Leipzig - Lehrkräfte und Studenten der Universität Leipzig gehen gerade durch eine Zeitmaschine. Gebeamt vom Digitalzeitalter in die analoge "Vorhölle" ihrer Väter und Großväter. Schuld ist ein fieser Hackerangriff, welcher der altehrwürdigen Alma Mater Lipsiensis die digitale Lebensader abklemmte. Von der Moodle-App über das AlmaWeb-Portal bis hin zum digitalen Seminarraum-Management liegt alles darnieder.
"Gen Z regelt" wird gerade auf den Straßen unseres Landes skandiert. In Leipzig müssen die "Digital Natives", die als erste Generation komplett mit mobilem Internet aufgewachsen sind, nun erst einmal analog improvisieren.
Zettel und Stift statt Smartphone und Notebook, schwarze Bretter statt digitaler Displays. Als älteres Semester möchte man dem Ganzen eigentlich liebend gern wie Statler und Waldorf aus der Muppet-Show von einem Balkon aus zusehen ...
Doch im Ernst: Der Fall der digital abgeschalteten Uni Leipzig führt vor Augen, wie fragil diese digitale Welt in Wirklichkeit ist. Fast sein ganzes Leben kann man heute vom Smartphone aus regeln. Einkaufen, Bankgeschäfte, digitales Bezahlen, Arzttermine, Behördenkram und Dienstleistungen - es gibt eigentlich kaum noch einen Lebensbereich, der sich nicht von einer App aus steuern lässt.
Ist ja alles so bequem. Nachdenken muss man auch nicht mehr - übernimmt heute die KI. Doch wehe, einer zieht dieser schönen neuen Welt den Stecker! Egal ob es wie in Berlin Anschläge auf die Stromversorgung sind oder Hacker-Attacken wie jetzt in Leipzig.
Die Vereinten Nationen warnten jüngst in einem Expertenbericht, dass die digitalen Risiken weltweit unterschätzt werden. Die Folgen eines digitalen Zusammenbruchs wären laut UN für die Menschheit verheerend.