Nahost-Konflikt: Trump kündigt Ende milliardenschwerer Hilfen an Israel an
Nahost - Das US-Militär hat Medienberichten zufolge erneut Ziele im Iran angegriffen. Der Angriff richtete sich gegen die Insel Gheschm in der Straße von Hormus, wie das "Wall Street Journal" unter Berufung auf US-Beamte berichtete.
Der "Axios"-Reporter Barak Ravid schrieb in den sozialen Medien, ein US-Kampfflugzeug habe am Montag (Ortszeit USA) eine Stellung der Revolutionsgarden auf der Insel attackiert, nachdem von dort eine Rakete auf ein US-Flugzeug abgefeuert worden sei.
Auch die Sender CNN und CBS berichteten über die "begrenzten" Angriffe auf die Insel. Bewohner der Insel Gheschm und der Hafenstadt Bandar Abbas hätten diese gemeldet, hieß es.
Eine Anfrage beim zuständigen Regionalkommando des US-Militärs blieb zunächst unbeantwortet. Stunden zuvor hatte US-Präsident Donald Trump (80) noch einen Rückgang der Ölpreise gefordert und das damit begründet, dass viele der Auffassung seien, der Krieg mit dem Iran gehe zu Ende. Der Iran wolle unbedingt eine Vereinbarung, behauptete Trump.
Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24 -Newsticker.
3. November 20.54 Uhr: Trump kündigt Ende milliardenschwerer Hilfen an Israel an
US-Präsident Donald Trump hat überraschend die Einstellung milliardenschwerer Hilfen an Israel zum Jahresende verkündet.
Er und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seien übereingekommen, dass Israel nicht mehr auf die Zuschüsse in Höhe von vier Milliarden US-Dollar (knapp 3,6 Mrd. Euro) angewiesen sei, sagte Trump in einem Telefonat mit dem US-Sender Fox News.
3. November 17.01 Uhr: Opposition will Eisenkot als Regierungschef empfehlen
Vor Beginn der Konsultationen zur Regierungsbildung hat Israels Opposition ihren Willen bekräftigt, die rechtsreligiöse Regierung von Benjamin Netanjahu (77) abzulösen.
Dessen Hauptrivale, der ehemalige Militärchef Gadi Eisenkot, traf sich nach Angaben seines Büros bei Tel Aviv mit den Vorsitzenden der Oppositionsparteien Bejachad, Israel Beitenu und Demokraten. Sie wollten dem Präsidenten Izchak Herzog gemeinsam empfehlen, Eisenkot zuerst mit der Regierungsbildung zu beauftragen.
Ziel sei es, so schnell wie möglich eine neue Regierung zu bilden und eine weitere Wahl zu verhindern. Die Parteichefs kritisierten zugleich, dass Netanjahu und seine Likud-Partei das Wahlergebnis infrage stellten. Sie kündigten an, sich gegen Versuche zu wehren, den Wahlausgang und den demokratischen Prozess anzuzweifeln. Es handle sich um eine "gefährliche und haltlose Kampagne".
3. November, 12.50 Uhr: Iran meldet Explosionen an Tankern in Straße von Hormus
Die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) haben Explosionen an drei Tankern in der Straße von Hormus gemeldet.
Die Schiffe seien in den frühen Morgenstunden auf Seeminen aufgefahren, hieß es in einer Erklärung der IRGC. Die Angaben ließen sich nicht verifizieren. Stellungnahmen von unabhängigen Stellen blieben zunächst aus.
3. November, 8.43 Uhr: Iran richtet erneut zwei Männer nach Massenprotesten hin
Im Iran sind im Zusammenhang mit den Protesten Anfang des Jahres abermals zwei Männer exekutiert worden.
Den Männern sei zur Last gelegt worden, bei den Massendemonstrationen an der Tötung von Polizeibeamten in der Stadt Isfahan beteiligt gewesen zu sein, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan.
Die Männer, Amirhossein Maleki und Amirhossein Ebrahimi, seien am frühen Morgen gehängt worden, hieß es weiter. Am späten Montagabend sollen die Angehörigen der beiden Männer zu einem letzten Besuch in ein Gefängnis der Stadt Isfahan berufen worden sein, berichtete die in Norwegen ansässige Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO).
Laut iranischer Justiz sollen die Männer Teil einer Gruppe gewesen sein, die an der Tötung der Polizeibeamten beteiligt gewesen sein sollen. Im August waren bereits andere angebliche Mitglieder dieser Gruppe öffentlich gehängt worden. Menschen hatten damals spontan dagegen protestiert.
3. November, 7.45 Uhr: Angriffe in Saudi-Arabien: Asien-Cup wird verschoben
Wegen der Angriffe durch die jemenitische Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien hat der asiatische Fußballverband AFC den geplanten Asien-Cup verschoben.
Statt vom 7. Januar bis 5. Februar 2027 soll das Turnier vom 23. Dezember 2027 bis 21. Januar 2028 in Saudi-Arabien stattfinden, wie die AFC mitteilte.
"Das Organisationskomitee des Asien-Cups hat beschlossen, das Turnier angesichts der aktuellen außergewöhnlichen Umstände zu verlegen, die sich aus den Entwicklungen in der Region ergeben - darunter erhebliche logistische Schwierigkeiten und Reisebeeinträchtigungen", erklärte der Verband.
Die Verschiebung sei im "Interesse aller teilnehmenden Mannschaften, Offiziellen, Zuschauer und sonstigen Beteiligten notwendig", hieß es weiter. Der Zeitplan werde dem Weltverband FIFA zur Genehmigung vorgelegt.
3. November, 7 Uhr: US-Militär greift Ziel auf iranischer Insel Gheschm an
Erneut sind US-Angriffe auf iranischem Boden gemeldet worden. Im Visier des Militärs stand offenbar eine Stellung der Revolutionsgarden auf der Insel Gheschm in der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
Der "Axios"-Journalist Barak Ravid teilte auf X mit, dass ein US-Kampfjet die Stellung am Montag attackiert habe. Zuvor soll von dort eine Rakete auf ein amerikanisches Flugzeug abgefeuert worden sein. Demnach hätten Bewohner der Insel sowie der nahe gelegenen Hafenstadt Bandar Abbas von Explosionen berichtet.
Eine offizielle Bestätigung des zuständigen US-Regionalkommandos lag zunächst nicht vor.
2. November, 15.03 Uhr: Gouverneur von Hebron - Israels Armee zieht ab
Gut eine Woche nach Beginn des israelischen Militäreinsatzes im Raum Hebron zieht die Armee nach Angaben des Gouverneurs aus der Stadt im Westjordanland ab.
Palästinensische Sicherheitskräfte hätten die vollständige Kontrolle in dem Gebiet, sagte Gouverneur Chalid Dudin vor Journalisten. Rund 3300 Anwohner, die durch den Einsatz vertrieben wurden, könnten nun sicher in ihre Häuser zurückkehren. Ihre Häuser seien weitgehend zerstört, sagte Dudin, und kündigte schnelle Schritte zum Wiederaufbau an.
2. November, 11 Uhr: Erneut Tanker im Persischen Golf attackiert
Im Persischen Golf ist ein weiterer Tanker angegriffen worden. Wie die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) mitteilte, wurde das Schiff rund 133 Kilometer östlich der saudi-arabischen Küstenstadt Ras al Khafji von zwei "unbekannten Geschossen" getroffen.
Verletzte habe es nicht gegeben. Zunächst bekannte sich niemand zu dem Angriff. Erst am Freitag war im Persischen Golf ein katarischer Tanker attackiert worden, wie die staatliche Nachrichtenagentur QNA berichtete. Auch dazu hatte sich niemand bekannt.
1. November, 12.37 Uhr: Zehn Palästinenser bei Angriffen in Gaza getötet
Bei neuen israelischen Angriffen im Gazastreifen sind laut einem Medienbericht mindestens zehn Palästinenser getötet worden, darunter ein Minderjähriger.
Fünf Menschen seien bei einem Drohnenangriff im Gebiet al-Mawasi westlich von Chan Junis getötet worden, berichtete die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa. Es habe auch mehrere Verletzte gegeben.
Drei weitere Palästinenser seien bei einem anderen Angriff israelischer Truppen westlich der Stadt Gaza getötet worden, darunter auch ein Minderjähriger. Insgesamt seien seit dem Morgengrauen zehn Palästinenser im Gazastreifen bei Angriffen ums Leben gekommen.
Zu den weiteren zwei Toten meldete Wafa keine weiteren Details. Die israelische Armee teilte auf Anfrage mit, man habe "mehrere Mitglieder bewaffneter Gruppen im Norden und Süden des Gazastreifens angegriffen".
1. November, 10.14 Uhr: Opposition warnt vor neuem Krieg mit Iran unter Netanjahu
Der israelische Oppositionspolitiker Jair Golan (64) hat eindringlich vor einem neuen Krieg mit Iran unter der Führung von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (77) gewarnt.
Netanjahu fehle das Vertrauen der Öffentlichkeit, um eine solche militärische Auseinandersetzung zu führen, schrieb der Vorsitzende der linksliberalen Demokraten auf der Plattform X und forderte die rasche Bildung einer alternativen Regierung.
Die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Konfrontation mit dem Iran steige, schrieb Golan weiter. Israel befinde sich inzwischen in einer Situation wiederkehrender militärischer Konfrontationen mit dem Iran.
Israels Sicherheit dürfe nicht zum "Werkzeug in Netanjahus Kampf um sein politisches Überleben" werden.
1. November, 7.25 Uhr: Israels Präsident kündigt Gespräche zur Bildung der Regierung an
Israels Präsident Izchak Herzog (66) beginnt am Mittwoch seine Konsultationen zur Regierungsbildung mit den in die Knesset gewählten Parteien.
Traditionell wählt der Präsident den Kandidaten aus, dem er die besten Chancen auf eine parlamentarische Mehrheit einräumt, anstatt automatisch den Vorsitzenden der größten Partei zu benennen.
Dies wäre der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (77), dessen rechtskonservative Likud-Partei mit 27 von 120 Sitzen als stärkste Fraktion aus der Parlamentswahl am Dienstag hervorging. Der Oppositionskandidat Gadi Eisenkot (66) kam mit seiner neu gegründeten Partei Jaschar auf 21 Sitze.
Da weder das regierende Bündnis noch der Oppositionsblock die erforderliche Mehrheit von 61 Sitzen erreichten, führt das Wahlergebnis zu einer parlamentarischen Pattsituation.
31. Oktober, 15.30 Uhr: Chamenei droht mit "geografisch uneingeschränkter Antwort"
Irans Oberster Führer Modschtaba Chamenei hat die USA vor neuen Angriffen auf sein Land gewarnt und mit Vergeltung gedroht.
"Auf jede Art von Bedrohung muss eine sofortige, wirkungsvolle und geografisch uneingeschränkte Antwort folgen", erklärte Chamenei vor führenden iranischen Militärkommandanten, wie aus einer am Samstag veröffentlichten Erklärung hervorging. Sollte "der Feind" den Iran attackieren und neue Auseinandersetzungen provozieren, werde Teheran "den Zeitpunkt und die Bedingungen für ihr Ende festlegen".
Auch die iranische Armee warnte vor den Folgen neuer US-Angriffe. Sollte US-Präsident Donald Trump "erneut zu regionalen Abenteuern aufbrechen, werden die Flammen des Krieges zweifellos ein weitaus größeres geografisches Gebiet erfassen", erklärte Armeesprecher Mohammed Akraminia im Onlinedienst X.
31. Oktober, 8.15 Uhr: Jemenitische Huthi-Miliz attackiert Präsidentenpalast in Aden
Die pro-iranische Huthi-Miliz im Jemen hat nach Angaben eines Polizeivertreters den Präsidentenpalast in der südjemenitischen Stadt Aden angegriffen.
Der Beamte teilte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag mit, das Gebäude sei mit zwei Raketen attackiert worden. Kurz zuvor hatte ein AFP-Journalist zwei Explosionen gehört. Augenzeugen berichteten von Krankenwagen, die nach der Attacke in den Gebäudekomplex fuhren.
Aden ist der Sitz der international anerkannten jemenitischen Regierung, gegen die die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz seit Jahren einen blutigen Bürgerkrieg führt. Die Gebäude des Palastkomplexes werden auch von Streitkräften Saudi-Arabiens genutzt, das die Regierung in Aden unterstützt und eine Militärkoalition gegen die Huthis anführt. Erst am Mittwoch hatten die Huthis das Flughafengelände in Aden attackiert.
30. Oktober, 15.34 Uhr: Oman meldet Angriff auf Handelsschiff
Ein unter panamaischer Flagge fahrendes Schiff ist nach Angaben aus dem Oman in der Straße von Hormus angegriffen worden.
