Nahost-Konflikt: Deutsche Beteiligung am Iran-Krieg? Das sagt Pistorius jetzt!

Iran - In den vier Tagen seit Beginn des Iran-Kriegs haben die US-Streitkräfte nach eigenen Angaben fast 2000 Ziele in der Islamischen Republik angegriffen.

Ein Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe feuert Leuchtraketen ab.
Ein Kampfflugzeug der israelischen Luftwaffe feuert Leuchtraketen ab.  © Ariel Schalit/AP/dpa

Innerhalb von weniger als 100 Stunden seien auch 17 iranische Kriegsschiffe zerstört worden, sagte der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, in einem auf der Plattform X veröffentlichten Video.

Unter den angegriffenen Zielen sei auch das einsatzfähigste iranische U-Boot gewesen. Es gehe darum, die gesamte iranische Marine-Flotte zu versenken, bekräftigte er.

Seit Jahrzehnten schikaniere der Iran die internationale Schifffahrt, sagte Cooper. Nun gebe es im Persischen Golf, in der Straße von Hormus und im Golf von Oman kein einziges iranisches Schiff mehr.

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Zudem seien iranische Luftabwehrsysteme beschädigt sowie Hunderte Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen, Drohnen und auch Kommandozentren angegriffen worden. Die US-Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.

In der Region seien nun mehr als 50.000 Soldaten, 200 Kampfflugzeuge, 2 Flugzeugträger und mehrere Bomber aus den USA im Einsatz, sagte Cooper.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

4. März, 17.36 Uhr: Iran dementiert geheime Kontaktaufnahme zur CIA

Das iranische Geheimdienstministerium hat laut der Nachrichtenagentur Tasnim einen Bericht über mögliche geheime Kontakte zur Beendigung des Krieges dementiert.

Anlass ist ein Bericht der New York Times, wonach Mitarbeiter des Ministeriums einen Tag nach Kriegsbeginn indirekt über den Geheimdienst eines Drittstaates an den US-Geheimdienst CIA herangetreten seien, um mögliche Bedingungen für ein Ende des Konflikts auszuloten. Eine "informierte Quelle" bezeichnete dies laut Tasnim als falsch und Teil einer psychologischen Kriegsführung.

4. März, 17.28 Uhr: Iranisches Kriegsschiff vor Sri Lanka: 80 Crewmitglieder tot geborgen

Beim Beschuss eines iranischen Kriegsschiffes im Indischen Ozean sind nach Angaben Sri Lankas mindestens 80 Besatzungsmitglieder getötet worden. Die Leichen seien nach dem Untergang des Schiffes geborgen worden, sagte der stellvertretende Außenminister Arun Hemachandra dem einheimischen Sender Ada Derana. Dutzende Crewmitglieder wurden zudem zunächst noch vermisst.

Die sri-lankische Regierung hatte zuvor von mindestens 180 Personen an Bord des iranischen Schiffes "IRIS Dana" gesprochen. Von ihnen seien 32 bei einem gemeinsamen Bergungseinsatz der sri-lankischen Marine und der Luftwaffe vor der Südwestküste des Landes gerettet worden. Das Schiff war demnach in internationalen Gewässern unterwegs.

4. März, 17.23 Uhr: Deutsche Beteiligung am Iran-Krieg? Das sagt Pistorius jetzt!

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) hat einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg strikt abgelehnt.

"Deutschland ist nicht Kriegspartei. Die deutsche Bundeswehr wird sich an diesem Krieg nicht beteiligen", sagte der SPD-Politiker in einer Aktuellen Stunde des Bundestags. Oberste Priorität für die Bundesregierung habe nun der Schutz der deutschen Bürger sowie Soldatinnen und Soldaten in der Region, in der die Lage hochdynamisch und gefährlich sei.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) lehnt einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg ab.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) lehnt einen Einsatz der Bundeswehr im Iran-Krieg ab.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

4. März, 17.17 Uhr: Sieben Kinder bei israelischen Angriffen im Libanon getötet

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef innerhalb der vergangenen 24 Stunden sieben Kinder getötet worden.

Das meldete Unicef unter Berufung auf das libanesische Gesundheitsministerium. 38 weitere Kinder seien verletzt worden.

4. März, 17.16 Uhr: Wadephul kündigt zwei weitere Nahost-Evakuierungsflüge an

Die Bundesregierung kündigt zwei weitere Evakuierungsflüge für wegen des Krieges in Nahost gestrandete Deutsche an.

An diesem Donnerstag und Freitag werde jeweils ein weiterer Charterflug in Omans Hauptstadt Maskat nach Frankfurt, sagte Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) am Rande eines Besuches in der polnischen Hauptstadt Warschau.

Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) gibt ein Update zu Nahost-Flügen.
Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) gibt ein Update zu Nahost-Flügen.  © Fabian Sommer/dpa

4. März, 16.17 Uhr: US-Generalstabschef: Ändern Taktik im Iran

Nach seiner ersten Offensive gegen die Führung in Teheran will das US-Militär seine Taktik im Iran ändern. US-Generalstabschef Dan Caine erklärte auf einer Pressekonferenz in Washington, die Streitkräfte hätten die Lufthoheit über die südliche Flanke der iranischen Küste erlangt. Nun sollten US-Streitkräfte immer tiefer in iranisches Territorium eindringen.

Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) wolle am vierten Tag seit Beginn der gemeinsamen US-israelischen Offensive von großen, gezielten Angriffen mit Fernkampfwaffen zu Präzisionsschlägen wechseln, sagte Caine weiter. Dabei sollen auch sogenannte Hellfire-Raketen zum Einsatz kommen und das Tempo erhöht werden.

US-Generalstabschef Dan Caine erklärte auf einer Pressekonferenz in Washington die neue Taktik.
US-Generalstabschef Dan Caine erklärte auf einer Pressekonferenz in Washington die neue Taktik.  © Konstantin Toropin/AP/dpa

4. März, 15.34 Uhr: Kurdische Gruppen im Irak unter Beschuss

Im Zuge des Kriegs mit dem Iran geraten iranisch-kurdische Gruppen im benachbarten Irak zunehmend ins Visier Teherans. Die irakische Partei der Freiheit Kurdistans (PAK), eine Partei iranischer Kurden, meldete einen Angriff mit Raketen und Drohnen, bei dem es Tote und Verletzte gegeben habe.

Schon vor einigen Tagen hatte ein PAK-Sprecher dem Nachrichtensender Alhurra von iranischen Drohnenangriffen auf Büros von Kurdenparteien im Irak berichtet. Irans Revolutionsgarden (IRGC) stufen viele dieser Gruppen im Irak als "Terrorgruppen" ein. Auch die kurdische Minderheit im Iran wird Menschenrechtlern zufolge systematisch unterdrückt und verfolgt. Die IRGC haben in den vergangenen Jahren immer wieder kurdische Ziele im Irak angegriffen.

4. März, 15.07 Uhr: Israels Luftwaffe greift Flughafen in Teheran an

Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben den Flughafen Mehrabad in der iranischen Hauptstadt Teheran angegriffen.

Es seien dort "Verteidigungs- und Aufklärungssysteme" der iranischen Führung außer Gefecht gesetzt worden, hieß es in einer Mitteilung. Diese hätten eine Bedrohung für Flugzeuge der israelischen Luftwaffe dargestellt. Israels Militär setze seine Bemühungen fort, die gesamte Infrastruktur des iranischen Machtapparats zu schwächen.

Der Flughafen Mehrabad soll unter Beschuss gestanden haben. (Archivbild)
Der Flughafen Mehrabad soll unter Beschuss gestanden haben. (Archivbild)  © Abedin Taherkenareh/EPA/dpa

4. März, 15.02 Uhr: Containerschiff in Straße von Hormus von Geschoss getroffen

In der Straße von Hormus ist ein Containerschiff von einem Geschoss getroffen worden. Das teilte die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt mit.

Der Frachter sei Richtung Osten durch die Meeresenge gefahren, als ein unbekanntes Geschoss knapp über der Wasserlinie eingeschlagen sei, schrieb die Behörde unter Berufung auf den Sicherheitsbeauftragten des Betreibers. Der Treffer habe ein Feuer im Maschinenraum ausgelöst.

4. März, 14.55 Uhr: LNG-Lieferstopp: Katar erklärt "höhere Gewalt"

Das wichtige Förderland Katar zieht Konsequenzen aus dem Iran-Krieg - mit Folgen für die weltweiten Energiemärkte.

Das katarische Öl- und Gasunternehmen Qatar Energy rief für seine ausgesetzten Lieferungen von Flüssigerdgas (LNG) und damit verbundenen Produkten den Zustand der "höheren Gewalt" (Force Majeure) aus. Die Erklärung entbindet einen Vertragspartner rechtlich von seinen Lieferpflichten.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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