Nahost-Konflikt: Iran verkündet Tod von ranghohem General

Iran - Der Iran hat nach dem jüngsten Ultimatum von US-Präsident Donald Trump (79) zur Öffnung der Straße von Hormus mit eigenen Drohungen reagiert.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten Satellitenaufnahme.  © -/The Visible Earth/NASA/dpa

Die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Meerenge werde erst dann wieder geöffnet, "wenn im Rahmen einer neuen Rechtsordnung die Schäden des aufgezwungenen Krieges vollständig aus einem Teil der Transitgebühren kompensiert werden", schrieb Mehdi Tabatabaei, für Kommunikation zuständiger Beamter im Büro des iranischen Präsidenten.

Das Marinekommando der Revolutionsgarden, Irans Elitestreitmacht, wurde von iranischen Medien mit den Worten zitiert, die Straße von Hormus werde "niemals wieder in ihren früheren Zustand zurückkehren, insbesondere nicht für die USA und Israel." Der Iran beansprucht die Kontrolle über die gesamte Passage und plant ein Mautsystem für die Durchfahrt.

Trump hat der Führung in Teheran erneut mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken gedroht, sollte diese bis zum Dienstagabend US-Ostküstenzeit nicht einlenken. "Öffnet die verdammte Straße (von Hormus), ihr verrückten Mistkerle, oder ihr werdet in der Hölle landen", schrieb er Ostersonntag auf seiner Plattform Truth Social.

Israel Krieg Vorwurf Landesverrat! Eigentum von Ex-Leverkusen-Profi beschlagnahmt

Die iranische UN-Mission schrieb auf X, Trump drohe erneut "offen damit, die für das Überleben der Zivilbevölkerung im Iran essenzielle Infrastruktur zu zerstören".

Die internationale Gemeinschaft und alle Staaten seien "verpflichtet, solche grausamen Kriegsverbrechen zu verhindern. Sie müssen jetzt handeln. Morgen ist es zu spät", heißt es in dem Post der UN-Mission.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

6. April, 11 Uhr: Angriffe auf Golfstaaten gehen weiter

Fünf Wochen nach Beginn des Iran-Krieges gehen die Angriffe auf die Golfstaaten weiter.

In Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurde nach einem Angriff auf eine Industrieanlage eine Person durch Trümmerteile eines abgeschossenen Geschosses verletzt, wie das zuständige Medienbüro am Morgen auf X mitteilte.

In der Küstenstadt Fudschairah wurde nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur WAM ein Gebäude eines Telekommunikationsunternehmens mit einer iranischen Drohne angegriffen. Es gebe keine Verletzten.

Anzeige

6. April, 10.21 Uhr: Iran verkündet Tod von ranghohem General

Der Iran hat im Krieg gegen Israel und die USA den Tod eines ranghohen Generals verkündet.

In einer Mitteilung erklärten die mächtigen Revolutionsgarden, dass der Leiter ihrer Geheimdienstabteilung, Generalmajor Madschid Chademi, in den früheren Morgenstunden getötet worden sei. Weitere Details nannten die Revolutionsgarden nicht.

Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz teilte mit, er sei vom Generalstabschef darüber informiert worden, dass die israelische Armee Chademi "ausgeschaltet" habe. Dieser sei unmittelbar verantwortlich für tödliche Raketenangriffe auf israelische Zivilisten. "Die Revolutionsgarden schießen auf Zivilisten, und wir eliminieren die Köpfe der Terroristen", sagte Katz nach Angaben seines Büros.

Rettungskräfte des iranischen Roten Halbmonds räumen mit einem Bulldozer die Trümmer eines Wohnhauses weg, das bei einem amerikanisch-israelischen Angriff getroffen wurde. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

6. April, 10.18 Uhr: Weitere Universität in Teheran laut Iran Ziel von Angriffen

In der iranischen Hauptstadt Teheran ist iranischen Angaben zufolge eine weitere Hochschule Ziel bombardiert worden.

Bei den israelisch-amerikanischen Angriffen sei ein Gebäude der Scharif-Universität getroffen worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Bereits in den vergangenen Tagen waren iranische Hochschulen attackiert worden.

Universitätspräsident Massud Tadschrischi verurteilte den Luftangriff scharf. "Die Scharif-Universität ist eine wissenschaftliche Einrichtung, deren Aufgabe im Bereich der Kultur und Verbreitung von Wissen liegt", zitierte ihn die Staatsagentur. Todesopfer habe es nicht gegeben.

6. April, 10.15 Uhr: Weitere Hinrichtung nach Protesten im Iran

Der Iran hat ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den jüngsten Massenprotesten vollstreckt.

Dem Mann wurde zur Last gelegt, bei den Aufständen im Januar in eine Militäranlage vorgedrungen zu sein, wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete. Drei weitere in dem Prozess verurteilte Männer wurden bereits hingerichtet.

Die Justiz wirft ihnen vor, in einen "militärisch klassifizierten Standort" der paramilitärischen Basidsch-Miliz in Teheran eingedrungen und dort Feuer gelegt zu haben. Ein versuchter Diebstahl von Waffen soll gescheitert sein.

6. April, 9.12 Uhr: Iran greift Großraum Tel Aviv mit Streumunition an

Bei einem neuen Raketenangriff auf den Großraum Tel Aviv am Morgen (Ortszeit) hat der Iran nach israelischen Medienberichten erneut Streumunition eingesetzt.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete von rund 20 Einschlagsorten im Umkreis von Tel Aviv. Nach Angaben des Rettungsdienstes Magen David Adom wurden mehrere Menschen verletzt, darunter eine Frau schwer. In der Stadt Tel Aviv sei eine Schule getroffen worden. Auch ein Armeesprecher sagte, es handele sich mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um Streumunition.

Auch im Norden habe es im Umkreis der Hafenstadt Haifa nach einem iranischen Angriff mit Streumunition rund zehn Einschlagsorte gegeben, berichtete "ynet". Mehrere Autos seien in Brand geraten. In der Nacht waren in Haifa zwei Menschen tot aus einem Gebäude geborgen worden. Dieses war bei einem früheren Angriff von einer iranischen Rakete getroffen worden.

6. April, 7.40 Uhr: Südkorea verhandelt über alternative Rohölrouten

Südkoreas Regierung hat angesichts der weitgehend blockierten Straße von Hormus ihre diplomatischen Anstrengungen zur Sicherung alternativer Ölrouten verstärkt.

So werde man unter anderem Sondergesandte nach Saudi-Arabien, Oman und Algerien schicken, wie Südkoreas amtliche Nachrichtenagentur Yonhap berichtete.

Zur Sicherung alternativer Transportwege sollen zudem fünf Öltanker unter koreanischer Flagge ins Rote Meer an die saudi-arabische Hafenstadt Yanbu verlegt werden. Saudi-Arabien kann sein Öl über Pipelines vom Persischen Golf nach Yanbu transportieren und dort verschiffen.

6. April, 7.35 Uhr: Giftige Rückstände im Iran-Krieg bedrohen Umwelt und Gesundheit

Im Iran-Krieg sind bislang nach Angaben einzelner Staaten einige Tausend Menschen getötet worden. Doch Bomben und Brände setzen auch giftige Substanzen frei, die schon beim Einatmen gesundheitsschädlich sind und langfristig wirken. Zudem ist das Trinkwasser in Gefahr.

"Allein die israelischen Angriffe auf die Ölanlagen in Teheran führten dazu, dass potenziell Millionen von Menschen einer breiten Palette gefährlicher Schadstoffe ausgesetzt waren, von denen einige in der Umwelt persistent sind und eine anhaltende Bedrohung für Böden und Wasserressourcen darstellen", sagt Doug Weir, Direktor der britischen Organisation The Conflict and Environment Observatory (Ceobs).

