Letzte Generation legt Flughafen München lahm: Acht Aktivisten festgenommen

München - Klimaschutzaktivisten der "Letzten Generation" haben zu Beginn der bayerischen Pfingstferien den Flughafen in München blockiert und damit den Feiertagsreiseverkehr erheblich behindert.

Aktivisten setzten sich auf das Gelände des Münchner Flughafens, um den Flugverkehr zu blockieren.
Aktivisten setzten sich auf das Gelände des Münchner Flughafens, um den Flugverkehr zu blockieren.  © Letzte Generation

Ab 5.19 Uhr am Samstagmorgen war der Flughafen für knapp zwei Stunden voll gesperrt, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (67, CSU) mit.

60 Flüge mussten nach Angaben des Flughafens komplett annulliert werden. 14 Maschinen, die in München landen sollten, wurden auf andere Flughäfen umgeleitet. Insgesamt sollten am Samstag in München 140.000 Menschen bei 1000 Starts und Landungen abgefertigt werden.

Alle Passagiere kämen an ihr Ziel, sagte ein Flughafensprecher. Der Großteil müsse allerdings Verspätungen in Kauf nehmen.

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Die Aktivisten drangen am frühen Samstagmorgen auf das Gelände des Airports vor und klebten sich an Zubringer-Rollbahnen neben den Landebahnen fest. Nach Angaben von Sprechern des Flughafens sowie der Bundespolizei wurde der Airport aus Sicherheitsgründen komplett geschlossen. Nach etwa zwei Stunden konnte dann zunächst eine der beiden Start- und Landebahnen in Betrieb gehen, später auch die zweite Bahn.

Die Gruppe Letzte Generation hatte auf dem Netzwerk X mitgeteilt, dass sich insgesamt sechs Personen in Zweiergruppen an unterschiedliche Stellen des Flughafens gesetzt hätten. Zahlreiche Polizisten und Feuerwehrleute waren vor Ort, um die Aktivisten zu entfernen.

Nach Angaben Herrmanns wurden die sechs Aktivisten, sowie zwei weitere, die es nicht auf das Rollfeld geschafft hatten, festgenommen. Gegen sie werde unter anderem wegen gefährlichen Eingriffs in den Luftverkehr ermittelt. Ihnen drohten Freiheitsstrafen.

Aktivisten der "Letzten Generation" blockieren Rollfeld in München

Einsatzkräfte versuchen, die festgeklebten Aktivisten vom Asphalt zu lösen.
Einsatzkräfte versuchen, die festgeklebten Aktivisten vom Asphalt zu lösen.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Letzte Generation will Ferienbeginn am Airport München stören

Aktivisten der "Letzten Generation" störten am Samstag den Reiseverkehr in München.
Aktivisten der "Letzten Generation" störten am Samstag den Reiseverkehr in München.  © Letzte Generation

Der Sprecher der Bundespolizei sagte, dass zunächst acht Personen an vier unterschiedlichen Stellen zeitgleich auf das Gelände gelangen wollten. Die Männer und Frauen hätten sich durch den Sicherheitszaun des Flughafens geschnitten. Zwei der Aktivisten hätten noch im Bereich des Zaunes festgenommen werden können, die anderen seien weiter in den Innenbereich gekommen.

Wie der Flughafensprecher erklärte, waren morgens ab 5 Uhr zunächst nur geplante Landungen in München betroffen, weil Starts erst ab 6 Uhr stattfinden dürfen. In der ersten Betriebsstunde seien acht Maschinen zu anderen Flughäfen umgeleitet worden, sagte er.

Der Münchner Flughafen hatte am ersten Ferienwochenende zahlreiche Urlauber erwartet, insgesamt etwa 350.000 Passagiere waren von Freitag bis Sonntag angekündigt. Der Airport wollte in dieser Zeit 2860 Flüge abfertigen.

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Insgesamt seien in den Pfingstferien, der nach Ostern zweiten großen Reisewelle des Jahres, sieben Prozent mehr Flüge angemeldet worden als im Vorjahr, berichtete der Flughafen vor dem Ferienstart.

Erstmeldung 7.05 Uhr, zuletzt aktualisiert 14.10 Uhr

Titelfoto: Bildmontgae: Karl-Josef Hildenbrand/dpa, Letzte Generation

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