Klimaschützer schwänzt Gerichtstermin wegen Asien-Urlaub: "Letzte Generation" nimmt Stellung

Stuttgart - Autofahrern im Berufsverkehr ein schlechtes Gewissen einjagen, deren Weg zur Arbeit verzögern, dann aber Urlaub in fernen Gefilden machen und dabei den Ausstoß von Kraftstoffen in ungeahnte Höhen treiben? Diesem Vorwurf sehen sich nun Aktivisten der "Letzten Generation" ausgesetzt. Das Bündnis nimmt nun Stellung zu den Vorwürfen.

Blockaden von Klimaschützern gehören mittlerweile der Tagesordnung an.
Blockaden von Klimaschützern gehören mittlerweile der Tagesordnung an.  © Bernd Weissbrod/dpa

In dieser Woche sollte ein Stuttgarter wegen einer Blockade vor Gericht erscheinen, doch der Klimaschützer fehlte. Er hatte sich beim Richter wegen einer monatelangen Auslandsreise abgemeldet, die ihn bis nach Bali führte, berichtete Bild.

Dass der Aktivist der Gerichtsverhandlung fernblieb, bestätigte auch die "Letzte Generation", teilte jedoch mit, dass sich der junge Mann momentan in Thailand befinden würde.

"Individuelles Verhalten, ist nicht unwichtig. Im Gegenteil. Hier in Deutschland gehört ein großer Teil der Menschen zu den reichsten Prozenten der Welt, die am meisten zur Klimakrise beigetragen haben und beitragen", stellte die Umweltschutzbewegung in einer Mitteilung klar.

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Dass damit jedoch ein kompletter Verzicht auf Annehmlichkeiten einherginge, findet die "Letzte Generation" nicht.

"Letzte Generation": Voraussetzung für Klimaschutz sei nicht, das Leben umzustellen

Windkraftanlagen in Bayern - für die "Letzte Generation" ein unabdingbares Thema, um den Klimaschutz voranzutreiben.
Windkraftanlagen in Bayern - für die "Letzte Generation" ein unabdingbares Thema, um den Klimaschutz voranzutreiben.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

"Sich politisch gegen den Klimakollaps zu engagieren, geht oft damit einher, das eigene Leben umzustellen. Es ist jedoch keine Voraussetzung, dies zu tun", so das Bündnis.

Weil in diesem Zusammenhang oft das Wort Doppelmoral fällt, nahmen sich die Aktivisten noch einmal der Thematik an.

"Ist es keine Doppelmoral, 'Klimakanzler' zu sein und Lützerath abzubaggern? Ist es keine Doppelmoral, Klimaschutz wichtig zu finden, aber in Bayern keine Windkraftanlagen haben zu wollen", fragt das Bündnis beispielhaft und feuert damit in Richtung Politik zurück.

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Dass die Fronten zwischen Klimaschützern und den Politikern auch durch Blockaden der letzten Monate etwas verhärtet scheinen, verdeutlicht auch ein Tweet von Thorsten Herbst (49, FDP), Mitglied des FDP-Bundesvorstands.

Torsten Herbst (49, FDP) wirft den Klimaklebern Doppelmoral vor.
Torsten Herbst (49, FDP) wirft den Klimaklebern Doppelmoral vor.  © Holm Helis

"Klimakleber und ihre Doppelmoral ✈️ Es ist schon bemerkenswert, dass man erst Berufspendler im Namen des Klimaschutzes nötigt, dann aber selbst entspannt in den Flieger nach Bali steigt", kommentierte der gebürtige Dresdner den ursprünglichen Bericht von Bild.

Titelfoto: Bernd Weissbrod/dpa

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