Nahost-Konflikt: Straße von Hormus wieder geschlossen, Iran droht mit Ausstieg aus Waffenruhe

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Iran - Der Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Irans Außenminister kündigte zugleich eine Öffnung der Straße von Hormus an. Doch das Vorhaben gerät ins Wanken, die Straße soll bereits wieder geschlossen worden sein.

US-Präsident Donald Trump (79) will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen.
US-Präsident Donald Trump (79) will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Hintergrund seien die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, berichtet Fars unter Berufung auf eine informierte Quelle. Die Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter Irans in der Region.

Zugleich drohte ein anonymer Militärvertreter laut Nachrichtenagentur Fars Israel mit weiteren Angriffen, falls die Angriffe gegen die Hisbollah weitergingen.

Nach Einschätzung der iranischen Führung verstößt Israel gegen die mit den USA abgestimmte Waffenruhe. Pakistans Premier, Shehbaz Sharif (74), schrieb auf X, die Feuerpause gelte ausdrücklich auch für den Libanon.

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Israels Premier Benjamin Netanjahu (76) widersprach und betonte, der Waffenstillstand beziehe sich nur auf den Konflikt zwischen den USA und dem Iran – nicht aber auf Israels Einsatz gegen die Hisbollah.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

8. April, 18.22 Uhr: Waffenruhe im Iran-Krieg gilt laut Trump nicht für den Libanon

US-Präsident Donald Trump (79) hat israelische Angaben bestätigt, wonach die Waffenruhe im Iran-Krieg nicht für den Libanon gilt. Grund sei die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon, sagte Trump dem Sender PBS. Auf die Frage, ob er mit den anhaltenden israelischen Angriffen auf die Hisbollah einverstanden sei, antwortete Trump nach Angaben von PBS-Reporterin Liz Landers, das sei "Teil der Einigung" und werde später geregelt.

Deutschland, andere europäische Staaten und Kanada hatten dazu aufgerufen, die Waffenruhe "auch im Libanon" umzusetzen. Die unter anderem in Berlin veröffentlichte Erklärung wurde von den Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Großbritanniens, Kanadas, Dänemarks, der Niederlande, Spaniens sowie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, CDU) und EU-Ratspräsident António Costa (64) abgegeben.

8. April, 18 Uhr: Experten rechnen trotz Iran-Waffenruhe noch monatelang mit wirtschaftlichen Folgen

Die wirtschaftlichen Folgen des Krieges gegen den Iran werden voraussichtlich noch monatelang zu spüren sein. Der Chef der Internationalen Energie-Agentur, Fatih Birol (68), sprach von "vielen Monaten, wenn nicht Jahren", die eine Normalisierung dauern werde. Energieanalysten hoben die Lage bei Flüssigerdgas (LNG) hervor: Viele Produktionsanlagen in Nahost seien beschädigt. Der Reeder Hapag-Lloyd, kündigte an, die Straße von Hormus vorerst weiter zu meiden.

"Es wird Zeit brauchen, die stillgelegten Anlagen sicher wieder in Betrieb zu nehmen", sagte IEA-Chef Birol der Süddeutschen Zeitung. "Auch die Tanker, die die Golfregion verlassen, benötigen Zeit, um ihre Zielmärkte zu erreichen. Für Südasien dauert dies nur wenige Tage, für weiter entfernte Märkte in Asien und Europa jedoch mehrere Wochen."

Er hoffe, dass die Straße von Hormus bis Ende April wieder vollständig geöffnet werde. "Je länger sie geschlossen bleibt, desto schmerzhafter wird es, und desto schwieriger wird die Rückkehr zum Vorkriegszustand", sagte Birol weiter.

Auf niedrige Tankpreise braucht man in naher Zukunft wohl nicht zu hoffen.
Auf niedrige Tankpreise braucht man in naher Zukunft wohl nicht zu hoffen.  © Sebastian Kahnert/dpa

8. April, 17.39 Uhr: Katar meldet Beschuss aus dem Iran mit Raketen und Drohnen

Ungeachtet einer Waffenruhe hat der Iran seine Angriffe auf Katar fortgesetzt. Das Verteidigungsministerium des Golfstaats teilte mit, das Land sei heute mit sieben ballistischen Raketen und mehreren Drohnen aus dem Iran angegriffen worden. Die katarische Armee habe alle Raketen und Drohnen erfolgreich abgefangen.

Auch die Golfstaaten Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate hatten selbst nach Verkündung einer Waffenruhe neuen Beschuss aus dem Iran gemeldet.

Katars Außenamtssprecher Madschid al-Ansari hatte die Verkündung einer zweiwöchigen Feuerpause zwischen den USA und dem Iran in der Nacht als "ersten Schritt zur Deeskalation" begrüßt. Er bekräftigte in einem Post auf der Plattform X "die Notwendigkeit, darauf dringend aufzubauen, um eine Ausweitung der Spannungen in der Region zu verhindern".

Katar ist erneut Opfer von Iran-Angriffen geworden.
Katar ist erneut Opfer von Iran-Angriffen geworden.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

8. April, 17.05 Uhr: Iran droht mit Ausstieg aus Waffenruhe

Der Iran erwägt nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, aus der vereinbarten zweiwöchige Feuerpause mit den USA auszusteigen.

Hintergrund seien die anhaltenden israelischen Angriffe auf die Hisbollah im Libanon, berichtet Fars unter Berufung auf eine informierte Quelle. Die Hisbollah gilt als wichtigster Verbündeter Irans in der Region.

Zugleich drohte ein anonymer Militärvertreter laut Nachrichtenagentur Fars Israel mit weiteren Angriffen, falls die Angriffe gegen die Hisbollah weitergingen.

Nach Einschätzung der iranischen Führung verstößt Israel gegen die mit den USA abgestimmte Waffenruhe.

8. April, 16.57 Uhr: Rückschlag für Trump - Straße von Hormus offenbar schon wieder geschlossen!

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars ist die Straße von Hormus wieder geschlossen.

Als Grund werden israelische Angriffe auf den Libanon genannt.

US-Präsident Donald Trump (79) dürfte diese Entwicklung komplett gegen den Strich gehen.
US-Präsident Donald Trump (79) dürfte diese Entwicklung komplett gegen den Strich gehen.  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

8. April, 16.52 Uhr: Israelischer Überraschungsangriff auf Hunderte Hisbollah-Mitglieder im Libanon

Ungeachtet der Iran-Waffenruhe hat Israel nach Angaben seines Verteidigungsministers Israel Katz am Mittwoch hunderte Mitglieder der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im gesamten Libanon mit einem großangelegten Angriff überrascht. Die israelischen Streitkräfte hätten "einen Überraschungsangriff auf hunderte Hisbollah-Mitglieder ausgeführt", sagte Katz in einer Erklärung per Video.

"Dies ist der schwerste Schlag, den die Hisbollah seit der Operation 'Beepers' erlitten hat", sagte er, wobei er sich auf von Israel organisierte Angriffe im Jahr 2024 bezog, bei denen Pager und Walkie-Talkies hunderter Hisbollah-Mitglieder im Libanon explodierten.

8. April, 16.10 Uhr: Trump will Schiffsverkehr gemeinsamen mit Iran schützen

Die Schifffahrt durch die Straße von Hormus könnte nach den Worten von US-Präsident Donald Trump (79) gemeinsam von den USA und dem Iran abgesichert werden.

Es gebe die Überlegung, es als Gemeinschaftsprojekt umzusetzen, sagte er dem Sender ABC News zufolge. "Das ist eine Möglichkeit, sie abzusichern – auch vor anderen Leuten", sagte er, ohne weiter ins Detail zu gehen.

8. April, 15.37 Uhr: Israel setzt Attacken gegen Hisbollah im Libanon fort

Ungeachtet der Iran-Waffenruhe hat Israel nach Armeeangaben am Mittwoch im Libanon den "größten koordinierten Angriff" auf die Hisbollah-Miliz seit Kriegsbeginn geflogen.

Angegriffen wurden demnach Ortschaften im Süden des Libanon und südliche Vororte der Hauptstadt Beirut, das libanesische Gesundheitsministerium schrieb von Dutzenden Toten. Libanons Präsident Joseph Aoun (62) erklärte sich unterdessen bereit, einem Abkommen über eine dauerhafte Friedensordnung in der Region beizutreten. Die Bundesregierung rief Israel zur Mäßigung auf.

Beirut: Feuerwehrleute löschen ein Feuer am Ort eines israelischen Luftangriffs.
Beirut: Feuerwehrleute löschen ein Feuer am Ort eines israelischen Luftangriffs.  © Hussein Malla/AP/dpa

8. April, 15.17 Uhr: Iran kann laut Hegseth keine Raketen mehr bauen

Die US-Streitkräfte bleiben nach den Worten von Kriegsminister Pete Hegseth (45) weiterhin bereit für schnelle militärische Schläge. "Wir gehen nirgendwo hin. Wir stellen sicher, dass Iran sich an die Waffenruhe hält", sagte Hegseth auf einer Pressekonferenz in Washington. Die Streitkräfte seien bereit, jederzeit wieder loszulegen, mit welchen Zielen auch immer.

Den Krieg im Iran erklärte Hegseth für gewonnen. In weniger als sechs Wochen hätten die USA einen "historischen Sieg" errungen. "Wir haben die Verteidigungsindustrie des Iran vollständig zerstört – ein zentrales Ziel unserer Mission." Es sei zwar möglich, dass der Iran noch vereinzelt in der Lage sei zurückzuschießen. Hegseth zufolge kann Teheran aber keine weiteren Raketen oder Drohnen mehr herstellen.

Kriegsminister Pete Hegseth (45) deklariert nach der von Experten ausgerufenen Niederlage gegen den Iran einen "historischen Sieg".
Kriegsminister Pete Hegseth (45) deklariert nach der von Experten ausgerufenen Niederlage gegen den Iran einen "historischen Sieg".  © Manuel Balce Ceneta/AP/dpa

8. April, 14.59 Uhr: Europäer und Kanada fordern rasches Ende des Iran-Kriegs

Deutschland fordert in einer gemeinsamen Erklärung mit europäischen Partnern und Kanada, in den nächsten Tagen ein rasches und dauerhaftes Ende des Iran-Kriegs auszuhandeln.

"Dies kann nur auf diplomatischem Wege erreicht werden", heißt es in dem Papier, das Bundeskanzler Merz (70) mit mehreren Partnern veröffentlichte. "Wir drängen nachdrücklich auf rasche Fortschritte hin zu einer substanziellen Verhandlungslösung." Dies werde entscheidend sein, um die Zivilbevölkerung im Iran zu schützen und die Sicherheit in der Region zu gewährleisten, heißt es weiter.

Titelfoto: Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

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