Nahost-Konflikt: Trump sieht plötzlich "Deal" mit Iran in Reichweite

Iran - Angesichts des Ultimatums von US-Präsident Donald Trump (79) an die iranische Führung zur Freigabe der Straße von Hormus ist die Lage in der Islamischen Republik angespannt.

Trump gab Irans Führung ursprünglich 48 Stunden, um die Straße von Hormus zu öffnen.  © Alex Brandon/AP/dpa

Die Machthaber in Teheran geben sich trotzig und drohen ihrerseits mit der vollständigen Schließung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge. Die Börsen in Asien rutschten zum Handelsauftakt am Morgen deutlich ins Minus, auch der Ölpreis setzte seinen Aufwärtstrend fort.

Schah-Sohn Reza Pahlavi appellierte an den US-Präsidenten, seine Drohung zu überdenken und zivile Infrastruktur im Iran bei Angriffen auf das Land zu verschonen.

Die Bewohner der Metropole Teherans leiden unter dem Krieg - manche fürchten ein Überleben der islamistischen Führung aber noch mehr.

Israel Krieg Nahost-Konflikt: Minen in der Straße von Hormus? Trump droht dem Iran

Trump hatte dem Iran in der Nacht zum Sonntag mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land nicht innerhalb von 48 Stunden die Straße von Hormus vollständig und "ohne Drohungen" öffnen. Andernfalls würden die USA Irans Kraftwerke angreifen und zerstören, "beginnend mit dem größten!", schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

23. März, 18.14 Uhr: Indische Tanker passieren Straße von Hormus

Zwei weitere unter der Flagge Indiens fahrende Tanker haben nach indischen Angaben die vom Iran faktisch blockierte Straße von Hormus passiert.

Die "Jag Vasant" und die "Pine Gas", die zusammen etwa 92.000 Tonnen Autogas (LPG) geladen haben, würden voraussichtlich zwischen Donnerstag und Samstag indische Häfen erreichen, erklärte das indische Schifffahrtsministerium am Montag. Zwei weitere indische Tanker hatten die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus bereits zuvor passiert.

Anzeige

23. März, 18.07 Uhr: Irans Parlamentspräsident und Außenministerium bestreiten Verhandlungen mit USA

Der einflussreiche iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64) hat Angaben von US-Präsident Donald Trump (79) zu Gesprächen zwischen beiden Ländern zurückgewiesen. Es gebe "keine Verhandlungen" mit den USA, erklärte Ghalibaf am Montag im Onlinedienst X. Es würden "Falschmeldungen genutzt, um die Finanz- und Ölmärkte zu manipulieren und dem Sumpf zu entkommen, in dem die USA und Israel gefangen sind."

Auch das iranische Außenministerium bestritt, dass es seit Kriegsbeginn Verhandlungen mit den USA gab. In den vergangenen Tagen habe der Iran jedoch Nachrichten über "befreundete Länder" erhalten, die auf eine Bitte der USA um Verhandlungen zur Beendigung des Krieges hindeuteten, sagte ein Außenamtssprecher der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zufolge.

Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64) will von Verhandlungen mit den USA nichts wissen. (Archivbild)  © Hassan Ibrahim/Lebanese Parliament/dpa

23. März, 17.28 Uhr: Israel und Hisbollah beschießen sich weiter gegenseitig

Das israelische Militär greift weiter im Libanon an. Bei einem Angriff nahe der Hauptstadt Beirut habe die Armee ein Mitglied der iranischen Revolutionsgarden getroffen, teilte das israelische Militär mit. Das libanesische Gesundheitsministerium sagte, dass eine Person getötet worden sei.

Die Hisbollah reklamierte ihrerseits weitere Angriffe auf Israel für sich. In Nordisrael wurde unterdessen ein Busfahrer durch Raketenbeschuss der Hisbollah schwer verletzt.

23. März, 15.53 Uhr: Trump sieht plötzlich "Deal" mit Iran in Reichweite

US-Präsident Donald Trump (79) sieht eine Einigung mit dem Iran über ein mögliches Kriegsende in Reichweite. Er sagte am Montag in Palm Beach im Bundesstaat Florida, es gebe "wesentliche Übereinstimmungen" in den wiederaufgenommenen Gesprächen mit Teheran. Zur Bedingung machte Trump, dass der Iran sein Atomprogramm sowie sein angereichertes Uran aufgibt. Im Falle eines "Deals" würden die USA sich das Uran holen, erklärte er.

Trump sagte weiter, die USA verhandelten mit einer "Top-Person" im Iran. Dabei handele es sich jedoch nicht um den obersten Führer der Islamischen Republik, Modschtaba Chamenei. Die Gespräche würden mit einem Mann geführt, "von dem ich glaube, dass er der angesehenste und der Führer ist", sagte der US-Präsident. Es werde eine "sehr ernsthafte Form eines Regimewechsels" geben, fügte er hinzu, ohne Namen zu nennen.

US-Präsident Donald Trump (79) sieht eine Einigung mit dem Iran in Reichweite. Ob es der Iran auch so sieht - anscheinend nicht.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

23. März, 13.33 Uhr: Iran dementiert Verhandlungen mit den USA

Der Iran hat Aussagen von US-Präsident Donald Trump dementiert, wonach Verhandlungen zwischen Teheran und Washington laufen.

Es gebe keinerlei direkte Kontakte zu Trump, auch nicht über Vermittler, hieß es in Berichten der Nachrichtenagenturen Fars und Tasnim, die Irans mächtigen Revolutionswächtern nahestehen.

Trump hatte zuvor auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen zu verzichten und verwies dabei auf "produktive Gespräche" über ein Ende der gegenseitigen Angriffe.

23. März, 12.34 Uhr: Trump verschiebt Ultimatum - "Produktive" Gespräche mit Iran

US-Präsident Donald Trump verzichtet nach eigenen Worten angesichts produktiver Gespräche mit dem Iran über ein Ende der Kämpfe in den kommenden fünf Tagen auf Angriffe gegen iranische Energieanlagen.

Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur auszusetzen, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Ursprünglich hatte er Teheran ein Ultimatum gesetzt, bis zur Nacht auf Dienstag (MEZ) die Straße von Hormus zu öffnen - andernfalls wollte er Irans Kraftwerke zerstören lassen.

US-Präsident verschiebt sein Ultimatum und wies sein Verteidigungsministerium an, alle Attacken auf Kraftwerke und die Energieinfrastruktur im Iran auszusetzen.  © Alex Brandon/AP/dpa

23. März, 11.06 Uhr: Israels Außenministerium erhebt Vorwürfe gegen deutschen Botschafter

Der israelische Außenminister Gideon Saar hat scharf auf einen X-Post des deutschen Botschafters Steffen Seibert reagiert.

"Botschafter Seibert fällt es schwer, Angriffe auf Israelis zu verurteilen, ohne die Palästinenser zu erwähnen", schrieb Saar auf der Plattform X. "Gut zu wissen, dass bald ein neuer Botschafter kommt – einer, der die israelisch-deutschen Beziehungen stärken wird." Das israelische Außenministerium warf Seibert fehlende Empathie für Israel vor.

Seibert hatte am Sonntagabend in seinem X-Post von einem Tag der Trauer und Empörung nach dem Tod eines Israelis durch Hisbollah-Beschuss und hunderten Verletzten durch iranische Raketen gesprochen. Zugleich schrieb er über Siedlergewalt gegen palästinensische Dorfbewohner im Westjordanland. Zuvor war es zum Tod eines Siedlers gekommen.

Der israelische Außenminister und sein Ministerium äußern sich wenig diplomatisch über den deutschen Botschafter.  © Katharina Kausche/dpa

23. März, 11.04 Uhr: Iran kündigt an - Überraschungen warten auf den Feind

Der Iran hat im Krieg mit Israel und den USA nach eigener Darstellung noch nicht alle seine militärischen Kapazitäten ausgeschöpft.

"Der Feind soll wissen, dass neue Überraschungen auf dem Weg sind", sagte Abdullah Hadschi-Sadeghi, ein religiöser Vertreter der mächtigen Revolutionsgarden.

Die Islamische Republik werde sich niemals ergeben, zitierte ihn die mit den Revolutionswächtern verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. "Wir sind in einer Schule erzogen worden, die Kapitulation als Erniedrigung betrachtet", sagte Hadschi-Sadeghi.

23. März, 10.10 Uhr: Hisbollah beansprucht mehr als 60 Angriffe in Israel für sich

Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz im Libanon hat innerhalb von 24 Stunden mehr als 60 Angriffe auf Israel für sich beansprucht.

Hisbollah-Kämpfer hätten mit Raketen, Drohnen und Artillerie unter anderem israelische Soldaten und Fahrzeuge im Grenzgebiet angegriffen, teilte die Miliz mit.

Die ausgeweiteten Angriffe auf den erklärten Erzfeind Israel seien auch eine Antwort auf dessen "systematische Angriffe auf wichtige Straßen und Brücken" im Libanon.

Die israelische Armee greift im Libanon seit mehreren Tagen wichtige Brücken und Straßen an. Die Hisbollah-Miliz schlägt zurück.  © Mohammad Zaatari/AP/dpa

23. März, 6.13 Uhr: Neue Explosionen in Teheran nach israelischen Luftangriffen

Aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird eine neue Welle israelischer Luftangriffe mit heftigen Explosionen in mehreren Bezirken der Millionenmetropole gemeldet.

Zuvor hatte das israelische Militär auf der Plattform Telegram den Beginn einer weiteren Serie umfangreicher Attacken auf Regierungseinrichtungen der Islamischen Republik verkündet.

In Teheran stationierte Reporter des arabischen Senders Al Jazeera berichteten kurz darauf von "beispiellosen" Explosionen, vor allem in den östlichen Vierteln der Stadt. Die Luftabwehr sei im Dauereinsatz.

Aus der Hauptstadt Teheran werden "beispiellose" Explosionen gemeldet.  © Vahid Salemi/AP/dpa

22. März, 22.28 Uhr: Israel warnt vor wochenlangen Kämpfen im Nahostkrieg

Israel warnte seine Bürger davor, dass es noch wochenlang zu Kämpfen mit dem Iran kommen werde, nachdem Washington und Teheran einander mit der Zerstörung von Kraftwerken bzw. der Blockade von Öl- und Gasexporten gedroht hatten.

Die Rhetorik der gegenseitigen Vergeltung kam zu einem Zeitpunkt, als der Krieg, der von Drohnen- und Raketenangriffen im gesamten Nahen Osten geprägt war, die Energiepreise in die Höhe trieb und Befürchtungen um die Weltwirtschaft auslöste, in seine vierte Woche ging.

US-Präsident Donald Trump (79) drohte damit, die iranischen Kraftwerke lahmzulegen, falls die Straße von Hormus nicht für die Schifffahrt geöffnet wird – der Iran hingegen versprach, die Seestraße vollständig zu schließen, sollte Trump sein Ultimatum wahr machen, und unterband damit den wenigen verbliebenen Schiffsverkehr.

Mehr zum Thema Israel Krieg: