Nahost - Die Außenminister der führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) beraten ab Freitag in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia über den Iran-Krieg.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) appellierte vor dem zweitägigen Treffen an den Iran, Handelswege freizugeben - unter anderem die Straße von Hormus in der Golfregion. Durch deren Blockade waren die Energiepreise weltweit massiv gestiegen.
Zum Abschluss des Treffens am Samstag wird eine Stellungnahme des US-Vorsitzes erwartet, aber wegen der unterschiedlichen Ansichten keine gemeinsame Erklärung, wie es aus Diplomatenkreisen hieß.
Zu der G20-Gruppe gehören neben Deutschland, den USA und Russland unter anderem China, Indien und Japan.
Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24 -Newsticker.
30. Oktober, 15.34 Uhr: Oman meldet Angriff auf Handelsschiff
Ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff ist nach Angaben aus dem Oman in der Straße von Hormus angegriffen worden.
An Bord des Handelsschiffes "RITI" sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die Marine mit. 25 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht und medizinisch versorgt worden. Demnach ereignete sich der Angriff, als sich das Schiff rund drei Kilometer vor der Küste des omanischen Gouvernements Musandam befand.
Angaben zu den Angreifern oder zur Art des Angriffs machte die Marine zunächst nicht.
30. Oktober, 15.32 Uhr: Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen eingetroffen
Inmitten Spekulationen um neue militärische Eskalationen zwischen den USA und dem Iran sind katarische Unterhändler in Irans Hauptstadt Teheran eingetroffen. Die hochrangige Delegation aus dem Emirat treffe sich mit iranischen Spitzenpolitikern, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Katar gilt als zentraler Vermittlerstaat im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. In den vergangenen Tagen waren mehrfach hochrangige Delegationen aus der Region für Gespräche nach Teheran gereist. US-Medien hatten zudem über einen neuen diplomatischen Vorstoß der US-Regierung berichtet.
Angesichts Truppenaufbaus des US-Militärs in der Region und verstärkten iranischen Angriffen auf Schiffe am Golf wird jedoch auch über einen erneuten Ausbruch des Kriegs nach den Midterms in den USA spekuliert.
30. Oktober, 8.30 Uhr: Behörde meldet Angriff mit Haftminen in Straße von Hormus
Die britische Behörde für Sicherheit in der Seeschifffahrt (UKMTO) meldet eine neue Angriffstaktik in der Straße von Hormus.
Auf einem Tanker brach ein Feuer aus, nachdem sich ein kleines Boot genähert und Haftminen am Rumpf angebracht hatte, wie UKMTO unter Berufung auf einen verifizierten Bericht mitteilte.
Explosionen hätten im Maschinenraum Feuer ausgelöst und das Schiff kurzzeitig manövrierunfähig gemacht. Die Besatzung sei in Sicherheit und es seien keine Umweltschäden berichtet worden, hieß es weiter. Das Feuer sei gelöscht und das Schiff unterwegs zu einem Hafen.
29. Oktober, 19.58 Uhr: Alle Stimmen ausgezählt - Patt nach Wahl in Israel
Nach Auszählung aller Stimmen haben bei der Parlamentswahl in Israel sowohl die Regierungskoalition von Benjamin Netanjahu als auch das Oppositionslager von Gadi Eisenkot eine absolute Mehrheit verfehlt.
Die bisherige Koalition aus rechten, rechtsextremen und religiösen Parteien kommt auf 53 Sitze im Parlament (2022: 64 Sitze), wie mehrere israelische Medien am Abend nach Ende der Auszählung meldeten - für eine Mehrheit bräuchte es 61 Mandate.
Die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu verliert demnach fünf Sitze, bleibt mit 27 Mandaten jedoch die stärkste Partei im Parlament (Knesset). Als zweitstärkste Kraft geht den Angaben zufolge die von Eisenkot neu gegründete Mitte-Partei Jaschar mit 21 Sitzen aus der Wahl hervor. Das Oppositionsbündnis vereint demnach insgesamt 48 Mandate auf sich.
Das Ergebnis führt zu einem Patt im Parlament - und zu einer schwierigen Regierungsbildung.
29. Oktober, 16.18 Uhr: Abbas hofft nach Israels Wahl auf neuen Friedensdialog
Nach der Parlamentswahl in Israel hofft der palästinensische Präsident Mahmud Abbas auf einen neuen Dialog über Frieden mit der künftigen israelischen Regierung.
Die palästinensische Führung habe "Israel seit vielen Jahren im Streben nach Frieden die Hand gereicht", zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa Abbas bei einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulidis in Nikosia. Abbas hat in der palästinensischen Bevölkerung nur wenig Rückhalt.
29. Oktober, 16.14 Uhr: Humanitäre Krise im Jemen wächst
Die Lage für die Menschen in der von den Huthi-Rebellen belagerten Stadt Tais im Jemen spitzt sich nach Angaben von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen weiter dramatisch zu.
Es herrsche ein akuter Mangel an Treibstoff, Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Kochgas, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit. "Die Huthi können die humanitäre Katastrophe, die sie bei der Zivilbevölkerung verursachen, nicht mit der Belagerung von Tais rechtfertigen", sagte Niku Dschafarnia, Jemen-Expertin bei HRW.
Die Rebellen müssten unverzüglich die Einfuhr von Lebensmitteln, Treibstoff, Medikamenten und Wasser sowie die Lieferung humanitärer Hilfe ermöglichen, um weiteres Leid zu verhindern.
29. Oktober, 7.28 Uhr: Netanjahus Partei erhebt massive Wahlbetrugsvorwürfe
Netanjahus Partei äußert massive Wahlbetrugsvorwürfe.
"Die Wahlen im Staat Israel wurden von arabischen Parteien gestohlen, die den Terrorismus und die Vernichtung des jüdischen Staates unterstützen", hieß es in einer Likud-Mitteilung. Die Partei sprach von schweren Straftaten, darunter Bestechung, Drohungen, Gewalt, Fälschungen und Einsatz verbotener Software zur Mobilisierung von Wählern. Die Vorwürfe ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nach eigenen Angaben übermittelte die Likud-Partei der Polizei, dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet und dem Zentralen Wahlkomitee "Hunderte Zeugenaussagen und Beweise für Wahlbetrug in zahlreichen arabischen Wahllokalen". Sie forderte eine umfassende Untersuchung und strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Die Integrität der Wahlen sei "massiv beeinträchtigt" worden, behauptete die Partei.
Das Zentrale Wahlkomitee teilte laut "ynet" mit, es werde die Beschwerde prüfen. Eine solche Überprüfung von Eingaben der Parteien zu möglichen Unregelmäßigkeiten gehört zum regulären Verfahren nach einer Wahl.
29. Oktober, 7.20 Uhr: Vance lotet mit Iran Chance auf Verhandlungen aus
Die US-Regierung und regionale Vermittler haben Medienberichten zufolge neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran unternommen.
Zum einen soll US-Vizepräsident JD Vance (42) ein Schreiben an Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, geschickt haben, um Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten. Zum anderen sollen die Vermittler um Katar den Iran dazu drängen, UN-Inspektoren Zugang zu seinen bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Offizielle Bestätigungen dafür liegen nicht vor.
Wie das "Wall Street Journal" unter Verweis auf ungenannte Quellen berichtete, will Vance mit seinem Vorstoß angeblich in Erfahrung bringen, ob sich geplante Militärschläge gegen den Iran noch auf diplomatischem Wege abwenden lassen. Zuvor hatte die US-Zeitung berichtet, die USA hätten mehrere arabische Golfstaaten aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den US-Zwischenwahlen am 3. November einzustellen.
28. Oktober, 19.02 Uhr: Huthi greifen Flughafen in Aden an
Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach Angaben der international anerkannten Regierung erneut den internationalen Flughafen der südlichen Hafenstadt Aden angegriffen.
Die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtete unter Berufung auf das Verkehrsministerium, der Flughafen sei mit mehreren ballistischen Raketen angegriffen worden. In den vergangenen Tagen sei der Flughafen bereits sechsmal attackiert worden.
Die wiederholten Angriffe auf die wichtige zivile Einrichtung gefährdeten das Leben von Passagieren, Besatzungsmitgliedern und Flughafenpersonal, hieß es in der Erklärung. Zudem könnten sie den Reiseverkehr sowie humanitäre Hilfsmaßnahmen beeinträchtigen. Das Ministerium machte die Huthi für die Angriffe und deren Folgen verantwortlich. Angaben zu Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht. Die Huthi hatten zuvor zur Evakuierung des Flughafens aufgerufen. Zur Begründung hieß es, ein saudisches Militärtransportflugzeug bringe angeblich Waffen zu dem Flughafen. Saudi-Arabien äußerte sich dazu nicht.
28. Oktober, 12 Uhr: Netanjahus Block führt nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen
Bei der Parlamentswahl in Israel liegt nach Auszählung von zwei Dritteln aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu weiter vor dem Block der Opposition - verfehlt jedoch eine Mehrheit im Parlament.
Nach Angaben der israelischen Wahlkommission vom Mittwoch kommen Netanjahus Likud-Partei und ihre Verbündeten nach Auszählung von rund 66 Prozent der Stimmzettel auf 54 der 120 Sitze im Parlament.
Der Wahlkommission zufolge kommt das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot auf 48 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 18. Diese Teilergebnisse können sich allerdings noch erheblich ändern. Mehrere Nachwahlbefragungen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Lagern prognostiziert, bei dem keines von ihnen eine parlamentarische Mehrheit erhält.
Laut Nachwahlbefragungen der beiden großen Fernsehsender Channel 11 und Channel 13 kamen beide Bündnisse auf jeweils 51 Sitze.
28. Oktober, 7.35 Uhr: Netanjahus Block nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen vorn
Bei der Parlamentswahl in Israel liegt nach Auszählung der Hälfte aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu vor dem Block der Opposition.
Nach Angaben der israelischen Wahlkommission vom Mittwoch kommen Netanjahus Likud-Partei und ihre Verbündeten nach Auszählung von 50.1 Prozent der Stimmzettel auf 56 der 120 Sitze im Parlament. Das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot kommt demnach auf 49 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 15.
28. Oktober, 6.41 Uhr: Netanjahu bei Wahl vorn, aber ohne Mehrheit
Bei der wegweisenden Parlamentswahl in Israel hat das rechtsreligiöse Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Mehrheit laut Prognosen verloren, doch der Regierungschef gibt sich siegesgewiss.
Seine rechtskonservative Likud-Partei sei "die größte Partei Israels" und bleibe stärkste Kraft im Parlament, sagte Netanjahu in der Nacht vor Anhängern. Dahinter liegt die Mitte-Partei Jaschar von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot. Auch dessen Lager, das ebenfalls aus mehreren Parteien besteht, verfehlte die Mehrheit. Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden.
Eisenkot rief Netanjahu zum Rücktritt auf, da dessen Koalition "das Vertrauen des Volkes verloren" habe. Netanjahu sagte dagegen, die Wahl habe gezeigt, dass das rechte Lager innerhalb der jüdischen Bevölkerung eine klare Mehrheit habe. Man müsse die Auszählung der Stimmen abwarten.
Eisenkot wäre für die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen, die stark zulegten. Sie könnten ihm entweder als Koalitionspartner dienen oder eine Minderheitsregierung dulden. Rein rechnerisch könnte die Opposition mit Hilfe der arabischen Parteien zwar auch eine Regierung bilden. Dazu sind aber nicht alle Kräfte des Oppositionslagers bereit.
28. Oktober, 1 Uhr: Oppositionsführer will nach Israel-Wahl neue Regierung bilden
Der führende israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot ist nach eigenen Worten bereit, nach der Parlamentswahl in Israel eine neue Regierung zu bilden.
Die Menschen in Israel hätten sich für "den Wandel entschieden", sagte der Mitte-Rechts-Politiker am frühen Mittwochmorgen in einer Rede vor seinen Anhängern in Tel Aviv. Er werde versuchen, eine neue Regierung zu bilden.
"Das Volk hat sich gegen eine Fortsetzung der Amtszeit Netanjahus ausgesprochen", sagte Eisenkot weiter mit Blick auf den amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Er warnte Netanjahu davor, "Israels Sicherheit für Ihre politischen Zwecke zu missbrauchen".
Mögliche Neuwahlen lehnte der Netanjahu-Herausforderer angesichts der rekordhohen Wahlbeteiligung von 77,7 Prozent ab. "Bei einer Wahl mit einer derart hohen Beteiligung wäre es ein Fehler, eine weitere Wahl anzustreben."