Nahost-Konflikt: UN-Chef fordert, dass USA und Iran große Chance nutzen sollen

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Israel/Iran - Kurz vor den geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat UN-Generalsekretär António Guterres (76) die Kriegsparteien aufgefordert, sich ernsthaft um eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zu bemühen.

Der UN-Generalsekretär António Guterres (76).
Der UN-Generalsekretär António Guterres (76).  © Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa

Sie müssten die Gespräche in Pakistan als Chance nutzen, "um sich in gutem Glauben um eine dauerhafte und umfassende Einigung zu bemühen, mit dem Ziel, die Lage zu deeskalieren und eine Rückkehr zu Feindseligkeiten zu verhindern", sagte UN-Sprecher Stéphane Dujarric (60).

Die Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sollen am Samstag beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance (41) angeführt.

Allerdings blieb bis zuletzt unklar, ob die iranische Delegation überhaupt an den Gesprächen teilnehmen würde. Teheran knüpfte seine Beteiligung an ein Ende der israelischen Angriffe auf die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon.

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Bislang setzt Israel seine Attacken auf die Hisbollah im Nachbarland allerdings unvermindert fort. Für die amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran gilt hingegen seit wenigen Tagen eine zunächst auf zwei Wochen befristete Waffenruhe.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

11. April, 7.11 Uhr: Iraner seit 1000 Stunden vom Internet abgeschnitten

Die Iraner sind inzwischen seit 1000 Stunden vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Das teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks in der Nacht auf der Plattform X mit. Es handelt sich demnach um die bislang längste landesweite Internetsperre weltweit.

Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen.

Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind.

Ein Bagger entfernt Schutt am Ort eines Anschlags, der nach Angaben eines Sicherheitsbeamten die Hälfte der Khorasaniha-Synagoge und nahe gelegene Wohngebäude in Teheran zerstört hat.
Ein Bagger entfernt Schutt am Ort eines Anschlags, der nach Angaben eines Sicherheitsbeamten die Hälfte der Khorasaniha-Synagoge und nahe gelegene Wohngebäude in Teheran zerstört hat.  © Francisco Seco/AP/dpa

11. April, 7.07 Uhr: Iran reist mit weitgehenden Forderungen an

Streitpunkte in den Verhandlungen dürften die Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr, Irans Atomprogramm und die Uran-Anreicherung, die Entwicklung ballistischer Raketen sowie die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sein. Der Iran fordert auch die Aufhebung aller Sanktionen. Zudem verlangt Teheran Reparationen, um die Zerstörung des gut fünf Wochen langen Kriegs auszugleichen.

Die Iraner sind mit einer großen Delegation nach Islamabad gereist. Sie wird nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Fars von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt. Auch Außenminister Abbas Araghtschi gehört zur Delegation.

10. April, 22.20 Uhr: Iranische Delegation trifft in Islamabad ein

Die iranische Delegation ist zu den Verhandlungen mit den USA in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad eingetroffen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars wird sie von Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf angeführt.

Zur Delegation gehören auch Außenminister Abbas Araghtschi, der Sekretär des Verteidigungsrates, Ali-Akbar Ahmadian, und der Gouverneur der Zentralbank, Abdol-Naser Hemmati.

Unter Vermittlung Pakistans sollen am Samstag Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‑Konflikts beginnen. Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance (41) angeführt.

10. April, 21.17 Uhr: Israel meldet mehr als 180 getötete Hisbollah-Kämpfer

Israels Militär hat nach eigenen Angaben bei einer koordinierten Angriffswelle auf Stellungen der Hisbollah im Libanon innerhalb einer Minute mehr als 180 Kämpfer getötet.

Laut Armee wurden am Mittwoch rund 100 Ziele in Beirut, im Bekaa-Tal und im Südlibanon getroffen, darunter Kommandozentren, militärische Infrastruktur und Waffenlager.

Das Militär erklärte weiter, von diesen Kommandozentren aus hätten Hisbollah-Kämpfer Angriffe gegen israelische Soldaten und Zivilisten vorbereitet und geplant. Die meisten der angegriffenen Einrichtungen hätten sich inmitten ziviler Wohngebiete befunden.

Die Armee warf der Hisbollah vor, libanesische Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu nutzen. Dies ist gemäß dem humanitären Völkerrecht strikt verboten und stellt ein Kriegsverbrechen dar.

Israel meldete mehrere Tote im Libanon. (Archivfoto)
Israel meldete mehrere Tote im Libanon. (Archivfoto)  © Marwan Naamani/dpa

10. April, 19.26 Uhr: Iraner seien laut Trump nur noch am Leben, um zu verhandeln

Vor den geplanten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in Pakistan richtet US-Präsident Donald Trump (79) eine martialische Drohung an Teheran.

Die Iraner schienen nicht zu begreifen, dass sie "abgesehen von der kurzzeitigen Erpressung der Welt" mit der Straße von Hormus keinerlei Druckmittel hätten, schrieb er auf der Plattform Truth Social. "Der einzige Grund, warum sie heute noch am Leben sind, ist, um zu verhandeln!"

Trump hatte während des Kriegs mit dem Iran immer wieder mit martialischer Sprache für Aufsehen gesorgt, die ihm international, aber auch im eigenen Land viel Kritik eingebracht hat.

Der US-Präsident Donald Trump (79) sprach erneut über den Iran.
Der US-Präsident Donald Trump (79) sprach erneut über den Iran.  © Mark Schiefelbein/AP/dpa

10. April, 19.13 Uhr: 13 Sicherheitskräfte bei israelischem Angriff getötet

Bei einem israelischen Angriff auf ein Regierungsgebäude in der südlibanesischen Stadt Nabatieh sind nach Angaben libanesischer Behörden 13 Sicherheitskräfte getötet worden.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen erfuhr die Deutsche Presse-Agentur, dass Nabatieh und umliegende Gebiete schwer von israelischen Luft- und Artillerieangriffen getroffen worden seien.

Bei den 13 Getöteten soll es sich um Mitarbeiter des Inlandsnachrichtendienstes handeln. Dieser ist im Libanon für den Kampf gegen Spionage und Terrorismus und die Sicherung von Regierungsgebäuden zuständig.

10. April, 17.36 Uhr: Streit um Straße von Hormus belastet Friedensgespräche

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen sollen an diesem Samstag in Pakistan Verhandlungen zur dauerhaften Beilegung des Iran‑Konflikts beginnen.

Die US-Delegation wird von Vizepräsident JD Vance (41) angeführt. Der Iran knüpft seine Teilnahme an ein Ende der israelischen Angriffe auf die mit Teheran verbundene Hisbollah-Miliz im Libanon.

Als Vermittler fungiert unter anderem der pakistanische Premier Shehbaz Sharif. Bei Bedarf sollen die Gespräche in Islamabad bis Sonntag fortgesetzt werden.

10. April, 16.08 Uhr: Vance warnt Iran vor Gesprächen, die USA nicht zu täuschen

Vor seiner Abreise zu Verhandlungen zum Iran-Krieg in Pakistan hat US-Vizepräsident JD Vance (41) Teheran dazu ermahnt, die Gespräche mit den USA ernst zu nehmen.

Wie US-Präsident Donald Trump (79) verdeutlicht habe, sei man bereit, den Iranern die Hand zu reichen, wenn diese bereit seien, in gutem Glauben zu verhandeln, sagte Vance vor Journalisten.

"Wenn sie versuchen werden, uns zu täuschen, werden sie feststellen, dass das Verhandlungsteam nicht besonders aufgeschlossen ist."

10. April, 15.28 Uhr: Hisbollah-Chef will "bis zum letzten Atemzug" weitermachen

Hisbollah-Chef Naim Kassim (73) hat erneut die Kampfbereitschaft der Organisation betont. "Der Widerstand wird bis zum letzten Atemzug weitermachen", hieß es in einer im Fernsehen verlesenen Rede Kassims.

Israel sei es in 40 Jahren nicht gelungen, die Hisbollah davon abzuhalten, Raketen, Drohnen und andere Geschosse auf sein Gebiet abzufeuern.

Die israelischen Waffen und Bedrohungen schüchterten die Hisbollah nicht ein. "Wir sind die rechtmäßigen Besitzer dieses Landes", sagte er mit Blick auf das Vorrücken der israelischen Truppen im Südlibanon.

10. April, 15.15 Uhr: EU-Kommission begrüßt Gespräche von Israel und Libanon

Die Europäische Kommission begrüßt die geplanten Gespräche zwischen Israel und dem Libanon.

"Wir blicken dem konkreten Beginn der Gespräche und deren Ergebnissen erwartungsvoll entgegen", sagte ein Sprecher in Brüssel. Diplomatie sei der einzige Weg und alle Parteien müssten das humanitäre Völkerrecht ohne Einschränkungen einhalten. Zugleich forderte der Sprecher die sofortige Einstellung der Angriffe im Libanon.

Das US-Außenministerium richtet in der kommenden Woche Gespräche zwischen dem Libanon und Israel aus. Dabei soll es um die Verhandlungen über eine Waffenruhe gehen, wie ein Beamter des Ministeriums am Donnerstag bestätigte.

Die Europäische Kommission blickt erwartungsvoll auf die Gespräche.
Die Europäische Kommission blickt erwartungsvoll auf die Gespräche.  © Michael Kappeler/dpa

10. April, 15.09 Uhr: Wieder gegenseitige Angriffe zwischen Hisbollah und Israel

Die gegenseitigen Angriffe der israelischen Armee und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz geplanter direkter Gespräche zwischen Israel und dem Libanon an.

Libanons staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete von israelischen Angriffen vor allem im Süden des Landes. Bei einem Angriff auf eine Autowaschanlage wurden demnach sechs Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff sei ein Mensch getötet worden.

Die Hisbollah feuerte im Laufe des Tages erneut Geschosse auf den Norden Israels. Dort wurde lokalen Medien zufolge in der arabischen Ortschaft Deir al-Asad am Nachmittag eine Schule beschädigt.

Titelfoto: Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa

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