Nahost-Konflikt: Trump kündigt Verlängerung der Waffenruhe an
Israel/Iran - US-Präsident Donald Trump will die Waffenruhe im Krieg mit dem Iran kurz vor dem Ablauf des zunächst vereinbarten Zeitpunkts in der Nacht auf Mittwoch verlängern. Neue Gespräche stehen im Raum.
Auf Bitten Pakistans werde er von den geplanten Angriffen absehen, bis die Führung im Iran einen geeigneten Vorschlag unterbreite, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social entsprechend mit.
Wenig überraschend sei die Führung im Iran tief gespalten, schrieb Trump. Deshalb sollten die Waffen ruhen, bis es zu einem geeinten Vorschlag kommen werde und die Gespräche zu einem Ende kämen, "auf die eine oder die andere Art und Weise". Es war zunächst unklar, ob sich auch Israel wie zuletzt an die Waffenruhe gebunden fühlt. Auch aus dem Iran lag zunächst keine Reaktion vor.
Trump teilte zudem mit, er habe dem US-Militär befohlen, die Straße von Hormus weiter für Schiffe zu blockieren, die von iranischen Häfen kommen oder diese ansteuern. Teheran hatte die Blockade als Hindernis für neue Verhandlungen dargestellt.
Ohne die Verlängerung wäre die Waffenruhe am Mittwoch (Ortszeit Washington) ausgelaufen. Eine erste Verhandlungsrunde in Islamabad war vor einer Woche ohne Ergebnis geblieben. Über eine zweite Runde hatte es noch keine Einigung gegeben.
Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.
21. April, 22.47 Uhr: Waffenruhe soll verlängert werden
Die Waffenruhe mit dem Iran soll nicht in der Nacht auf Mittwoch enden. US-Präsident Donald Trump hat auf der Plattform Truth Social eine Verlängerung angekündigt - und zugleich seinen Standpunkt deutlich gemacht.
Eine iranische Reaktion steht noch aus.
21. April, 22.31 Uhr: USA verhängen Sanktionen gegen Irans Waffen-Netzwerk
Die USA haben ein Netzwerk zur Beschaffung von Waffen und Komponenten für den Iran mit Sanktionen belegt. Das Finanzministerium setzte nach eigenen Angaben 14 Personen, Firmen und Flugzeuge auf die Sanktionsliste.
Betroffen sind den Angaben zufolge Akteure im Iran, in der Türkei und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie sollen an der Beschaffung oder dem Transport von Material für Irans Raketen- und Drohnenprogramme beteiligt gewesen sein. Im Fokus stehen unter anderem Bauteile für Drohnen sowie Vorprodukte für Raketentreibstoff.
21. April, 19.57 Uhr: Trotz Waffenruhe wieder Zwischenfälle im Libanon
Trotz der im Libanon geltenden Waffenruhe zwischen proiranischer Hisbollah-Miliz und Israel hat Israels Armee eigenen Angaben zufolge Personen dort angegriffen.
Diese hätten von Israel kontrolliertes Gebiet betreten und eine unmittelbare Bedrohung für israelische Soldaten dargestellt, teilte das Militär am Abend mit. Damit hätten sie gegen die Waffenruhe-Vereinbarung verstoßen.
Auch aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, zwei libanesische Männer hätten sich auf verdächtige Weise einer Gegend im Süden des Landes genähert, die Zivilisten derzeit nicht betreten dürften.
21. April, 19.15 Uhr: Abreise von Vance nach Pakistan verzögert sich
Vor einer möglichen zweiten Verhandlungsrunde mit dem Iran in Pakistan verzögert sich US-Medienberichten zufolge die Abreise der US-Delegation um Vizepräsident JD Vance (41).
Er hätte eigentlich am Morgen (Ortszeit Washington) zu einer möglichen weiteren Verhandlungsrunde mit dem Iran aufbrechen sollen, berichten die "New York Times" und der Sender CNN am Mittag. Stattdessen befinde sich Vance aber noch in Washington, um an weiteren politischen Besprechungen im Weißen Haus teilzunehmen, hieß es unter Berufung auf einen Regierungsbeamten.
21. April, 18.14 Uhr: Bisher offenbar keine Zusage Irans zu Treffen in Islamabad
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA ist weiter ungewiss, ob es zu einer neuen Verhandlungsrunde kommt.
Nach pakistanischen Angaben gibt es bisher keine Zusage Irans zu Friedensgesprächen in Islamabad. Die Waffenruhe zwischen den Kriegsparteien ende am Mittwoch um "4:50 am PST", hieß es in einer Mitteilung des pakistanischen Informationsministers Attaullah Tarar (40) auf X.
Eine Umrechnung der Pakistan Standard Time (PST) ergibt 1:50 Uhr am Mittwochmorgen deutscher Zeit als Auslaufen der Waffenruhe - sehr viel eher als bisher angenommen. US-Präsident Donald Trump (79) hatte die zweiwöchige Waffenruhe nach Mitternacht deutscher Zeit am 8. April, einem Mittwoch, verkündet. Zuletzt benannte Trump den Mittwochabend Washingtoner Zeit (früher Donnerstagmorgen deutscher Zeit) als das Ende der Feuerpause.
21. April, 17.25 Uhr: Pentagon meldet geentertes Schiff
US-Streitkräfte haben vergangene Nacht einen Öltanker geentert, der zuvor von den USA wegen Zusammenarbeit mit dem Iran mit Sanktionen belegt worden war.
Es handele sich um ein "staatenloses sanktioniertes" Schiff, das im indopazifischen Raum gestoppt worden sei, teilte das Pentagon auf der Plattform X mit. Die USA würden weltweit Maßnahmen ergreifen, "um illegale Netzwerke zu zerschlagen und sanktionierte Schiffe abzufangen, die dem Iran materielle Unterstützung leisten – wo auch immer sie operieren". Internationale Gewässer seien kein Zufluchtsort für sanktionierte Schiffe.
21. April, 15.57 Uhr: Trump sieht USA in starker Verhandlungsposition
Vor möglichen weiteren Gesprächen mit dem Iran in Pakistan sieht US-Präsident Donald Trump (79) sein Land in einer starken Verhandlungsposition.
Der Iran habe keine andere Wahl, als Vertreter für weitere Gespräche mit einer US-Delegation zu schicken, sagte Trump dem Sender CNBC in einem Interview. Er denke, dass man einen "großartigen Deal" erzielen werde. "Ich denke, sie haben keine andere Wahl", sagte er über den Iran. Trump bekräftigte dabei auch, dass die USA ihre Seeblockade iranischer Häfen erst aufheben werde, wenn es ein "finales Abkommen" gebe.
Die Waffenruhe sei gut gewesen, weil die USA währenddessen ihre Munitionsvorräte wieder aufgefüllt hätten. Die US-Streitkräfte seien bereit wieder anzugreifen, betonte er.
21. April, 15.47 Uhr: Katar appelliert an Konfliktparteien
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA richtet der Golfstaat Katar einen eindringlichen Appell an die Konfliktparteien.
Der Krieg müsse enden, denn er habe die Region, die Weltwirtschaft und die Energiemärkte in eine "sehr gefährliche Lage" gebracht, sagte der katarische Außenamtssprecher Madschid al-Ansari am Dienstag.
Über ein mögliches Scheitern der Gespräche wolle er sich nicht äußern, sagte al-Ansari. "Die ganze Welt unterstützt diese Verhandlungen und die Bemühungen Pakistans." Katar habe dabei weiter Hoffnung und plädiere dafür, die aktuell geltende Waffenruhe zumindest zu verlängern, wenn es in den Verhandlungen vorerst keine Einigung gebe.
21. April, 14.16 Uhr: Trump wirft Iran Bruch der Waffenruhe vor
Kurz vor dem Auslaufen der Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA wirft US-Präsident Donald Trump Teheran vor, die Feuerpause wiederholt missachtet zu haben.
"Der Iran hat die Waffenruhe mehrfach verletzt!", schreibt Trump in einem neuen Post auf Truth Social. Details nannte der US-Präsident nicht; sein Post umfasste nur diesen einen Satz.
Trump hatte zuvor gesagt, er halte eine Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran für "sehr unwahrscheinlich", sollte es vor deren Ablauf keine Vereinbarung mit Teheran geben. Er nannte Mittwochabend Washingtoner Zeit als das Ende der Feuerpause. Weil der Iran den USA zeitlich siebeneinhalb Stunden voraus ist, würde das Ende der Waffenruhe dort in die Morgenstunden am Donnerstag fallen.
21. April, 13.32 Uhr: Iran zeigt sich kriegsbereit: "Hölle" für USA und Israel
Irans Militär hat sich vor dem Auslaufen der Waffenruhe bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen Israel und die USA gezeigt.
Das Militär sei einsatzbereit und werde sich nicht überraschen lassen, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden. Neue Ziele seien für eine Rückkehr zum Krieg identifiziert worden. Vom ersten Moment der Wiederaufnahme von Angriffen werde man eine "Hölle" für die Amerikaner und Israelis schaffen, hieß es.
21. April, 12.50 Uhr: Deutschland fordert Iran zu Verhandlungen mit USA auf
Die Bundesregierung fordert von der politischen Führung in Teheran ein Eingehen auf das Gesprächsangebot der USA.
"Wir rufen den Iran jetzt dringend dazu auf, nach Islamabad zu kommen und konstruktiv mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu verhandeln", sagte Außenminister Johann Wadephul am Rande eines Treffens mit EU-Kollegen in Luxemburg. Es gebe eine ausgestreckte Hand der Amerikaner, die im Interesse der eigenen Bevölkerung ergriffen werden sollte. Man wisse, dass der amerikanische Vizepräsident JD Vance bereit sei, für Gespräche in die pakistanische Hauptstadt Islamabad zu reisen.
Mit Blick auf die US-Regierung sagte Wadephul, er könne die amerikanische Seite nur auffordern, weiter die Offenheit für Verhandlungen mit dem Iran zu zeigen. "Ich glaube, es gibt nach wie vor ein Fenster der Möglichkeiten, diesen Krieg durch Verhandlungen zu beenden", betonte er. Der Krieg gehe bald in den dritten Monat und man habe ein Interesse, dass der Konflikt rasch gelöst werden könne.
21. April, 11.19 Uhr: Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Protesten
Inmitten einer Welle von Hinrichtungen hat Irans Justiz ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten Anfang Januar vollstreckt.
Ein Mann sei im Morgengrauen hingerichtet worden, berichtete die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan. Ihm wurde demnach vorgeworfen, bei den Aufständen eine Moschee im Teheraner Stadtteil Gholhak in Brand gesetzt zu haben.
Bereits am Montag wurden zwei Männer nach Spionagevorwürfen exekutiert. Die Justiz warf ihnen vor, für den israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad spioniert zu haben. Menschenrechtler sprachen hingegen von politischen Gefangenen, die den oppositionellen Volksmudschahedin angehört haben sollen. Die Organisation Iran Human Rights verurteilte die Hinrichtungen scharf.
21. April, 10 Uhr: Hisbollah-Chef wird laut Israel "mit seinem Kopf bezahlen"
Vor neuen Gesprächen Israels und des Libanons in Washington hat der israelische Verteidigungsminister erneut mit der Tötung des Hisbollah-Chefs gedroht. Naim Kassim werde "mit seinem Kopf bezahlen", sagte Minister Israel Katz nach Medienberichten bei einer Veranstaltung zum israelischen Soldatengedenktag.
Auch während einer Waffenruhe bleibe die Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz das übergreifende Ziel, sagte Katz nach Angaben des Nachrichtenportals "ynet". Die Hisbollah habe Israel "im Dienste ihrer iranischen Herren angegriffen" und werde dafür den Preis zahlen.
"Jeder, der die Hand gegen Israel erhebt, dem wird sie abgeschlagen. Wir werden nicht zur Realität vor dem 7. Oktober 2023 zurückkehren", sagte Katz demnach.
21. April, 6.53 Uhr: Teheran droht mit "neuen Trümpfen auf dem Schlachtfeld"
Im Falle einer Wiederaufnahme des Iran-Krieges stehen Teheran dem iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf zufolge "neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld" zur Verfügung.
"In den vergangenen zwei Wochen haben wir uns darauf vorbereitet, neue Trümpfe auf dem Schlachtfeld auszuspielen", erklärte Ghalibaf, der iranische Chefunterhändler in den Gesprächen mit Washington, am Montag im Onlinedienst X. Er bekräftigte zudem, Teheran akzeptiere "keine Verhandlungen im Schatten von Drohungen".
21. April, 4 Uhr: Leavitt - USA waren einem guten Deal mit dem Iran nie näher
Trotz der Unklarheit über eine mögliche weitere Verhandlungsrunde sieht sich die US-Regierung einem ihrer Meinung nach guten Abkommen mit dem Iran näher denn je.
"Die Vereinigten Staaten standen noch nie so kurz davor wie jetzt gerade, ein wirklich gutes Abkommen zu schließen – ganz im Gegensatz zu dem schrecklichen Abkommen, das Barack Hussein Obama unterzeichnet hat", sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, dem Sender Fox News.
Damit bezog sie sich auf das Atomabkommen von 2015, das US-Präsident Donald Trump später aufkündigte.
Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa
