Nahost-Konflikt: Schwere medizinische Krise droht im Iran

Israel/Iran - Die Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) um drei Wochen verlängert werden.

US-Präsident Donald Trump (79) erklärte die Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah für verlängert.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

Das teilte er nach einem Treffen von Vertretern der verfeindeten Nachbarländer Israel und Libanon im Weißen Haus auf seiner Plattform Truth Social mit.

Die derzeit geltende, zehntägige Waffenruhe wäre ohne eine Verlängerung am späten Sonntagabend ausgelaufen. Die Hisbollah-Miliz äußerte sich zunächst nicht dazu.

"Die Vereinigten Staaten werden mit dem Libanon zusammenarbeiten, um ihm dabei zu helfen, sich vor der Hisbollah zu schützen", sagte Trump.

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Ins Auge nehme er dabei auch die Finanzierung der Miliz durch den Iran, sagte er auf eine Reporterfrage. Solange der Iran die Hisbollah finanziere, werde es keine Vereinbarung im Iran-Krieg geben. "Das ist ein Muss", sagte Trump.

Zudem werde er in naher Zukunft den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und den libanesischen Präsidenten Joseph Aoun empfangen. Er plane, das Treffen noch während der verlängerten Waffenruhe stattfinden zu lassen. Das vorangegangene Treffen im Weißen Haus nannte Trump historisch.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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24. April, 14.07 Uhr: Lieferengpässe bedrohen medizinische Versorgung im Iran

Im Iran droht nach den Angriffen der USA und Israels eine schwere Krise in der medizinischen Versorgung.

Zwar gibt es eine Waffenruhe, aber die Folgen der wochenlangen Bombardierung beeinträchtigten wohl noch auf Monate oder Jahre die Versorgung der Bevölkerung, sagte Cristhian Cortez Cardoza in Genf.

Er ist stellvertretender Regionaldirektor für den Nahen Osten und Nordafrika bei der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC). Er hat den Iran vier Tage lang besucht.

"Ein Waffenstillstand bedeutet nicht, dass der Konflikt vorbei ist", sagte Cardoza. Hunderte Kliniken und Gesundheitseinrichtungen sowie Lernstätten und Geschäfte seien zerstört worden, sagte er. Es wachse die Sorge, dass nicht mehr genügend medizinische Geräte wie Dialysemaschinen oder Prothesen zur Verfügung stehen.

Eine Fabrik, die 60 Prozent der Dialysefilter und -geräte herstelle, habe nur noch Rohstoffe für die nächsten drei Monate. Die Lieferkette sei wegen des Konflikts unterbrochen.

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Hunderte Kliniken und Gesundheitseinrichtungen im Iran wurden während des Krieges mit den USA und Israel zerstört.  © Vahid Salemi/AP/dpa

24. April, 13.52 Uhr: UN-Büro sieht Hinweise auf Kriegsverbrechen im Libanon

Das UN-Menschenrechtsbüro sieht Anzeichen für israelische Kriegsverbrechen im Libanon.

Das Büro habe zahlreiche tödliche Angriffe auf Gesundheitspersonal und Journalisten dokumentiert, sagte Sprecher Thameen Al-Kheetan in Genf. Am Mittwoch habe das israelische Militär nach Berichten Sanitäter bei Hilfeleistungen behindert, nachdem ein Journalist bei einem Angriff getötet und ein Fotograf verletzt worden war.

"Medizinisches Personal, sei es militärisch oder zivil, sowie andere Zivilisten, darunter auch Journalisten, genießen nach dem humanitären Völkerrecht Schutz. Sie gezielt anzugreifen, würde ein Kriegsverbrechen darstellen", sagte der Sprecher.

Israel warf der Hisbollah-Miliz, gegen die sie eigenen Angaben nach im Libanon vorgeht, am Nachmittag erneut vor, Krankenwagen und medizinische Teams als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu transportieren. Die israelische Armee sagte in der Vergangenheit außerdem, sie ziele nicht auf Journalisten ab.

Die meisten bei den jüngsten Angriffen getöteten Journalisten waren für Hisbollah-nahe Medien tätig. Israel beschuldigte sie mitunter, Mitglieder der Miliz zu sein.

