Nahost-Konflikt: Überraschung vor Fristende - Trump will Iran-Angriffe zwei Wochen aussetzen

Iran - Der Iran und die USA haben sich auf eine zweiwöchige Feuerpause geeinigt. Irans Außenminister kündigte zugleich eine Öffnung der Straße von Hormus an.

US-Präsident Donald Trump (79) will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen.
US-Präsident Donald Trump (79) will die Angriffe auf den Iran für zwei Wochen aussetzen.  © Alex Brandon/AP/dpa

In Abstimmung mit den iranischen Streitkräften und unter Berücksichtigung technischer Einschränkungen solle der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ermöglicht werden, schrieb Abbas Araghtschi in einer Erklärung. US-Präsident Donald Trump hatte die Öffnung der Straße kurz zuvor zur Bedingung für eine Feuerpause gemacht.

Trump hatte damit gedroht, andernfalls den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen.

Der US-Präsident hatte der Führung in Teheran dafür eine Frist bis 2 Uhr deutscher Zeit in der Nacht zum Mittwoch gesetzt. Auch Israel will sich an die zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe halten, wie ein hochrangiger US-Regierungsvertreter mitteilte.

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8. April, 8.32 Uhr: Merz fordert "dauerhaftes Ende des Krieges"

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) begrüßt die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf eine Waffenruhe und die Öffnung der Straße von Hormus und will weitere diplomatische Bemühungen unterstützen.

"Ziel muss nun sein, in den nächsten Tagen ein dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies wird sich nur auf diplomatischem Weg erreichen lassen", erklärte Merz.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).
Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU).  © Kay Nietfeld/dpa

8. April, 7.10 Uhr: Trump rechnet nach Einigung auf Waffenruhe mit Geldsegen

US-Präsident Donald Trump (79) rechnet nach der Einigung mit dem Iran auf eine Waffenruhe und der Öffnung der Straße von Hormus mit einem großen wirtschaftlichen Gewinn.

"Es wird viel Geld verdient werden", frohlockte der Republikaner auf seiner Plattform Truth Social. "Ein großer Tag für den Weltfrieden!", schrieb er. "Der Iran will es, er hat genug! Und alle anderen auch!" Die USA würden bei der Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus helfen. "Es wird viele positive Maßnahmen geben!"

8. April, 6.29 Uhr: Zehn-Punkte-Plan Basis für weitere Verhandlungen

Der vom Iran vorgelegte Zehn-Punkte-Vorschlag zur Beendigung des Krieges ist nach Ansicht von US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt (28) eine Grundlage für weitere Verhandlungen.

"Die Worte von Präsident (Donald) Trump sprechen für sich: Dies ist eine praktikable Verhandlungsgrundlage, und diese Verhandlungen werden fortgesetzt", teilte sie auf Anfrage mit.

Leavitt betonte, dass die Öffnung der für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus Trump zu verdanken sei. Dieser habe gemeinsam mit dem US-Militär "den Iran dazu gebracht", die Meerenge wieder zu öffnen.

8. April, 6.03 Uhr: UN fordert Einhaltung der Waffenruhe

Nach der Verkündung der Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran fordern die Vereinten Nationen die Kriegsparteien zur Einhaltung der Feuerpause auf.

Dies sei nötig, "um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen", teilte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres mit.

Guterres begrüße zwar die zweiwöchige Waffenruhe – zugleich fordere er "alle Konfliktparteien im Nahen Osten auf, ihren völkerrechtlichen Verpflichtungen nachzukommen", sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric. Neben den Vereinigten Staaten von Amerika und dem Iran ist auch Israel direkt am Krieg beteiligt.

8. April, 6.02 Uhr: US-Spitzenpolitiker reagieren verhalten auf Zehn-Punkte-Plan

Einige Spitzenpolitiker in den USA haben verhalten auf die Verkündung einer zweiwöchigen Waffenruhe im Iran-Krieg reagiert.

"Eine Waffenruhe ist eine gute Nachricht – allerdings nur, weil dieser sinnlose Krieg so schnell wie möglich beendet werden sollte", schrieb etwa der demokratische Senator Richard Blumenthal auf X. US-Präsident Donald Trump könne weiterhin nicht erklären, warum er den Krieg begonnen habe. "Eine Waffenruhe ist für das amerikanische Volk kein Sieg", fügte Blumenthal hinzu.

Der demokratische Kongressabgeordnete Gregory Meeks betonte indes, dass eine Waffenruhe nicht genug sei. Trump müsse dem Kongress erklären, warum er die USA in den Krieg mit dem Iran geführt habe, in dem 13 Militärangehörige gestorben seien.

Spöttischer zeigte sich der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer. Er sei froh, dass Trump einen "Rückzieher" gemacht habe und "nun verzweifelt nach einem Ausweg aus seinem lächerlichen Getöse" suche, schrieb er auf X.

8. April, 5.52 Uhr: Jubel über Waffenruhe von Regierungsanhängern in Teheran

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Verkündung der Feuerpause zahlreiche Menschen auf die Straßen geströmt.

Am Revolutionsplatz im Stadtzentrum versammelten sich Regierungsanhänger mitten in der Nacht, wie der iranische Sender SNN TV berichtete. US-Präsident Donald Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht.

In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Verkündung der Feuerpause zahlreiche Menschen auf die Straßen geströmt.
In der iranischen Hauptstadt Teheran sind nach Verkündung der Feuerpause zahlreiche Menschen auf die Straßen geströmt.  © Vahid Salemi/AP/dpa

8. April, 4.34 Uhr: Pakistan: Waffenruhe zwischen USA und Iran ab sofort

Dem Vermittler Pakistan zufolge greift die Waffenruhe zwischen dem Iran und den USA mit sofortiger Wirkung.

Die Islamische Republik Iran und die Vereinigten Staaten von Amerika sowie ihre Verbündeten hätten einer sofortigen Waffenruhe einschließlich im Libanon und andernorts zugestimmt, schrieb Premierminister Shehbaz Sharif auf X.

Sharif lud Delegationen beider Länder für weitere Gespräche am Freitag in die pakistanische Hauptstadt Islamabad ein, wo Vertreter aus Washington und Teheran über ein endgültiges Abkommen zur Beilegung des Konflikts verhandeln sollen.

8. April, 4.30 Uhr: Israel stimmte sich mit USA über Iran-Waffenruhe ab

Israel hat sich einem Bericht zufolge mit den USA im Vorfeld über die zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran abgestimmt.

Einem ranghohen israelischen Beamten zufolge öffnet der Iran die Straße von Hormus, ohne jegliche seiner Forderungen vorab erfüllt zu bekommen, berichtete die "Times of Israel". Dazu gehöre unter anderem die Zusage eines endgültigen Kriegsendes, Reparationszahlungen und die Aufhebung der Sanktionen, hieß es unter Berufung auf eine schriftliche Stellungnahme des israelischen Beamten.

8. April, 4.20 Uhr: Medien veröffentlichen Details aus Zehn-Punkte-Plan

Im Zuge der Einigung auf eine zweiwöchige Feuerpause haben Vertreter des Irans der US-Regierung in Washington einen Zehn-Punkte-Plan als Vorschlag für ein dauerhaftes Kriegsende übermittelt. US-Präsident Donald Trump schrieb auf Truth Social, dass dieser eine "praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet".

Offiziell hat Irans Regierung die Forderungen bislang nicht öffentlich gemacht. Nachrichtenagenturen, die den mächtigen Revolutionsgarden nahestehen, berichten jedoch bereits über Details.

Laut der Nachrichtenagentur Tasnim beinhaltet der Entwurf die Forderung nach einer dauerhaften Einstellung von Aggressionen. Der Iran soll die Kontrolle über die Straße von Hormus behalten und Uran anreichern dürfen. Die politische Führung in Teheran fordert die Aufhebung der harten internationalen Sanktionen und Strafmaßnahmen des UN-Sicherheitsrats.

8. April, 2.50 Uhr: Israel auch nach Waffenruhe-Verkündung unter Beschuss

Auch nach der Verkündung einer Waffenruhe durch die USA und den Iran ist Israel in der Nacht weiter unter Raketenbeschuss geraten. Aus den Städten Petach Tikva und Bnei Brak gebe es Berichte über Einschläge, meldete die israelische Nachrichtenseite "ynet".

Kurz darauf heulten im Zentrum und Süden des Landes erneut die Sirenen. Bewohner berichteten von heftigen Explosionen. Die Luftabwehr sei im Einsatz, um die Bedrohung abzuwehren, teilte die israelische Armee auf Telegram mit.

Titelfoto: Bildmontage: Vahid Salemi/AP/dpa, Alex Brandon/AP/dpa

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