Nahost-Konflikt: US-Präsident Trump verteidigt drastische Drohung gegen Iran - "Ich will alles"

Israel/Iran - Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans sind am frühen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

Vizepräsident JD Vance (2.v.l) reiste nach den Verhandlungen wieder in die USA.  © Bianca Otero/ZUMA Press Wire/dpa

Nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance wurde bei den Gesprächen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad keine Einigung erzielt.

Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommen wird, war zunächst nicht bekannt.

Man verlasse nun den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag für den Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, führte Vance aus.

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Teheran plane keine weitere Verhandlungsrunde, berichtete die iranischen Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle. Nach 21 Stunden Verhandlungen hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen nicht zu akzeptieren, sagte Vance.

Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, dem Iran entgegenzukommen.

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

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12. April, 22.46 Uhr: Iran-Statement zu US-Drohungen

Die Drohungen der USA haben nach Angaben des iranischen Parlamentspräsidenten Mohammed Bagher Ghalibaf (64) ihren Einfluss verloren.

"Der Iran hat in den vergangenen Wochen bewiesen, dass er sich Drohungen nicht beugen wird und dass sie keinerlei Wirkung mehr haben", sagte Ghalibaf, wie die Nachrichtenagentur Tasnim am Abend (Ortszeit) berichtete.

Ohne US-Präsident Donald Trump (79) namentlich zu nennen, deutete er die amerikanischen Drohungen als Ausdruck von Ratlosigkeit, in die Washington seit dem Ausbruch des Krieges geraten sei.

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12. April, 22.19 Uhr: Revolutionsgarden sprechen Warnung aus

Die iranischen Revolutionsgarden haben erneut davor gewarnt, dass sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern.

Dies würde als "klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es in einer Mitteilung am Abend (Ortszeit). Die Meeresenge sei ausschließlich für die friedliche Durchfahrt ziviler Schiffe geöffnet, nicht jedoch für Militärschiffe.

Jegliche Annäherung, "unter welchem Vorwand auch immer", werde von den Garden als Bruch der Waffenruhe gewertet und daher auch entschlossen und konsequent beantwortet.

Sollten sich Militärschiffe der Straße von Hormus nähern, droht der Iran mit einer konsequenten Reaktion.  © Altaf Qadri/AP/dpa

12. April, 22.10 Uhr: Netanjahu besucht Südlibanon und kündigt weitere Kämpfe an

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) hat den Südlibanon besucht und eine Fortsetzung der Kämpfe mit der libanesischen Hisbollah-Miliz angekündigt.

"Der Krieg dauert an, auch innerhalb der Sicherheitszone im Libanon", sagte Netanjahu nach Angaben seines Büros. Er sei gemeinsam mit dem Verteidigungsminister Israel Katz (70) und Generalstabschef Ejal Zamir (60) im südlichen Abschnitt des Nachbarlands gewesen. Der genaue Ort wurde dabei nicht angegeben. 

Israels Armee habe "dank dieser Sicherheitszone die Invasionsbedrohung aus dem Libanon vereitelt", sagte der Regierungschef. Er sprach von "großen Erfolgen" auch im Kampf gegen den Raketenbeschuss aus dem Libanon auf Israels Norden, sagte aber, es gebe "noch Arbeit zu tun". 

Laut Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu (76) werden die Kämpfe seiner Armee mit der libanesischen Hisbollah-Miliz weitergehen.  © Ronen Zvulun/Pool Reuters/dpa

12. April, 19.54 Uhr: US-"Doppelstandards" laut Iran größtes Hindernis für Einigung

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) bezeichnete die angeblichen Doppelstandards der USA als das größte Hindernis für eine Einigung im derzeitigen Konflikt.

"Bei den Verhandlungen in Islamabad waren das anhaltende Festhalten der USA an Doppelstandards sowie ihr machtpolitischer Anspruch das größte Hindernis", sagte Peseschkian in einem Telefonat mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, wie das iranische Präsidialamt mitteilte. Nähere Erläuterungen machte er dazu demnach nicht.

Der Iran ist laut Peseschkian grundsätzlich zu einem fairen Abkommen bereit, um so einen dauerhaften Frieden in der Region zu ermöglichen. "Eine Einigung ist auch durchaus machbar, nur müssen sich die USA an die international anerkannten Vorschriften und das Völkerrecht halten", so der Präsident laut der Mitteilung.

Irans Präsident Massud Peseschkian (71) hat sich zu den Verhandlungen in Islamabad geäußert.  © Shadati/XinHua/dpa

12. April, 19.46 Uhr: US-Präsident Trump verteidigt drastische Drohung gegen Iran - "Ich will alles"

US-Präsident Donald Trump (79) hat seine drastische Drohung gegen den Iran, "eine ganze Zivilisation" auszulöschen, verteidigt.

In einem Interview des US-Senders Fox News sagte Trump: "Ich bin einverstanden mit dieser Aussage." Sie habe die Führung in Teheran schließlich an den Verhandlungstisch gebracht.

Iran habe "keine Karten mehr", behauptete der US-Präsident weiter, Marine und Luftwaffe des Landes seien "komplett zerstört". Teheran werde auch nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen letztlich zurückkommen und "alles geben müssen, was wir wollen". Und das sei, so Trump, nicht 90 oder 95 Prozent – "Ich habe ihnen gesagt, ich will alles."

US-Präsident Donald Trump (79) sieht seine Aussage, "eine ganze Zivilisation" auslöschen zu wollen, als gerechtfertigt an.  © Matt Rourke/AP/dpa

12. April, 17.36 Uhr: "Schmerzhafte Zugeständnisse" im Iran-Krieg nötig

Für einen Frieden im Iran-Krieg müssen sich die Konfliktparteien nach Ansicht von Omans Außenminister Badr al-Busaidi (65) womöglich zu großen Zusagen durchringen.

"Der Erfolg erfordert möglicherweise, dass alle schmerzhafte Zugeständnisse machen, aber das ist gar nichts im Vergleich zum Schmerz und Versagen des Krieges", teilte al-Busaidi bei X mit. Er drängte darauf, dass die zuvor geltende Waffenruhe verlängert und die Gespräche fortgesetzt werden.

Al-Busaidi äußerte sich bei X nach den direkten Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran unter Vermittlung Pakistans, die zunächst ohne greifbares Ergebnis endeten. Ob und wann es zu weiteren Verhandlungen kommt, ist unklar. 

Omans Außenminister Badr al-Busaidi (65) rechnet mit "schmerzhaften Zugeständnissen" der Konfliktparteien im Iran-Krieg.  © Hannes P Albert/dpa

12. April, 17.30 Uhr: Heftige Gefechte in Hisbollah-Hochburg in Südlibanon

In einer Hochburg der proiranischen Hisbollah-Miliz im Süden des Libanons kommt es nach israelischen und libanesischen Berichten weiter zu heftigen Kämpfen.

Aus libanesischen Sicherheitskreisen hieß es, israelische Truppen seien noch weiter nach Bint Dschubail vorgedrungen. In dem Ort, der wenige Kilometer von der israelischen Grenze entfernt liegt, sind den Berichten zufolge seit Tagen Dutzende von Hisbollah-Kämpfern eingeschlossen. 

Die Hisbollah teilte mit, sie habe in dem Gebiet mehrere israelische Soldaten mit Raketen angegriffen. Der Hisbollah-Sender Al-Manar berichtete, israelische Truppen würden versuchen, Bint Dschubail komplett einzukreisen und Straßen in die Umgebung abzuschneiden.

12. April, 15.16 Uhr: Trump lässt Straße von Hormus blockieren

Nach dem vorläufigen Scheitern der Verhandlungen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump (79) eine Seeblockade angekündigt.

Die US-Marine werde allen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus oder das Verlassen der Meerenge versperren, teile Trump auf der Plattform Truth Social mit. "Die Blockade wird in Kürze beginnen."

Die Streitkräfte seien auch angewiesen worden, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See sichere Passage haben, schrieb Trump. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen in der Meerenge zerstören zu lassen.

Trump begründete den Schritt mit Drohungen aus Teheran und sprach von "Welterpressung". Iran habe erklärt, es könnten Minen in der Meerenge liegen. Zugleich stellte der Präsident in Aussicht, dass die Blockade wieder gelockert werden könne, sollte die Durchfahrt für alle Schiffe uneingeschränkt möglich sein.

Donald Trump (79) hat seine US-Marine angewiesen, sämtlichen Schiffen die Einfahrt in die Straße von Hormus zu verweigern.  © Jose Luis Magana/AP/dpa

12. April, 14.44 Uhr: Israel stellt sich auf Wiederaufnahme des Iran-Kriegs ein

Nach dem vorläufigen Scheitern der Gespräche zwischen den USA und dem Iran über ein Kriegsende stellt Israel sich nach Medienberichten auf eine Wiederaufnahme der Kämpfe ein.

Das israelische Nachrichtenportal "ynet" berichtete, Generalstabschef Ejal Zamir habe die israelischen Streitkräfte angewiesen, unverzüglich in einen Zustand erhöhter Alarmbereitschaft überzugehen. 

Das Militär solle sich "auf die Möglichkeit einer kurzfristigen Rückkehr zu militärischen Auseinandersetzungen vorbereiten", hieß es. Eine Entscheidung für einen militärischen Einsatz sei jedoch noch nicht getroffen. Ein israelischer Militärsprecher sagte auf Anfrage, man prüfe den Bericht. 

Auch der israelische Kan-Sender berichtete unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter, Israel sei gemeinsam mit den USA bereit für eine Wiederaufnahme des Kriegs gegen den Iran. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Samstagabend gesagt, die Kampagne im Iran sei weiterhin nicht beendet.

Generalstabschef Ejal Zamir. (Archivbild)  © Britta Pedersen/dpa

12. April, 12.20 Uhr: Iran gibt USA Schuld für Ende der Gespräche

Der Verhandlungsleiter der iranischen Delegation hat den USA die Schuld dafür gegeben, dass die Friedensverhandlungen in Islamabad keine Einigung brachten.

"Meine Kollegen in der iranischen Delegation brachten zukunftsorientierte Initiativen vor, doch letztendlich gelang es der Gegenseite nicht, in dieser Verhandlungsrunde das Vertrauen der iranischen Delegation zu gewinnen", schrieb der iranische Parlamentspräsident und Verhandlungsführer seines Landes, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.

Er habe bereits vor den Gesprächen betont, dass der Iran über den nötigen guten Willen und Entschlossenheit verfüge, aber aufgrund der Erfahrungen aus vorangegangenen Kriegen kein Vertrauen in die Gegenseite habe. Ghalibaf dankte Pakistan zudem für die Vermittlungsbemühungen. 

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