24. April, 12.49 Uhr: Spanien reagiert auf Bericht über mögliche NATO-Suspendierung

Angesichts eines Medienberichts über angebliche US-Pläne für eine Suspendierung der NATO-Mitgliedschaft Spaniens hat Regierungschef Pedro Sánchez die Bündnistreue seines Landes betont.

"Die Haltung der spanischen Regierung ist klar: absolute Zusammenarbeit mit den Verbündeten", sagte er vor Journalisten beim EU-Gipfel in Zypern. Er schränkte jedoch ein, diese Zusammenarbeit könne nur "im Rahmen des internationalen Rechts" erfolgen. Sánchez ist einer der schärfsten Kritiker in Europa des amerikanisch-israelischen Kriegs gegen den Iran.

Einem unbestätigten Medienbericht zufolge soll im Pentagon eine Mitteilung kursieren, in der Maßnahmen gegen "schwierige" NATO-Mitglieder vorgeschlagen werden, die das US-Militär im Krieg gegen den Iran nicht unterstützt hätten. Im Falle Spaniens werde eine Aussetzung der Mitgliedschaft in dem Verteidigungsbündnis erwähnt, berichtete die spanische Zeitung "El País".

Von der Nato gab es zunächst keine Stellungnahme zu dem Bericht. Beim größten Verteidigungsbündnis der Welt gibt es grundsätzlich keinerlei Verfahren, das bei unerwünschtem Verhalten Sanktionen oder gar einen Ausschluss vorsieht.

Zudem ist Spanien ein wichtiger Alliierter und es gilt als ausgeschlossen, dass europäische Partner den USA dabei helfen, das Land aus der Nato zu drängen.

Denkbar ist allerdings, dass die USA über ihre Veto- und Drohmöglichkeiten dafür sorgen, dass Spanien und andere aus US-Sicht "schwierige" Alliierte künftiger weniger Spitzenposten im Bündnis besetzen können.

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez betonte die Zusammenarbeit mit den Bündnispartnern.  © Johannes Neudecker/dpa

24. April, 11.24 Uhr: Trump will Spanien aus der NATO werfen

Wegen ihrer mangelnden Unterstützung im Krieg mit dem Iran prüft die USA nun einen Rauswurf Spaniens aus der NATO.

Die Regierung in Madrid hatte den USA untersagt, ihre Stützpunkte für den Angriff auf den Iran zu verwenden. Nun sollen laut einer internen E-Mail des Pentagons mögliche Strafmaßnahmen geprüft werden, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet.

In dem Schreiben würde vor allem die Frustration darüber zum Ausdruck gebracht werden, dass einige Verbündete den USA Zugangs-, Stationierungs- und Überflugrechte für den Iran-Krieg verweigert hatten. Obwohl dies die "absolute Grundvoraussetzung für die NATO" sei, heißt es.

Mögliche Maßnahmen sehen vor, "schwierige" Länder von wichtigen oder prestigeträchtigen Positionen in der NATO auszuschließen.

Weil Spaniens Regierung den USA untersagt hatte, ihre Stützpunkte für den Angriff auf den Iran zu verwenden, werde nun ein Ausschluss aus der NATO geprüft.  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

24. April, 11.13 Uhr: Irans Außenminister telefoniert mit pakistanischen Vermittlern

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat mit pakistanischen Vermittlern telefoniert.

In separaten Gesprächen mit Pakistans Armeechef, Feldmarschall Asim Munir, und dem Außenminister des Landes, Ishaq Dar, seien "regionale Entwicklungen und Themen in Verbindung mit der Waffenruhe" besprochen worden, hieß es in einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur Irna.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag einseitig die Waffenruhe mit dem Iran ohne klares Ende verlängert. Kurz zuvor hatte der Iran einer Teilnahme an weiteren Verhandlungen in Pakistan eine Absage erteilt. Pakistan vermittelt in dem Konflikt.

Ist eine weitere Verhandlungsrunde in Sicht? Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi telefonierte zumindest mit den pakistanischen Vermittlern.  © Tatyana Makeyeva/Pool AFP/dpa

24. April, 11.11 Uhr: Iraner seit 56 Tagen vom Internet abgeschnitten

Die Iraner sind inzwischen den 56. Tag in Folge vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen.

Die Sperre halte bereits seit 1.320 Stunden an, teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X mit. Demnach handelt es sich um die bislang längste landesweite Internetsperre in einer sonst "vernetzten Gesellschaft".

Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.

24. April, 6.12 Uhr: Atomwaffeneinsatz ist tabu - auch für die USA

US-Präsident Donald Trump schließt einen Einsatz von Atomwaffen im laufenden Krieg mit dem Iran aus und hält ihn auch ganz generell für unzulässig - egal durch welches Land.

Bei einem Auftritt im Weißen Haus entgegnete er auf eine entsprechende Reporterfrage: "Nein, ich würde sie nicht einsetzen. Eine Atomwaffe sollte niemals von irgendjemandem eingesetzt werden dürfen." Allein schon die Frage, ob er einen Atombombenabwurf auf den Iran erwägen würde, sei "dumm", befand Trump.

"Wofür bräuchte ich eine Atomwaffe, wenn wir sie schon auf ganz konventionellem Wege auch ohne komplett dezimiert haben?" Unklar blieb, wen oder was genau er mit "sie" meinte - die iranische Führung, ihre Streitkräfte, das Waffenarsenal des Irans oder all das zusammen.

Befürchtungen vor einem möglichen Einsatz von Atomwaffen hatte Trump Anfang April selbst geschürt, indem er eine selbst für seine Verhältnisse drastische Drohung an den Iran richtete: "Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren", schrieb er auf der Plattform Truth Social - womit er international scharfe Kritik auslöste.

US-Präsident Donald Trump schloss einen Einsatz von Atomwaffen im Krieg mit dem Iran konsequent aus.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

23. April, 21.57 Uhr: Papst fordert USA und Iran zu Gesprächen auf

Papst Leo XIV. (70) hat die USA und den Iran zur Rückkehr an den Verhandlungstisch aufgefordert.

Auf dem Rückflug von einer Afrika-Reise mahnte das Oberhaupt der katholischen Kirche eine neue "Kultur des Friedens" an, um Konflikte ohne militärische Gewalt zu regeln. Leo sprach von einer "chaotischen Situation". "An einem Tag sagt der Iran Ja, die Vereinigten Staaten sagen Nein, und umgekehrt. Wir wissen nicht, wo das hingehen wird."

Papst Leo XIV. (70) hat sich schon mehrfach vom Flugzeug aus zu ernsten Themen geäußert.  © Vatican Media/IPA/ZUMA Press/dpa

23. April, 21.47 Uhr: Dritter Flugzeugträger der USA in Nahost-Region eingetroffen

Fast zwei Monate nach Beginn des Iran-Kriegs haben die USA einen dritten Flugzeugträger in die Region verlegt.

Die "USS George H.W. Bush" habe im Indischen Ozean den Verantwortungsbereich des für den Nahen Osten zuständigen US-Zentralkommandos Centcom erreicht, teilte Centcom am Donnerstag im Onlinedienst X mit und veröffentlichte ein Foto des Flugzeugträgers mit zahlreichen Kampfflugzeugen an Deck.

23. April, 21.27 Uhr: Trotz Waffenruhe wieder tödliche Zwischenfälle im Südlibanon

Kurz vor einem weiteren Treffen auf Botschafterebene zwischen den verfeindeten Nachbarländern Israel und Libanon hat es erneut tödliche Zwischenfälle im Südlibanon gegeben.

Ein israelischer Luftangriff habe auf einer Straße nahe der Stadt Nabatija drei Menschen getötet, teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Abend mit. Demnach gab es bei israelischem Artilleriebeschuss in einem Ort unweit der israelischen Grenze zudem zwei Verletzte. Das israelische Militär teilte auf Anfrage mit, den Vorwürfen nachzugehen.

Im Libanon kommt es weiter zu tödlichen Zwischenfällen. (Archivbild)  © Hassan Ammar/AP/dpa

23. April, 20.42 Uhr: Israel greift den Iran im Moment offenbar nicht an

Nach Explosionen in Teheran haben israelische Sicherheitskreise erklärt, dass Israel den Iran derzeit nicht angreife.

"Israel greift den Iran im Moment nicht an", hieß es am Donnerstagabend aus den Sicherheitskreisen. Zuvor hatten iranische Medien berichtet, dass in der Hauptstadt Explosionen zu hören gewesen und das Luftabwehrsystem aktiviert worden seien.

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