An Bord des Handelsschiffes "RITI" sei ein Feuer ausgebrochen, teilte die Marine mit. 25 Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit gebracht und medizinisch versorgt worden. Demnach ereignete sich der Angriff, als sich das Schiff rund drei Kilometer vor der Küste des omanischen Gouvernements Musandam befand.
Angaben zu den Angreifern oder zur Art des Angriffs machte die Marine zunächst nicht.
30. Oktober, 15.32 Uhr: Katarische Unterhändler in Teheran zu Gesprächen eingetroffen
Inmitten Spekulationen um neue militärische Eskalationen zwischen den USA und dem Iran sind katarische Unterhändler in Irans Hauptstadt Teheran eingetroffen. Die hochrangige Delegation aus dem Emirat treffe sich mit iranischen Spitzenpolitikern, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
Katar gilt als zentraler Vermittlerstaat im Konflikt zwischen den USA und dem Iran. In den vergangenen Tagen waren mehrfach hochrangige Delegationen aus der Region für Gespräche nach Teheran gereist. US-Medien hatten zudem über einen neuen diplomatischen Vorstoß der US-Regierung berichtet.
Angesichts Truppenaufbaus des US-Militärs in der Region und verstärkten iranischen Angriffen auf Schiffe am Golf wird jedoch auch über einen erneuten Ausbruch des Kriegs nach den Midterms in den USA spekuliert.
30. Oktober, 8.30 Uhr: Behörde meldet Angriff mit Haftminen in Straße von Hormus
Die britische Behörde für Sicherheit in der Seeschifffahrt (UKMTO) meldet eine neue Angriffstaktik in der Straße von Hormus.
Auf einem Tanker brach ein Feuer aus, nachdem sich ein kleines Boot genähert und Haftminen am Rumpf angebracht hatte, wie UKMTO unter Berufung auf einen verifizierten Bericht mitteilte.
Explosionen hätten im Maschinenraum Feuer ausgelöst und das Schiff kurzzeitig manövrierunfähig gemacht. Die Besatzung sei in Sicherheit und es seien keine Umweltschäden berichtet worden, hieß es weiter. Das Feuer sei gelöscht und das Schiff unterwegs zu einem Hafen.
29. Oktober, 19.58 Uhr: Alle Stimmen ausgezählt - Patt nach Wahl in Israel
Nach Auszählung aller Stimmen haben bei der Parlamentswahl in Israel sowohl die Regierungskoalition von Benjamin Netanjahu als auch das Oppositionslager von Gadi Eisenkot eine absolute Mehrheit verfehlt.
Die bisherige Koalition aus rechten, rechtsextremen und religiösen Parteien kommt auf 53 Sitze im Parlament (2022: 64 Sitze), wie mehrere israelische Medien am Abend nach Ende der Auszählung meldeten - für eine Mehrheit bräuchte es 61 Mandate.
Die rechtskonservative Likud-Partei von Ministerpräsident Netanjahu verliert demnach fünf Sitze, bleibt mit 27 Mandaten jedoch die stärkste Partei im Parlament (Knesset). Als zweitstärkste Kraft geht den Angaben zufolge die von Eisenkot neu gegründete Mitte-Partei Jaschar mit 21 Sitzen aus der Wahl hervor. Das Oppositionsbündnis vereint demnach insgesamt 48 Mandate auf sich.
Das Ergebnis führt zu einem Patt im Parlament - und zu einer schwierigen Regierungsbildung.
29. Oktober, 16.18 Uhr: Abbas hofft nach Israels Wahl auf neuen Friedensdialog
Nach der Parlamentswahl in Israel hofft der palästinensische Präsident Mahmud Abbas auf einen neuen Dialog über Frieden mit der künftigen israelischen Regierung.
Die palästinensische Führung habe "Israel seit vielen Jahren im Streben nach Frieden die Hand gereicht", zitierte die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa Abbas bei einem Treffen mit dem zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulidis in Nikosia. Abbas hat in der palästinensischen Bevölkerung nur wenig Rückhalt.
29. Oktober, 16.14 Uhr: Humanitäre Krise im Jemen wächst
Die Lage für die Menschen in der von den Huthi-Rebellen belagerten Stadt Tais im Jemen spitzt sich nach Angaben von Menschenrechts- und Hilfsorganisationen weiter dramatisch zu.
