Nahost-Konflikt: Nato-Staaten stemmen sich gegen Einsatz vor Irans Küste

Iran - US-Präsident Donald Trump (79) drängt im Iran-Krieg die Nato-Verbündeten mit konfrontativen Worten zur Unterstützung bei der Sicherung von Öltransporten in der wichtigen Straße von Hormus.

Die Straße von Hormus spielt eine bedeutende Rolle beim internationalen Transport von Öl und Flüssiggas.  © Altaf Qadri/AP/dpa

Die Nato werde vor einer düsteren Zukunft stehen, sollten die Partner der USA dabei nicht helfen, sagte Trump in einem kurzen Interview der "Financial Times". Sollte es "keine Reaktion geben oder sollte die Reaktion negativ ausfallen, wird dies, denke ich, sehr schlecht für die Zukunft der Nato sein", wurde Trump zitiert.

Der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus, die sehr wichtig ist für den internationalen Transport von Öl und Flüssiggas, ist wegen des Kriegs und drohender iranischer Angriffe praktisch zum Erliegen gekommen.

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf US-Beamte, die Regierung in Washington werde voraussichtlich schon in dieser Woche bekanntgeben, dass mehrere Länder sich zur Bildung einer Koalition bereit erklärt hätten, die Schiffe durch die Meerenge eskortieren soll.

Israel Krieg Mehr als 40 Schiffe betroffen: Reeder von Merz-Absage zu Hormus-Einsatz enttäuscht

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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16. März, 18.05 Uhr: Raketenteile in Jerusalems Altstadt niedergegangen

Nach einem iranischen Raketenangriff sind nahe der heiligen Stätten der drei Weltreligionen in Jerusalem nach Polizeiangaben Trümmerteile niedergegangen.

Polizeikräfte und Sprengstoffexperten seien gegenwärtig an mehreren Einschlagorten in der Altstadt im Einsatz, hieß es in einer Polizeimitteilung. 

Betroffen seien unter anderem der Tempelberg, die Grabeskirche und das jüdische Viertel. Auch an weiteren Orten in Jerusalem sei es zu Einschlägen gekommen. Es gab zunächst keine Informationen zu möglichen größeren Schäden an den heiligen Stätten, die im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems liegen. 

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16. März, 18.03 Uhr: Laridschani bekräftigt Irans Widerstandskurs

Der iranische Spitzenfunktionär Ali Laridschani hat angekündigt, dass Teheran seinen Widerstand gegen die USA und Israel fortsetzen will.

In einem Schreiben an Muslime weltweit und an islamische Staaten erklärte er, der Iran verfolge weiterhin seinen "Weg des Widerstands gegen den großen und den kleinen Satan". Zugleich kritisierte Laridschani eine fehlende Solidarität aus anderen islamischen Ländern. Abgesehen von wenigen Ausnahmen - und auch dann nur auf politischer Ebene – sei kein Staat zu Hilfe gekommen.

16. März, 17.55 Uhr: Merz - Kein Militäreinsatz in Straße von Hormus - Kritik an Trump-Kurs

Bundeskanzler Friedrich Merz (70) hat einer deutschen militärischen Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus eine Absage erteilt und in scharfen Worten den Kurs von US-Präsident Donald Trump (79) kritisiert.

Die Nato sei ein Verteidigungsbündnis und kein Interventionsbündnis, sagte der CDU-Vorsitzende bei einem Treffen mit dem niederländischen Ministerpräsidenten Rob Jetten im Kanzleramt in Berlin. "Deswegen wünsche ich mir, dass wir auch mit dem notwendigen Respekt im Bündnis hier miteinander umgehen." Der Iran-Krieg sei keine Angelegenheit der Nato.

Bundeskanzler Friedrich Merz hat eine deutsche militärische Beteiligung am Schutz von Öltankern in der Straße von Hormus abgelehnt und zugleich den Kurs von US-Präsident Donald Trump deutlich kritisiert.  © Michael Kappeler/dpa

16. März, 15.07 Uhr: Bedrohung für den Weltraum? Israel zerstört Anlage in Teheran

Bei Angriffen auf Ziele in Teheran hat Israels Luftwaffe Armeeangaben zufolge eine Anlage ins Visier genommen und zerstört, in der der Iran Fähigkeiten für Angriffe auf Satelliten im Weltraum entwickelt haben soll.

Die von Irans Regierung genutzte Einrichtung sei deshalb "eine Bedrohung für Israels Satelliten sowie Weltraumressourcen anderer Länder" gewesen. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Über sein eigenes Raumfahrtprogramm hatte Teheran in der Vergangenheit erklärt, dass es keinerlei militärische Ziele verfolge. Da es jedoch faktisch von den iranischen Revolutionsgarden kontrolliert wird, gibt es international Zweifel an dieser Darstellung.