Diese giftige Mischung aus Schadstoffen regnete laut Ceobs anschließend über der Stadt ab und gelangte in die Entwässerungssysteme, was zu Bedenken hinsichtlich einer möglichen Verunreinigung von Oberflächen- und Grundwasser geführt habe. Zu den typischen Schadstoffen von Öl- oder Raffineriebränden zählten etwa Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Stickoxide und Ruß.

Das zerstörte Gebäude einer Polizeistation in Teheran und nahe gelegene Häuser. (Archivbild)  © Vahid Salemi/AP/dpa

6. April, 7.32 Uhr: Tote bei Angriff auf Wohngebäude im Iran

Bei einem Luftangriff auf ein Wohngebäude im Iran sind amtlichen Angaben zufolge mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen.

Der amerikanisch-israelische Angriff sei im Morgengrauen in der Stadt Qom im Zentrum des Landes erfolgt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf einen leitenden Sicherheitsbeamten der gleichnamigen Provinz.

Die Bergungsarbeiten dauerten am frühen Morgen an. Die Zahl der Todesopfer könne daher noch weiter ansteigen, berichtete die Agentur weiter.

Trümmer liegen auf einer Straße neben dem Ort der Luftangriffe.  © Vahid Salemi/AP/dpa

5. April. 19.56 Uhr: Trump verlängert Deadline - und droht Iran-Regime mit heftigen Angriffen

US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Führung mit heftigen Angriffen gedroht, sollte sie bis Dienstagabend nicht einlenken. Damit scheint die US-Regierung ihr Ultimatum an Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus bereits zum dritten Mal zu verschieben. "Wenn sie bis Dienstagabend nichts unternehmen, bleibt kein Kraftwerk und keine Brücke stehen", sagte Trump dem "Wall Street Journal".

In einem fast zeitgleich mit dem Interview veröffentlichten Post auf seiner Online-Plattform Truth Social nannte Trump die Angabe Dienstagabend, 20 Uhr US-Ostküstenzeit, lieferte jedoch keinen Kontext. Es liegt nahe, dass er sich damit auf die Frist an Teheran bezieht - diese würde damit nach deutscher Zeit um 2 Uhr in der Nacht zu Mittwoch ablaufen. Sein voriges Ultimatum wäre genau 24 Stunden früher abgelaufen.

Trump droht seit längerem damit, iranische Kraftwerke sowie die iranische Infrastruktur anzugreifen, sollte Teheran nicht die Straße von Hormus für den Schiffsverkehr öffnen oder einem Abkommen zustimmen. Vor rund eineinhalb Wochen hatte Trump noch von sehr guten und produktiven Gesprächen gesprochen und das Ultimatum deshalb zum zweiten Mal verschoben.

5. April, 18.52 Uhr: US-Präsident Trump schließt Rückzug aus dem Iran aus

US-Präsident Donald Trump hat der iranischen Bevölkerung versichert, sich nicht vorschnell aus dem Kriegsgeschehen zurückzuziehen. Die Iranerinnen und Iraner hätten Angst, dass sich die USA mitten im Krieg zurückzögen, aber das werde nicht passieren, zitiert das Portal "Axios" aus einem Telefoninterview mit Trump. Es gebe eine große Chance, ein Abkommen zu erzielen, sagte Trump. "Aber wenn sie keinem Deal zustimmen, jage ich dort drüben alles in die Luft."

Trump hatte dem Iran bereits zuvor mit der Zerstörung von Kraftwerken und Infrastruktur wie Brücken gedroht, sollte die Führung in Teheran nicht einlenken. In der Nacht zum Dienstag deutscher Zeit läuft dafür ein Ultimatum ab.

Trump fordert ein Abkommen oder eine vollständige Öffnung der für den globalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus. Der Schiffsverkehr durch die Meerenge liegt weiterhin weitgehend still.

Mehr zum Thema Israel Krieg: