Nahost-Konflikt: Trump und Teheran vor dramatischer Eskalation?

Iran - Im Iran-Krieg zeichnet sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump (79) an Teheran keine Einigung ab.

US-Präsident Donald Trump (79) hat dem Iran ein Ultimatum gesetzt.
US-Präsident Donald Trump (79) hat dem Iran ein Ultimatum gesetzt.  © Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

Während Trump seine Warnung vor einer "völligen Zerstörung" aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigte, falls Teheran nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ die Straße von Hormus öffnet, verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als "haltlose Drohungen" eines "wahnhaften" Präsidenten.

Sollte es nicht in letzter Minute doch noch zur Einigung kommen, droht damit eine dramatische Eskalation des Kriegs mit unabsehbaren Folgen.

Die USA könnten Irans Brücken und Kraftwerke innerhalb von vier Stunden zerstören, warnte Trump im Weißen Haus. Man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich: "Wir haben einen Plan."

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Irans stellvertretender Sportminister Alireza Rahimi rief für heute Mittag Ortszeit Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. "Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen", schrieb Rahimi auf der Plattform X.

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7. April, 6.28 Uhr: WHO pausiert Krankentransporte aus Gaza

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) setzt nach der Tötung eines freien Mitarbeiters in Gaza die Evakuierung Schwerkranker aus dem Küstenstreifen vorerst aus.

"Eine Person, die im Auftrag der Organisation in Gaza tätig war", sei am Montag "bei einem Sicherheitsvorfall ums Leben gekommen", teilte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf der Plattform X mit. Zwei WHO-Mitarbeiter, die ebenfalls vor Ort waren, seien unverletzt geblieben. Der Vorfall werde derzeit von den zuständigen Behörden untersucht, schrieb Tedros weiter.

7. April, 6.24 Uhr: UN-Sicherheitsrat stimmt über Resolution zur Straße von Hormus ab

Der UN-Sicherheitsrat soll heute (17.00 Uhr MESZ) voraussichtlich über einen Resolutionsentwurf von Bahrain zum Schutz der Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus abstimmen.

In dem Entwurf werden betroffene Staaten dazu aufgefordert, ihre defensiven Maßnahmen zu koordinieren, um zur Sicherheit der Schifffahrt beizutragen, wie es von Diplomaten hieß. Dafür soll der Iran seine Angriffe auf Handels- und Frachtschiffe einstellen. Um den Resolutionstext war tagelang im Hintergrund gerungen worden.

7. April, 6.23 Uhr: UN-Chef warnt vor Angriffen auf Irans zivile Infrastruktur

UN-Generalsekretär António Guterres (76) hat die USA und Israel aufgefordert, Irans Kraftwerke und andere zivile Infrastruktur nicht anzugreifen.

Solche Angriffe würden gegen internationales Recht verstoßen, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric in New York. "Selbst, wenn bestimmte zivile Infrastruktur als militärisches Ziel eingestuft werden könnte, würde das humanitäre Völkerrecht Angriffe darauf dennoch verbieten", wenn "übermäßige" Schäden für Zivilisten zu erwarten seien. Es sei "höchste Zeit, dass die Parteien diesen Konflikt beenden", sagte Guterres laut dem Sprecher.

UN-Generalsekretär António Guterres (76). (Archivbild)
UN-Generalsekretär António Guterres (76). (Archivbild)  © Salvatore Di Nolfi/KEYSTONE/dpa

7. April, 6.21 Uhr: Irans Armee weist Trumps "arrogante Rhetorik" zurück

Irans Militärführung hat die Warnungen von US-Präsident Donald Trump (79) vor einer Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke des Landes als "arrogante Rhetorik und haltlose Drohungen" abgetan.

Trump sei "wahnhaft", sagte der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, laut Staatsmedien. Die "rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten" würden die Angriffe gegen die "amerikanischen und zionistischen Feinde" nicht stoppen, wurde der Militärsprecher zitiert.

6. April, 22.23 Uhr: Trump sagt, Iraner seien "bereit, für die Freiheit zu leiden"

Präsident Donald Trump (79) argumentierte am Montag, die Iraner seien "bereit, für ihre Freiheit zu leiden".

Er sagte, die Vereinigten Staaten hätten Kommunikationen abgefangen, in denen dazu aufgefordert wurde, sie weiter zu bombardieren.

"Sie wären bereit, das zu ertragen, um Freiheit zu erlangen", sagte Trump auf einer Pressekonferenz, einen Tag vor seiner Fristsetzung, die iranische Energieinfrastruktur und Brücken zu zerstören, falls die iranische Führung den US-Forderungen nicht nachkommt.

6. April, 20.59 Uhr: Trump droht Iran mit schneller Zerstörung von Infrastruktur

US-Präsident Donald Trump (79) hat dem Iran mit einer schnellen Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte Teheran nicht rechtzeitig einlenken.

Der Republikaner sagte im Weißen Haus, dass die USA nach Ablauf seines Ultimatums innerhalb von vier Stunden eine "völlige Zerstörung" herbeiführen könnten.

Die von ihm gesetzte Frist läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.

US-Präsident Donald Trump (79) hat dem Iran erneut gedroht.
US-Präsident Donald Trump (79) hat dem Iran erneut gedroht.  © Kent Nishimura / AFP

6. April, 20.55 Uhr: Iran lehnt Waffenstillstand ab und fordert dauerhaftes Kriegsende

Der Iran hat einen Waffenstillstand im Krieg gegen die USA und Israel abgelehnt und stattdessen unter anderem ein dauerhaftes Kriegsende gefordert.

Das berichtete der Staatssender Irib. Demnach hat Teheran Vermittlern ein zehn Punkte umfassendes Forderungspapier übergeben. Teheran lehne darin einen Waffenstillstand unter Verweis auf "frühere Erfahrungen" ab.

Damit ist gemeint, dass sowohl die aktuellen Angriffe der USA und Israels als auch der Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Jahr begannen, obwohl Teheran weitere Verhandlungen mit Washington erwartet hatte.

Das Papier wiederholt demnach bekannte Positionen Irans: Der Iran fordert etwa eine dauerhafte Beendigung des Krieges, Kriegsreparationen zum Wiederaufbau sowie die vollständige Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen das Land.

Zudem verlangt Teheran ein verbindliches Protokoll zum Schiffsverkehr in der Straße von Hormus.

6. April, 19.27 Uhr: Griechenland kauft israelische Raketenwerfer

Griechenland treibt die Modernisierung seiner Streitkräfte voran und hat ein israelisches Raketenartilleriesystem gekauft.

Der entsprechende Vertrag zur Beschaffung des Systems PULS (Precise & Universal Launching System) wurde am Montag in Athen unterzeichnet, wie das Verteidigungsministerium mitteilte.

Nach Angaben aus griechischen Militärkreisen sollen Raketen unterschiedlicher Reichweiten von 35 bis zu 300 Kilometern geliefert werden.

Auch Lenkwaffen sind Teil des Pakets. Angaben zum Gesamtwert des Geschäfts wurden zunächst nicht gemacht.

Griechenland rüstet sein Militär mit einem israelischen Raketenartilleriesystem aus. (Archivfoto)
Griechenland rüstet sein Militär mit einem israelischen Raketenartilleriesystem aus. (Archivfoto)  © Thanassis Stavrakis/AP/dpa

6. April, 19.20 Uhr: Elf Tote bei neuer Gewalt im Gazastreifen

Bei Gefechten und einem israelischen Drohnenangriff im Gazastreifen sind nach Krankenhausangaben mindestens elf Palästinenser getötet worden.

Den Angaben zufolge wurden bei dem Vorfall in dem Flüchtlingsviertel Al-Maghasi im zentralen Abschnitt des Gazastreifens weitere Menschen verletzt. Die Verletzten und die Todesopfer seien in die Al-Aksa-Klinik in der Stadt Deir al-Balah gebracht worden.

Der Drohnenangriff erfolgte nach Augenzeugenberichten während Auseinandersetzungen zwischen bewaffneten Mitgliedern der islamistischen Terrororganisation Hamas und Bewaffneten, die im Gazastreifen verdächtigt werden, mit Israel zusammenzuarbeiten.

6. April, 16.57 Uhr: Israel beschleunigt Produktion von Abfangraketen

Angesichts fortwährender Raketenangriffe des Irans und seiner Verbündeten will Israel die Produktion von Abwehrraketen des Typs Arrow deutlich beschleunigen.

Ein entsprechender Plan sei gebilligt worden, teilte das israelische Verteidigungsministerium mit. Ziel sei "eine deutliche Erhöhung sowohl der Produktionsrate als auch des Vorrats an Arrow-Abfangraketen".

Arrow 3 wurde gemeinsam von Israel und den USA entwickelt. Der "Pfeil" kann feindliche Flugkörper außerhalb der Atmosphäre im beginnenden Weltraum durch einen direkten Treffer zerstören. Das System bildet damit die oberste Schicht eines Verteidigungssystems.

Das System habe "seine Leistungsfähigkeit während des aktuellen Krieges unter Beweis gestellt, indem es erfolgreich zahlreiche ballistische Raketen abgefangen hat, die aus dem Iran und dem Jemen abgefeuert wurden", hieß es in der Mitteilung. Nach Militärangaben liegt die Abfangrate bei mehr als 90 Prozent.

Ein Modell einer Rakete des Arrow-3-Luftverteidigungssystems.
Ein Modell einer Rakete des Arrow-3-Luftverteidigungssystems.  © Sebastian Gollnow/dpa

6. April, 16.13 Uhr: Todeszahl im Libanon steigt auf fast 1500

Im Libanon sind durch israelische Angriffe seit Ausbruch der jüngsten Eskalation vor fünf Wochen fast 1500 Menschen getötet worden.

Das libanesische Gesundheitsministerium meldete, dass seit dem 2. März 1497 Menschen durch israelische Angriffe getötet worden seien. 4639 Personen seien verletzt worden.

Titelfoto: Andrew Leyden/ZUMA Press Wire/dpa

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