Es herrsche ein akuter Mangel an Treibstoff, Lebensmitteln, Wasser, Medikamenten und Kochgas, teilte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) mit. "Die Huthi können die humanitäre Katastrophe, die sie bei der Zivilbevölkerung verursachen, nicht mit der Belagerung von Tais rechtfertigen", sagte Niku Dschafarnia, Jemen-Expertin bei HRW.
Die Rebellen müssten unverzüglich die Einfuhr von Lebensmitteln, Treibstoff, Medikamenten und Wasser sowie die Lieferung humanitärer Hilfe ermöglichen, um weiteres Leid zu verhindern.
29. Oktober, 7.28 Uhr: Netanjahus Partei erhebt massive Wahlbetrugsvorwürfe
Netanjahus Partei äußert massive Wahlbetrugsvorwürfe.
"Die Wahlen im Staat Israel wurden von arabischen Parteien gestohlen, die den Terrorismus und die Vernichtung des jüdischen Staates unterstützen", hieß es in einer Likud-Mitteilung. Die Partei sprach von schweren Straftaten, darunter Bestechung, Drohungen, Gewalt, Fälschungen und Einsatz verbotener Software zur Mobilisierung von Wählern. Die Vorwürfe ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Nach eigenen Angaben übermittelte die Likud-Partei der Polizei, dem Inlandsgeheimdienst Schin Bet und dem Zentralen Wahlkomitee "Hunderte Zeugenaussagen und Beweise für Wahlbetrug in zahlreichen arabischen Wahllokalen". Sie forderte eine umfassende Untersuchung und strafrechtliche Verfolgung der Verantwortlichen. Die Integrität der Wahlen sei "massiv beeinträchtigt" worden, behauptete die Partei.
Das Zentrale Wahlkomitee teilte laut "ynet" mit, es werde die Beschwerde prüfen. Eine solche Überprüfung von Eingaben der Parteien zu möglichen Unregelmäßigkeiten gehört zum regulären Verfahren nach einer Wahl.
29. Oktober, 7.20 Uhr: Vance lotet mit Iran Chance auf Verhandlungen aus
Die US-Regierung und regionale Vermittler haben Medienberichten zufolge neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran unternommen.
Zum einen soll US-Vizepräsident JD Vance (42) ein Schreiben an Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, geschickt haben, um Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten. Zum anderen sollen die Vermittler um Katar den Iran dazu drängen, UN-Inspektoren Zugang zu seinen bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Offizielle Bestätigungen dafür liegen nicht vor.
Wie das "Wall Street Journal" unter Verweis auf ungenannte Quellen berichtete, will Vance mit seinem Vorstoß angeblich in Erfahrung bringen, ob sich geplante Militärschläge gegen den Iran noch auf diplomatischem Wege abwenden lassen. Zuvor hatte die US-Zeitung berichtet, die USA hätten mehrere arabische Golfstaaten aufgefordert, sich auf einen kurzen, intensiven Militäreinsatz nach den US-Zwischenwahlen am 3. November einzustellen.
28. Oktober, 19.02 Uhr: Huthi greifen Flughafen in Aden an
Die Huthi-Rebellen im Jemen haben nach Angaben der international anerkannten Regierung erneut den internationalen Flughafen der südlichen Hafenstadt Aden angegriffen.
Die staatliche Nachrichtenagentur Saba berichtete unter Berufung auf das Verkehrsministerium, der Flughafen sei mit mehreren ballistischen Raketen angegriffen worden. In den vergangenen Tagen sei der Flughafen bereits sechsmal attackiert worden.
Die wiederholten Angriffe auf die wichtige zivile Einrichtung gefährdeten das Leben von Passagieren, Besatzungsmitgliedern und Flughafenpersonal, hieß es in der Erklärung. Zudem könnten sie den Reiseverkehr sowie humanitäre Hilfsmaßnahmen beeinträchtigen. Das Ministerium machte die Huthi für die Angriffe und deren Folgen verantwortlich. Angaben zu Schäden oder Opfer gab es zunächst nicht. Die Huthi hatten zuvor zur Evakuierung des Flughafens aufgerufen. Zur Begründung hieß es, ein saudisches Militärtransportflugzeug bringe angeblich Waffen zu dem Flughafen. Saudi-Arabien äußerte sich dazu nicht.
28. Oktober, 12 Uhr: Netanjahus Block führt nach Auszählung von zwei Dritteln der Stimmen
Bei der Parlamentswahl in Israel liegt nach Auszählung von zwei Dritteln aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu weiter vor dem Block der Opposition - verfehlt jedoch eine Mehrheit im Parlament.
Nach Angaben der israelischen Wahlkommission vom Mittwoch kommen Netanjahus Likud-Partei und ihre Verbündeten nach Auszählung von rund 66 Prozent der Stimmzettel auf 54 der 120 Sitze im Parlament.
Der Wahlkommission zufolge kommt das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot auf 48 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 18. Diese Teilergebnisse können sich allerdings noch erheblich ändern. Mehrere Nachwahlbefragungen hatten ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den beiden Lagern prognostiziert, bei dem keines von ihnen eine parlamentarische Mehrheit erhält.
Laut Nachwahlbefragungen der beiden großen Fernsehsender Channel 11 und Channel 13 kamen beide Bündnisse auf jeweils 51 Sitze.
28. Oktober, 7.35 Uhr: Netanjahus Block nach Auszählung von 50 Prozent der Stimmen vorn
Bei der Parlamentswahl in Israel liegt nach Auszählung der Hälfte aller Stimmzettel offiziellen Angaben zufolge der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu vor dem Block der Opposition.
Nach Angaben der israelischen Wahlkommission vom Mittwoch kommen Netanjahus Likud-Partei und ihre Verbündeten nach Auszählung von 50.1 Prozent der Stimmzettel auf 56 der 120 Sitze im Parlament. Das Oppositionsbündnis unter Gadi Eisenkot kommt demnach auf 49 Sitze, die Listen der arabischen Israelis auf 15.
28. Oktober, 6.41 Uhr: Netanjahu bei Wahl vorn, aber ohne Mehrheit
Bei der wegweisenden Parlamentswahl in Israel hat das rechtsreligiöse Lager von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seine Mehrheit laut Prognosen verloren, doch der Regierungschef gibt sich siegesgewiss.
Seine rechtskonservative Likud-Partei sei "die größte Partei Israels" und bleibe stärkste Kraft im Parlament, sagte Netanjahu in der Nacht vor Anhängern. Dahinter liegt die Mitte-Partei Jaschar von Ex-Militärchef Gadi Eisenkot. Auch dessen Lager, das ebenfalls aus mehreren Parteien besteht, verfehlte die Mehrheit. Die Regierungsbildung dürfte schwierig werden.
Eisenkot rief Netanjahu zum Rücktritt auf, da dessen Koalition "das Vertrauen des Volkes verloren" habe. Netanjahu sagte dagegen, die Wahl habe gezeigt, dass das rechte Lager innerhalb der jüdischen Bevölkerung eine klare Mehrheit habe. Man müsse die Auszählung der Stimmen abwarten.
Eisenkot wäre für die Bildung einer Regierung auf die Unterstützung arabischer Parteien angewiesen, die stark zulegten. Sie könnten ihm entweder als Koalitionspartner dienen oder eine Minderheitsregierung dulden. Rein rechnerisch könnte die Opposition mit Hilfe der arabischen Parteien zwar auch eine Regierung bilden. Dazu sind aber nicht alle Kräfte des Oppositionslagers bereit.
28. Oktober, 1 Uhr: Oppositionsführer will nach Israel-Wahl neue Regierung bilden
Der führende israelische Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot ist nach eigenen Worten bereit, nach der Parlamentswahl in Israel eine neue Regierung zu bilden.
Die Menschen in Israel hätten sich für "den Wandel entschieden", sagte der Mitte-Rechts-Politiker am frühen Mittwochmorgen in einer Rede vor seinen Anhängern in Tel Aviv. Er werde versuchen, eine neue Regierung zu bilden.
"Das Volk hat sich gegen eine Fortsetzung der Amtszeit Netanjahus ausgesprochen", sagte Eisenkot weiter mit Blick auf den amtierenden Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Er warnte Netanjahu davor, "Israels Sicherheit für Ihre politischen Zwecke zu missbrauchen".
Mögliche Neuwahlen lehnte der Netanjahu-Herausforderer angesichts der rekordhohen Wahlbeteiligung von 77,7 Prozent ab. "Bei einer Wahl mit einer derart hohen Beteiligung wäre es ein Fehler, eine weitere Wahl anzustreben."
Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa
