Nahost-Konflikt: Trump empört über Irans Antwort auf Vorschläge für Kriegsende

Israel/Iran - Die USA und der Iran kommen bei ihren Bemühungen um ein Ende des Kriegs nicht voran. Im Gegenteil: US-Präsident Donald Trump (79) bezeichnete die jüngste Antwort des Irans auf den US-Vorschlag für eine diplomatische Lösung des Konflikts als "völlig inakzeptabel" und sprach weitere Drohungen gegen die Islamische Republik aus.

Der US-Präsident Donald Trump (79).  © Jose Luis Magana/AP/dpa

Der Iran zeigte sich davon unbeeindruckt und stellte seinerseits Forderungen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) will den Krieg so lange fortführen, bis wichtige Fragen zum iranischen Atomprogramm geklärt sind.

Trump schrieb auf seiner Plattform Truth Social: "Ich habe gerade die Antwort der sogenannten "Vertreter" des Irans gelesen. Das gefällt mir nicht - VÖLLIG INAKZEPTABEL." Dem Nachrichtenportal "Axios" sagte er, er werde Irans unangemessene Replik zurückweisen.

"Ich mag ihre Antwort nicht", sagte Trump, ohne auf den Inhalt des Briefes einzugehen. Er ließ offen, ob er die Verhandlungen fortsetzen will. Stunden zuvor hatte Trump dem Iran bereits in einem anderen Beitrag gedroht. "Die werden nicht mehr lange lachen!", hieß es darin.

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11. Mai, 6.14 Uhr: Munitionsvorräte laut US-Senator stark aufgebraucht

Der demokratische US-Senator Mark Kelly wies darauf hin, dass die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs stark aufgezehrt seien.

Es sei "schockierend, wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben", sagte er in der CBS-Sendung "Face The Nation". Es werde Jahre dauern, um diese Bestände wieder aufzubauen. Kelly warnte, dass die USA im Falle eines größer angelegten Angriffs möglicherweise nicht mehr in der Lage wären, ihr Land zu verteidigen. 

Der Iran-Experte Danny Citrinowicz meint mit Blick auf Trumps Unzufriedenheit mit der jüngsten Antwort aus Teheran, der Iran habe weder jetzt noch in absehbarer Zeit die Absicht, zu kapitulieren oder Washingtons Forderungen zu akzeptieren. Selbst bei Wiederaufnahme der militärischen Konfrontation sei nicht zu erwarten, dass Teheran seinen Kurs ändere, schrieb er auf X.

Die einzig realistischen Wege zu einer Einigung seien entweder ein Kompromiss bei zentralen iranischen Forderungen - oder ein Machtwechsel im Iran. Für Letzteres müsste Washington aber enorme militärische, politische und wirtschaftliche Ressourcen bereitstellen.

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Der US-Senator Mark Kelly (62).  © J. Scott Applewhite/AP/dpa

11. Mai, 6.10 Uhr: Nuklearmaterial muss laut Netanjahu aus Iran entfernt werden

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sieht den Krieg als noch nicht beendet an.

"Er ist noch nicht vorbei, denn es gibt immer noch Nuklearmaterial, angereichertes Uran, das aus dem Iran entfernt werden muss", sagte er dem US-Sender CBS in der Sendung "60 Minutes" laut vorab veröffentlichter Vorschau. Es müssten auch noch Uran-Anreicherungsanlagen demontiert werden.

Trump zeigte sich zuversichtlich, dass die Vereinigten Staaten "irgendwann" das angereicherte Uran des Irans sichern würden. "Wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen", sagte er in einem am Sonntag veröffentlichten Interview der Sendung "Full Measure". Das Material stehe "unter Beobachtung" der USA, sagte Trump. "Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen."

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76).  © Ilia Yefimovich/Pool AFP/AP/dpa

11. Mai, 6.08 Uhr: Einflussreicher US-Senator plädiert für Kurswechsel

Unterstützung für einen härteren Kurs gegenüber Teheran erhielt Trump vom einflussreichen US-Senator Lindsey Graham.

Der Republikaner schrieb auf X, angesichts der anhaltenden Attacken Irans auf die internationale Schifffahrt und Verbündete der USA im Nahen Osten sei es an der Zeit, die Vorgehensweise zu ändern: ""Projekt Freiheit Plus" klingt im Moment ziemlich gut." 

Am vergangenen Montag hatten die USA das "Projekt Freiheit" gestartet, um die weitgehend blockierte Straße von Hormus wieder für den Schiffsverkehr zu öffnen. Doch nur rund einen Tag später kündigt Trump überraschend an, den Einsatz "für kurze Zeit" auszusetzen. 

11. Mai, 6.05 Uhr: USA müssen laut Iranischen Staatsmedien Reparationen zahlen

Iranische Staatsmedien bewerteten den US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs als Aufforderung zur Kapitulation Teherans.

Eine Annahme hätte die Unterwerfung der Islamischen Republik unter die "überzogenen Forderungen" von Trump bedeutet, kommentierte unter anderem der regierungstreue Sender Press TV. Dagegen betone der vom Iran vorgelegte Plan, dass ein Ende des Kriegs an allen Fronten nötig sei und die USA Kriegsreparationen zahlen müssten. 

Der Iran forderte laut Staatsmedien auch die volle Souveränität über die Straße von Hormus, ein Ende der Sanktionen gegen das Land und die Freigabe beschlagnahmter iranischer Vermögenswerte. Keine Rolle spielte in der Antwort demnach der Streit über das iranische Atomprogramm. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim zitierte eine informierte Quelle, der zufolge Trumps Reaktion keinerlei Bedeutung habe. Niemand im Iran verfasse Vorschläge, um Trump zu gefallen. 

10. Mai, 22.23 Uhr: US-Munitionsvorräte laut Senator stark aufgebraucht

Die Munitions- und Raketenvorräte des US-Militärs sind nach Worten eines demokratischen US-Senators stark aufgezehrt. Es sei "schockierend ist, wie stark wir diese Bestände aufgebraucht haben", sagte Mark Kelly (62) in der CBS-Sendung "Face The Nation" und fügte an, dass US-Präsident Donald Trump (79) die USA in einen Krieg "ohne strategisches Ziel, ohne Plan, ohne Zeitplan" hineingezogen habe.

Kelly warnte, dass die USA womöglich im Falle eines längeren Angriffs nicht in der Lage wären, ihr Land zu verteidigen. Die Vereinigten Staaten würden sich dann in einer schlechteren Lage befinden, "als wir es sonst wären, wenn dieser Krieg im Iran nicht stattgefunden hätte".

10. Mai, 21.58 Uhr: Iran "wird das Lachen noch vergehen" poltert Trump

Im zähen Ringen um einen Ausweg aus dem Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump (79) Teheran vorgeworfen, die USA an der Nase herumzuführen.

"Der Iran hat mit den Vereinigten Staaten und dem Rest der Welt seit 47 Jahren Spielchen gespielt (Verzögerung, Verzögerung, Verzögerung!)", schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Teheran "lacht unser jetzt wieder großartiges Land aus", fügte er hinzu. "Ihnen wird das Lachen noch vergehen!"

US-Präsident Donald Trump (79) fühlt sich vom Iran an der Nase herumgeführt.  © Alex Brandon/AP/dpa

10. Mai, 21.54 Uhr: Iran-Krieg ist für Netanjahu nicht beendet

Der Iran-Krieg ist nach Ansicht des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu (76) noch nicht beendet.

"Er ist noch nicht vorbei, denn es gibt immer noch Nuklearmaterial, angereichertes Uran, das aus dem Iran entfernt werden muss", sagte er in der CBS-Sendung "60 Minutes" laut vorab veröffentlichter Vorschau. Netanjahu erklärte weiter, dass auch noch Uran-Anreicherungsanlagen demontiert werden müssten und es weiterhin Stellvertreter - damit ist unter anderem die libanesische Hisbollah-Miliz gemeint - gebe, die der Iran unterstütze. Zudem stelle der Iran weiterhin ballistische Raketen her.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) denkt nicht an ein Ende des Iran-Kriegs.  © Ilia Yefimovich/Pool AFP/AP/dpa

10. Mai, 20.57 Uhr: Teheran droht Paris und London mit "entschiedener Antwort" auf Einsatz in Hormus-Straße

Die iranische Regierung hat Großbritannien und Frankreich mit einer "entschiedenen und sofortigen Antwort" gedroht, falls deren Kriegsschiffe in der Straße von Hormus aktiv werden.

10. Mai, 17.21 Uhr: "Irgendwann" - Trump macht maximal unkonkrete Aussage, wann USA iranisches Uran erhalten

US-Präsident Donald Trump (79) hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten "irgendwann" das angereicherte Uran des Irans sichern würden.

"Nun, wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen", sagte er in einem Interview der Sendung "Full Measure". Das Material stehe "unter Beobachtung" der USA, behauptete Trump weiter. "Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen."

US-Präsident Donald Trump (79) lässt die Welt weiter rätseln, wie er aus dem Iran wieder herauskommen will.  © Jen Golbeck/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

10. Mai, 13.09 Uhr: Kuwait und Emirate melden neuen Beschuss mit Drohnen

Trotz einer geltenden Waffenruhe ist der kleine Golfstaat Kuwait von mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden.

Die Streitkräfte hätten dort heute früh "mehrere feindliche Drohnen" im eigenen Luftraum entdeckt und darauf reagiert, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit. Mehr Details wurden nicht genannt. Man sei vollends bereit, die Sicherheit des Landes und der Bevölkerung zu beschützen.

Auch die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten heute neuen Beschuss. Die Flugabwehr habe zwei iranische Drohnen erfolgreich abgewehrt, teilte das emiratische Verteidigungsministerium mit. Opfer habe es nicht gegeben. Insgesamt habe der Iran die Emirate im Krieg bisher mit rund 550 Raketen, 30 Marschflugkörpern und 2200 Drohnen angegriffen.

Trotz einer geltenden Waffenruhe ist der kleine Golfstaat Kuwait von mutmaßlich iranischen Drohnen angegriffen worden.  © Soeren Stache/dpa

10. Mai, 7.18 Uhr: Mindestens neun Tote bei israelischen Angriffen im Libanon

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Samstag mindestens neun Menschen getötet worden. Unter den Opfern sei ein Mädchen, teilte das Ministerium mit.

Bei einem israelischen Angriff auf die Stadt Saksakije wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums sieben Menschen getötet, unter ihnen ein Mädchen. 15 Menschen, darunter drei Kinder, seien zudem verletzt worden.

Bei einem Angriff in der Stadt Nabatije wurde nach Ministeriumsangaben zudem ein Mann getötet. Die zwölfjährige Tochter des syrischen Staatsbürgers sei schwer verletzt worden und müsse sich einer Notoperation unterziehen.

In der südlichen Stadt Bedias wurde bei israelischen Angriffen laut dem Gesundheitsministerium ein weiterer Mensch getötet. 13 Menschen wurden demnach verletzt, darunter zwei Frauen und sechs Kinder.

Bei israelischen Angriffen im Süden des Libanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums am Samstag mindestens neun Menschen getötet worden.  © --/dpa

10. Mai, 4 Uhr: Iran droht USA im Falle von weiteren Angriffen mit Vergeltung

Während die USA weiterhin auf eine Antwort Teherans auf ihren jüngsten Verhandlungsvorschlag warten, hat der Iran vor Angriffen auf seine Öltanker gewarnt und mit Vergeltung gedroht.

"Jeder Angriff auf iranische Öltanker und Handelsschiffe wird einen harten Gegenschlag gegen eine der amerikanischen Einrichtungen in der Region sowie gegen die feindlichen Schiffe nach sich ziehen", erklärten die Revolutionsgarden am Samstag laut Staatsmedien. Die USA hatten zuvor zwei iranische Schiffe angegriffen. Irans Außenminister Abbas Araghtschi äußerte Zweifel an der Ernsthaftigkeit der US-Diplomatie.

"Die jüngste Eskalation der Spannungen durch die amerikanischen Streitkräfte und ihre mehrfachen Verstöße gegen die Waffenruhe bestärken den Verdacht hinsichtlich der Motivation und des Ernstes der amerikanischen Seite auf dem Weg der Diplomatie", sagte Araghtschi am Samstag laut der Nachrichtenagentur Isna bei einem Telefonat mit seinem türkischen Kollegen Hakan Fidan.

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