16. März, 15.05 Uhr: Nato-Staaten stemmen sich gegen Einsatz vor Irans Küste

Deutschland und wichtige Verbündete lehnen Forderungen von US-Präsident Donald Trump ab, auch Kriegsschiffe anderer Nato-Staaten zum Schutz von Öltankern in die umkämpfte Straße von Hormus zu schicken.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) sagte: "Es ist nicht unser Krieg, wir haben ihn nicht begonnen. Wir wollen diplomatische Lösungen und ein schnelles Ende, aber weitere Kriegsschiffe in der Region tragen dazu im Zweifel nicht bei."

Deutschland lehnt Trumps Forderung nach Nato-Kriegsschiffen in der Straße von Hormus ab. (Archivbild)  © Virginia Mayo/AP/dpa

16. März, 15.01 Uhr: Angriff auf US-Militärstützpunkt im Irak

Eine mit dem Iran verbündete Miliz griff unterdessen nach eigenen Angaben einen US-Militärstützpunkt im Irak an und tötete dabei sechs US-Soldaten.

Vier weitere US-Soldaten seien bei dem Raketenangriff auf die Militärbasis in der Nähe des Flughafens von Bagdad schwer verletzt worden, teilte die Miliz Saraja Aulija al-Dam mit. Vom US-Militär gab es zunächst keine Informationen zu dem Vorfall.

16. März, 15.00 Uhr: Berichte über zahlreiche Opfer bei Luftangriffen auf Teheran

Bei Luftangriffen seien neben städtischer Infrastruktur auch Wohngebiete bombardiert worden, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim.

Es sei eine "beträchtliche Zahl von Menschen" getötet oder verletzt worden. Bei einem israelischen Luftangriff in Teheran wurde iranischen Angaben zufolge auch ein Gebäude der städtischen Stromwerke bombardiert. Mehrere Mitarbeiter und Ingenieure kamen demnach ums Leben.

Bei Luftangriffen seien neben städtischer Infrastruktur auch Wohngebiete in Teheran bombardiert worden.  © Stringer/dpa

16. März, 14.59 Uhr: Raketenbeschuss im Iran-Krieg hält an - Offensive im Libanon

Zu Beginn der dritten Kriegswoche im Nahen Osten bleibt der Iran Zielscheibe massiver Angriffe von Israel und den USA, ohne dass auf diplomatischer Ebene sichtbar Bewegung in den Konflikt kommt.

Der Iran nahm seinerseits erneut Israel und Ziele in den Golfstaaten unter Beschuss.

Israels Armee sprach von einer "großangelegten Angriffswelle", die in den Städten Teheran, Schiras und Tabris die Infrastruktur der Führung ins Visier nehme. Auch iranische Medien meldeten eine neue Angriffswelle in der Hauptstadt Teheran. Im Osten der Millionenmetropole seien nach israelisch-amerikanischen Angriffen Explosionen zu hören gewesen, berichtete die Nachrichtenagentur Fars.

16. März, 14.28 Uhr: Nato geht vorerst nicht auf Trump-Drohung ein

Die Nato hat sich zurückhaltend zu den Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einem Bündniseinsatz in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel geäußert.

Alliierte hätten bereits zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Mittelmeer ergriffen, sagte ein Sprecher in Brüssel. Es sei zudem bekannt, dass einzelne Alliierte mit den USA und anderen darüber sprächen, was sie darüber hinaus tun könnten - auch im Zusammenhang mit der Sicherheit in der Straße von Hormus.

Zu der Frage, ob in Nato-Gremien bereits über einen möglichen Bündniseinsatz in der für weltweite Öl- und Gastransporte wichtigen Meerenge gesprochen wurde, äußert sich der Sprecher nicht. Auch gab es keine Antwort auf die Frage, unter welchen Voraussetzungen eine solche "Out-of-area"-Operation denkbar sein könnte.

Die Nato hat sich zurückhaltend zu den Forderungen von US-Präsident Donald Trump nach einem Bündniseinsatz in der Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel geäußert.  © - / SEPAH NEWS / AFP

16. März, 13.15 Uhr: EU schickt über 450 Millionen Euro Hilfe in den Nahen Osten

Die Europäische Union gibt mehr als 450 Millionen Euro für humanitäre Hilfe im Nahen Osten. Sie soll Menschen in Jordanien, Syrien, Ägypten, im Libanon und in den Palästinensischen Gebieten helfen, wie die Europäische Kommission mitteilte.

Europa müsse weiterhin zu den Menschen in Krisengebieten halten, teilte die EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenmanagement, Hadja Lahbib, mit. "Wir werden weiterhin lebensrettende Hilfe leisten, solange sie benötigt wird."

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