Libanon vorgerückt.

Die israelische Armee ist weiterhin im Libanon im Einsatz. (Archivbild)
Die israelische Armee ist weiterhin im Libanon im Einsatz. (Archivbild)  © Ilia Yefimovich/dpa

20. März, 16.55 Uhr: Schweiz stoppt Waffenexporte an die USA

Die Schweiz bewilligt wegen des Iran-Kriegs keine Waffenexporte mehr an die USA.

"Die Ausfuhr von Kriegsmaterial an die in den internationalen bewaffneten Konflikt mit dem Iran verwickelten Länder kann während der Dauer des Konfliktes nicht bewilligt werden", teilte die Regierung, der Bundesrat, mit.

Bestehende Bewilligungen und Ausfuhren werden aber nicht widerrufen. Sie würden "im Hinblick auf die Vereinbarkeit mit der Neutralität" aber regelmäßig überprüft, so die Regierung. An Israel ebenso wie den Iran seien schon seit Jahren keine definitiven Kriegsmaterialausfuhren mehr bewilligt worden.

20. März, 16.16 Uhr: Trump beschimpft Nato-Partner als "Feiglinge"

Klatsche für die Nato-Partner! Sie bekommen wegen ihrer Haltung im Iran-Krieg harte Kritik von US-Präsident Donald Trump (79) zu hören.

"Ohne die USA ist die Nato ein Papiertiger! Sie wollten sich nicht am Kampf beteiligen, um einen atomar bewaffneten Iran zu verhindern", schreibt der 79-Jährige bei seinem Onlinedienst Truth Social. "Jetzt, da dieser Kampf militärisch gewonnen ist, [...] beschweren sie sich über die hohen Ölpreise, die sie zahlen müssen, wollen aber nicht dabei helfen, die Straße von Hormus zu öffnen - ein einfaches militärisches Manöver, das der einzige Grund für die hohen Ölpreise ist."

Trumps Fazit: "Feiglinge, und wir werden uns daran erinnern!"

US-Präsident Donald Trump (79) wirft den Nato-Partnern Feigheit vor.
US-Präsident Donald Trump (79) wirft den Nato-Partnern Feigheit vor.  © Alex Brandon/AP/dpa

20. März, 16.10 Uhr: Chamenei bleibt unsichtbar – Iran wartet auf erste Rede

Der erste öffentliche Auftritt des neuen iranischen Revolutionsführers, Modschtaba Chamenei (56), lässt weiter auf sich warten.

Viele Menschen im Iran hatten mit Spannung erwartet, ob er zum Neujahrsfest live sprechen würde. Doch das Staatsfernsehen zeigte lediglich ein Standbild mit seinem Porträt und einer iranischen Flagge. Dazu wurde eine Rede verlesen, die ihm zugeschrieben wurde.

Der neue Führer des Irans, Modschtaba Chamenei (56), hatte bislang keinen öffentlichen Auftritt.
Der neue Führer des Irans, Modschtaba Chamenei (56), hatte bislang keinen öffentlichen Auftritt.  © Vahid Salemi/AP/dpa

20. März, 14.20 Uhr: NATO kündigt "Anpassung" des Irak-Einsatzes an

Die NATO erklärte, sie passe ihre Mission im Irak an, nachdem Beamte des Landes mitgeteilt hatten, dass die nicht-kämpfende Truppe aufgrund des Krieges im Nahen Osten vorübergehend abgezogen worden sei.

"Wir können bestätigen, dass wir unsere Haltung im Kontext der NATO-Mission im Irak anpassen", sagte Bündnissprecherin Allison Hart in einer Erklärung gegenüber AFP und lehnte es aus Sicherheitsgründen ab, weitere Details preiszugeben.

Die NATO arbeite in dieser Angelegenheit "in enger Abstimmung mit ihren Verbündeten und Partnern", sagte sie

20. März, 14.11 Uhr: Iran droht mit weltweiten Anschlägen auf Zivilisten im Urlaub

Das iranische Militär drohte damit, Beamte und Armeekommandeure der Vereinigten Staaten und Israels auch während ihres Urlaubs oder beim Besuch von Unterhaltungszentren aufzuspüren.

"Wir beobachten eure feigen Beamten und Kommandeure, Piloten und ruchlosen Soldaten", sagte der Sprecher der Streitkräfte, Abolfazl Shekarchi, laut staatlichem Fernsehen.

"Aufgrund der uns vorliegenden Informationen über Sie sind ab sofort auch die Promenaden, Badeorte und Unterhaltungszentren der Welt nicht mehr sicher für Sie."

Der Iran droht nun damit, auch Zivilisten anzugreifen.
Der Iran droht nun damit, auch Zivilisten anzugreifen.  © AFP

20. März, 13.46 Uhr: Humanitäre Notlage im Iran nimmt rapide zu

Der Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC), Jan Egeland (68), warnt vor einer dramatischen Verschlechterung der humanitären Lage im Iran.

Schätzungen zufolge seien mehr als drei Millionen Menschen im Land auf der Flucht, sagte Egeland dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera. Der Iran sei riesig und der Bedarf wachse rasant, so der NRC-Generalsekretär. Seine Hilfsorganisation sei "überlastet, überfordert und unterfinanziert".

Schiffs- und Flugverkehr seien unterbrochen, sodass lokale und internationale Gruppen Schwierigkeiten hätten, dringend benötigte Hilfsgüter ins Land zu bringen.

Jan Egeland (68) ist seit 2013 der Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC).
Jan Egeland (68) ist seit 2013 der Leiter des Norwegischen Flüchtlingsrats (NRC).  © Martial Trezzini/Keystone/dpa

20. März, 13.37 Uhr: Trotz des Kriegs im Iran, Frankreich unterstützt weiterhin die Ukraine

Der Präsident Emmanuel Macron (48) erklärte am Freitag, Frankreich werde seine Bemühungen zur Unterstützung der Ukraine fortsetzen.

Er äußerte sich, nachdem die französische Marine einen aus Russland kommenden Öltanker abgefangen hatte.

"Wir bleiben bei unserem Kurs", sagte Macron auf X. "Der Krieg im Iran wird Frankreich nicht davon abhalten, die Ukraine zu unterstützen, wo Russlands Angriffskrieg weitergeht".

Titelfoto: Khalil Hamra/AP/dpa

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