Nahost-Konflikt: Weißes Haus droht Iran mit "Hölle", doch das Land lehnt alles ab

Iran - Die US-Regierung hat Medienberichten zufolge einen 15-Punkte-Plan zur Beendigung des Iran-Krieges vorgelegt. Das Vermittlerland Pakistan habe dem Iran den Entwurf übermittelt. Dessen Militärführung reagierte schroff.

Hat der Krieg im Iran bald ein Ende?
Hat der Krieg im Iran bald ein Ende?  © Mati Hashemi/AP/dpa

Dem israelischen Sender N12 zufolge soll der Iran dabei unter anderem zustimmen, niemals nach Atomwaffen zu streben. Zudem müsse der Bestand an angereichertem Uran an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) abgegeben werden.

Meldungen, der Iran habe den Plänen zum Teil zugestimmt, scheinen sich aufgelöst zu haben. "Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt", sagte der Sprecher des zentralen iranischen Hauptquartiers Chatam al-Anbija.

Man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren. "Weder jetzt noch irgendwann sonst."

Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord
Israel Krieg Deutsches Containerschiff nahe Hormus getroffen: Feuer an Bord

Alle Entwicklungen zum Nahost-Konflikt findet Ihr hier im TAG24-Newsticker.

25. März, 21.18 Uhr: Irans Außenminister: Haben keine Absicht mit USA zu verhandeln

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (63) hat Verhandlungen mit den USA über eine Beendigung des Iran-Kriegs bestritten und Gespräche mit Washington abgelehnt. "Wir haben nicht die Absicht zu verhandeln – bisher haben keine Verhandlungen stattgefunden, und ich glaube, dass unsere Haltung vollkommen prinzipientreu ist", sagte Araghtschi am Mittwoch im iranischen Staatsfernsehen.

"Derzeit ist es unsere Politik, weiter Widerstand zu leisten", sagte der iranische Außenminister. Der Iran wolle "den Krieg zu den eigenen Bedingungen beenden". Diese müssten so gestaltet sein, dass "dies nie wieder passiert", betonte Araghtschi mit Blick auf den seit Ende Februar anhaltenden Krieg.

Bezüglich der vom Iran weitgehend blockierten Straße von Hormus sagte Araghtschi, die Meerenge sei "nur für Feinde" geschlossen. Schiffen aus befreundeten Staaten hätten die iranischen Streitkräfte "sicheres Geleit zugesagt", fügte er an.

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (63) lässt Trump komplett auflaufen.
Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi (63) lässt Trump komplett auflaufen.  © Khalil Hamra/AP/dpa

25. März, 20.16 Uhr: Weißes Haus droht Iran mit "Hölle"

Das Weiße Haus hat dem Iran mit einem noch härteren militärischen Vorgehen gedroht, falls Teheran ein Abkommen zur Beendigung des Kriegs verweigern sollte. "Präsident Trump blufft nicht, und er ist bereit, die Hölle zu entfesseln", sagte seine Sprecherin Karoline Leavitt am Mittwoch in Washington. Zugleich unterstrich sie, die Verhandlungen mit Teheran "dauern an" und seien "produktiv".

In Richtung Teheran sagte Leavitt: "Sollte der Iran die Realität der gegenwärtigen Lage nicht akzeptieren, sollte er nicht begreifen, dass er militärisch besiegt wurde und dies auch weiterhin sein wird, wird Präsident Trump dafür sorgen, dass er härter getroffen wird als je zuvor." Der Iran solle sich im Umgang mit Trump "nicht noch einmal verrechnen".

"Präsident Trump blufft nicht, und er ist bereit, die Hölle zu entfesseln", heißt es aus dem Weißen Haus. Das Problem: Wenn erst gesagt werden muss, dass jemand nicht blufft, dann gilt das als Zeichen, dass er es doch tut.
"Präsident Trump blufft nicht, und er ist bereit, die Hölle zu entfesseln", heißt es aus dem Weißen Haus. Das Problem: Wenn erst gesagt werden muss, dass jemand nicht blufft, dann gilt das als Zeichen, dass er es doch tut.  © Alex Brandon/AP/dpa

25. März, 18.21 Uhr: Iran pocht auf Kontrolle der Straße von Hormus

Der Iran beharrt auf einer vollständigen Kontrolle über die Schifffahrt in der Straße von Hormus. Ein Sprecher des Zentralkommandos der Streitkräfte erklärte laut Nachrichtenagentur Tasnim, die Lage in der Meerenge werde nicht zum vorherigen Zustand zurückkehren: "Es wird geschehen, was wir wollen." Allen Schiffen mit Verbindungen zu den USA oder Israel bleibe die Passage untersagt, so der Sprecher. "Die Entscheidung über die Erteilung einer Transitgenehmigung liegt bei uns."

Die USA dürften diese Forderung bei möglichen Friedensgesprächen kaum akzeptieren.

Der Sprecher betonte die Bedeutung der Straße von Hormus für den globalen Energiehandel: "Das Feuer unter dem Ölpreis lodert seit einiger Zeit; wie hoch die Flammen schlagen, liegt in unserer Hand." Durch die Straße von Hormus verlaufen in Friedenszeiten rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssigerdgastransporte.

25. März, 16 Uhr: Iran weist US-Plan für Ende des Krieges weiterhin zurück

Der Iran hat nach Angaben des staatlichen Fernsehens den von den USA vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges zurückgewiesen.

