Nahost-Konflikt: Israel kündigt "nächste Phase" im Krieg an

Iran - Eine ballistische Rakete fliegt Richtung Nato-Land Türkei, Israel greift weiter Hisbollah-Stellungen im Libanon an, in den Golfstaaten gibt es Drohnen-Attacken auf zivile Ziele, die USA versenken vor Sri Lanka ein Kriegsschiff und durch die Straße von Hormus kommt kaum mehr Öl und Gas: Der noch keine Woche alte Iran-Krieg zieht immer weitere Kreise.


Ein Mann inspiziert ein beschädigtes Haus, das von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen wurde.
Ein Mann inspiziert ein beschädigtes Haus, das von einer aus dem Libanon abgefeuerten Rakete getroffen wurde.  © Ariel Schalit/AP/dpa

In der Nacht auf den heutigen Donnerstag flogen die USA und Israel weiter Angriffe im Iran, Teheran griff erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak an und das israelische Militär bombardierte weiter Ziele im Libanon.

Zudem nahmen die Befürchtungen zu, dass Israel erneut eine Bodenoffensive in seinem nördlichen Nachbarland beginnen könnte. Die Chefin der UN-Organisation für Migration (IOM) warnte Europa unterdessen vor einer Migrationskrise, die sich binnen Tagen entwickeln könnte.

"Schauen Sie sich das Beispiel der Ukraine an, wo innerhalb weniger Tage Millionen Menschen die Grenze überquert haben", sagte IOM-Chefin Amy Pope (52) im Interview der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel.

Bald wieder Nahost-Flüge ab und nach Hamburg Airport?
Israel Krieg Bald wieder Nahost-Flüge ab und nach Hamburg Airport?

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

5. März, 20.53 Uhr: Israel sieht erhöhte Anschlagsgefahr für seine Bürger im Ausland

Israel warnt seine Bürger angesichts der angespannten Sicherheitslage in der Region vor Anschlägen im Ausland.

Seit Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe im Iran habe sich die Gefahr erhöht, die von Einzeltätern sowie von iranischen Behörden ausgehe, mahnte der Nationale Sicherheitsrat. In den vergangenen Tagen seien geplante Terrorangriffe auf Israelis vereitelt worden. Details dazu wurden zunächst nicht genannt. Tausende Israelis sind derzeit im Ausland gestrandet.

5. März, 20.31 Uhr: Israel kündigt "nächste Phase" im Krieg an

Israel hat eine neue Etappe im Krieg gegen den Iran angekündigt.

"Wir gehen nun zur nächsten Phase der Operation über", sagte der israelische Armeechef Ejal Samir am Donnerstag in einer Fernsehansprache. Israel setze "die Zerschlagung des Regimes und seiner militärischen Kapazitäten fort" und bereite "weitere Überraschungen" vor.

Was genau plant Israels Ministerpräsident Netanjahu (76) jetzt wohl?
Was genau plant Israels Ministerpräsident Netanjahu (76) jetzt wohl?  © Maayan Toaf/Israel Gpo/ZUMA Press Wire/dpa

5. März, 20.09 Uhr: Macron will Libanon vor Eskalation im Iran-Krieg schützen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48) will verhindern, dass der Libanon noch weiter in den Iran-Krieg hereingezogen wird.

Er habe mit den Verantwortlichen im Libanon auf höchster Ebene Gespräche geführt, um einen Plan zur Beendigung der Angriffe auszuarbeiten, die die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel derzeit auf beiden Seiten der Grenze ausführten, teilte Macron auf der Plattform X mit.

5. März, 19.39 Uhr: Iran strebt weder Waffenruhe noch Verhandlungen mit USA an

Der Iran strebt nach Angaben von Außenminister Abbas Araghtschi (63) derzeit weder eine Waffenruhe noch Verhandlungen mit den USA an. "Wir fordern keine Waffenruhe", sagte Araghtschi am Donnerstag dem US-Sender NBC News. "Wir sehen keinen Grund, warum wir mit den USA verhandeln sollten."

"Wir haben zweimal mit ihnen verhandelt, und jedes Mal haben sie uns mitten in den Verhandlungen angegriffen", sagte Araghtschi weiter. Die USA hatten im Juni an der Seite Israels in den Zwölf-Tage-Krieg zwischen beiden Staaten eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) strebt noch nicht einmal eine Waffenruhe an.
Irans Außenminister Abbas Araghtschi (63) strebt noch nicht einmal eine Waffenruhe an.  © Michael Kappeler/dpa

5. März, 19.33 Uhr: Irans Streitkräfte melden Angriff auf US-Flugzeugträger

Irans Streitkräfte haben nach eigenen Angaben einen US-Flugzeugträger attackiert. Der Flugzeugträger "USS Abraham Lincoln" sei von Kampfdrohnen der Marine der Revolutionsgarden getroffen worden, berichtete der staatliche iranische Rundfunk.

Nachdem sich das Schiff nur wenige Hundert Kilometer der iranischen Küste genähert habe, sei es attackiert worden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf das zentrale Hauptquartier "Chatam Al-Anbija", das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt. Dafür gab es von US-Seite zunächst keine Bestätigung.

5. März, 19.19 Uhr: Israels UN-Botschafter: Zu früh für Diplomatie

Israel ist derzeit nicht bereit für Verhandlungen über ein Ende des Konflikts mit dem Iran. Für Diplomatie sei es noch zu früh, sagte der israelische UN-Botschafter Danny Danon (54) in New York.

"Wir müssen den Job zu Ende bringen. Wir müssen die Terrormaschine zerschlagen." Das werde "Tage oder Wochen" dauern, aber nicht Monate, so der Diplomat. Wenn die Führung im Iran "weitermacht", sei es nur eine Frage der Zeit, bis man wieder an den gleichen Punkt käme.

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon (54) will derzeit nicht mit Iran verhandeln. (Archivbild)
Der israelische UN-Botschafter Danny Danon (54) will derzeit nicht mit Iran verhandeln. (Archivbild)  © Lev Radin/ZUMA Press Wire/dpa

5. März, 19.04 Uhr: Trump will bei künftiger Führung des Irans mitbestimmen

US-Präsident Donald Trump (79) will laut einem Medienbericht bei der künftigen Führung des Irans mitbestimmen. "Ich muss in die Ernennung involviert sein, wie bei Delcy (Rodriguez) in Venezuela", zitierte ihn das Nachrichtenportal Axios nach einem Telefongespräch mit ihm.

Zugleich machte er klar, dass er Modschtaba Chamenei, Sohn des getöteten Ajatollahs Ali Chamenei, als neues Staatsoberhaupt ablehne: "Chameneis Sohn ist für mich inakzeptabel. Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden in den Iran bringt". Modschtaba Chamenei sei ein "Leichtgewicht".

US-Präsident Donald Trump (79) will eine neue Iran-Führung nach seinen Vorstellungen.
US-Präsident Donald Trump (79) will eine neue Iran-Führung nach seinen Vorstellungen.  © Kay Nietfeld/dpa

5. März, 18.17 Uhr: Ölraffinerie in Bahrain nach Angriffen in Brand geraten - Explosionen in Abu Dhabi

In Bahrain ist Regierungsangaben zufolge ein Industriegebiet mit einer Ölraffinerie im Süden des Landes angegriffen worden und in Brand geraten. "Eine Anlage in der Region Maameer wurde angegriffen", erklärte das Innenministerium am Donnerstag im Onlinedienst X. Der daraufhin ausgebrochene Brand sei "unter Kontrolle gebracht" worden, hieß es weiter. Es seien nur begrenzte Sachschäden gemeldet worden. Tote habe es nicht gegeben, teilte das Ministerium mit.

In der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, Abu Dhabi, waren am Donnerstag mehrere Explosionen zu hören, wie Augenzeugen vor Ort mitteilten. Die nationale Krisenbehörde erklärte auf X, die Luftabwehr habe auf eine "Bedrohung durch Raketen" reagiert.

5. März, 18.15 Uhr: Iranische Medien melden Explosionen in Teheran

Die iranische Hauptstadt Teheran wird den sechsten Tag in Folge von Raketenangriffen erschüttert. Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Isna meldete mehrere Explosionen im Osten der Millionenmetropole. Auch das Onlineportal Etemad meldete Raketeneinschläge.

Die israelischen Streitkräfte kündigten unterdessen einen Angriff in einem Industriegebiet etwa 20 Kilometer südöstlich der Hauptstadt an. In einem persischsprachigen Post riefen sie die Bürger auf X dazu auf, das Gebiet zu verlassen.

Teheran: Ein Junge schwenkt eine iranische Flagge vor einer Polizeieinrichtung, die bei einem früheren Angriff der amerikanisch-israelischen Militäraktion getroffen wurde.
Teheran: Ein Junge schwenkt eine iranische Flagge vor einer Polizeieinrichtung, die bei einem früheren Angriff der amerikanisch-israelischen Militäraktion getroffen wurde.  © Vahid Salemi/AP/dpa

5. März, 17.21 Uhr: Aserbaidschan droht Iran nach Drohneneinschlag mit Vergeltung

Nach dem Einschlag zweier im Iran gestarteter Drohnen in Aserbaidschan hat die Führung in Baku mit Vergeltung gedroht.

Aserbaidschans Staatschef Ilham Alijew warf Teheran am Donnerstag einen "terroristischen" Drohnenangriff auf einen Flughafen und in der Nähe einer Schule vor. Die mit Aserbaidschan verbündete Türkei verurteilte den Angriff auf Aserbaidschan "aufs Schärfste". Teheran bestritt die Attacke und beschuldigte seinerseits Israel.

Titelfoto: Maayan Toaf/Israel Gpo/ZUMA Press Wire/dpa

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