Nahost-Konflikt: Wohl mehr als 100 zivile Ziele im Iran beschädigt

Iran - Eine ballistische Rakete fliegt Richtung Nato-Land Türkei, Israel greift weiter Hisbollah-Stellungen im Libanon an, in den Golfstaaten gibt es Drohnen-Attacken auf zivile Ziele, die USA versenken.

Ein Mann inspiziert ein beschädigtes Haus, das von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen wurde.
Ein Mann inspiziert ein beschädigtes Haus, das von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen wurde.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Vor Sri Lanka ein Kriegsschiff und durch die Straße von Hormus kommt kaum mehr Öl und Gas: Der noch keine Woche alte Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise.

In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter Ziele im Libanon.

Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen könnte.

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Israel Krieg Wegen Nahost-Konflikt: Landespolizei verstärkt Schutz jüdischer Einrichtungen

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

5. März, 10.52 Uhr: Kurdenregion im Irak will keine militärische Eskalation

Angesichts von Spekulationen über eine Beteiligung kurdischer Milizen aus dem Irak am Krieg im Iran hat der Präsident der Autonomen Region Kurdistan im Nordirak, Nechirvan Barsani, seinen Willen zum Frieden unterstrichen.

"Die Kurdistan-Region wird stets ein Grundpfeiler des Friedens bleiben und sich nicht auf Konflikte oder militärische Eskalationen einlassen, die das Leben und die Sicherheit unserer Bevölkerung gefährden", hieß es in einer Erklärung Barsanis.

US-Präsident Donald Trump soll laut US-Medienberichten erwägen, die irakischen Kurden und oppositionelle Gruppen im Iran bei einem Kampf gegen die iranische Führung zu unterstützen. Die irakischen Kurden haben zahlreiche Kämpfer an der rund 1500 Kilometer langen Grenze zum Iran stationiert und teilweise auch Verbindungen zur kurdischen Minderheit im Iran.

5. März, 10.49 Uhr: Drohnen aus Iran treffen Flughafen

Aserbaidschan hat nach einem Drohnenvorfall in seiner autonomen Exklave Nachitschewan den iranischen Botschafter ins Außenministerium einbestellt.

Eine Drohne sei in die Abfertigungshalle des Flughafens eingeschlagen, eine weitere in der Nähe eines Schulgebäudes abgestützt, teilte das Außenministerium in Baku mit. Es verurteilte die Angriffe, die demnach vom Iran aus gestartet wurden. Zwei Menschen seien verletzt worden, das Flughafengebäude sei beschädigt.

Die Exklave Nachitschewan ist vom Kernland Aserbaidschans im Südkaukasus abgeschnitten - das Gebiet ist von Armenien, dem Iran und der Türkei umgeben. Solche Angriffe dürften sich nicht wiederholen, heißt es in der Mitteilung. Baku behalte sich das Recht vor, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

5. März, 10.25 Uhr: Mehr als 100 zivile Ziele im Iran laut Roter Halbmond beschädigt

Seit Beginn der israelischen und amerikanischen Angriffe auf den Iran sind nach Angaben der Hilfsorganisation Roter Halbmond 105 zivile Einrichtungen im Land schwer beschädigt worden.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna wurden auch Wohngebiete in mehreren Städten sowie Teile Teherans getroffen. Es seien bislang 1332 Angriffe an 636 Orten registriert worden. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Rettungskräfte und Militärangehörige begutachten den Ort eines Einschlags einer iranischen Rakete.
Rettungskräfte und Militärangehörige begutachten den Ort eines Einschlags einer iranischen Rakete.  © Oded Balilty/AP/dpa

5. März, 10.03 Uhr: Italien will Golfstaaten Ausrüstung zur Flugabwehr liefern

Angesichts iranischer Angriffe auf mehrere Golfstaaten will Italien Ausrüstung zur Flugabwehr in die Region liefern.

"Wir sprechen ausdrücklich von Verteidigung, von Luftverteidigung", sagte Ministerpräsidentin Giorgia Meloni im Radio. Die Regierungschefin fügte hinzu: "Nicht nur, weil es befreundete Nationen sind, sondern auch, weil sich in dieser Region Zehntausende Italiener befinden und etwa zweitausend Soldaten, die wir schützen müssen."

Außenminister Antonio Tajani und Verteidigungsminister Guido Crosetto sollen am Vormittag im italienischen Parlament berichten. Crosetto hatte erst kürzlich erklärt, Rom habe Hilfeersuchen aus mehreren Golfstaaten erhalten. Man prüfe nun ein schnelles und mit EU-Partnern koordiniertes Vorgehen.

5. März, 9.48 Uhr: Israelische Armee - Neue Raketen aus dem Iran auf Israel gestartet

Der Iran hat israelischen Angaben zufolge erneut Raketen auf Israel abgeschossen. Die Abwehrsysteme seien im Einsatz, "um die Bedrohung abzufangen", erklärte die israelische Armee am Donnerstag, dem sechsten Tag des Iran-Krieges.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet.

Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.  © ATTA KENARE / AFP Foto von ATTA KENARE / AFP

5. März, 9.47 Uhr: Israels Regierung ordnet schnellere Rüstungsproduktion an

Israels Verteidigungsministerium hat die großen Rüstungsunternehmen des Landes angewiesen, die Produktion offensiver und defensiver Waffensysteme zu beschleunigen.

Dies bestätigte eine Sprecherin des Ministeriums. Hintergrund ist der Krieg Israels und der USA gegen den Iran. Israel bereitet sich den Angaben zufolge auf anhaltende Kampfhandlungen und eine mögliche Ausweitung auf weitere Fronten vor.

5. März, 9.20 Uhr: Qatar Airways kündigt Hilfsflüge für gestrandete Passagiere an

Die katarische Fluggesellschaft Qatar Airways hat angekündigt, eine begrenzte Zahl von Hilfsflügen für wegen des Iran-Kriegs gestrandete Passagiere anzubieten.

Geplant seien unter anderem Verbindungen aus der saudischen Hauptstadt Riad nach Frankfurt am Main oder aus der omanischen Hauptstadt Maskat nach Berlin, wie aus der Mitteilung auf X hervorging.

Passagiere seien weiter aufgerufen, nicht zum Flughafen zu kommen, sofern sie keine offizielle Benachrichtigung von Qatar Airways zu ihrem Flug erhalten hätten. Der reguläre Flugplan ist derzeit ausgesetzt, weil der Luftraum über Katar wegen des Iran-Kriegs geschlossen ist. Die Airline kündigte weitere Informationen für Freitag an.

5. März, 9.05 Uhr: Revolutionsgarden greifen US-Tanker im Persischen Golf an

Ein US-Öltanker im Persischen Golf ist nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden von einer Rakete getroffen worden.

Die Revolutionsgarden erneuerten ihre Drohung, im Kriegsfall die Straße von Hormus zu kontrollieren. Schiffe der USA, Israels, europäischer Staaten und ihrer Verbündeten hätten keine Erlaubnis für eine Durchfahrt und würden angegriffen.

Im weltweiten Energiehandel spielt die Straße von Hormus eine wichtige Rolle. Durch dieses Nadelöhr vor der Küste des Irans fährt rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. Jede Störung dort kann die Energiepreise steigen lassen.

Das Kriegsschiff "Martyr Hassan Bagheri" der Marine des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGCN). (Archivbild)
Das Kriegsschiff "Martyr Hassan Bagheri" der Marine des Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGCN). (Archivbild)  © Rouzbeh Fouladi/ZUMA Press Wire/dpa

5. März, 8.49 Uhr: Irans Außenminister Araghtschi - USA werden Versenkung von Kriegsschiff "bitter bereuen"

Einen Tag nach der Versenkung eines iranischen Kriegsschiffs im Indischen Ozean mit dutzenden Toten durch die US-Marine hat Irans Außenminister Abbas Araghtschi den USA mit Konsequenzen gedroht.

Die iranische Fregatte "Iris Dena" sei "ohne Vorwarnung in internationalen Gewässern angegriffen" worden, erklärte Araghtschi am Donnerstag im Onlinedienst X. "Die USA werden diesen Präzedenzfall bitter bereuen."

Die USA hätten "2000 Meilen vor der iranischen Küste eine Gräueltat auf See begangen", fügte Araghtschi hinzu. Demnach sei die Fregatte "Gast der indischen Marine" gewesen.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (63).
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (63).  © Vahid Salemi/AP/dpa

5. März, 8.47 Uhr: Auch Neuseeland will Militärflugzeuge für Evakuierungen senden

Neuseeland will Militärflugzeuge in den Nahen Osten entsenden, um wegen des Iran-Kriegs gestrandete Staatsbürger in sichere Drittländer zu bringen.

Die Streitkräfte würden auf Bitten der Regierung in den kommenden Tagen zwei Transportflugzeuge vom Typ Lockheed Martin C-130J-30 Super Hercules für die Evakuierungen in die Krisenregion verlegen, hieß es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums. "Aus Sicherheitsgründen geben wir den genauen Zielort nicht bekannt", sagte Verteidigungsministerin Judith Collins.

Neuseeland will gestrandete Staatsbürger mit Militärflugzeugen aus dem Nahen Osten evakuieren.
Neuseeland will gestrandete Staatsbürger mit Militärflugzeugen aus dem Nahen Osten evakuieren.  © - / AFP

5. März, 8.13 Uhr: Australien entsendet zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten

Australien hat angesichts des US-israelischen Krieges gegen den Iran zwei Militärflugzeuge in den Nahen Osten entsandt.

Im Rahmen der Notfallplanung zur Evakuierung australischer Staatsbürger in der Region seien ein Schwertransportflugzeug und eine Treibstofftransportmaschine entsandt worden, erklärten Regierungsbeamte am Donnerstag. Australierinnen und Australier sollten sich jedoch vorrangig um kommerzielle Flüge für eine Heimreise bemühen.

Der australische Premierminister Anthony Albanese bestätigte im Parlament, dass "militärische Mittel" in die Region entsandt worden seien. "Ich danke den Australiern, die sich in eine gefährliche Situation begeben, um ihren Landsleuten zu helfen", fügte Albanese hinzu.

Titelfoto: Oded Balilty/AP/dpa

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