"Der Iran hat negativ auf den US-Vorschlag reagiert", hieß es am Mittwoch im staatlichen Sender Press TV. Der 15-Punkte-Plan aus Washington sah laut Medienberichten die Wiederöffnung der Straße von Hormus sowie strikte Beschränkungen für das iranische Atomprogramm vor - im Gegenzug sollten die gegen Teheran verhängten Sanktionen aufgehoben werden.

25. März, 15.56 Uhr: London und Paris wollen Gespräche zur Öffnung der Straße von Hormus ausrichten

Großbritannien und Frankreich wollen britischen Angaben zufolge Gespräche zur Wiederöffnung der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Straße von Hormus ausrichten.

Ein Treffen mit Militärvertretern aus rund 30 Ländern solle noch in dieser Woche stattfinden, sagte ein britischer Verteidigungsbeamter am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Ziel ist es Medienberichten zufolge, eine Koalition zur Wiederöffnung der Meerenge zu bilden, die seit Beginn des Iran-Krieges faktisch vom Iran weitgehend geschlossen ist.

Frachtschiffe fahren im Arabischen Golf in Richtung der Straße von Hormus.
Frachtschiffe fahren im Arabischen Golf in Richtung der Straße von Hormus.  © Uncredited/AP/dpa

25. März, 14.25 Uhr: UN-Experten fordern neue Waffenruhe zwischen Pakistan und Afghanistan

UN-Experten fordern eine anhaltende Waffenruhe zwischen Afghanistan und Pakistan.

In einer Stellungnahme des UN-Büros für Menschenrechte drängten die Experten die Konfliktparteien dazu, die Ursachen des Konflikts zu beseitigen und dafür zu sorgen, dass Verstöße gegen das Völkerrecht geahndet werden.

25. März, 13.13 Uhr: Anscheinend Kontakte zwischen USA und Iran über Kriegsende

Die USA und der Iran stehen Sicherheitskreisen zufolge über ein mögliches Kriegsende in Kontakt.

In dieser Woche seien zwischen beiden Konfliktparteien bereits zweimal Vorschläge übermittelt worden, hieß es aus pakistanischen Sicherheitskreisen. Auch Ägypten sei in Bemühungen involviert, den Krieg zu beenden.

25. März, 13.11 Uhr: Mehr als 40 Sanitäter bei Israels Angriffen im Libanon getötet

Bei israelischen Angriffen im Libanon sind nach Behördenangaben seit Ausbruch der jüngsten Eskalation Anfang März 42 Sanitäter getötet worden.

Bei einem jüngsten Vorfall am Montag seien zwei Sanitäter bei einem israelischen Angriff auf ihr Motorrad getroffen worden und umgekommen, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die beiden Männer seien auf dem Weg zu einem Einsatz und in Uniform gekleidet gewesen. Ihr Motorrad sei mit Warnleuchten ausgestattet gewesen.

Sanitäter tragen den Leichnam eines Kameraden, der bei einem israelischen Luftangriff getötet wurde.
Sanitäter tragen den Leichnam eines Kameraden, der bei einem israelischen Luftangriff getötet wurde.  © Hussein Malla/AP/dpa

25. März, 11.58 Uhr: Israel greift Ziele im Libanon an - Hisbollah feuert Raketen

Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge weiter gegen die Hisbollah im Libanon vor.

In der Nacht habe das Militär unter anderem eine Kommandozentrale in den südlichen Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut, Mitglieder der Miliz sowie Tankstellen, die sie zur Finanzierung nutze, angegriffen, teilte das Militär mit.

Die israelische Armee teilte zudem mit, dass sie ihre "gezielten Bodeneinsätze" im Südlibanon fortsetze, um in der Nähe zur israelischen Grenze gegen die Hisbollah vorzugehen. Im Libanon haben viele Menschen derweil Angst, dass Israel eine großangelegte Bodenoffensive beginnen und den Süden ihres Landes besetzen könnte.

Die vom Iran unterstützte Schiitenorganisation feuerte unterdessen mehrfach Drohnen und Raketen Richtung Israel. Die Miliz selbst teilte mit, sie habe mehr als Hundert Raketen Richtung Israel und auf israelische Soldaten im Südlibanon abgefeuert. Die israelische Armee teilte wiederum mit, die Luftwaffe habe in der Nacht eine Hisbollah-Zelle angegriffen und getötet, die Raketen auf Truppen im Nachbarland geschossen habe. Demnach gab es unter den israelischen Soldaten keine Verletzten.

Israelische Luftabwehrsysteme feuern, um vom Libanon abgeschossene Geschosse über Nordisrael abzufangen. (Archivfoto)
Israelische Luftabwehrsysteme feuern, um vom Libanon abgeschossene Geschosse über Nordisrael abzufangen. (Archivfoto)  © Ariel Schalit/AP/dpa

25. März, 11.32 Uhr: Israel meldet neuen Raketenbeschuss aus dem Iran

Der Iran hat am Vormittag israelischen Angaben zufolge erneut Raketen auf das Land gefeuert.

Israels Polizei meldete mehrere Einschläge im Land. Bislang gebe es keine Berichte über Opfer, teilten die Polizei sowie der Rettungsdienst Magen David Adom mit. In mehreren Landesteilen gab es Raketenalarm, in der Küstenmetropole Tel Aviv heulten am Vormittag gleich zweimal hintereinander die Warnsirenen. Der Iran bestätigte die Raketenwelle laut staatlichem Rundfunk.

Titelfoto: Alex Brandon/AP/dpa

Mehr zum Thema Israel Krieg: